Ein Hoch auf die Silberfüchse

Attraktiv in Grau: Schauspieler Richard Gere. Foto: Reuters

Attraktiv in Grau: Schauspieler Richard Gere. Fotos: Reuters

Actor John Travolta shows off his new watch before a news conference in Singapore

Peinliches Streuhaar: Schauspieler John Travolta.

Kürzlich lernte ich einen attraktiven Mann kennen. Er war mein Tischnachbar bei einer Hochzeit – ein guter Unterhalter und ebensolcher Tänzer: Er machte den Abend zu einem wahren Vergnügen. Nur etwas irritierte mich: sein lackschwarzes Haar. Sein Alter, irgendwo Mitte 50, und sein Haar, ohne jegliche graue Strähnen, passten irgendwie nicht zusammen. Nach einigen Gläsern Champagner nahm ich meinen Mut zusammen und sprach ihn auf seine Haarpracht an. Er antwortete verschämt: «Ich färbe meine Haare schon seit vielen Jahren, weil ich mich mit grauen Haaren nicht attraktiv finde.»

Ich schluckte zweimal leer und stotterte so etwas wie: «Ähm, steht dir wirklich gut», aber der Mann hatte seine Anziehung auf mich schlagartig verloren. Für den Rest des Abends tauchte jedes Mal, wenn ich ihn ansah, John Travolta vor meinem geistigen Auge auf mit seinem rabenschwarzen Streuhaar.

Wie Streuhaar funktioniert? Bitte:

Ich mag gepflegte Männer. Ob sie sich rasieren oder Bartträger sind, Tagescreme verwenden oder nur Wasser und Seife, spielt für mich keine Rolle. Hauptsache sie riechen gut.

Was einen Mann für mich attraktiv macht, ist sein Selbstbewusstsein. (Das Gleiche gilt übrigens auch für Frauen.) Aber gefärbte Haare? Das geht gar nicht. Und ist auch keine Geschmackssache, sondern ein No-go, weil es schlicht affig aussieht und schreit: «Ich kann nicht alt werden!» Die Coiffeuse meines Vertrauens hat mir übrigens kürzlich gesagt, dass sich jeder dritte Mann, der sich von ihr die Haare schneiden lässt, nach Möglichkeiten des Haarefärbens oder Mèchens erkundige.

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«Coup de soleil»: Geiger David Garrett. Foto: PD

Aber nicht nur ältere Männer wollen mit dem Überdecken des Haupthaares ihre Jugend verlängern, auch die jüngere Generation schreckt vor dem Färben nicht zurück. Bei Justin Biebers blond gefärbter Tolle mag man noch von jugendlichem Leichtsinn sprechen, aber Stargeiger David Garretts «coup de soleil» wirkt nur lächerlich. Auch in der Vergangenheit blondierten einige Stars die Haare: David Beckham und Brad Pitt glichen sich so ihren jeweiligen Partnerinnen an. Der Einzige, den man anschauen konnte, ohne Augenwasser zu bekommen, war Ryan Gosling, der im Film «The Place Beyond the Pines» Wasserstoffblond trug (siehe Trailer unten). Allerdings könnte er für mich auch eine Glatze und 20 Kilo Übergewicht rumtragen, er ist immer sexy.

f-1_1029663Sexy ist auch Silverfox Richard Gere, der kürzlich in einem Interview sagte, dass er privat seine Haare noch nie gefärbt habe und auch nicht gedenke, es jemals zu tun. So viel Selbstbewusstsein wünsche ich jedem Mann. Und auch uns Frauen. Denn viele sehen mit grauen Haaren ganz toll aus! Zum Beispiel das Model Carmen Dell’Orefice (Bild).