Im Innern des Knalls

Was steckt in einer Rakete? Der Fotograf Andrew Waits hat verschiedene Feuerwerkskörper aufgeschnitten.

Was aussieht wie Schleckzeug vom Badi-Kiosk, das zu lange mit den nassen Badesachen im Rucksack lag, hätte mit etwas mehr Glück am 1. August den Himmel über dem Zürcher Seebecken erleuchten können. So aber ist immerhin Kunst geworden aus den Feuerwerkskörpern, die Andrew Waits der Länge nach halbierte und dann mit seiner Kamera ablichtete. Natürlich hat man sich das als Kind alles ganz anders vorgestellt – vielleicht, dass statt so unspektakulärer Kügelchen (wenigstens sind sie farbig) kleine, funkelnde Sternchen in den Dingern stecken. Aber so sieht nun mal die Wahrheit aus.

«Boom City» heisst die Serie rund um die Feuerwerkskörper, die Waits im Tulalip-Reservat nordöstlich seiner Heimatstadt Seattle erworben hat. Dort bieten jedes Jahr Hunderte von Händlern Raketen und Vulkane feil, damit die Kundschaft die Vereinigten Staaten anlässlich des Nationalfeiertags am 4. Juli noch ein Stück patriotischer machen kann. So gesehen, ist es vielleicht ganz gut, dass Andrew Waits ein paar Raketen abgezweigt hat: Der Nationalismus treibt in den USA derzeit ja genügend seltsame Blüten.

Die Arbeit erfolgte auf eigene Gefahr des Fotografen. Natürlich empfehlen wir niemanden auf eigene Faust Feuerwerkskörper aufzuschneiden. Packen Sie also alle Sägen, Sackmesser oder andere Werkzeuge wieder ein und geniessen Sie einfach die Aufnahmen.

Mehr Informationen zu Andrew Waits finden sie hier auf seiner Website.