So gesund ist Ingwer

Erkältungen, Kopfschmerzen und Stinkfüsse: Bei welchen Leiden die Wunderknolle tatsächlich hilft.

Eine Wurzel für fast alles: Ingwer wird seit Jahrtausenden als Heilmittel eingesetzt. Foto: iStock

Im Herbst werden die Tage nicht nur kürzer, sondern auch kühler. Und schon ist die erste Erkältung da. Als ich letztes Jahr besonders stark verschnupft war, riet mir meine Schwiegermutter zu Ingwertee. Ihr Rezept dazu war so einfach wie wirkungsvoll: Ein Stück einer Ingwerknolle in feine Stückchen schneiden und diese in siedendem Wasser 15 Minuten ziehen lassen. Für eine grosse Tasse Tee reicht ein daumengrosses Stück. Den abgesiebten Ingwertee mit etwas Honig süssen. Natürlich kann auch der tollste Ingwertee keine Erkältung abkürzen, doch er kann gewisse Krankheitssymptome lindern.

Nun ist Ingwer nicht nur bei Erkältungen eine wahre Wunderwurzel, sondern auch in der Küche: Exotischen Gerichten, aber auch einer klassischen Kürbissuppe verleiht er einen würzigen Kick. Vor allem aber ist Ingwer ein traditionelles Heilmittel, das bei verschiedenen Problemen helfen kann. Was aber macht Ingwer so gesund? In der scharfen Wurzel stecken mehr als 150 Inhaltsstoffe. Wichtig ist der sogenannte Scharfstoff Gingerol. Ingwer enthält zudem Vitamin C, Magnesium, Kalium, Calcium, Eisen, Natrium, Phosphor, verschiedene ätherische Öle, Borneol und Cineol. Und so wird Ingwer seit Jahrtausenden als Heilmittel eingesetzt.

Hier hilft die tolle Knolle:

Erst in den letzten Jahren hat die Schulmedizin begonnen, die medizinischen Eigenschaften von Ingwer zu erforschen, und es gibt inzwischen verschiedene Studien, welche die Wirksamkeit bestätigen.

1. Erkältungen und Grippe

Ingwer taugt sowohl zum Vorbeugen wie zum Behandeln von Erkältungen. Dafür sind vor allem die ätherischen Öle sowie die antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung des Ingwers verantwortlich. Die Scharfstoffe fördern zudem das Ausschwitzen von Fieber. Dass das Hausmittel wirklich wirksam ist, wird durch Studien belegt.

2. Übelkeit und Verdauungsprobleme

Die Scharfstoffe im Ingwer wirken auf den Verdauungstrakt und helfen bei Blähungen und Verstopfung. Auch gegen Übelkeit und Erbrechen ist Ingwer nicht nur ein beliebtes, sondern auch wirksames Mittel, wie Studien zeigen. Gegen Reiseübelkeit nimmt man den Ingwer am besten in Form von Bonbons; praktisch zum Mitnehmen ist Ingwer auch in kandierten Stücken. Erforscht ist ebenfalls die Wirksamkeit von Ingwer gegen Übelkeit während einer Chemotherapie.

3. Kopfweh und Menstruationsschmerzen

Das im Ingwer enthaltene Gingerol hat eine ähnliche Struktur wie Acetylsalicylsäure. Darum kann Ingwer auch gegen Schmerzen helfen. Er lindert nicht nur Kopfweh, sondern kann auch bei anderen Arten von Schmerzen eine ähnliche Wirkung entfalten wie chemische Schmerzmittel. Bei Menstruationsschmerzen kann Ingwer ebenso helfen, wie durch eine Studie belegt ist.

4. Muskelkater und Rheuma

Durch seine schmerzlindernde Wirkung kann Ingwer auch bei Muskelschmerzen, etwa beim sogenannten Muskelkater, eingesetzt werden. Auch bei Rheuma und Arthrose hilft Ingwer, wie wissenschaftliche Studien belegen.

5. Diabetes und grauer Star

Bei Diabetes kann Ingwer helfen, den Blutzuckerspiegel zu senken. Eine australische Studie stellte dies fest. Obwohl die Wirkungsweise noch nicht genau geklärt ist, wird Typ-2-Diabetikern die Einnahme von Ingwer empfohlen. Zudem soll Ingwer die Entwicklung von grauem Star bei Diabetes verhindern oder verlangsamen, wie eine Studie mit Ratten zeigt.

6. Herz-Kreislauf und Cholesterin

Da die Scharfstoffe im Ingwer die Durchblutung fördern, kann er zu einer Stärkung von Herz und Kreislauf beitragen. Wie eine Studie zeigt, ist Ingwer zudem als Cholesterinsenker wirksam.

7. Schwangerschaft und Stillen

Ingwer hilft auch gegen Schwangerschaftsübelkeit. Mancherorts wird Schwangeren von Ingwer abgeraten, da er das Blut verdünne. Dieser Effekt von Ingwer ist jedoch nicht belegt. Hingegen zeigte eine Studie aus Südafrika, dass Ingwer für Schwangere keine unerwünschten Nebenwirkungen hat. Eine andere Studie kommt zudem zum Schluss, dass Ingwer – in Kapseln zusammen mit Kurkuma und Bockshornklee verabreicht – stillenden Müttern helfen kann, die Milchproduktion anzuregen.

PS: Gut zu wissen!

Mundgeruch und Stinkfüsse

Da Gingerol die Speichelproduktion anregt, gilt Ingwer auch als einfaches Mittel gegen Mundgeruch. Dank seiner antibakteriellen Wirkung kann Ingwer ebenfalls zur Bekämpfung von Fussgeruch benutzt werden, indem man die Füsse in Ingwerwasser badet.

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9 Kommentare zu «So gesund ist Ingwer»

  • Alex Schneider sagt:

    Ist Ingwer nachhaltig?

    LG,
    Alex von Prüfungsvorbereitung Blog

  • Chris Bee sagt:

    Ich behandle alles mit einer dünnen Scheibe Ginger in meinem Gin Tonic. Ist gut und tut gut 😉

  • Klaus sagt:

    Endlich etwas gegen Stinkfüße! 😉
    Nein, Spass beiseite Ingwer ist schon eine tolle Pflanze die mir selber dabei geholfen hat nicht länger Schmerzmittel in Form von Chemie zu mir nehmen zu müssen. Es hat einige Monate gedauert aber bei mir ist es zu einem 100% Ersatz geworden. Einen Hinweis noch zu dem auch hier beschriebenen Ingwertee: Bitte nicht mit heißem Wasser überprüfen. Viele Inhaltsstoffe werden dabei leider zerstört und das ist nicht nötig. Was besser ist: Das Teewasser bis auf Trinktemperatur (ca. 40 Grad) abkühlen lassen und dann erst den Inger (so klein aufgeschlossen wie möglich) hinzufügen. So landen die wertvollen ätherischen Öle in der Zimmerluft sondern in Ihrem Körper. Und da sollen sie doch hin – oder? 🙂

  • Peter Lüscher sagt:

    Ingwer ist im übrigen ein super Mittel gegen Reisekrankheit. Dann ist es in Form von Kapseln mit Ingwer–Pulver besser zum einnehmen .

  • Degen Oberwil sagt:

    Vor 35 Jahren gab mir eine alte Vietnamesin den Rat bei Halsschmerzen dünne
    Ingwerscheiben auf der Zunge zu saugen ( am Schluss meistens zerbissen )
    Nach einem Tag bis 2 Tage waren die Halsschmerzen immer weg. Ich habe nie mehr Lutschtabletten gekauft.!

  • Heidi Herrmann sagt:

    Heutzutage kann man ja alles mit einer „Studie“ belegen. „soll Ingwer die Entwicklung von grauem Star bei Diabetes verhindern“ Das mag bei Ratten so sein, bei Menschen ist Diabetes für alle möglichen Komplikationen verantwortlich, für grauen Star aber nicht. Und Ingwer hilft nicht gegen Diabetes. Kopfweh und Menstruationsschmerzen? In besagter Studie wurde zwar gegen Mefenamidsäure und Ibuprofen verglichen. Die beiden Medikamente wurden aber nur halb so hoch dosiert wie normalerweise. Kein Wunder wirkt Ingwerpuder gleich gut, wie die unterdosierten Medikamente. Und die Studie mit der Milchproduktion zeigt zwar eindrückliche Zahlen zur Steigerung der Milchleistung in den ersten 4 Wochen. Diese Steigerung gibt es aber immer und die Differenz mit/ohne Kapsel wird nicht genannt.

  • Heide Decurtins sagt:

    bereits seit mehr als 20 Jahren bereite ich mein Ingwer-Wasser/Tee zu. Doch nur 15 Minuten ziehen lassen, bringt nichts. Entweder den fein geschnittenen Ingwer, ein ca. 4 cm langes Stück 15 Minuten köcheln lassen, dann absieben und etwas Zitronensaft und Honig dazu einrühren. Oder – wie ich es normalerweise tue das feingeschnittene Stück Ingwer in Thermos-Krug und dann 2 – 3 Stunden stehen lassen, dann entwickelt sich erst richtig das Gingerol. So habe ich im Herbst/Winter praktisch nie eine Erkältung und denn Knochen/Muskeln undd sehnen tut es auch gut.

    • Rea M. Lindström sagt:

      Guten Tag Frau Decurtins
      Ich trinke seit mehr als 20 Jahren grünen Tee. Neu dazu ist vor ca. 10 Jahren das Ingwer, das ich im Tee (in der Thermoskanne) mehrere stunden stehen lasse. Nun sollte Frau mindestens 2 l grünem Tee täglich trinken, damit es etwas bringt. Ich koche auch viel mit Ingwer und füge ihn auch den Smoothies bei.

  • Brian Best sagt:

    Ich nehme es immer in Form von „Ginger Ale“. Dient auch als gute, gesunde Basis für Mixgetränke. Cheers!

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