Der Erkältungs-Zaubertrank

Ein Ingwer-Honig-Tee vertreibt auch die schlimmste Erkältung. (Foto: Getty Images)

Ich gehörte zu jenen Menschen, die bei einer nahenden Erkältung zuerst einmal resigniert dachten: «Okay, alle Jahre wieder.» Denn der Ablauf der Krankheitssymptome war immer gleich: 1. Die Nase begann zu laufen; 2. Halsschmerzen; 3. Husten. Und nach dem Abklingen der heftigsten Beschwerden folgte meistens ein wochenlanger, nervtötender Reizhusten. «Eine Erkältung geht sieben Tage, mit oder ohne Medikamente» habe ich in der Schule gelernt. Daher hatte ich es aufgegeben, diese Symptome mit etwas anderem als dem üblichen Mix von Nasentropfen, Halswehtabletten und Hustensaft zu bekämpfen.

Bevor Sie jetzt einwerfen, «Selber schuld, es gibt genügend Vorbeugemassnahmen, damit man jeder Erkältung aus dem Weg gehen kann», seien Sie versichert: Ich habe vieles davon ausprobiert, um mein Immunsystem zu stärken. Regelmässige Saunagänge, Sport, Spaziergänge auch bei Huddelwetter, pflanzliche Mittel wie Echinacea, zusätzlich Zink, Vitamin D und Vitamin C, genügend Schlaf usw. Ob und wie das überhaupt nützt, ist sowieso eine Glaubens- und Ansichtssache. Was bei gewissen Leuten einen durchschlagenden Erfolg hat, nützt bei anderen nur punktuell oder überhaupt nicht. Was mich betrifft: Ich bin der Überzeugung, dass bei mir die Psyche bei Erkältungen eine wichtige Rolle spielt. Und die ist leider nur begrenzt beeinflussbar.

Schwiegermutterrat mit durchschlagendem Erfolg

Letztes Jahr hatte es mich ganz übel erwischt. Wenn man sich so richtig mies fühlt, dann wird man auch offener gegenüber Ratschlägen, die man sonst belächelt. Oder weil man einfach zu faul ist, diese umzusetzen, da es halt einfacher ist, eine Tablette einzuwerfen. Als meine Schwiegermutter insistierte: «Jetzt mach mal einen Tee mit frischem Ingwer und Honig», kapitulierte ich und folgte ihrem Rat. Mit durchschlagendem Erfolg! Nach drei Tagen, an denen ich regelmässig diesen hausgemachten Tee getrunken hatte, verschwanden meine Beschwerden wie von Zauberhand.

Eine Erklärung: Der Wurzelstock des Ingwers beinhaltet einen zähflüssigen Balsam aus ätherischen Ölen und Oleoresin. Dieses ist hauptverantwortlich für die medizinische Wirkung. So soll der Tee den Kreislauf anregen und damit die Schweissproduktion fördern. Durch seine antibakterielle und antivirale Wirkung ist Ingwer auch gegen Entzündungen wirksam. Gingerol hemmt dabei Entzündungsreaktionen des Immunsystems und wirkt gleichzeitig schmerzlindernd.

Vom Brustumschlag bis zum Lavendelbad

Neben Ingwer ist auch Honig ein Zaubermittel, wenn es um Erkältungen geht. Für eine Studie gaben US-Mediziner erkälteten Kindern (keinen Babys!) einen bis zwei Löffel dunklen Buchweizenhonig. Der Honig schnitt bezüglich Hustenlinderung besser ab als klassischer Hustensaft. Er milderte den Reiz und liess die Kinder ruhiger schlafen. Es wird angenommen, dass sich die entzündeten Schleimhäute im Hals dank des Honigs besser erholen konnten. Ingwer und Honig – ein perfekter Mix also.

Diese Erfahrung hat dazu geführt, dass ich mich punkto Hausmittel kundig machte. Ich bin deswegen keine «Kräuterhexe» geworden. Aber nähert sich wieder einmal eine Erkältung, dann greife ich nicht mehr nur zum frischen Ingwertee, sondern mache mir auch Brustumschläge mit Zwiebeln oder rohen Kartoffeln und gönne mir ein warmes Lavendelölbad. Sollten Sie keine Schwiegermutter haben, die Ihnen solche Rezepte weitergibt, dann empfehle ich Ihnen gerne einmal mehr dieses Buch:

9 Kommentare zu «Der Erkältungs-Zaubertrank»

  • Laura sagt:

    Super Beitrag, die alten Hausmittel sind viel zu sehr in Vergessenheit geraten! Ich nehme bei Erkältungen auch immer Ingwer. Kurkuma ist auch super! Die goldenen Milch (aus Milch, Ingwer, Kurkuma und Honig) ist ja als Beauty-Drink total in Mode gekommen, ihre durchschlagende Wirkung bei Erkältungen wurde dabei irgendwie kaum erwähnt. Leider mag ich Kurkuma vom Geschmack her nicht wirklich. Deswegen nehme ich das lieber in Kapselform von vitaminexpress.org/de/curcumin/ zu mir und trinke weiter Ingwertee. Das Buch ist ein super Tipp, werde ich mir zu Weihnachten mal selbst schenken. 🙂

    Grüßele, Laura

  • Sonny sagt:

    Das tönt vielversprechend. Dürfte ich noch die genauen Mengen der Zutaten erfahren? Danke!

  • Andreas Müller sagt:

    Die Eigenschaften von Honig gehen in Tee, also heissem Wasser, verloren.

  • Michael Przewrocki sagt:

    Hab aus Versehen Kinderhustensaft Fenchelhonig erwischt. ab 1 Jahr. Werd ich jetzt wieder Kind….?
    Emser Salz in heisser Milch hilft auch.
    Eukalyptus Pillen(innen flüssig) schlucken und viel Flüssigkeit.

  • Maike sagt:

    Vollste Zustimmung ! Es muss nicht die chemische Keule sein, die altbewährten Hausmittel tun es auch. Hatte ich als Kind Halsschmerzen, gab es Milch mit Honig und einen Halswickel. Und bei Husten einen Brustwickel. Heute ergänze ich das mit einem Eukalyptusbad und entsprechenden homöopathischen Kügelchen. Das hilft mir bestens, um Schnupfen Husten Heiserkeit zu bekämpfen.
    Wichtig auf alle Fälle ist, das man rechtzeitig damit anfängt. Also kaum das man die ersten Anzeichen verspürt loslegen.

    • Leo Schmidli sagt:

      Genau, es sind bestimmt die Globuli, die helfen…!

    • Anton sagt:

      Ja, homöopathische Similasan Schnupfen-Globuli wirken auch bei mir Wunder! Sie verkürzen die Dauer der Symptome auf gerade mal drei Tage. Das ist kurz genug, dass der Husten noch nicht anfängt.

      Was auch hilft, ist gurgeln mit Zahnspülung und zwar sofort, sobald etwas zu spüren ist. Ich habe deshalb auch am Arbeitsplatz immer ein Fläschchen in der Schublade. Damit konnte schon manche Erkältung im Keim erstickt werden.

      • Leo Schmidli sagt:

        Genau, wenn es bei Ihnen (subjektiv) hilft, dann MUSS ja etwas dran sein!
        Mit hilft immer Kräutertee, aber nicht kochen! Kurz vorher runterstellen. Dann Honig rein, aber unbedingt mit einem Messinglöffel, kein Aluminium. Und ganz wichtig: Immer langsam gegen den Uhrzeigersinn rühren, maximal 30 Umdrehungen in der Minute. Das hilft immer, bei mir dauern Erkältungen immer nur 3-5 Tage.

  • Leo Schmidli sagt:

    Das gibt’s ja nicht! Das muss wahrlich ein Wundermittel sein, wenn die Erkältung nach drei Tagen schon verschwindet! Bei mir dauert es immer 3 Tage.
    Das beste gegen Erkältungen ist trotzdem immer noch ein altes Hausmittel: Viel Schlaf!

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