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Die sonnige Jahreszeit steht in voller Blüte, meine Damen und Herren, die Tage sind lang und hell, es jauchzt die Amsel mit silberhellem Ruf, und Millionen von Singles verdrängen wieder erfolgreich die Rilke-Zeile «Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben … » – aber haben Sie mal, so als Nicht-Single, einen kritischen Blick auf das Wesen da drüben auf dem Sofa geworfen? Vielleicht sitzt ja da Ihre kommende Herbstdepression, mit der Fernbedienung in der Hand. Mit anderen Worten: Sie mögen einen Partner haben – doch ist es der Richtige? Ist es Leidenschaft? Oder ist es nur diese Mischung aus Angst und Bequemlichkeit, die Sie zusammenhält? Machen Sie den Test … und das geht ganz leicht: Bitte entscheiden Sie sich für eine Antwort pro Frage. Dann konsultieren Sie die Auflösung. Sofern Sie das verkraften. Und denken Sie daran: Der Begriff «Partner» wird hier durchgängig geschlechtsneutral verstanden, so dass dieser Test für jede Paarkonstellation anwendbar ist.

  1. Was würden Sie als den gravierendsten Unterschied zwischen sich und Ihrem Partner bezeichnen?

    A) die grundsätzliche Lebenseinstellung
    B) das Alter
    C) das Gewicht
    D) die grundsätzliche Einstellung zu «Germany’s Next Topmodel»

  2. Worüber streiten Sie mit Ihrem Partner am häufigsten?

    A) Untreue
    B) Geld, Feriendestinationen und Einrichtungsfragen
    C) wir streiten nie
    D) «Germany’s Next Topmodel»

  3. Womit ist Ihr Partner hauptsächlich beschäftigt?

    A) mit mir
    B) mit seinen beruflichen Verpflichtungen
    C) mit seinem Bewährungshelfer
    D) mit sich selbst

  4. Bitte vollenden Sie folgende Aussage:

    Langfristig funktionierende Beziehungen beruhen auf ...
    A) ... Konfliktvermeidung.
    B) ... Geld.
    C) ... geteilten Routinen.
    D) ... geteiltem Sinn für Humor.

  5. Was könnten Sie Ihrem Partner nie verzeihen?

    A) negative Kommentare über meinen Körper
    B) Herzinfarkt auf dem Power Plate, bevor wir das Prenup unterschrieben haben
    C) negative Kommentare über meine Intelligenz
    D) Crocs

  6. Was hat Sie an Ihrem Partner zuallererst fasziniert?

    A) seine Augen
    B) sein Adelstitel
    C) sein Charme
    D) seine intime Kenntnis des cineastischen Meisterwerks «Zyklopenuschi» (1984)

  7. Ihr Wahlspruch in der Beziehung lautet:

    A) Jedem das seine.
    B) Teile und herrsche.
    C) Wo gehobelt wird, da fallen Späne.
    D) Kleinvieh muss fruchtbar sein, sonst wird es totgetreten.

  8. Welche Aussage beschreibt am ehesten Ihr Verhältnis zur Familie Ihres Partners?

    A) Sie werden gerne als Babysitter oder Familienfeierplaner angefragt.
    B) Man fürchtet sich vor Ihnen.
    C) Die Familie Ihres Partners ist Ihnen unbekannt. So wie ihm selbst auch
    D) Nach den Geburtstagsgeschenken zu schliessen, die Sie kriegen, hat man in der Familie Ihres Partners nicht die geringste Ahnung, was Sie mögen oder wer Sie sind.

  9. Wann haben Sie Ihrem Partner das letzte Mal gesagt, dass Sie ihn lieben?

    A) vor fünf Minuten
    B) vor zwölf Jahren
    C) weiss nicht
    D) als er mir heute das Essen brachte

  10. Bitte, vervollständigen Sie folgende Aussage:

    Sex ist für eine funktionierende Beziehung ...
    A) ... irrelevant.
    B) ... ein notwendiges Übel.
    C) ... das Salz in der Suppe.
    D) ... ein diskretes Privatvergnügen.

AUSWERTUNG

Hier erfahren Sie, ob Ihre Beziehung als statistischer Mittelwert durchgehen kann. Oder als Zirkusattraktion.

meistens A):

Sie können schlecht alleine sein, stimmt’s? Und Sie werden einfach mit dieser komischen Stille zwischen den Sätzen nicht fertig. Damit will ich sagen: Sie wirken ein bisschen unsicher. So unsicher, dass Sie augenscheinlich mit jedem Partner zufrieden sind. Solange er atmet. Denn ohne Beziehung würde Ihnen Ihr Leben leer und sinnlos vorkommen. Allerdings weist Ihr Leben auch mit Partner einen Grad an Abwechslungsreichtum auf, bei dem selbst eine Batteriehenne Abendkurse nehmen würde. Gehen Sie mal raus und machen Sie ein bisschen was aus sich. Das macht Sie auch für andere attraktiver.

meistens B):

Sie sehen Beziehungen praktisch. Und das ist die zurückhaltende Umschreibung für: Sie sind die skrupellose Goldgräber-Type. Sie sind im Umgang mit anderen Leuten die Berechnung in Person und betrachten nicht nur Ihren Haustiertrainer und Ihren Therapeuten, sondern auch Ihren Lebenspartner als Ihren Angestellten. Und normalerweise kriegen Sie genau das, was Sie wollen. Natürlich sind Sie als kühler Stratege und schlüpfriger Aal schwer zu fassen und riskieren als Prediger des abgefeimten Vorwärtskommens andauernd die gesellschaftliche Kritik, aber das ist Ihr einziges Risiko. Abgesehen von Beta-Alkoholismus. Und keiner liebt Sie wirklich. Aber Sie sind so unsensibel, dass Ihnen das kaum was ausmacht.

ausschliesslich B):

Sie sind Victoria Beckham.

meistens C):

Sie haben verstanden. Verstanden, dass Zusammenleben vor allem eine Kompromissfrage ist. Sie sind versiert und zuvorkommend und bereit, Zugeständnisse zu machen, und wenn Ihnen hier und da mal ein kleiner Fauxpas oder eine ruinierte Affäre unterläuft, kompensieren Sie das mit Charme und Humor. Und mit der zeitlosen Einsicht: Es wird immer Dates geben, die nicht hinhauen, egal, wie diplomatisch Sie sich benehmen.

meistens D):

Bei Ihnen scheint alles OK. «Ich bin OK, du bist OK!» ist geradezu Ihr Mantra. Sie sind so entspannt, dass es schon bedrückend ist, jedenfalls für nervöse Leute wie mich. So wie manche Menschen Bauernschläue haben, strahlen Sie so eine Art natürlicher Gelassenheit aus. Die sich meistens darin äussert, dass Sie fröhlich vor sich hinleben und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen und auch Ihre Mitgeschöpfe, vor allem Ihren Lebenspartner, nicht krampfhaft zu verändern versuchen. Sie werden nie alleine sein. Es sei denn, Sie ziehen nach Frankreich.

ausschliesslich D):

Sie sind gar keine real existierende Person. Sowas wie Sie gibt es gar nicht.

(Im Bild oben: Kathleen Turner und Michael Douglas in «War of Roses», 1989. Foto: Twentieth Century Fox)