Best of: So einfach essen Sie sich glücklich

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorin. Deshalb publizieren wir einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieser Beitrag erschien erstmals am 3. August 2017.

Die richtigen Nahrungsmittel haben eine stimmungsfördernde Wirkung. Foto: Pexels.com

«Hilft bei Depressionen, Burn-out, Stress, Reizbarkeit, Suchtproblemen, Ängsten, ADHS, Schlafstörungen, PMS. Wissenschaftlich fundiert– wirkt innerhalb von 24 Stunden.» Wenn ein Buch so angepriesen wird, macht es selbstverständlich etwas skeptisch, erinnert es doch automatisch an die Versprechungen der Schlankheitsindustrie. Frei nach dem Motto: 10 Kilo weniger in 10 Tagen.

Julia Ross: Was die Seele essen will – Die Mood Cure. Klett-Cotta, Stuttgart 2017. 8. Aufl., 432 S., 19.90 Fr.

Die vollmundigen Versprechungen kommen von der amerikanischen Autorin Julia Ross. In ihrem neu aufgelegten Ratgeber «Was die Seele essen will. Die Mood Cure» schreibt sie, die richtige Ernährung helfe, psychische Probleme zu lindern oder gar zu heilen. Ross erklärt in ihrem Buch, welche Bausteine und Nährstoffe unser Gehirn braucht, um Aufmerksamkeitsprozesse zu leisten und um emotionale Schwankungen ausgleichen zu können.

Ernährung und Psyche

Auch wenn das Buch etwas reisserisch angekündigt wird, erklärt es doch anschaulich und gestützt auf zahlreiche Studien, welche Rolle Botenstoffe – sogenannte Neurotransmitter wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin – für unser seelisches Gleichgewicht haben. Es wird klar, dass nur genügend Neurotransmitter für die Signalübertragung zur Verfügung stehen, wenn auch genügend gebildet werden. Und für ihren Aufbau braucht der Organismus bestimmte Nährstoffe – Vitamine und Mineralstoffe, Fettsäuren und Aminosäuren, die direkten Vorstufen unserer Gehirnbotenstoffe.

Obwohl die meisten Menschen heute wissen, dass Weissmehlprodukte und Zucker für Körper und Psyche schädlich sind, wird der Zusammenhang von Ernährung und Psyche noch oft unterschätzt. In diesem Sinn leistet Ross gute Aufklärungsarbeit.

Die Top 4 der Gute-Laune-Nahrungsmittel

  1. Proteine: Mit einer vermehrten Aufnahme von Proteinen, wie sie in Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, Geflügel, Eiern, Milchprodukten von Kuh, Ziege und Schaf vorhanden sind, oder von pflanzlichen Proteinen, kann laut Ross eine starke Verbesserung der Gemütslage erreicht werden. Die Neurotransmitter, die für die Bildung von positiven Gefühlen mitverantwortlich sind, können nur mit der Hilfe einiger der 22 Arten von Eiweiss gebildet werden, die als Aminosäuren bezeichnet werden. Die empfohlene Tagesmenge liegt bei 20 bis 30 Gramm Eiweiss pro Mahlzeit.
  2. Fette: Omega-3-Fettsäuren findet man vor allem in fettem Fisch, Fischöl, Fleisch und in der Milch von mit Gras gefütterten Kühen oder Weiderindern, in Leinsamen, Rapsöl und Walnüssen. Dagegen ist Omega 6, das beispielsweise in Margarine vorhanden ist, ein wahrer Stimmungskiller. Früher enthielt unsere Nahrung etwa gleich viel Omega 3 und Omega 6. Seit viele Tiere vor allem mit Mais und Soja gefüttert werden, konsumieren wir zehn- bis zwanzigmal mehr Omega-6-Fettsäuren. Kurz gesagt: Je mehr Omega 3, umso besser die Laune. Je mehr Omega 6, umso schlechter, so Ross.
  3. Gemüse: Sie sind die unverzichtbaren Partner der Gute-Laune-Proteine und -Fette. Und sie sind die einzigen Kohlenhydrate, die keinen Zuckerschock auslösen. Mehrere gross angelegte Studien beweisen, dass frisches Gemüse das Risiko eines Schlaganfalls senken kann. Tomaten und Erbsen haben einen positiven Einfluss, wenn es um Prostatakrebs geht, während Rosenkohl, Broccoli und Kohl vor Darmkrebs schützen sollen.
  4. Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide: Wir brauchen hochwertige Kohlenhydrate, um dem Gehirn Nahrung zu geben. Dieses ist für einen schnellen Energieschub auf eine stete Versorgung mit Glucose aus Kohlenhydraten angewiesen, die es verbrennt, damit alle seine Zellkraftwerke ständig in Betrieb bleiben. Dagegen bieten süsse und stärkehaltige Weissmehlprodukte zu viel Energie (Glucose). Unverarbeitete Kohlenhydrate hingegen versorgen uns gleichmässiger und länger mit Nährstoffen. Dies sorgt dafür, dass unsere Stimmung länger stabil bleibt.

Ross bleibt nicht auf der theoretischen Ebene, sondern zeigt in ihrem Buch anhand von einfachen Rezepten, wie man seine Ernährung Schritt für Schritt umstellen kann. Mit einem Stimmungsfragebogen kann man selber herausfinden, welche Nahrungsmittel gut für die eigene Psyche sind.

6 Kommentare zu «Best of: So einfach essen Sie sich glücklich»

  • Michael sagt:

    Ja sicher wiederholen sich einige Artikel – offensichtlich haben die Beitragsschreiber aber nicht bedacht, das tagtäglich neue Leser hinzukommen, für die diese Wiederholungen keine Wiederholung ist sondern etwas gänzlich neues.

  • Maike sagt:

    Wenn es mir schlecht geht, muss es ein Schnitzel sein. Dazu dann den Rest Ei von der Panade als Rührei, Cornichons und ein Bier.
    Oder um ein Essen wirklich rund zu machen, zum Abschluss einen Schokoladenpudding, bestreut mit Mandelsplitter, Schlagsahne und oben auf etwas Eierlikör.

  • Maru sagt:

    Ja wie lange gedenkt man denn noch, uns mit den ewig gleichen Vor- und Ratschlägen über eine sogenannt „gesunde“ Ernährung zu foltern?

    Mein Mann ist abgehauen, mein Hund gestorben, meine Stelle habe ich verloren, die Bank hat die Hypothek gekündigt und auf der linken Hinterbacke beginnt sich gerade die Krätze auszubreiten. Ich bin am Boden zerstört -aber – nach dem Verzehr eines Stücks Wassermelone, zwei Röschen Broccoli und einem riesigen Pott Mineralwasser (still und nicht kalt – logisch) wurde ich sogleich wieder glücklich und seitdem ich Wurst und Pommes von meiner Speisekarte gekippt habe, ist hier nur noch gute Laune angesagt und ich sehe launig und entspannt einer Umweltkatastrophe, dem nächsten Flugzeugabsturz und weiteren lustigen Vorkommnissen dieser Art entgegen.

  • Cara sagt:

    Alter Wein in neuen Schläuchen .. 😉

  • Barbara sagt:

    Und was ist daran jetzt neu?

Kommentar

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