Kurioser Raketentüftler

Pyrotechniker Karl Müller experimentierte in den 40ern mit einer Rakete zur Hagelbekämpfung.

Pyrotechniker Karl Müller, «Erfinder der Hagelrakete», mit einem abschussbereiten Exemplar.  (aufgenommen 1942, Photopress/Keystone)

Um Hagelschäden vorzubeugen, sollen bei der sogenannten Wolkenimpfung künstlich in die Wolke eingebrachte Kristallisationskeime Hagelkörner aufspalten. Die Hagelkörner sind in der Folge beim Aufprall kleiner und verursachen weniger Schäden. Seit Jahrzehnten experimentieren Schweizer Bauern bereits mit mit Silberiodid bestückten Raketen zur Hagelbekämpfung – bis heute, obschon Studien keine signifikante Wirkung der Hagelabwehr durch Raketenbeschuss feststellen konnten.

Der Erfinder setzt die Treibladung auf. (aufgenommen 1942, Photopress/Keystone)

Pyrotechnische Präzision anno 40er-Jahre. (aufgenommen 1942, Photopress/Keystone)

Zwei Mitarbeiterinnen etikettieren die fertig abgefüllten Raketen in der pyrotechnischen Fabrik Müller. (aufgenommen 1942, Photopress/Keystone)

Hier erklärt Karl Müller (r.) den Aufbau der Hagelrakete und ihre verschiedenen Ladungsstufen. Im vordersten Teil der Rakete befindet sich die Effektladung mit dem Silberiodid. (aufgenommen 1942, Photopress/Keystone)

Ein weiterer Arbeitsschritt: Das Anbringen der Zündschnüre. (aufgenommen 1942, Photopress/Keystone)

Müller in seinem Element. (aufgenommen 1942, Photopress/Keystone)

Alles ist bereit zur Abfeuerung der Hagelrakete. (aufgenommen 1942, Photopress/Keystone)

Die Zündschnur brennt, und der Erfinder nimmt schnell Abstand. (aufgenommen 1942, Photopress/Keystone)

Die Rakete steigt in den Himmel. (aufgenommen 1942, Photopress/Keystone)

Testender Blick in die Wolken, ob die Rakete auch in der richtigen Höhe zur Explosion kommt. (aufgenommen 1942, Photopress/Keystone)

8 Kommentare zu «Kurioser Raketentüftler»

  • Paddy Zé sagt:

    Vor einem Jahr erschien ein Bericht über den Hagelflieger der Basler Versicherung. Heute sind es mehrere Sportflugzeuge.
    Sie würden eine dreijährige Testphase mit Silberjodid erforschen.
    Seit diesem Wissen, glaube ich der Wettervorhersage überhaupt nichts mehr.
    Denn die Basler-Versicherung lässt ja auch für Grossveranstalltungen das Schlechtwetter versichern.
    Soll heissen, sie garantieren schönes Wetter für jede Grossanlass.
    Was die Nebenwirkungen sind, scheint denen soviel egal sein, wie der Swisscom mit 5G.
    Ich finde es obermässig riesen grosse Frechheit, über unseren Köpfen mit solchem Zeugs herum zu sprühen.
    Mit der Lüge, die hagelleidende Bevölkerung begrüsse es sehr.
    Dieses Experiment muss SOFORT gestoppt werden.
    Quelle, siehe Aargauerzeitung

  • Werner Graf sagt:

    In meiner Kinder- und Jugendzeit hörten wir oft, von Münsingen aus, bei Hagellagen die Hagelraketen.
    Es gab und gibt jedoch weltweit Projekte, mit Silberjodid und anderen Stoffen das Wetter zu beeinflussen. So impften die Russen bereits im kalten Krieg im grossen Stil die Wolken vor Moskau um sie ausregnen zu lassen wenn grosse Paraden durchgeführt wurden.

  • Manuel Zimmermann sagt:

    In der Tat. Ein paar kuriose Bilder – und schon ist der Lückenfüller der Sauren-Gurke 2019 publikationsbereit. Auch mich hätte interessiert: Woher kam dieser Mann? Wer hatte es finanziert? Wurde das Experiment je weiterverfolgt? Was ist von seiner Erfindung übrig geblieben?

  • Kramer Jörg sagt:

    Ein sehr spärlich recherchierter und getexteter Artikel. Wo hat er gelebt und gewirkt? Wie hoch flogen seine Raketen? Was ist vom Material, was er hinauf schoss, wieder herunter gekommen? Eingebunden in Hagelkörner? Gab es besondere Einsatzgebiete, z.B. Reben an bestimmter Lage? Was ist von seiner Erfindung bis heute übrig geblieben und wird es heute noch eingesetzt?
    Da hat sich jemand nicht sehr viel Arbeit gemacht aus einer interessanten Grundlage.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.