Warum die «Ikea-Diät» so erfolgreich ist

Fisch, grünes Gemüse, Früchte und Vollkornprodukte spielen bei der nordischen Diät die wichtigste Rolle. Foto: Pixabay, Pexels

In den letzten Jahrzehnten wurde die sogenannte Mittelmeerdiät als eine der gesündesten Ernährungsformen bezeichnet. Wobei Diät ein eher falscher Begriff ist, geht es hier doch nicht darum, sich zu kasteien und/oder Kalorien zu zählen, sondern in erster Linie um eine ausgewogene Lebensweise: Gemüse, Hülsenfrüchte, Olivenöl und frischer Fisch – am besten aus nachhaltigem Fang – bilden die Grundlage.

Und zahlreiche Studien beweisen immer wieder: Menschen aus dem Mittelmeerraum oder jene, die sich auf diese Weise ernähren, sind weniger von Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Leiden, Bluthochdruck und Übergewicht betroffen. Darüber hinaus soll die Mittelmeerküche auch das Sterberisiko bei chronischen Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson verringern.

Mehr als 5000 Studienteilnehmer

Inzwischen haben sich auch die Nordländer mit gesunder Ernährung befasst und propagieren die New Nordic Diet. Finnische Forscher haben in einer siebenjährigen Untersuchung festgestellt, dass diese Ernährungsform für eine langfristige und gesunde Gewichtsabnahme besonders geeignet ist. Für ihre Studie untersuchten sie 5024 Personen. Besonderes Augenmerk lag auf der Ernährung der finnischen Probanden und auf ihrem BMI.

Es zeigte sich, dass es einen klaren und positiven Zusammenhang zwischen gesunder nordischer Ernährung und einer schlanken Figur gibt: Personen, die sich nach den Grundsätzen der sogenannten Ikea-Diät ernährten oder dies während der Dauer der Studie zunehmend taten, nahmen nicht nur ab, sie konnten ihr Gewicht auch halten und so den gefürchteten Jo-Jo-Effekt umgehen. Dies, weil es nicht um eine einschneidende und kurzlebige Diät, sondern um eine gesunde und vielfältige Ernährungsform geht, die man ein ganzes Leben lang praktizieren kann.

Eine möglichst naturbelassene Ernährung

Erfolgreich ist vor allem eine möglichst naturbelassene Ernährung, die in erster Linie aus regionalen und saisonalen Produkten besteht. Wie bei den Südländern spielt auch in Finnland Fisch, beispielsweise Dorsch oder Lachs, eine entscheidende Rolle, denn dessen mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren sind essenziell für die Gesundheit. Kombiniert wird der Speiseplan vorzugsweise mit (Wurzel-)Gemüse, Vollkornprodukten, Raps- und Leinöl sowie einer reichen Auswahl von Früchten und Beeren. Diese enthalten bekanntermassen viele sekundäre Pflanzenstoffe und wirken so entzündungshemmend und antibakteriell. Vitamine und Mineralstoffe schützen die Zellen vor schädlichen (Umwelt-)Einflüssen.

Ob nördlich oder südlich: Gemeinsam ist diesen Ernährungsformen, dass wenn immer möglich auf einfache Kohlenhydrate, gesättigte Fette in Backwaren, Wurst oder Frittiertes und Zusatzstoffe verzichtet wird. Auch wenn sich diese Erkenntnisse auch in unseren Breitengraden immer mehr durchsetzen, können solche Studienergebnisse ein Anstoss sein, das eigene Ernährungsverhalten zu überdenken und zu korrigieren.

14 Kommentare zu «Warum die «Ikea-Diät» so erfolgreich ist»

  • Marta Furler sagt:

    Ich bin bald 92 Jahre, habe immer alles gegessen
    und finde man sollte mit allem nicht bertreiben,
    normal leben und Essen.

  • Sandra sagt:

    Wenn ich denke dass die Meere bald leergefischt werden, dann frage ich mich schon wie immer wieder darauf hingewiesen werden kann, wie gesund Fisch ist. Fisch ist für mich ein Luxusgut, dass nur ab und zu genossen werden sollte. Zudem haben die Finnen ja nicht so viele Beeren und Früchte, also ist dieser Speiseplan von ihnen irreführend und auch falsch. Die einen haben viele Beeren, die anderen Fisch. Wenn wir nur noch das beste essen dann ist unser Planet bald leergefegt. Das sollten sie auch einmal überdenken bei ihrem Speiseplan, Frau Aeschbach!

    • Maya Herzig sagt:

      Völlig einverstanden was den Fisch betrifft. Alle nordischen Länder haben aber wegen der ewig langen Sommersonne tonnenweise fantastische Beeren.

  • Maru sagt:

    Könnte es sein, sehr geehrte Frau Aeschbacher – dass die Informationen der letzten Jahre über Lachse, die in regelrechten Kloaken gezüchtet werden, mit Giftmüll belastet und mit Retroviren verseucht sind, von Desinfektionsmitteln und Antibiotika ganz zu schweigen, an Ihnen vorbeigegangen sind. Ich fasse es nicht, dass man dieses kranke immer noch als gesundes „Lebensmittel“ und sogar als Delikatesse anpreist. Und: was bewirkt ein hoher Gehalt an Omega-3-Fettsäuren (deren gesundheitlicher Nutzen seit Neuestem übrigens ebenfalls sehr infrage gestellt wird), wenn er in einem geradezu toxischen Produkt steckt?

    • Christoph Bögli sagt:

      Diese „Informationen“ sind leider bloss tendenziös bis falsch. Mal abgesehen davon, dass dabei komischerweise nie irgendwelche Vergleichsgrössen verwendet werden. Der Antibiotikaverbrauch in der Lachszucht liegt z.B. seit Jahren bei fast null, trotzdem wird damit immer noch hausiert, obwohl in unserer ach so natürlichen Fleisch- und Milchproduktion der Antibiotikaeinsatz um ein Vielfaches höher liegt. Genau gleich verhält es sich beim „Giftmüll“, der auf unsere Felder verteilt wird.

      Nicht, dass es im Aquakultur-Bereich nicht Missstände gäbe und die Produkte aus verschiedenen Gründen keineswegs so toll sind, wie manche behaupten. Aber: das trifft im gleicher oder schlimmerer Weise auf nahezu alle landwirtschaftlichen Produkte zu. Nur dass die Zustände dort gern ignoriert werden.

      • Maru sagt:

        Es geht hier aber um L A C H S. Und ja, ich bin mir auch der ,teilweise höchst fragwürdigen Anbau-, Zucht- und Verarbeitungsmethoden durchaus bewusst.

  • Ricky De Matteo sagt:

    Und ich dachte schon, IKEA Diät heisst täglich Köttbular mit Pommes. Da habe ich mich zu früh gefreut.

  • Maike sagt:

    IKEA Diät ? Da muss ich doch laut lachen ! Immer wenn ich zu IKEA gehe um nur ein paar Teelichter zu kaufen, ist mein Warenkorb an der Kasse randvoll ! IKEA verführt einen in allen Bereichen. Und bei allem was ich gekauft habe, stelle ich mir die Frage, wie ich ohne diese Dinge habe überhaupt existieren können.

  • Ueli Zweifel sagt:

    je länger je mehr wird überall von “ Nachhaltigkeit “ gesprochen und dieses Wort auch angewendet. z.B. nachhaltiger Fisch / nachhaltige Politik.
    Worin besteht Nachhaltigkeit und wer kann mir diesen Begriff genau erklären ?

  • Ralf Schrader sagt:

    Es gibt keine Zivilisationskrankheiten und Morbus Alzheimer ist zwar eine Gesundheitsstörung, aber keine Krankheit. Alzheimer für sich führt auch nicht zum Tod, hat also kein spezifisches Sterberisiko. Schliesslich ist ‚gesundes Abnehmen‘ eine Fehlverwendung der sozialen Kategorie Gesundheit.

    Man kann viel über Ernährung schreiben, aber Begriffe aus der Medizin sollte man nur sehr vorsichtig und aus den Gesundheitswissenschaften überhaupt nicht verwenden. Die Generation meiner Grossmutter war die letzte, welche eine derart plumpe Vorstellung von Krankheit und Gesundheit haben durfte.

    • Giacomo Casagrande sagt:

      Heute werden solche Vorstellungen auch esoterisch genannt. Der Esomarkt bei sog. „Gesundheitstipps“ blüht.

    • Pjotr Müller sagt:

      Könnten Sie nicht mal eine neue Platte auflegen? Gemäss Ihnen kann man essen, was und so man will, es hat keinen Einfluss.
      Komischerweise führt aber bereits zu viel Essen dazu, dass die Menschen dick werden. Mag sein, dass man daran nicht stirbt – aber das ist ja auch nicht das einzige Kriterium.

Kommentar

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