Der Sex-Appeal des Unperfekten

Sixpack gegen Dadbod: Zac Efron (l.) und Seth Rogen in «Bad Neighbors». Screenshot: Universal Pictures

Sixpack gegen Dadbod: Zac Efron (l.) und Seth Rogen in «Bad Neighbors». Foto: Universal Pictures

Die Redewendung meines Vaters, «Ein Mann ohne Bauch ist wie ein Himmel ohne Sterne», ist momentan aktueller denn je. Jedenfalls in den USA, wo das Dicksein einmal mehr zum Schönheitsideal erklärt wird. Wobei dick vielleicht etwas übertrieben ist. Sagen wir mal: Moppelig ist der Trend der Stunde. Im Jahr 2015 hat der Bauch des Mannes seinen grossen Auftritt. Er heisst jetzt Dadbod – eine Kurzform von Daddy-Body.

Nach dem Hype um weibliche Plus-Size-Models dürfen nun auch die Männer ihrer Leidenschaft zur leicht fülligen Körpermitte frönen und damit dem ganzen Fitnesswahn die weiche Mitte entgegensetzen. Über soziale Netzwerke wie Instagram und Twitter hat sich die neue Liebe zur Moppelform explosionsmässig verbreitet.

Der Dadbod ist weder massiv übergewichtig noch mit einem Sixpack gesegnet. Er entspricht dem durchschnittlichen Mann, der nach 30 gerne mal dem Fitnessstudio ein Feierabendbierchen vorzieht. Und zur kleinen Wampe stehen auch Stars wie Adam Sandler, Leonardo DiCaprio und Jason Segel. Letzterer entzückt die Frauenwelt als kuschliger Teddybär in Filmen wie «Nie wieder Sex mit der Ex». Oder als liebenswürdiger Tollpatsch in der TV-Serie «How I Met Your Mother».


Dadbod Segel gibt vollen Körpereinsatz: Trailer zu «Nie wieder Sex mit der Ex».

Leonardo DiCaprio ist der König der Dadbods. Foto: Shannon Stapleton (Reuters)

Leonardo DiCaprio ist der König der Dadbods. Foto: Shannon Stapleton (Reuters)

Leonardo DiCaprios Verwandlung vom dünnen «Titanic»-Spargel zum bodenständigen Kerl dokumentieren jeden Sommer unzählige Paparazzi-Schnappschüsse. Sind seine jungen Modelfreundinnen alle mit einem makellosen Körper gesegnet, lässt sich der Star zwischen einzelnen Filmprojekten gerne etwas gehen. Und die Damen scheinen sich weder an seinem Bart noch an seinem Bäuchlein zu stören.

Inzwischen ist die Dadbod-Begeisterung auf Europa übergeschwappt. Auch der englische «Telegraph» huldigt der neuen Mitte. Ausgelöst wurde der Hype um die füllige Körpermitte von der US-Studentin Mackenzie Pearson. In einem hymnischen Artikel in der Universitätszeitung «The Odyssey» beschreibt die 19-Jährige die Vorzüge molliger Männer, die ihrer Meinung nach menschlicher, natürlicher und attraktiver sind als ihre durchtrainierten Kollegen. Sie spricht damit aus, was viele Frauen denken: «Am liebsten kuschle ich mit einem Mann, an dem man sich festhalten kann.» Besonders gefallen Pearson die integrierte Komfortzone zwischen Hals und Knie und der erhöhte Kuschelfaktor, den so eine anschmiegsame Ausbuchtung mit sich bringt. Wer sich je an einen weichen Bauch geschmiegt hat, kann dies bestens nachvollziehen. Anders als bei einem fitnessgestählten Körper spüre man so mehr Geborgenheit. Und man sehe und spüre so sofort, was einen in Zukunft erwarten werde.

Ganz ernst kann man die Aussage der 19-Jährigen allerdings nicht nehmen, ausser man will ihr einen Vaterkomplex unterschieben. Denn in ihrem Alter erfreut man sich doch eher an einem knackigen Körper als an einer Wampe. Mit den Jahren wird man dann meistens etwas toleranter oder im wahrsten Sinne des Wortes geschmeidiger. Ich für meinen Teil halte es mit der Aussage meines Vaters, der übrigens Zeit seines Lebens gertenschlank war: Ich mag Männer mit einem Wämpchen, weil ich das Unperfekte sexy finde. Die Dadbod-Welle würde mich mehr begeistern, wenn es ein Mombod-Äquivalent gäbe. Und in zahlreichen Statements auf Twitter und Instagram fordern jetzt die Frauen gleiches Recht für alle. Und so präsentieren sie jetzt ihre Körper inklusive Kurven, Polstern und Dellen. Vielleicht führt das zu mehr Körperakzeptanz.

58 Kommentare zu «Der Sex-Appeal des Unperfekten»

  • Thomas Trachsel sagt:

    Seth Rogen im Bild rechts kann nicht das Schönheitsideal einer ganze Generation Frauen sein, unmöglich. Angemiefter Blick, unrasiert, Hornbrille, behaarter Bauch und die Ich-finde-das-Aussehen-unwichtig Frisur zusammen machen ihn zum beruflich erfolgreichen Mittelklassepapi, aber niemals zu einem Sexsymbol. Und zwar ganz unabhängig von seiner Figur. Selbst schlank wäre der langweilig.

    • tina sagt:

      sex appeal ist nicht das selbe wie ein schönheitsideal. schönheit ist nur dekorativ.
      zahnlücken, leichtes schielen, narben können sehr anziehend wirken

    • Anna Meier sagt:

      Ich finde den nicht schön, aber süss und sexy. Wer will schon einen Schönling.

  • Daniel Castro sagt:

    Die meisten Kommentare sind an Selbstverliebtheit kaum zu übertreffen. Was für eine merkwürdige Gesellschaft wir geworden sind.

  • Pedro sagt:

    Es hilft alles nichts, weder schöne Redewendungen pro füllig (selbstverständlich von Fülligen ausgesprochen), noch das Schönreden von Partnerinnen, welche nun halt mal mit so einem inzwischen Fülligen verheiratet sind und wohl ebenfalls etwas füllig sind. Nichts dagegen, geht den meisten Leuten so, spätestens ab 40 Jahren. Bloss das verlogene Sprüche-Klopfen ist zu offensichtlich. Weil: Frauen finden, rein optisch gesehen, IMMER einen Mann mit schlanker Taille und trainiertem Körper anziehender und interessanter, als einen Wabba-Wumm. Alles andere ist doch oft gelogen.

  • Chris Heyduk sagt:

    Ach was. Ich bin jetzt 50, habe 8.5% Körperfett und einen schön definierten Körper. Dafür brauchte ich etwa 6 Monate Training. Ich fühlte mich noch nie besser, bekomme Anerkennung von den einen (Frauen) und Neid (männliche Freunde und Bekannte) von den anderen. DiCaprio würde ohne Bankkonto und Filmkarriere sogar im Palavrion immer alleine nach Hause gehen.

  • Gerne fit und trainiert sagt:

    Gut für mich, wenn andere Frauen anscheinend lieber einen pummeligen Dadbod vorziehen, bleiben für mich mehr von den trainierten und fitten Männern übrig, von denen übrigens auch viele Herz und Hirn haben. Ich schmiege mich nach wie vor lieber an einen festen und elastischen Männerkörper als an einen schwabbeligen.

  • Hansli sagt:

    Bei Leonardo DiCaprio ist das aktuelle Aussehen egal. Von ihm drauf zu schliessen, dass eine Wampe attraktiv ist….

  • Martino sagt:

    Im letzten Jahrzehnt habe ich mir mit viel Aufwand einen Dad Bod antrainiert. Ich musste dafür sogar meine sportlichen Aktivitäten eingrenzen. Mein Bierlieferant hatte seine helle Freude an mir, den Frauen gefiels.

    Aber MIR nicht! 16 kg mehr den Berg rauf und runter befördern macht einen Unterschied, egal mit welchem Vehikel. Und obwohl ich mit meinem Ranzenaufbauprogramm ganz gut voran kam, ertappte ich mich plötzlich zunehmend bei Sport und gesundem Essen. Jetzt ist der Dad Bod weg und ich fühle ich mich wieder wie mit 20. Shit! Ich überlege mir ernsthaft eine Therapie.

  • Sportpapi sagt:

    Ach ja, immer diese „Trends“. Bin ich eigentlich der einzige, der Solches immer erst mitbekommt, wenn Journalisten darüber schreiben? Schon immer war es doch so, dass gute Typen – männlich oder weiblich – beim anderen Geschlecht gut ankommen, wenn sie noch einigermassen gut aussehen. Sicher sind da ein paar Pfunde zu viel – bei Männern wie Frauen – nicht im Wege.

  • Markus Schneider sagt:

    Dasselbe haben die hässlichen Frauen schon in den 1970er Jahren versucht – daraus ist der Feminismus geworden, welcher versucht, diese Frauen in die Gesellschaft zu integrieren. Dicke Männer sind aber genauso abstossend wie dicke Frauen. KLar ist das politisch nicht korrekt – aber diese Erfindung kommt ja aus derselben Ecke der Versager, welche glauben, sie könnten ihr Versagen mit neuen Wörtern kaschieren. Vollschlank, moppelig, plus size usw. usw. ist alles dasselbe: dick. Und dick ist hässlich. Bleibt hässlich. Wird immer hässlich sein.

    • hans-martin konhäuser sagt:

      richtig……dicksein ist eine art von ( sozialem ) suizid, wenngleich kurzfristig tolerierbar
      le

    • tina sagt:

      viel viel grusiger als speck sind gewisse einstellungen. selber hässlich, herr schneider. aber sowas von

      • allesimmaas Gumslä sagt:

        Tina hat völlig recht, solche Einstellungen wie die von Markus Schneider sind so was von abtörnend und eklig!

    • Blanche Wu sagt:

      Es gibt einen Unterschied zwischen mollig und dick. Natürlich sind Männer mit Bäuchen in der Badi nicht ein Blickfang, aber wenn man den nackten Bauch nicht sieht und in die Gesichter schaut (was doch als Erstes wichtiger ist als der Rest des Körpers, denn ein schönes Gesicht ist sehr wichtig), kann man sich schon rassig in so einen Kerl verlieben, wenn er Charme und Humor hat. Ich kenne einige Frauen welche unglückliche Single sind, weil sie NUR auf durchtrainierte Männer stehen/wollen und evt. der absolute Traummann mit einem Bäuchlein an diesen vorbeigeht und sie merken es nicht.

  • Tamara sagt:

    Die Unperfekten haben keinen Sexappeal. Sorry. Ist einfach so. Wenn ich ein Wohnmagazin anschaue, möchte ich keine Wohnungen sehen die meiner praktisch identisch sind. Dasselbe gilt für Mode und andere. Ich finde schöne Menschen haben es leichter im Leben als die Hässlichen. Dadbods und andere Bods ist die Revenge of the Underprivileged or those with a huge bank account or fame.

    • Jeanclaude sagt:

      Auch Intelligenz und Vitalität kann Sexappeal bedeuten oder wenigstens zu einer interessanten Diskussion führen. Mit einem Hintern kann man nicht sprechen, auch wenn er noch so knackig ist. Und Frauen drücken bei einem gefüllten Bankkonto noch so gerne ein Auge zu. Den Rest können sie ja kaufen.

    • Tamara sagt:

      @JeanClaude: Die Schönen sind nicht dumm, wissen Sie. Man liest auch die NZZ.

      • Daniel Castro sagt:

        @Tamara:“Die Unperfekten haben keinen Sexappeal. Sorry. Ist einfach so“. Aber klar doch. Weil Du das sagst, muss es so sein. Und falls deine Aussage stimmen sollte, dann liegt es an Menschen wir dir, dass solche Aussagen stimmen.

      • Jeanclaude sagt:

        @Tamara; würde nie sagen, die Schönen seien alle dumm, aber auch nicht die Schönen sind nicht dumm. Das ist zu generell. NZZ für Leute mit Schönheitswahn eher zu trocken. Empfehle Ihnen zur Aufheiterung GALA.

    • Blanche Wu sagt:

      Das Unperfekte hat Sexappeal. Bsp. können krumme Nasen sehr attraktiv sein oder Narben. Es macht den Menschen interessant und nicht 0815-Barbie like. Vor allem richtige Charakterköpfe können unheimlich anziehend sein. Hingegen der Modeltyp mit gespiegelter Gesichtshälfte und kantigen Backen wirkt sehr unterkühlt und seelenlos…

  • Dieter Neth sagt:

    Also ich würde sagen, dass der Sex Appeal des Mannes eher ein wenig unterhalb der Sixpack Region angesiedelt ist. Und auch hier ist eher wichtig, was man damit anstellen kann. Wurde mir zumindest gesagt. Das soll nicht heissen, dass man zwingend Uebergewicht haben muss. Aber statt Muskelaufbau eher Ausdauer trainieren. Kommt bei den Damen scheints auch an. Aber als 50 jähriger kann man punkto Äusseres sowieso nicht mit einem Mitte 20 konkurrieren, egal was man tut. Braucht man ja auch nicht. Auch die Partnerin wird keine Traummasse mehr haben.

    • tina sagt:

      ach was gibts denn da schon gross anzustellen, so schwierig ist das nun ja auch wieder nicht. ausdauer wird überbewertet: auf eine elend lange aber langweilige nummer kann ich verzichten. sex appeal hat mit dem akt ansich sowieso nichts zu tun. und für als 45jährige frau hat ein 20jähriger sehr selten sexappeal, im gegensatz zu einem 50jährigen.

  • Frank Burren sagt:

    Wieder einmal der Beweis: Der Mensch ist ein Herdentier ohne Kompass. Labil der Richtung der Masse(nmeinung) folgend.

  • Widerspenstige sagt:

    Wie überall ist das immer im Auge des Betrachters so oder anders. Es wäre natürlich schön zu wissen für alle jungen Frauen wie jungen Männer, dass sie weniger an ihrem äusseren Erscheinungsbild taxiert werden, als ihrem Auftritt und was aus ihrem Mund für Worte sich ergiessen an die Umwelt. Das äussere Erscheinungsbild sollte demnach gepflegt und entsprechend gekleidet daher kommen, egal ob XS oder XXL-Sized! Wer sich in seiner Haut wohl fühlt und das auch von seiner Umwelt so wahrnimmt, der achtet doch selber immer wieder auf seine Körperform ohne sich in Askese zu üben. Locker beiben.

  • zweistein sagt:

    Schönheit ist eines, Gesundheit etwas anders. 20 Kilo Übergewicht sind verbunden mit Krankheit an Krankheit und einem ca. 10 Jahre verkürzten Leben.

  • Finn sagt:

    „Die jungen Models scheinen sich weder an Leo di Caprios Bart noch an seinem Bäuchlein zu stören!“ Man stelle sich vor Leo di Caprio wäre kein millionenschwerer Hollywood-Star… da wären definitiv keine jungen heissen Mädels am Start, Dadbod hin oder her!

  • Irene feldmann sagt:

    Verdächtig Frau Aeschbach….so im Motto, was du nicht ändern kannst, willst, akzeptiere denn…..Schönheit liegt im Auge des Betrachters und diese lasert in der Regel zur Persönlichkeit des dir angebotenen Mannes. ….Menschen sind fasziniert voneinander oft nicht weil die Masse Stimmen sondern weil diese Individuen einander Bedürfnisse vermittlen welche genau in diesem Zeitpunkt voneinander gebraucht werden. EIGENDLICH simpel doch immer wieder 1000 Worte Wert…:)

  • Marcel Zufferey sagt:

    Jedes mal, wenn ich in die Badi gehe, stelle ich einen himmelweiten Unterschied zwischen Ideal und Realität fest. Eigentlich nur logisch, dass jetzt vermehrt die Normalität propagiert wird (Normal = 80% aller Körper). Das gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Wenn ich hier so lese, wie stark das Verhältnis zwischen den Geschlechtern offenbar von Macht geprägt sein soll (Wettrüsten u. ä.)- sorry, aber wer ernsthaft so denkt, sollte sich gut überlegen, ob er / sie überhaupt für eine Beziehung geschaffen ist und nicht besser Member bei einer Casual Dating-Platform bleibt.

    • Hans Hintermeier sagt:

      @MZ: Du hast Recht, eine Beziehung sollte nicht durch einen ständigen Machtkampf gekennzeichnet sein und sonst sollte man es bleiben lassen (ist nur Hölle für beide). Eine gewisse Polarität kann die Beziehung jedoch auch spannend & leidenschaftlich machen und zeigt, dass man sich auch gegenseitig (uns sich selbst) sexuell ernst nimmt und der andere einem wichtig ist. Ein Mann darf (muss nicht) aber auch heute noch ein körperlich starker Mann sein, dies erhöht die Spannung im Spiel der Geschlechter.

  • Walter Olbrecht sagt:

    Was wir nun (dringend) noch brauchen, ist die zweite Hälfte der Diskussion, nämlich jene über den Mombod (oder Mambody), für den – für sehr viele Männer – Vergleichbares gilt, wie für den Dadbod für Frauen (sie ziehen ihn dem Sixpackbod vor). Und auch hier gibt es die Gruppe der Männer, die lebenslang auf den Girl- oder Modellbod fixiert bleiben. Sie sind, wie die entsprechenden Frauen, zu bedauern, denn das Ungleichgewicht zwischen ihrer eigenen körperlichen Verfassung und jener ihrer ersehnten und faktischen Partnerinnen, wird mit jedem Jahr grösser.

  • Renato sagt:

    Man kann auch sportlich aussehen, ohne ‚Fitnessfanatiker‘ zu sein oder gleich dem Klischee des ‚muskelbepackten, langweiligen, dummen Narzisten‘ gerecht zu werden. Dieser ‚Hype‘ darum ist mindestens so aufgestülpt, wie man es von manchen Schönheitsidealen so behauptet.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Perfekt auf den Punkt gebraucht und somit vollständig als Einseitigkeit enttarnt, bzw. ad absurdum geführt!

  • Peter Kobelt sagt:

    Dass ausgerechnet in den USA der Deadbody propagiert wird, erstaunt nicht wirklich. Die Megatonnen an Körperfett dank Fast- und Convenience-Food sind kaum abtrainierbar, und wenn man(n) dann noch weiss, dass Bauchfett die Lebenserwartung erheblich reduziert….

  • Ylene sagt:

    Ich fan schon immer den Dadbod attraktiv, auch wenn ich selber sehr schlank bin und immer auch von Männern mit Sixpack oder zumindest Sportlerfigur angeflirtet wurde und noch werde. Ich traf meinen Mann mit 20 und bin nach fast 2 Jahrzehnten immer noch äusserst glücklich mit ihm. Er ist ein Genussmensch, der sich trotzdem unter Kontrolle hat (nur kleines Bächlein 🙂 und er ist intelligent, zynisch-lustig, steht zu mir (und stark genug). ME sind Fitnessfanatiker meistens langweilige, ziemlich narzistische Zeitgenossen. Aber zum Glück sind die Geschmäcker ja verschieden.

  • Dilek Demirel sagt:

    Ich finde Dadboddies und vor allem Jason Segel grundsätzlich ok, das Problem ist, dass diese Herren den Humanismus nur für sich selber propagieren. Die Frau an ihrer Seite soll bitteschön trotzdem gerne wie ein Model aussehen. Somit einfach nur eine neue Machismo-Facette. DiCaprio, z.B. welcher sich als grosser Umwelt-Freund aufspielt und die Frauen wie seine Wäsche bei Victoria-Secret auswechselt, dabei wirklich wirklich unschön und unsympatisch aussieht.

  • edith sagt:

    das wort körperakzeptanz gefällt mir… sport gefällt mir auch, aber in normalen zeiteinheiten.. wenn aber man(n) seinen körper täglich mehr trainiert, als dass er sich um seine geistigen fähigkeiten kümmert ist dies nicht sehr sexy, narzistisch veranlagte sind darum oft in keiner längeren beziehung. anderseits nur noch bierbauch und essorgien ohne sport und eigenliebe; gleichermassen unattraktiv… grundsatz: alles in angenehmen, uns und der beziehung wohltuenden häppchen! what else…edith

  • Hans Hintermeier sagt:

    Während meinem heutigen morgendlichen Fitnessprogramm kam mir glaube ich grad die Antwort auf die Frage „weshalb heute dieser Dadbody so stark propagiert wird“: Wahrscheinlich sitzt der Schock noch tief bei den Feministen & Feministinnen, dass so viele Frauen „Fifty Shades of Grey“ toll fanden. Deshalb muss man heute den Teddybären-Mann propagieren, als Gegensteuer. Die moderne feministische Frau möchte den Mann heute nur noch modern d.h. schwach/dümmlich/liebenswert sehen/erziehen (vgl. dieser Artikel: Jason Segel) Alle Männer, die sich diesem Bild anpassen sind selber schuld!

    • Malena Garcia sagt:

      Ich glaube ja nicht dass der Dadbod wirklich so stark propagiert wird, ist doch eher ein Medienhype… Und ja, es geht auch um erotisches Kapital der Geschlechter: Wer gut aussieht (oder sich zuerechtmachen kann) hat mehr Aufmerksamkeit, mehr Wahlmöglichkeiten, mehr Macht in der Beziehung („du spurst oder ich gehe zum/r andern“). Ästhetisches Wettrüsten ist aber nicht die einzig mögliche Konsequenz, man kann sich dem Schönheitszwang auch ein Stück weit entziehen. Feministinnen gibt es in beiden Lagern. Im Übrigen streben nicht alle Feministinnen eine Übervorteilung der Frauen an.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @MG: Danke für diese ehrlichen Worte. Ich persönliche finde es auch schade, wenn es soweit kommt: “du spurst oder ich gehe zum/r andern” und dies ist auch nicht meine Intention. Da es für Frauen in der Regel jedoch bedeutend einfacher ist, einen Mann „abzuschleppen“ und Männer dies in einer Beziehung oft subtil zu spüren bekommen, rate ich den Männern dieses Kräftegefällte nicht noch weiter auszubauen (indem sie zum Dadbod mutieren). Es hat auch mit Selbstrespekt zu tun. Wenn es in einer Beziehung jedoch soweit kommt („du spurtst oder…“), ist dies wahrscheinlich das kleinste Problem i.d.Bez.

      • Malena Garcia sagt:

        @HH: Ja, Frauen können leichter einen Mann abschleppen, und fühlen sich ihren Partnern dadurch z.T. überlegen. Dass Frauen sich ihren Partner eher auswählen können als umgekehrt ist aber eine etwas naive Fehleinschätzung. Frauen stehen ja in Konkurrenz mit anderen Frauen – sie können nur unter denjenigen Männer auswählen, welche die attraktiveren Frauen übriglassen. Ausserdem können sie zwar entscheiden, ob sie einen allzeit bereiten Mann ins Bett nehmen, dieser kann danach aber sehr wohl bestimmen ob er sich nochmal meldet oder nicht.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Liebe LG:dies alles ist mir auch klar und es ist sicherlich nicht nur schwarz/weiss.Mit 600 Zeichen,kann man ein Thema ja auch nicht in allen Facetten beleuchten.Dennoch denke ich,dass es klare Tendenzen gibt,trotz allen Facetten.Es ist sicherlich nicht immer nur eindeutig z.B. ein Geschlecht als Täter.Auch gibt es wieder viele Schattierungen zwischen Schönheitswahn und ästhetischem Empfinden.Ebenso zwischen Fitnesswahn und Lais­ser-faire.Den Dadbod zu propagieren ist ebenfalls sehr einseitig.Um sich dem Schönheitswahn zu entziehen,braucht es m.M.n. echte philosoph.Tiefe im Leben nicht Dadbod.

    • Héloise sagt:

      Also Jason Segel gehört mit seinen 1.93m und seinem generell guten Aussehen sicher nicht zu den optisch Herausgeforderten. Im Gegensatz zum vor ein paar Wochen auf Tagi/Newsnet als Illustration zu einem Michèle-Binswanger-Artikel „posenden“ Bachelorette-Kandidaten und Muskelmann, den frau ihrem Umfeld nicht wirklich gerne vorstellen würde.

  • Malena Garcia sagt:

    Auch der schönste Körper wird schnell langweilig wenn der Rest nicht passt. Und kein Körper ist auf die Dauer so spannend wie ein neuer Körper. Das attraktive am Dadbod ist doch nicht dass er schwabbelt, sondern dass sein Träger nicht Sklave ist von externen oder eigenen Schönheitsidealen oder Modediktaten. Wenn ein Mann derart souverän ist aber Freude am Sport und einen straffen Körper hat, haben wir sicher kein Problem mit dem fehlenden Bauch. Nicht zu unterschätzen ist mMn der Aspekt dass der Körper des Partners auch Prestigeobjekt ist und nicht nur dem eigenen Geschmack genügen muss.

  • Stefan Meier sagt:

    Mich stören nur immer die vielen Kommentare der Frauen z.B. auf 20 Min. wo 99% der Frauen schreiben ein Mann muss das ein Mann muss jenes….Fakt ist doch dass kaum ein Mann in der Schweiz ein Sixpack hat und aussieht wie Brad Pitt. Aber die Leute haben ein völlig verzehrtes Bild von Schönheit durch die Medien, Werbung usw.

    • Widerspenstige sagt:

      Wer kommentiert denn schon bei 20Min. oder ähnlichen Mainstreamplattformen mit? Das ist eine gute Selektion, wer dort sich tummelt und wer hier sich tummelt. Einfacher könnte es nicht mehr sein, die Spreu vom Weizen zu trennen. Aber das ist nur meine persönliche Meinung, die aber aus Lebenserfahrung spricht. Ich würde somit die Meinungen auf solchen Mainstreamplattformen halbieren und dann nochmals halbieren und dann einfach überlesen oder gar nicht lesen wie ich es bisher gemacht habe….

  • Sport, aber nicht übertrieben sagt:

    Das Ding rechts auf dem Foto zuoberst soll Sex-Appeal haben?

  • Hans Hintermeier sagt:

    Ist ja klar, dass Frauen gerne Dadbody haben. Diese Männer bleiben ihnen treu, weil sie bei anderen Frauen keine Chance mehr haben. Das wissen beide und deshalb folgt er schön artig zuhause. Liebe Männer:Schaut,dass ihr immer attraktiv bleibt für den Singelmarkt,dann gibt es auch eine ausgewogene Beziehung zuhause. Falls es schief läuft,habt ihr sonst doppelt verloren. Weil ich es mir selbst Wert bind,pflege ich auch meinen Körper/Muskeln.Mit nur 2×50 Liegenstützen am Tag und 100 Situps bekommt man einen MASKULINEN(von Muskeln)Körper!Jogging für Beine.Warum propagiert man nun ständig Dadbody?

    • Hans Hintermeier sagt:

      Mann muss also nicht unbedingt ins Fitnesscenter gehen.Liegestütze am Morgen während Rasierschaum einwirkt z.B. Und vergesst den Muskel im Kopf nicht!Das wussten schon die alten Griechen,dass ein schöner Geist auch in einem schönen Körper zum Ausdruck kommt (vgl. griech. Philosophieschulen).Trainiert euren Gehirnmuskel z.B. mit anspruchsvoller Literatur.Es sollte nicht ein Entweder-Oder sein (Körper oder Geist).Macht beides um euch zu eMANNzipieren.Um euren Standpunkt zu finden.Ihr sollt nicht eine Wampe haben,nur weil die Frauen das so wollen.Muss sich ein Mann denn an den Frauen orientieren?

    • Darja Rauber sagt:

      Aha, dass das Wort „maskulin“ von Muskeln kommen soll, ist mir neu. Ich dachte immer, es stamme vom lateinischen Wort „masculinus“ für männlich ab und „Muskel“ vom lateinischen „musculus“ = das Mäuschen = „das Mäuschen unter der Haut“. Aber ok, Sie werden es sicher besser wissen…

      • Hans Hintermeier sagt:

        @DR: Wusste gar nicht, dass Sie Philologin sind. Interessant ist doch erst, von wo das lateinische Wort „mas-culinus“ stammt: Es stammt vom Proto-Indo-Europäischen meryo , das die gleiche Wurzel hat wie das marya im Indogermanischen. -ya ist ein Taddhita-Suffix. ar- ist die Tiefstufe von R (Schreibweise nach Havard-Kyoto). Die Wurzel ist also mR. mR ist eine Verbalwurzel die eine kraftvolle Handlung ausdrückt, z.B. kämpfen.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Natürlich ist -ar die Hochstufe von der Tiefstufe R

  • Hotel Papa sagt:

    Frau hat zumindest die Chance, die Gewichtszunahme in echt attraktiver Form zu deponieren. (Ja, ich weiss, nicht alle sind mit den entsprechenden Genen gesegnet.) Bei einem Mann wird das Resultat doch eher belächelt, akzeptiert, als bewundert.

    • Darja Rauber sagt:

      Leider setzen auch nicht alle Frauen das Gewicht nur an den Hüften an. Noch nie eine Frau mit dickem Bauch (nicht schwanger!) gesehen? Und warum sollten sich denn so viele Frauen den Po chirurgisch vergrössen lassen, wenn dies nur mit Essen erreicht werden könnte? Oh nein, stärker als das Geschlecht dürfte sich auch bei Frauen die Genetik auswirken. Auch bei Frauen gibt es „knabenhafte“ Figuren und „Madonnen“, und eine Europäerin wird niemals Hüften/Hintern wie eine Afrikanerin entwickeln…

  • Marcel Zufferey sagt:

    Mombod ist doch schon lange in, Stichwort Plus Size Models, Anti-Diät-Tag, etc. Und der Reiz des Unperfekten ist tatsächlich enorm. Wir werden täglich dermassen stark mit Schönheitiodealen geflutet- also da reagiere ich schon lange paradox..!

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