Alle unter einem Dach

Eine Fotoserie aus dem Bündner Safiental bringt Nutztiere dorthin zurück, wo sie früher den Winter verbrachten: im Haus des Bauern.

Hanspeter Gander spielt seinen Geissen in der Küche ein Ständchen.

Geiss, Sau und Huhn als Mitbewohner: Was heute gestellt und befremdlich wirkt, war früher annähernd Realität. Im Bündner Safiental etwa hatte man besonders harte Winter zu überstehen und holte darum Nutztiere aus dem Stall in die Stube. So sicherten die Bauernfamilien nicht nur deren Überleben – gerade Hühner mussten vor Kälte geschützt werden –, sondern hatten auch eine zusätzliche Wärmequelle im Haus. Die gackernden WG-Gspänli dankten es zudem mit dem einen oder anderen Ei, das sie ansonsten zu dieser Jahreszeit nicht gelegt hätten.

Die Fotografin Monique Coulin und der Fotograf René Ruis porträtierten für ihr Gemeinschaftsprojekt Safier Bergbauern zu Hause mit ihren Tieren, die alles andere als stubenrein sind. Es ist eine inszenierte Reise zurück in jene Zeit, als die Verbindung zwischen Mensch und Vieh zwangsläufig noch ein kleines bisschen mehr Lebensgemeinschaft war.

Hahn Hannibal nimmt mit seinen Hühnern das Schlafzimmer von Ursula Zinsli in Beschlag.

Minipig Elmar (unter dem Tisch) und seine Kumpels geniessen ihr Mahl im Esszimmer der Hungers.

Ob nach Tanja Buchlis Kindern die Schafsbande mit Baden dran war, ist unbekannt.

Die Ganders haben ihre Geissenherde zu Tisch gebeten.

Während Christina und Florian Cescatti mit dem Haushalt beschäftigt sind, nimmt sich Kuh Greina gwundrig der Hauserkundung an.

Nach Kalb Noelias Besuch dürfen die Zinslis ausmisten.

30 Kommentare zu «Alle unter einem Dach»

  • Vreni sagt:

    Schön ! Und es gibt es sie noch die Bauern welche nur eine Küchentür von ihren Tiere entfernt sind. Ich habe noch letzthin solch ein Bauernhof gesehen, und Nahe der Stadt.

  • Daniela sagt:

    Die Tiere waren damals, als sie den Winter über noch in den Häusern mit den Menschen lebten, eingezäunt. Mir gefällt die Fotoserie ob realitätsnah oder nicht, ob zu gut ausgeleuchtet oder nicht, sehr gut. Die Aufnahmen sind schön.

  • Theresa Küng sagt:

    Sorry aber, was genau ist Euer Problem !? Die Bilder sind einfach nur genial und fotografisch top. Wollt Ihr den wirklich immer nur dasselbe sehn ? Ein riesen Kompliment an die Fotografen, ich persönlich finds einfach nur grossartig !!!
    Schön, dass die Nutztiere so entspannt sind, weit weg von Quälerei und nahe beim Mensch.

  • Christian Suter sagt:

    Alles nur Fake-News – wenn die Tiere wirklich in der Wohnung lebten, dann sähe es da ganz anders aus. Schade, dass man uns für dumm verkaufen will!

    • Andrea M. sagt:

      Daher steht ja auch in der Beschreibung, dass es sich um inszenierte Bilder handelt… zuerst lesen, dann lästern! Oder verstehen Sie das Wort „inszeniert“ nicht?

  • Daniel Fitzgerald sagt:

    Ich denke, wenn alles verschissen und versaicht ist, ist fertig mit lustig. Ist ja herzig an zu schauen, erinnert auch ein bisschen an Heidi, aber in Natura? Sinnvoll? Niemand fragt nämlich die Tiere, dir wahrscheinlich nur eines wollen: RAUS!

  • Vera sagt:

    Schönes Thema, aber ich frage mich als Fotografin: Wie kann man nur ein so schönes Reportagenthema à la Migrosmagazin so brutal ausleuchten? Die Studioblitzanlage nimmt dieser schönen Geschichte jede Atmosphäre. Aber diese Ästhetik liegt leider im Trend.

  • Jan Holler sagt:

    Da haben die beiden Fotografen zu viel mit der Technik gespielt. Schade, die Bilder sind kaputtoptimiert.

  • Paul Dober sagt:

    Eine originelle Idee. Perfekt inszeniert und photographisch überragend. Auch ich bin vom Unterland und seit vielen Jahren Gast im Safien. Ich bewundere das Wesen der Leute und ihre Liebe zu den Tieren. Und diese kommt hier eindrücklich zur Geltung. Und dass es früher so zu und her ging wissen wir aus Überlieferung. Gratuliere.

  • jörn keiser sagt:

    Mutig sind die, die das Tägliche anders probieren, denn das
    birgt neue Chancen.

  • Heinz Keller sagt:

    Der Urspring der Vogelgrippe in Asien war ja der Tatsache, dass die Leutemit Enten und Hühnern in Wohngemeinschaften im gleichen Raum lebten und vielleicht noch leben. So einI szenierung ist einfach dumm!

  • werner boss sagt:

    Ja so manipulieren die Medien das Volk! Es gibt ja immer einen bestimmten Anteil der Bevölkerung, welche solchen Mist nur zu gerne glauben und ihren Kinderlein weitererzählen. Volksverdummung pur!

  • alexandra weber sagt:

    Herrliche Bilder – ja – so kann ich mir ein Leben gut vorstellen – auch heute noch – WEG vom aufoktruierten blöden dummen Luxus der die Welt schwer beschädigt und vernichtet – Herz-erfreuend – danke für diese – leider – vergangene Zeit. Ja – Geld, Macht und Sex regieren die Welt – wohl die grösste Dummheit der Menschheit!
    ewz

  • Elisabeth Hasler-Stoffel sagt:

    @ Franzen: Soviel ich weiss, steht dieser Titel-Satz hier im Indikativ, stellt also eine Behauptung auf:
    „Eine Fotoserie aus dem Bündner Safiental bringt Nutztiere dorthin zurück, wo sie früher den Winter verbrachten: im Haus des Bauern“.
    Der Artikel wird von Herr Arnold sehr wohl gelesen worden sein und er mag obendrein sogar wissen, was einen Indikativ von einem Konjunktiv unterscheidet…

    • Daniel Fitzgerald sagt:

      Und jetzt, was will uns das mitteilen? Sehe in ihrem Beitrag keinen wirklichen Sinn…..

    • Isabelle Radaelli-Sauter sagt:

      Früher war das Vieh unten, die Menschen lagen auf dem „Heuboden“ darüber! Tiere = „Bodenheizung“! Indikativ ist korrekt

  • Berto Hubderdinger sagt:

    Wenn ich mir die Bilder anschaue, dann habe ich den Eindruck, dass die Tiere per Bildbearbeitungssoftware am Computer in die Fotos reingesetzt wurden. Solche Bilder so zu produzieren ist eine sehr einfache Sache.

  • Andreas Hagenbach sagt:

    Ich wünsche der Redaktion mehr Fachwissen und den Fotografen etwas schöpferische Redlichkeit! Denn einfach eine Idee abzukupfern, die schon von vor ein paar Jahren in der Schweiz realisiert und ausgestellt wurde, finde ich etwas billig. Man müsste mal den Namen Jon Naiman recherchieren.

    • Theresa Küng sagt:

      Habs grad recherchiert, fotografisch komplett ein anderes Level. Statisten schauen alle direkt in die Kamera, wirkt dadurch schon mal ganz anders.
      Andere Sachen wurden tausendfach nachgemacht und kopiert. Interessiert auch keiner.

  • Anna Sulzer sagt:

    Wunderschöne Bilder! Genau so müssen wertvolle fühlende, den Menschen gleichgestellte wunderschöne Tiere leben! Sie sind fühlende Lebewesen, keinesfalls Lebensmittel! Leider gibts immer noch rückständige Leute, denen nichts anderes als „Metzger“ und Schnitzel ins Hirn kommt! Schämt euch!

  • Elisabeth Hasler-Stoffel sagt:

    Ich mag solch an den Haaren herbeigezogene Inszenierungen nicht. Sie vereinnahmen den früheren Lebensalltag der Menschen. Alles und jedes muss nicht zum Gag werden, bloss um Aufmerksamkeit zu erwecken. Man nahm Tiere – vielleicht ein krankes Lamm oder Zicklein – ins Haus an die Wärme, wenn es vorübergehend gepflegt werden musste. Wie auch Herr Arnold schildert, hielt man da und dort Hühner hinter einer Holzabschrankung in Wohnräumen. So viel ich weiss, kann eine entsprechende Einrichtung heute noch im Safier Heimatmuseum besichtigt werden. Alles andere hier Vorgeführte entbehrt der Grundlage im Alltag von gestern und heute und ist nichts weiter als ein schlecht ausgedachter Gag. Auch eine vielleicht erträumte, künstlerisch-heile „Gegenwelt“ sollte nicht so platt inszeniert daherkommen.

    • Klaus Peter sagt:

      Wenn Sie es nicht mögen, empfehle ich Ihnen, das zu schauen und zu lesen, was Sie mögen. Mir hat’s gefallen. Es erinnerte mich an alte Tage, als uns das Fohlen eines lieben Freundes überraschend in der guten Stube besuchte. Danke für die Bilder.

  • Thomas sagt:

    Das ist nicht nur total dumm, sondern auch eklig. Als die Haustiere noch den Wohnungen ihrer Besitzer lebten, sahen auch die Wohnungen noch etwas anders aus!

  • Oberholzer sagt:

    Trotzdem sehr schöne Fotos, poetisch und etwas skurril zugleich. Einfach geniessen, nicht motzen.

  • Andreas Marion sagt:

    Ausgezeichnete Fotomontagen und fast stubenrein witzig.

  • Jessas Neiau sagt:

    Sauglattismus nun endlich auch bei den Berglern. Und wann beim Metzger?

  • Romeo Hohl sagt:

    Ok, in der heutigen Zeit nicht realistisch oder gängig. Ist das nicht oftmals so, wenn jemand eine Idde hat, die Darsteller so anweist, oder habe ich was verpasst?
    Die Fotos, Darstellungen und Situationen sind sensationell. Vor allem die Kuh Greina, kein Platz, da steht trotzdem eine Kuh, hat mich fasziniert. Gefällt mir auch, dass es keine herausragende Darsteller gibt, sondern die komplette Situation scheint aus einem Guss zu sein.
    Wirklich tolle Fotoserie

  • Othmar Ferdinand Arnold sagt:

    Wie wenn das Alltag wäre im Safiental. Die meisten Menschen die hier leben, wenn nicht angeleitet vom exotischen Denken eines/einer AussenseiterIn mit speziellem Kommunikations- und Geltungsbedürfnis, wissen, dass Mensch und Tier unterschiedliche Beherbergung haben und brauchen… Es gibt einen historischen Kern zur Geschichte: Legehennen wurde früher unter der Eckbank in der Stube eingesperrt, was nicht den heutigen Tierschutzvorschriften genügen würde. Warum gibt es kein Bild einer solchen Einrichtung im Beitrag?

    • Hans Franzen sagt:

      Und: AussenseiterInnen mit speziellem Kommunikations- und Geltungsbedürfnis verfassen Kommentare ohne den Artikel gelesen zu haben…

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