Buntes Treiben in Weiss

Der Karneval in Santa Cruz de la Palma wird mit einer Menge weissem Pulver gefeiert.

Auf den Kanarischen Inseln ist im Februar die Hölle los. In Santa Cruz de Tenerife etwa, wo der Karneval drei Wochen dauert, ziehen bunt geschmückte Wagen mit dauerlächelnden Königinnen durch die Strassen – vorbei an zigtausend Zuschauern aus dem In- und Ausland. Es ist ein Fest der Sinne, das jeweils bis tief in die Nacht dauert – und nur von Ladenbesitzern nicht sonderlich geliebt wird (da es an mobilen Toiletten mangelt).

Ausnahmezustand herrscht auch in der Schwesterstadt auf La Palma. Im dortigen Santa Cruz geht es zwar nicht so bunt zu und her wie auf Teneriffa, aber nicht weniger sinnenfroh. Alles scheint unter einer weissen Decke zu verschwinden, wenn sich die Karnevalzüge auf den langen Weg durch die Strassen machen. Es handelt sich um Talk- beziehungsweise Babypuder, der von der Seite und von oben auf die Palmeros herabschneit.

Der Festzug «Los Indianos» am Rosenmontag bildet den Höhepunkt des Karnevals in Santa Cruz de la Palma: Begleitet von kubanischen Rhythmen zieht die Menge über die Avenida de los Indianos vom Hafen zur Plaza de España. Die weissen Kleider und Hüte sollen an jene Landsleute erinnern, die in Übersee (Kuba, Venezuela, also «Indien») reich geworden sind und dies bei der Rückkehr vorzeigen wollten: als tropenweiss gekleidete Kolonialherren.

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