Best of: Gesund dank Fett!

Unsere Autorin macht Sommerferien. Deshalb publizieren wir Texte, die bei den Leserinnen und Lesern besonders gut ankamen. Dieser Beitrag erschien erstmals am 9. März 2019.

Keine Angst vor Fett! Noch immer werden viele Fettarten zu Unrecht vom Speiseplan gestrichen. Foto: Unsplash

Der Begriff Fett löst bei vielen Menschen einen Abwehrmechanismus aus. Fast automatisch werden damit Übergewicht, hohe Cholesterinwerte und «ungesunde» Lebensmittel, zum Beispiel ein Steak mit einem dicken Fettrand, verbunden. «Unter dem Fettarm-Dogma hat sich die grösste Übergewichtsepidemie aller Zeiten entwickelt, die eine weltweite Explosion chronischer Krankheiten verursacht», sagt die Ärztin und Autorin Dr. Anne Fleck in ihrem Buch «Ran an das Fett». Für Fleck sind Fette die Eckpfeiler einer gesunden Ernährung. Denn diese können als Makronährstoffe helfen, den Körper vor Zivilisationskrankheiten zu schützen.

Wer sich für Gesundheit und Ernährung interessiert, weiss, dass Fett nicht gleich Fett ist, und dass es einen Unterschied zwischen einem von Fett triefenden Berliner und einer Handvoll Cashewnüssen gibt. Und dass viele fettarme Cerealien alles andere als gesund sind, weil sie total überzuckert sind. Vielleicht sollte man zweimal überlegen, bevor man statt des Vollmilchjoghurts zwei künstlich gesüsste Magermilchjoghurts verspeist, nach deren Verzehr man bereits nach einer Stunde wieder Heisshunger hat. Viele dieser Vorurteile halten sich so hartnäckig wie die Fettaugen in einer Suppe. Auch aufgeklärte Zeitgenossen haben in den letzten Jahren viele Fettarten vom Speiseplan gestrichen und den raffinierten Kohlenhydraten den Vorrang gegeben. Und sich danach gewundert, warum sie immer dicker wurden.

Alleskönner Fett

Auch wenn das Buch von Anne Fleck vom Verlag vollmundig mit der Unterzeile «Heilen mit dem Gesundmacher Fett» beworben wird, ist sein Inhalt angenehm realistisch. Dass «Doc Fleck» – die auch mit zahlreichen Sendungen im deutschen Fernsehen bekannt wurde – weiss, wovon sie spricht, beweisen nicht nur die seitenlangen Nennungen von zitierten Studien, sondern auch ihre verständliche Art und Weise, ernährungsmedizinisches Wissen zu vermitteln. Denn ob Fett gesund oder schädlich ist, hat viel mit dessen Qualität zu tun.

Dr. med. Anne Fleck: «Ran an das Fett». Wunderlich-Verlag, 432 S., ca. 30 Fr.

In ihrem Buch gibt Fleck nicht nur konkrete Tipps, wie Fett helfen kann, kleinere gesundheitliche Beschwerden von Akne bis Zahnfleischentzündungen zu heilen. Mithilfe von Studien und Forschungsergebnissen zeigt sie auch auf, wie eine fettreiche Ernährung einen positiven Einfluss auf Herz-Kreislauf-Krankheiten, auf den Magen-Darm-Trakt und auf Stoffwechselkrankheiten haben kann. Ein spezielles Kapitel widmet die Medizinerin chronischen Entzündungen im Körper: Fibromyalgie, Chronic-Fatigue-Syndrom und der Schilddrüsenunterfunktion Hashimoto. Interessierte erfahren, wie sie die Kraft gesunder Öle nutzen können, und welche Lebensmittel sich besonders für den Ölwechsel in der Küche eignen.

430 Seiten rund ums Thema Fett? Ich bin nicht sicher, ob ich das Buch auch gelesen hätte, wenn ich nicht ein Interview mit der Hamburger Ärztin für die «SonntagsZeitung» geführt hätte. Aber wenn es Anne Fleck schafft, ihren Leserinnen und Lesern die Angst vor dem Fett zu nehmen, hat sich der Kauf des Buches gelohnt.

11 Kommentare zu «Best of: Gesund dank Fett!»

  • Markus sagt:

    Ich empfehle dringend die Lektüre der Rezension von Dr. Malte Rubach,
    „2,0 von 5 Sternen: Doc Fleck hätte lieber Ernährungswissenschaft studieren sollen…“
    auf der Kindle homepage. Danach erübrigen sich alle weiteren Kommentare!
    Ich wollte mir das Buch nach dem Tagi Bericht kaufen, habe dann die Leseprobe runtergeladen und zum Schluss die Rezension von Dr. Malte Rubach gelesen. Dies hätte Frau Aeschbach besser auch tun sollen..

    • D. Keller sagt:

      Dr. Malte Rubach schreibt auch bei anderen (bekannten) Autoren schlechte Kritiken. Da er selber auch Autor ist (allerdings mit eher bescheidenem Erfolg?), kommen mir seine Rezensionen eher neidgetrieben vor.
      Anne Fleck ist ziemlich bekannt aus WDR „Ernährungs-Docs“ bei der doch meist erfolgreiche reale Patienten Fälle zu sehen sind. Auch wenn mir das Buch persönlich etwas zu sehr Richtung „Heilmittel Fett“ geht, stösst es doch in die richtige Richtung. Wer will kann das Hörbuch auf Spotify „hören“ (gratis)… es gibt eine gekürzte und ungekürzte Version…. und bei Gefallen dann das Buch kaufen.

  • Lea Maybach sagt:

    Das Chronic Fatigue Syndrome (bzw. ME oder ME/CFS) ist entgegen seines lächerlichen Namens eine schwere neuroimmunologische Erkrankung mit offiziell dokumentierten Todesfällen. Falls Sie nicht glauben auch andere Erkrankungen wie Krebs und HIV allein durch Ernährung heilen zu können, sollten Sie auch nicht solche Fehlinformationen ohne wissenschaftliche Evidenz über ME/CFS verbreiten. Es gibt bettlägerige, künstlich ernährte Kinder mit der Erkrankung. Was Betroffene brauchen sind Forschung und evidenzbasierte Versorgung und nicht mehr Gerüchten. Bitte informieren Sie sich beispielsweise auf der Seite des Instituts für Medizinische Immunologie der Charité Berlin oder der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS: mecfs.de. Danke.

  • Rezollo Gygarius sagt:

    Ich möchte gerne wissen was da alles im Teller(Foto) ist , Rezept !

    • Maike sagt:

      Das sieht nach einem getoastetem Brötchen aus, belegt mit Räucherlachs. Obenauf Meerrettichcreme aus Joghurt und / oder Quark. Dazu eine Avocadocreme, einen Zitronenschnitz und alles bestreut mit Chiasamen o.ä. Garniert mit einm Büschel Dill.
      Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, was da als Zwischenschicht zwischen Lachs und Brötchen ersichtlich ist. Sieht nach einer weiteren Cremeschicht und einem Toast aus.
      Man könnte es so variieren, das es da einen Meerettichcreme gibt und obenauf eine einfache Quark/Joghurtcreme.
      Das gute an solchen Bildrezepten, sie können einen zu eigenen Kreationen inspirieren !

  • Hotel Papa sagt:

    Trotz des Themas kommt der Text etwas mager daher. Ich hätte gerne etwas mehr Inhaltliches aus dem Buch erfahren.

    • Ralf Schrader sagt:

      Wer Ernährung mit Gesundheit in Verbindung bringt, hat entweder eines davon oder beide Themen nicht verstanden. Da man im Medizinstudium nichts über Gesundheit lernt, wird das wohl der weisse Fleck im Buch sein.

      • Hotel Papa sagt:

        Wer meint, dass Ernährung NICHTS mit Gesundheit zu tun hat, hat eine sonderbare Vorstellung davon, wie ein Körper funktioniert,

      • Maria Sah sagt:

        was macht Sie so sicher, dass Ernährung mit Gesundheit nichts zu tun hat, obwohl zahlreiche teils spektakuläre Einzelfälle auf das Gegenteil hinweisen?
        Nur weil man im Medizinstudium nichts oder allenfalls das Falsche zur Ernährung lernt, heisst das nicht, dass das richtige Wissen nicht vorhanden und nicht auffindbar ist.

      • Maike sagt:

        @Maria – es ist doch wie sie sagen, es handelt sich um spektakuläre Einzelfälle ! Mein beinahe Schwiegervater wurde 92 und hat jeden abend ein Glas Roten getrunken und eine Zigarre geraucht. meine Mutter starb mit 62 an raucherbedingten Lungenkrebs. Was will man da jetzt draus folgern ?
        Meine Meinung ist, das der Körper – vom Rauchen abgesehen – mit jeder Art von Drogen umgehen kann. Es kommt halt immer auch die Menge an und man muss auf seinen Körper hören können.

    • D. Keller sagt:

      Das Buch gibts übrigens auch auf Spotify als Hörbuch… für Lau.

Kommentar

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