Best-of: Die beste Ernährung gegen Krebs

Unsere Autorin macht Sommerferien. Deshalb publizieren wir Texte, die bei den Leserinnen und Lesern besonders gut ankamen. Dieser Beitrag erschien erstmals am 24. August 2018.

Immer mehr Studien beweisen: Bestimmte Lebensmittel können prophylaktisch gegen gewisse Krebserkrankungen wirken. Foto: iStock

Wie immer, wenn es um die vorbeugende Wirkung bestimmter Nahrungsmittel geht und um die Frage, was diese für unsere Gesundheit tun können oder eben auch nicht, stehen sich Skeptiker und «Gläubige» gegenüber. «Dass eine qualitativ hochwertige, biologische, vollwertige, ballaststoff-, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung lebensverlängernd ist, wissen wir», sagt der Zürcher Arzt Phillip Katumba. «Raffinierter Zucker hingegen sollte gemieden werden. Kohlenhydrate in geringen Mengen, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Gemüse, Früchte, hochwertiger Fisch und hin und wieder Fleisch von guter Qualität sind empfehlenswert.»

Unbestritten ist auch, dass es gewisse «Genüsse» gibt, die im schlimmsten Fall krebserregend wirken können. So entstehe beispielsweise bei langjährig erhöhtem Konsum von nitrat- und nitrithaltigen Nahrungsmitteln wie geräuchertem, gesalzenem und gepökeltem Fleisch, und dies in Verbindung mit Bewegungsarmut und Übergewicht, ein belegter Risikofaktor für Magenkrebs.

Mit Walnüssen gegen Cholesterin

Dr. med Phillip K. M. Katumba ist Facharzt FMH für Allgemeine Innere Medizin und ärztlicher Leiter des SIHLMED-Zentrums.

Wenn es um Nahrungsmittel geht, die vor Krebserkrankungen schützen können, ist die Ausgangslage zwar nicht so eindeutig. Doch neuere Studien geben Aufschluss, wohin die Entwicklung gehen könnte. So belegte eine im Mai 2018 veröffentlichte US-Studie der Universität von Illinois, dass eine Handvoll Walnüsse täglich, und das während sechs Wochen, «schlechte» Cholesterinwerte senken könne. Dadurch werde das Risiko gesenkt, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Eine weitere Studie von 2017 der Friedrich-Schiller-Universität in Jena zeigt, dass verschiedene weitere Nussarten und Steinfrüchte das Wachstum von Krebszellen hemmen können. Die in Nüssen enthaltenen Inhaltsstoffe sollen die Entartung von Zellen verhindern und helfen, geschädigte Zellen zu vernichten.

Sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole) wirken antioxidativ und sind auch in Äpfeln oder Trauben enthalten. Und eine neue Studie des Francis Crick Institute in London beweist, dass der regelmässige Genuss von grünem Gemüse wie Kohl und Broccoli zu einem ähnlich positiven Ergebnis kommt. Bei der Verdauung dieser Kohlgewächse wirkt Indo-3-Carbinol, das Darmentzündungen reduzieren könne und somit auch das Risiko, an Darm- und/oder Blasenkrebs zu erkranken.

Personalisierte Behandlung und Diät

Nicht nur der Arzt Phillip Katumba ist von der positiven Wirkung verschiedener Fastenmethoden überzeugt: «Das intermittierende Fasten kann die Chemotherapie bei Tumoren positiv beeinflussen.» Und der Biologe und Altersforscher Valter Longo der Universität von Süd-Kalifornien hat festgestellt, dass bei Mäusen, die zwei bis drei Tage vor einer Chemotherapie nichts zu fressen bekamen, die Behandlung mit dieser um 40 Prozent besser wirkte als die Chemotherapie allein. Und mehr als die Hälfte der getesteten Krebsarten hatte sogar allein auf das Fasten reagiert. Gewisse Fachleute sind von einer positiven Wirkung der ketogenen Diät überzeugt, welche allerdings auch ihre Kritiker hat. Diese Ernährung besteht aus 70 Prozent hochwertigen Fetten und Ölen, nur 30 Prozent Eiweiss und einem kleinen Anteil an Kohlenhydraten. Dabei wird versucht, die Tumore, welche sich ausschliesslich von Zucker (Glukose) ernähren, auszuhungern.

Dass es in Zukunft eine universelle Anti-Krebs-Diät geben könnte, ist laut Phillip Katumba «eher unwahrscheinlich»: «Der menschliche Köper ist genetisch hoch spezifisch aufgebaut, nicht nur was seinen Metabolismus, sondern auch was seine Krebszellen betrifft.» Gute Perspektiven sieht er hingegen «in der Weiterentwicklung der personalisierten Medizin».

19 Kommentare zu «Best-of: Die beste Ernährung gegen Krebs»

  • Hanspeter Stettler sagt:

    72 Jahre

  • Müller sagt:

    Das ist alles nur mafia. Alles nur geldmacherei und wir sind so blöd und glauben alles und bezahlen es noch. Genau das selbe mit bio. Was steckt millionen von jahren und was kommt alles von oben. Denkt mal nach, bevor ihr alles glaubt

  • René Wenger sagt:

    Ein weiteres Kapitel Ersatzreligion Ernährung.

    • Ralf Schrader sagt:

      Die ersten detaillierten Ge- und Verbote rund um Ernährung finden sich in den Büchern Mose der jüdischen Thora. Allerdings kennt man zu dieser Zeit weder das Wort, noch das Konzept Gesundheit und kategorisiert diese Regeln unter Reinheit.

      Reinheit als religiöse Kategorie kannten alle Kulturen vor und neben den Juden, welche sich schriftlich überliefert haben. Gesundheit hingegen wurde erst in der griechischen Mythologie erfunden, gelang so nach Rom und verbreitete sich mit den römischen Legionen über die halbe Welt.

      Insofern hat und hatte Gesundheit immer einen starken religiösen Bezug und dient in atheistischen Zeiten wie heute als Ersatzreligion. Was Gesundheit wirklich ist, weiss hingegen kaum jemand, vor allem die nicht, welche das Wort ständig (falsch) benutzen.

  • Luisa sagt:

    Natürlich wird von der Cashcow (für die Pharmaindustrie) Diabetes nichts gesagt. Es gibt viele blutzuckersenkende Lebensmittel und Gewürze: Quinoa, Basilikum, Haferflocken, Heidelbeeren, Mandeln, sehr grünes Blattgemüse, Kohlarten, Kurkuma, Zimt, Muskatnuss, Thymian etc.
    Und wenn man nebenbei noch die Bauchspeicheldrüse anregt mit Muskat, bitteren Gemüsen aller Art, Rosmarin, Salbei, Grüntee, usw. kann man sogar ohne Medikamente auskommen.
    Googeln! Dabei aufpassen, es gibt viel Werbung, die nichts taugt.

    • Ralf Schrader sagt:

      Gott hat den Menschen die Krankheit gegeben, damit man damit mehr Geld als mit Krieg führen verdienen kann. Primitive Kulturen wie die Griechen und Römer versuchten Krankheiten zu heilen. Wir bewirtschaften Krankheiten und achten peinlich darauf, das Geschäftsfeld nicht mit Heilungen zu zerstören.

  • Maru sagt:

    Es liegt nicht an der Ernährung. Niemals! Es ist die Lebensmittindustrie die uns das mit dreister und hinterlistiger Absicht zu ihrem eigenen Nutzen vorgaukelt. Es liegt daran, dass immer mehr Neid, Raff- und Habgier, das Überalldabeisein und -mitmachenwollen etc. unsere Gesellschaft wie Tentakel umschlingen, einer Gesellschaft, die eigentlich auch ohne all dem schon genug marod wäre. Zu allem Elend kommen noch die Ich-mir-mein-mich-Mentalität und eine zuweilen unglaubliche Rücksichts- und Respektlosigkeit gegenüber andern hinzu .Das alles kann sich ohne jeden Zweifel nur negativ auch auf die Gesundheit jedes Einzelnen auswirken, da kann man Bio-Gemüse mit Biokörnern garniert verspeisen sowie grünen Tee und Mineralwasser ohne Kohlensäure dazu trinken, bis man darin versinkt oder ersäuft.

  • marianne pomeroy sagt:

    Dem Krebs zu entgehen heisst nicht alt zu werden.

    • Ralf Schrader sagt:

      Die einzige Chance, nicht an Krebs zu sterben, ist das vorher an etwas anderem zu tun. Man muss nur lange genug leben um sicher unheilbaren Krebs zu bekommen. Aber es kann inzwischen schon recht lange dauern.

      Krebs wird man wie alle echten Krankheiten niemals präventieren oder heilen können. Aber man kann das Finale schon sehr weit nach hinten verschieben. Wenn die Menschheit sich zum Allerbesten entwickelt, sterben vielleicht 80% an Krebs und der Rest an den Folgen der Atherosklerose. Andere Todesarten kann man vermeiden, die beiden nicht.

      • Martina Müller sagt:

        Das sehe ich anders,es wird uns nur vorgegaukelt,dass Krebs nicht heilbar ist,Leute,die das Gegenteil behaupten,oder andere Heilmethoden unter die Leute bringen wollen werden angegriffen,auch andere Heilmethoden haben nach Erprobung ihre Berechtigung nicht nur die Schulmedizin

  • Rolf Rothacher sagt:

    Die Menschheit wird wohl nie klüger werden. Gerade Studien in Ernährungsfragen sind fast immer von der Nahrungsmittelindustrie finanziert und sollen diejenigen Dinge beweisen, die der Nahrungsmittelindustrie in die Hände spielen. Derzeit ist „Superfood“ das Schlagwort und tausenden von Start-Ups wollen uns glauben machen, man könnte sich damit sinnvoll dopen. Und solche Artikel lassen die Menschen noch mehr verdummen, weil sie ebenfalls bloss dem Trend nach hecheln.
    Gesunde Ernährung erreicht JEDER, in dem er sich ausreichend bewegt und hinterher isst, wonach ihm der Sinn (der Magen) steht. Kaut er sein Essen dann auch noch genügend oft, dann sendet sein Gehirn auch noch früh genug sein Sättigungsgefühl. Alles andere ist Scharlatanerie.

    • Ralf Schrader sagt:

      Der Kampfbegriff ‚Gesunde Ernährung‘ ist eine Erfindung der Werbeabteilungen der von Ihnen genannten Nahrungsmittelkonzerne. Biologisch ist das Nonsens, Nahrung wechselwirkt nicht direkt mit der subjektiven Kategorie Gesundheit. Nahrung kann nur indirekt zum Wohlbefinden beitragen. Manches was ernährungsbiologisch höchst bedenklich ist, lässt uns aufleben, also uns gesünder fühlen. Das meint die Werbung aber nicht, die unterstellt eine nichtexistente Biologie von Gesundheit.

      Jedoch hat Nahrung Einfluss auf Krankheiten, sowohl auf deren Entstehung als auch auf deren Verlauf und das in beide Richtungen, fördernd und hemmend, therapeutisch und/ oder prophylaktisch.
      Davon handelt der Blog, nicht von Gesundheit.

  • Hanspeter Stettler sagt:

    Ich habe Prostatakrebs. Habe eine agressive Form. Prostata wurde entfernt sowie eine anschliessende Bestrahlung durchgeführt. Trotzdem habe ich immer noch Krebszellen im Körper. Das zeigt der noch vorhandene PSA Test. Dieser verdoppelt sich innert Jahresfrist. Mit einer eingeschränkter Kohlenhydratzufuhr von maximal 80 pro Tag konnte ich den Anstieg auf 1/4 reduzieren. Statt 64 beträgt mein PSA nach 7 Jahren nur 1,6! Alle PSA-Werte sind bestens dokumentiert. Es ist für mich unfassbar, dass diese seit Jahren bekannte Tatsache von der Schulmedizin ignoriert wird. Aber eben: Niemand verdient Millionen mit dieser einfachen Erkenntnis!

    • Martina Müller sagt:

      Genau Herr Stettler,man sollte sich nucht ausschliesslich auf die Schulmedizin verlassen,den die haben mit den Pharmaindustrien Verträge und spielen sich alkes gegenseitig in die Hand.Besser ist es auch andere Möglichkeiten zu suchen und auszuprobieren

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