Mit Vitamin D Leistung und Ausdauer fördern

Von Kopf bis Fuss

Auch in der kühlen Jahreszeit ist es wichtig, sich genug oft im Freien aufzuhalten. Foto: iStock

Wenn der Körper genug Sonne bekommt – also eine ausreichende Menge UVB-Einstrahlung –, produziert er in der Regel genug Vitamin D. Kommt man aber (zu) wenig an die Sonne, etwa im Herbst und Winter, wenn der Himmel bedeckt ist, kann man mit Tropfen oder Vitamin-D-Tabletten nachhelfen. Was aber nicht heisst, dass man nicht regelmässig nach draussen gehen soll. Denn auch bei trübem Wetter kann ein nur halbstündiger Spaziergang Balsam für Leib und Seele sein.

Vitamin D ist das einzige Vitamin, das vom Körper selbst gebildet werden kann (und ist daher im Prinzip eher ein Hormon als ein Vitamin). Und in immer mehr neuen Studien wird bewiesen, wie wichtig ein guter Pegel ist. Denn Vitamin D trägt nicht nur wesentlich zu einem starken Immunsystem bei und fördert die Abwehrkräfte, auch für eine stabile Psyche ist es wichtig, weil eine Unterversorgung Symptome bei Erschöpfung und Depressionen verschlimmern kann.

Bessere Sauerstoffversorgung

Doch Vitamin D kann noch viel mehr, wie verschiedene Studien zeigen. Es soll die Leistung und die Ausdauer fördern, was vor allem auch für Sportler interessant ist. Dies ist eine der Schlussfolgerungen einer kürzlich im «European Journal of Preventive Cardiology» veröffentlichten Studie. Sie zeigt laut dem Studienleiter Amr Marawan von der Virginia Commonwealth University in den USA, «dass ein höherer Vitamin-D-Spiegel mit einer besseren Trainingskapazität verbunden ist».

In dieser Studie wurde untersucht, ob Menschen mit einem höheren Gehalt an Vitamin D im Blut eine bessere sogenannte kardiorespiratorische Fitness haben. Die kardiorespiratorische Fitness zeigt, wie gut Atmung und Blutkreislauf den Körper mit Sauerstoff versorgen. Es bestehe bei Männern und Frauen, bei jungen und mittleren Altersgruppen und unabhängig vom Body-Mass-Index «ein Zusammenhang zwischen einem höheren Vitamin-D-Spiegel und einer besseren Bewegungsfähigkeit», hält Marawan fest.

Diese neuen Erkenntnisse passen zu einer ganzen Reihe von Studienresultaten aus den letzten Jahren. «Wer seinen Vitamin-D-Spiegel auf Vordermann bringt, kann im Sport bessere Leistungen erbringen. Umgekehrt kann ein Vitamin-D-Mangel dafür sorgen, dass die sportlichen Leistungen einbrechen», schrieb das deutsche Portal «Zentrum für Gesundheit» kürzlich zu einer Übersicht über verschiedene Studien zum Thema. «Vitamin D verbessert die Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit des Herz-Lungen-Systems, fördert den Muskelaufbau und steigert die Testosteronbildung.»

Mehr Leistung des Herz-Lungen-Systems

Verschiedene Studien mit Sportlern zeigten zum Beispiel eine höhere Sauerstoffaufnahme dank Vitamin D, eine Verringerung des Entzündungsgrads der Muskulatur und eine Erhöhung des Energielevels. Zwei unabhängige Studien, die das «British Journal of Nutrition» 2016 vorstellte, zeigten zudem, dass Vitamin D die Leistungsfähigkeit des Herz-Lungen-Systems verbessern kann.

Dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D grundsätzlich «für die menschliche Gesundheit sehr wichtig ist», betont auch das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in einem Faktenblatt. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat zudem konkrete «Empfehlungen zur Deckung des täglichen Vitamin-D-Bedarfs» veröffentlicht.

Bevor man aber Vitamin D in Form von Tropfen oder Tabletten einnimmt, sollte man beim Hausarzt den Vitamin-D-Spiegel messen und sich über die gegebenenfalls angezeigte Dosierung beraten lassen. Denn eine Überdosierung über längere Zeit kann auch schädlich sein.

17 Kommentare zu «Mit Vitamin D Leistung und Ausdauer fördern»

  • Robert sagt:

    Vitamin D ist kein Hokuspokus, sondern ein Hormon, welches im Körper seine Wirkung entfaltet. Seit ich Vitamin D auf einen anständigen Level gebracht habe, geht es mir gut, der Einfluss auf die Psyche ist nicht zu vernachlässigen. Keine Ängste und Depressionen mehr. Körperlich bin ich auf einem anderen Leistungsniveau, voller Energie und 5 kg leichter. Muss jeder selbst wissen, doch wir haben nur einen Körper. Also schaut zu ihm.

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Wer sich im Ernst mit Nährstoffen befassen will und nicht immer den neuesten Moden nachrennt, der greift zu „Burgersteins Handbuch der Nährstoffe“.
    Burgerstein und seine Nachfolger haben seit Jahrzehnten die gesamte wissenschaftliche Literatur zum Thema gesichtet, kompiliert und kommentiert. Die Nährstoffe werden vorgestellt, Quellen in der Nahrung genannt. Separate Kapitel geben Empfehlungen im Krankheitsfall und für bestimmte Lebensphasen – auch für Sportler.
    Der Burgerstein ist die definitive Referenz. Alles andere ist Laferizüügs.

    • Glasmost sagt:

      Und anschliessend kann man dann bei der selben Firma gleich noch die passenden Vitamine bestellen…. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Die von dieser Firma propagierte othomolekulare Medizin konnte bis jetzt den Evidenznachweis nicht erbringen. Überzeugen Sie sich selbst davon in der Medline..

    • Maike sagt:

      Orthomolekulare Wirkstoffe – ein herrlich pseudowissenschaftlicher Ausdruck des Herrn Burgsteiner. Wenn das Vitamin D aber so ein Humbug ist – wieso gibt es das auch bei Herrn Burgsteiner zu kaufen ? Suchen Sie nach seine Toffees !

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Das British Journal of Nutrition ist wie Sie selber bemerkt haben peer reviewed und hat immerhin einen Impact Faktor von 3,3.
      Dass Arbeiten dort als pseudowissenschaftlich abgetan werden, und gleichzeitig ein Ernährungshandbuch – verlegt von einer Firma deren Geschäftszweck der Verkauf Vitaminen ist – als „definitive Referenz“ bezeichnet wird, ist für mich genauso irritierend wie wenn man Kohortenstudien „wissenschaftsimitierend“ bezeichnet.

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Die Vitamin D-Jünger sind eine pseudoreligiöse Sekte. Kein Blödsinn zu gross, um nicht an dieser Stelle vollkommen unbedarft und pseudowissenschaftlich als grosse Gesundheitsförderung anzupreisen.

    • Baldomir Gabalzar sagt:

      So dachte ich auch mal. Als ich allerdings eines Tages meinen D3 Spiegel abklären liess, stellte sich heraus, dass er, wie übrigens bei 80% der Bevölkerung, deutlich im roten Bereich war. Nach Behebung dieses Mangels fühle ich mich deutlich und eindeutig bemerkbar besser. Diverse Probleme, die ich hatte haben sich in Luft aufgelöst.

      • Maike sagt:

        Korrekt. Ging mir auch so. Vitamin D gegen 0 obwohl ich gerne draussen bin. Das allgemeine Unwohlsein verflog, als der Vitamin D Spiegel wieder einen normalen Wert eingenommen hatte. Das Gute – niemand wird gezwungen, sich vernünftig zu ernähren. Das Ungute – ich muss mit meinem Krankenkassenbeitrag dann diese Ignoranten im Schadensfall mitfinanzieren.

    • Jürg Brechbühl sagt:

      Jöööh, härzig, da schickt man einen Tropfen Blut an ein obskures international werbendes Labor aus dem Internet und zieht irgendwelche Schlussfolgerungen daraus. Was die wirklich mit Deinem Blut machen, hast Du keine Ahnung.
      Das ganze gehört zu diesem parareligiösen, pseudwissenschaftlichen Brimborium.

      • Baldomir Gabalzar sagt:

        Nö, es war ein Schweizer Labor in Zürich, das Proben von Aerzten auswertet. Anerkannt, sehr professionell und akurat. D3 ist auch kein Micronährstoff, wie Sie weiter oben behaupten. Sie scheinen offensichtlich kein Ahnung von der Materie zu haben und machen sich komplett lächerlich. Schon mal was von Rachitis oder Osteomalazie gehört, Brechbühl oder bezeichnen Sie dies auch als pseudwissenschaftliches Brimborium?

  • Ralf Schrader sagt:

    Die wissenschaftsimitierenden Beobachtungsstudien erreichen vor allem die Tagespresse und die triviale Ratgeberliteratur. Traurig, dass auch seriöse Fachzeitschriften zunehmend Bereitschaft zeigen, solche reinen Beobachtungen ohne Theoriengebäude dahinter, zu publizieren.

    Dem Laienleser kann man nur raten, lesen sie es gar nicht erst und wenn doch, vergessen sie es gleich wieder. Beobachtungen haben weder im täglichen Leben noch in der Wissenschaft irgendeinen Wert ausser den, Klatschspalten zu füllen. Wissenschaft ist theoriengeleitete Forschung, nicht beobachten von zufälligen Korrelationen, die es immer und überall gibt.

    • Jürg Brechbühl sagt:

      @Ralf Schrader
      „… ohne Theoriengebäude dahinter,…“ und auch ohne jedwelchen statistischen Nachweis welcher Art auch immer.
      Ich erinnere die Zeit vor 20 Jahren, wo zweimal pro Jahr noch mehr Trivial-Ratgeberliteratur gedruckt wurde, wo man den Leuten das blaue vom Himmel herunterschwatzte von wegen, welche wunderbar-übertollen-riesengrandiosen Wirkungen von Grapefruit Kernen ausgehen. Diese Literatur verschwand pflupf von einer Woche auf die andere, als auskam, dass nicht die Grapefruit Kerne die Wirkung haben, sondern die Pestiziderückstände aus den Citrusplantagen, die in den Kernen akkumulierten.
      Gröhl, Grins, Tränenlach, am Boden wälz!

    • Maike sagt:

      Wissenschaft beginnt mit Beobachten und dann kommt die Theorie. Und nicht umgekehrt !

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Beide Studien scheinen immerhin eine Evidenz 2b aufzuweisen.
      Und die Resultate sind statistisch signifikant.

      • Jürg Brechbühl sagt:

        Sicher, die zitierten Untersuchungen wurden in peer reviewed journals publiziert. Im Blogeintrag steht, dass dort die Funktion des Vitamin D beschrieben wird. Es steht nicht darin, dass wir nicht sowieso genug Vitamin D produzieren, wenn wir regelmässig an der Sonne sind. Vitamin D wird nämlich in der Haut am Sonnenlicht produziert
        Ein Mangel kann hier in der Schweiz höchstens bei Pflegeheimbewohnern auftreten. Oder noch bei Gesundheitsneurotikern, die immer Sonnencrème einschmieren, sogar für den Weg von der Haustüre zum Briefkasten.

      • Baldomir Gabalzar sagt:

        @Brechbühl: Es behauptet auch niemand, dass wir nicht sowieso genug Vitamin D produzieren, wenn wir regelmässig an der Sonne sind. Das Problem ist, dass das Gros der arbeitenden Bevölkerung den ganzen Tag in Büros oder sonst wie Indoor arbeiten und dadurch in eine Unterversorgung schlittern. Ausserdem lässt die Eigenproduktion mit dem Alter nach.

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