Abnehmen dank Chrom

Eine Metastudie belegt, dass man mit Hilfe des Spurenelements leichter abnehmen kann.

Wissenschaftlich erwiesen: Chrom kann die Gewichtsabnahme positiv unterstützen. Foto: iStock

Schon seit vielen Jahren wird Chrom in Tabletten- und auch in flüssiger Form als Mittel zum Abnehmen angepriesen. Ob sich Chrom bei (stark) übergewichtigen Menschen tatsächlich positiv auf das Körpergewicht auswirkt, wurde zwar von manchen Studienergebnissen nahegelegt, aber erst jetzt belegt eine Auswertung von 19 verschiedenen Studien mit mehr als 1300 übergewichtigen Probanden, dass das wertvolle Spurenelement beim Abnehmen wirklich helfen kann. Und zwar darum, weil Chrom für den Stoffwechsel von Kohlenhydraten wichtig ist. Und dies besonders bei der Verwertung von Zucker.

Chrom kennen wir insbesondere als silbern glänzendes Metall, mit dem gerne Autos verziert werden – bei klassischen «Ami-Schlitten» wurden früher wahre Chrom-Orgien gefeiert. Aber vor allem ist Chrom ein chemisches Element und ein Mineralstoff. Erst in den späten 50er-Jahren erkannten Forscher, dass Chrom als Spurenelement wichtige Funktionen im menschlichen Körper hat. Es spielt vor allem beim Zuckerstoffwechsel und beim Cholesterinstoffwechsel eine Rolle.

Wie das Onlineportal Centrosan schreibt, trägt Chrom in ausreichender Menge dazu bei, das Gesamt-Cholesterin und das «schlechte» LDL-Cholesterin zu senken und dafür das «gute» HDL-Cholesterin zu erhöhen. Da wir mit der Ernährung in der Regel nur sehr wenig Chrom aufnehmen, muss man davon ausgehen, dass Chrommangel weitverbreitet ist. Ob man daran leidet, kann der Hausarzt mit einer Blutuntersuchung feststellen. Symptome von Chrommangel sind zwar nicht nachgewiesen, doch man geht heute davon aus, dass bei einer Unterversorgung mit dem Spurenelement Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und eben Übergewicht häufiger vorkommen.

19 Studien kommen zum gleichen Ergebnis

Die erwähnte neue Metastudie von Wissenschaftlern aus Grossbritannien und dem Iran zur Wirkung von Chrom auf Übergewicht wertet Studien aus, an denen insgesamt 1316 Personen teilgenommen hatten. Diese erhielten entweder Chrom als Nahrungsergänzung oder gehörten einer Kontrollgruppe an.

Die zusammenfassende Auswertung der Studie zeigte laut dem Deutschen Gesundheits-Portal, dass die übergewichtigen/adipösen Personen mit der Chrom-Supplementation Gewicht abnahmen und ihren Body-Mass-Index (BMI) reduzierten. Ausserdem minderte sich ihr Körperfettgehalt. «Im Gegensatz dazu sahen die Wissenschaftler keine Verbesserungen von Körpergewicht und Körperzusammensetzung bei den Personen aus den Kontrollgruppen», heisst es. Eine Nahrungsergänzung mit Chrom könne also «das Körpergewicht von übergewichtigen/adipösen Personen im moderaten Ausmass verbessern».

So viel Chrom steckt in Nahrungsmitteln

Aber wie viel Chrom braucht der Mensch? Die meisten Quellen gehen davon aus, dass eine Aufnahme von 100 Mikrogramm Chrom pro Tag für Gesunde ausreicht. Bei Personen mit schlechter Glukoseverwertung werden 200 Mikrogramm empfohlen, für Diabetiker bis 400 Mikrogramm oder mehr.

Dafür muss man aber nicht unbedingt irgendwelche Tabletten und Tinkturen schlucken. Denn das Spurenelement Chrom kommt auch ganz natürlich in verschiedenen Lebensmitteln vor: etwa in Vollkornprodukten, Käse, Nüssen und Fleisch. Besonders gute Chromlieferanten sind auch Leber und Nieren, Datteln, Bierhefe, Schwarztee, Pfeffer und andere Gewürze, Miesmuscheln und Austern.

Früchte enthalten wenig Chrom. Foto: Engin Akyurt (Pexels)

Allgemein lässt sich sagen: Je stärker Lebensmittel industriell behandelt wurden, desto weniger Chrom enthalten sie. So findet sich zum Beispiel in weissem Industriezucker fast kein Chrom. Früchte und Gemüse enthalten ebenfalls relativ wenig von diesem wichtigen Spurenelement.

Wer Nahrungsmittel zu sich nimmt, die reich an Chrom sind, muss sich übrigens keine Sorgen machen: Zu viel Chrom im Körper kommt äusserst selten vor. Und dabei ist zumeist nicht eine absichtliche Einnahme die Ursache, sondern zum Beispiel eine Arbeit in der Metallindustrie, ein Implantat im Körper oder chromhaltige Farbpigmente. Dass Chrom auch gegen Heisshunger hilft und besonders süsse Gelüste bremsen soll, kann man immer wieder mal in Magazinen lesen. Auch mein Hausarzt hat mir vor vielen Jahren Chrom-Tabletten gegen meine «Schoggisucht» empfohlen. Mein mehrwöchiger Test zeigte indes keinerlei Erfolg. Aber vielleicht sind Schocoholics wie ich therapieresistent.

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32 Kommentare zu «Abnehmen dank Chrom»

  • Anh Toàn sagt:

    Studien zeigen, Napalm hilft gegen Pickel.

  • Ralph Hüppin sagt:

    Centrosan ist eine kommerzielle Seite, welche Nahrungsergänzungsmittel anbietet. Kein Wunder verweisen sie auf die positiven Studien.
    Dass der Tagesanzeiger solche dubiosen Quellen benutzt um einen Blog zu publizieren ist höchst fragwürdig. Dass der Tagesanzeiger sogar noch darauf verlinkt wiederspricht jeglichen journalistischem Gespür. Man muss vermuten, dass hier Gelder geflossen sind für diese Schleichwerbung

    • Heidi Herrmann sagt:

      Die Metastudie ist nicht einmal positiv. Das wird auf Centrosan nur so behauptet, und hier weiter verbreitet. In Anbetracht, dass Chrom nicht unschädlich ist, nicht wirklich bekannt ist wie es im Körper wirkt, und ausgerechnet die höchsten Dosen für gesundheitlich angeschlagene Menschen (Diabetiker und Uebergewichtige) empfohlen werden, scheint mir nicht nur das journalistische Gespür zu fehlen. Dieser Artikel ist einfach gefährliche Fehlinformation.

  • Die/Das/Der Genderkrankheit*er sagt:

    Reagieren Männer und Frauen gleich auf das Chrom?

  • Roland K. Moser sagt:

    Wenn jemand abnehmen will, soll er mal zuerst mit der Proleten-Droge Alkohol auf Null runter, und dann beobachten, wie sich das Gewicht im Verlauf der nächsten Monate verändert.

    • Ralf Schrader sagt:

      Warum sind dann so viele Alkoholiker spindeldünn?

      • Die/Das/Der Genderkrankheit*er sagt:

        Alkohol lähmt die Fettverbrennung.
        Alkoholiker ernähren sich in der Regel falsch/schlecht oder wie immer sie wollen.

    • Jennifer sagt:

      Wieso Proletendroge? Das finde ich reichlich verallgemeinert und vereinfacht gesagt. Es verrät auch wenig Achtung vor dem Weinbau und der traditionellen Brennerei. Es kommt immer noch sehr drauf an, wann, was und wieviel man konsumiert und wie man sich dabei aufführt. – Ach so, Koks ist für die gehobenen Conoisseurs, da fühlt man sich doch gleich weniger prollig.
      Wer regelmässig zum Essen Alkoholisches trinkt, nimmt sicher nicht ab, auch nicht mit dem „neuen Superstoff“ Chrom. Soviel wäre wohl schon klar. ; )

  • mike sagt:

    Der Effekt von Chrom scheint allerdings mit < 1kg eher gering zu sein. Leicht bessere Resultate wurden mit Essig, Saffran, häufigem Wasser trinken oder intermittierendem Fasten erzielt. Allerdings gibt es kein Wundermittel.

    • Roland K. Moser sagt:

      Ausdauersport ist das Wundermittel. Mit dem Rennvelo im entsprechenden Pulsbereich verbrennt man 20 bis 30 g Fett pro Stunde.
      Beidngt aber, dass man pro Stunde 250 bis 300 kcal. in leich bis sehr leicht verdaulicher Fomr zuführt, damit der Zitrat-Stoffwechsel in Gang kommt und am Laufen bleibt.
      Joggen geht auch, kann man aber nicht 4 bis 8 Stunden am Stück. Alternativ wandern, im Flachen sehr zügig, bergauf dann moderat. Bei beidem ist es auch wichtig, im entsprechenden Pulsbereich zu bleiben.

      • Ralf Schrader sagt:

        Wozu soll das gut sein? Wenn ich Fett biologisch nutzlos verbrennen will, ist es klüger, es gar nicht erst zu verzehren. Essen um den Energiegewinn dann gleich wieder abzutrainieren, ist eine Art Schildbürgertum.

      • Die/Das/Der Genderkrankheit*er sagt:

        Das Sie den „Sinn“ von Ausdauersportarten nicht verstehen, glaube ich Ihnen sofort.

      • Die/Das/Der Genderkrankheit*er sagt:

        Der obige Kommentar ist an Ralf Schrader gerichtet.

    • Maru sagt:

      „Häufiges Wasser trinken“ – ich kann es nicht mehr hören! Ja klar, möglichst drei Liter pro Tag, denn genau deshalb haben ja – vorwiegend weibliche „Stars“ und sonstige Witzfiguren – weder Übergewicht, noch Falten, noch leiden sie unter Verstopfung. Dafür wachsen ihnen aber womöglich Schwimmhäute zwischen den Zehen, wenn nicht gar Frösche im Bauch…

  • Ronnie König sagt:

    Soll ich nun von Teflonpfannen auf Chromstahlpfannen umsteigen? Und wie bekomme ich mit etwas mehr Chrom die Gene in den Griff? Aber Chrom braucht es tatsächlich, wie auch noch andere Elemente die man nicht so schnell vermuten würde. Hat es eigentlich im Hafer mehr Chrom wie in Weizen? Ich denke da an Blutfette.

    • Ralf Schrader sagt:

      Das mit den Blutfetten, dem guten und schlechten Cholesterin ist Esoterik. Das Cholesterinmärchen wurde erfunden, als man Margarine gegen Butter begann zu bewerben. Wie auch solche Aussagen biologischer Unfug und nur PR sind:

      ‚dass bei einer Unterversorgung mit dem Spurenelement Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und eben Übergewicht häufiger vorkommen.‘

      Fragen Sie mal umgekehrt, was nicht mit Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht korreliert? Nichts, statt Spurenelement können Sie Rauchen, Alkohol, Bewegungsarmut, zu viel Suppengrün essen, abstehende Ohren haben, was alles Sie wollen einsetzen. Der Satz bleibt immer gleich, lässt sich immer auch statistisch beweisen. Alles macht dick, doof und Diabetes, aber nur rechnerisch, nicht wirklich.

  • adam gretener sagt:

    Ein bisschen an einem fremden Auto lecken und – schwuppdiwupp – spindeldürr.

  • Tobias Seidler, MSc. Chem.-Bioing. ETH sagt:

    Dieser Artikel ist absolut grobfahrlässig. Die Autorin scheint nicht die Kompetenz zu haben, Studien zu interpretieren noch über biochemisches Wissen zu verfügen. Nur weil eine Metastudie zum Schluss kommt, dass man durch Chrom abnimmt, heisst das noch lange nicht, dass die Ursachen dafür guter Natur sind. Chrom (VI) ist unbestritten toxisch und kanzerogen. Bei Chrom (III) ist die aktuelle Studienlage zu Gesundheitseffekten widersprüchlich. Jedoch gehen viele davon aus, dass der Gewichtsverlust aufgrund der Toxizität von Chrom (III) zustande kommt. Wie man unter diesen Aspekten die Aufnahme von Chrom öffentlich empfehlen kann, ist mir ebenso ein Rätsel, wie Centrosan (ein Nahrungsergänzugsmittelhersteller) als Newsportal zu bezeichnen. Wurde die Autorin eventuell von dieser Firma bezahlt?

    • Silvia Aeschbach sagt:

      1. Die erwähnten Metastudie– die 19 Studien zusammenfasst– wurde von Wissenschaftlern aus Grossbritannien und dem Iran ausgewertet. Die Studien-Ergebnisse wurde auf dem Deutschen Gesundheitsporal veröffentlicht, dessen Quelle im Blog angegeben wird. 2. Centrosan wurde im Blog nicht als «Newsportal» bezeichnet, sondern als Onlineportal.

      • Silvia Aeschbach sagt:

        PS: Die erwähnten Studienergebnisse, die im Blog erwähnt sind, sind im Fachmagazin «Clinical Obesity» erschienen.

      • Patrick sagt:

        Tobias Seidler hat Recht. Chrom und seine verschiedenen Oxidationsstufen sind eine komplexe Angelegenheit. Lesen von Herstellerreklame und eines Fachmagazins verleiht nicht die Kompetenz um dem Publikum Ratschläge zu erteilen, das ist grobfahrlässig.

      • Silvia Aeschbach sagt:

        Ah spannend. Sie sind also besser informiert als die internationalen Wisssenschaftler, die diese 19 Studien analysiert haben? Chapeau! Ich schreibe es an dieser Stelle gerne noch einmal: Wenn man Chrom über die im Blog beschriebenen Nahrungsmittel auf natürliche Art zu sich nimmt, ist eine Überdosierung quasi ausgeschlossen. Das Gleiche gilt, wenn einem der Arzt (nach einem Blutuntersuchung) Chromtabletten verschreibt.

      • Mara Kant sagt:

        Bliebe noch die Frage nach der Bezahlung….

      • Heidi Herrmann sagt:

        Frau Aeschbach, offenbar haben Sie den Artikel über die Studie gelesen auf Centrosan und nicht den Artikel selber. Im Artikel selber steht nämlich: „The effect size was medium and the clinical relevance of chromium as a weight loss aid remains uncertain“. Der Grösste Effekt sei bei Studiendauern unter 12 Wochen und Dosierungen unter 400mcg aufgetreten. Je kürzer die Studiendauer und je geringer die Supplementation desto grösser der Effekt. Da müssten die Ohren läuten! Ich kann mich der Beurteilung von Tobias Seidler und Patrick nur anschliessen.

      • Silvia Aeschbach sagt:

        Liebe Frau Herrmann, herzlichen Dank für Ihre Anmerkungen. Wenn Sie meinen Blog genau gelesen haben, dann sehen Sie ja, welche Quellen zu den Studienergebnissen ich verlinkt habe. Und natürlich kann ein Chrom-Mangel, wie auch ein zu hoher Chromspiegel, durch einen Blutuntersuch festgestellt werden. Ihr Hausarzt wird Ihnen das sicher bestätigen.

      • Heidi Herrmann sagt:

        Und übrigens gehört ein Arzt, der nach einer Blutuntersuchung Chromtabletten verschreibt angezeigt. Es gibt keinen unteren Grenzwert für Chrom im Blut. Solche „Tests“ sind pure Geldmacherei ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage. Geschweige denn eine Indikation Chrom zu substituieren.

      • Hans Hasler sagt:

        Frau Aeschbach: Die erwähnte Metastudie erwähnt explizit folgendes: „Bevor Chrom allerdings zur Gewichtsabnahme empfohlen werden kann, bedarf es weiterer Studiendaten.“
        Das ist das Resultat der Metastudie – und da steht ganz klar, dass Chrom nicht zur Gewichtsabnahme empfohlen werden kann. Eventuell noch nicht – eventuell nie.

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Übergewichts-geplagte Schocoholics könnten es doch mit einer Theobromin-Supplementation versuchen. Theobromin gilt doch als der so wohltuende (und süchtigmachende?) Stoff in Schokolade.

  • Sacha Meier sagt:

    Gegen Schkoladen-Heisshunger muss man nur die richtige Chrom-Verbindung mit Oxidationsstufe VI einsetzen, da es in der Regel vom Körper sehr gut aufgenommen wird. So spontan fällt mir etwa Chrom(VI)-oxiddichlorid (CrO2Cl2) ein. Allerdings gibt es da ein paar Nebenwirkungen. Etwa Karzinogenität und Unfruchtbarkeit. Da muss halt jeder selber wissen, was er/sie tut.

    • Die/Das/Der Genderkrankheit*er sagt:

      Ich esse jeweils eine Tafel Schokolade. Dann ist es auch vorbei. Es kommt aber nur in der kalten Jahreszeit so 1 mal im Monat vor, sonst würde ich mir ernsthaft Gedanken über meine Psyche machen.

    • Baffelli Simone sagt:

      Herr Meier, ohne Ihren Trocken-Wissenschaftlichen Humor wäre die Lekture des „Tagi“ wesentlich wenig Interessant!

Kommentar

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