So einfach geht Sommerglück!

Es sind die kleinen Dinge, die zu unserem Wohlbefinden beitragen. Wie das bewusste Geniessen. (Via balancebeautytime.com)

Wenn ich sehe, was mein Umfeld so alles macht, um gesund zu bleiben, bekomme ich ein schlechtes Gewissen, weil ich diesbezüglich nicht sehr diszipliniert bin. Und scheinbar ist Fitness in meinem Alterssegement das höchste Gut, das es anzustreben gilt. Neulich hat mir eine Kollegin (48) verraten, dass sich bei der Online-Partnersuche nur Männer bei ihr gemeldet hätten, die regelmässig stundenlang biken, Marathon laufen oder dreimal wöchentlich ins Fitnessstudio gehen. Die Fotos der Bewerber vermochten sie allerdings nur mässig zu begeistern. Nichts gegen muskulöse Gümmeler-Wädli, aber die braun gebrannten Gesichter der Sportler sahen irgendwie sehr angespannt aus.

In meinen Ferien wollte ich also wegen des schlechten Gewissens etwas für mein körperliches und seelisches Wohlbefinden tun. Meine Pläne waren realistisch, schliesslich kenne ich mich. Ein schweisstreibendes High-Impact-Training im Fitnessstudio, den ausgeklügelten Ernährungsplan, die anstrengenden Yoga-Sessions hätte ich eh nicht durchgezogen. Ich suchte nach simplen, alltagstauglichen Beschäftigungen, mit denen ich mich nach vier Wochen besser fühlen würde.

Hier mein Feel-Good-Training:

1. Bewegung nach Stundenplan

Ich liebe es auszuschlafen, aber ich wollte mich gleichzeitig am Morgen, wenns noch nicht so heiss ist, sportlich betätigen. Also fand ich einen Kompromiss: Einen Tag schlief ich aus, am nächsten ging ich abwechslungsweise schwimmen, Rad fahren oder walken. Diese Dates mit mir selber waren mir heilig, denn ich merkte schnell, wie gut mir dieser Wechsel von Entspannung und Spannung tat.

2. Bewusst essen

Bin ich unter Stress, neige ich zum ungezügelten Snacken. Aber jetzt hatte ich Zeit und Musse, mich um meinen Speiseplan zu kümmern. Ich ass also vermehrt:

• grünes Gemüse wie Spinat, Kohl und Brokkoli; ausserdem Quinoa

• gesunde Fette wie Oliven-, Lein- und Rapsöl, aber auch Avocados, Eier, Fisch und Nüsse

• Faserstoffe, Getreideprodukte, Obst, Hülsenfrüchte und hie und da einen Smoothie

• Beim Einkaufen achtete ich nicht nur auf frische Produkte, sondern auch auf Inhalts- und Zusatzstoffe; ich ass immer bewusst, nie vor dem Fernseher oder dem Laptop.

3. Das Zuhause entschlacken

Genauso wie beim Essen wollte ich auch um mich herum mehr Ordnung und Sauberkeit. Ich begann mit dem Überschaubaren, dem Beauty-Schrank, der Kommode, dem Arbeitstisch. Nachdem ich den Kleiderschrank ausgemistet hatte, stellte sich eine innere Ruhe und Zufriedenheit ein, und ich wunderte mich einmal mehr, wie viel Überflüssiges sich im Alltag ansammelt.

4. Dankbar sein

In der Natur und beim Flanieren durch die Stadt wurde mir wieder bewusst, in welchem Paradies wir leben. Dankbarkeit hat übrigens auch einen direkten Einfluss auf die körperliche und psychische Gesundheit. Sie erhöht positive affektive Zustände und prosoziales Verhalten. Sprich: Menschen, die dankbar sind, sind im allgemeinen zufriedener mit sich und der Umwelt.

5. Soziale Kontakte pflegen

Mit «soziale Kontakte pflegen» meine ich nicht den kurzen Kaffeeklatsch zwischen zwei Sitzungen, obwohl das auch ganz nett ist, sondern, sich Zeit zu nehmen, aufmerksam zuzuhören und sich aufs Gegenüber zu konzentrieren. Was mir auch guttat, war, mich nicht immer auf mich selber zu konzentrieren. Oder wie es Gandhi einmal sagte: «Der beste Weg, sich selbst zu finden, ist, sich um andere zu kümmern.»

Fazit

Nach meinen drei Ferienwochen fühlte ich mich sichtlich erholt und entspannt. Auch wenn es nur kleine Dinge waren, verschafften sie mir doch ein so gutes Gefühl und so viele Glücksmomente, dass ich jetzt vieles davon in meinem Alltag weiterpflege.

3 Kommentare zu «So einfach geht Sommerglück!»

  • jak sagt:

    Ich finde es ehrlich und stark, dass sie die Ferien so verbringt wie es ihr am bessten tut.
    Sie nimmt schiesslich in kauf, dass sie bei Kollegen und Freunden nicht mit Flugkilometern, bekannten Urlaubsdestinationen etc. auftrumpfen kann.
    Für die Umwelt ist es auch besser je weniger geflogen und mit dem Auto gefahren wird.

  • Linus sagt:

    Die Welt der Frau Aeschbach scheint mir sehr einfach gestrickt.

    Geniessen Sie ihr Leben und trinken Sie ihr hippes Smoothie.

  • Hanspeter Niederer sagt:

    Wahrlich ein beeindruckender Leistungsbericht aus den Ferien ….. Unablässige Selbstoptimierung zwecks Stabilisierung des permanent bedrohten Selbstwertempfindens als Lebensinhalt.

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