Was passiert mit Haustieren nach der Scheidung?

Und andere Sachen, die wir im April gelernt haben.

Wenn zwei sich streiten…: Immer mehr Ehepaare regeln, was im Falle einer Trennung mit dem Haustier passiert. (Foto: iStock)

Die Nonkonformität als Leitwert bringt zwar immer wieder neue Ideen hervor, meine Damen und Herren, mathematisch Phasenübergänge genannt. Doch dann synchronisieren sich die Akteure, das Neue wird MOR: middle of the road. Mit anderen Worten: Wir leben in Zeiten, in denen Satire sehr schnell real erscheint. Und umgekehrt. Das können wir unter anderem daran ablesen, dass die Hygieneprobleme von Julian Assange ein grosses Thema im gerade ablaufenden Monat waren. Und sonst? Dies:

  1. Phänomen des Monats I: «Digital Squatting». Bezeichnet die Reservation oder Besetzung von Accountnamen auf sozialen Medien mit dem einzigen Ziel, die Benutzung dieser Namen für andere unmöglich zu machen bzw. den Namen für Geld anzubieten. Die Verhinderung von Digital Squatting war die offizielle Begründung von Instagram dafür, dem britischen Fahrlehrer Kevin Keiley seinen Accountnamen «@sussexroyal» zu entziehen, damit dieser Name zur Verfügung stehe für den neuen Gram-Account von Harry und Meghan, Herzog und Herzogin von Sussex. Deren Konto hatte bereits einen Tag nach der Lancierung über eine Million Followers, ein neuer Rekord für Instagram.

  2. Da wir von Herzogschaften reden: Die Tourismusverantwortlichen der Herzogschaft Cornwall haben sich beschwert, dass Cornwall bei den BBC-Wettervorhersagen stets durch den Wettermenschen verdeckt würde. Die BBC zeigt sich entgegenkommend: Künftig soll der Wettermensch noch mehr auf der Seite stehen.

  3. Apropos Wetter: Studien haben gezeigt, dass Sturmtiefs mit Frauennamen weniger ernst genommen werden. (Gilt sogar für «Camilla»)

  4. Phänomen des Monats II: «Pet-Nup». Immer mehr Ehepaare schliessen Vereinbarungen, die regeln, was im Falle einer Trennung mit dem Haustier passiert. Nicht nur die Aufteilung des Sorge- und Besuchsrechts wird hier festgeschrieben, sondern auch Fortpflanzungsregeln und Friseurauswahl. Falls das Haustier Haare hat.

  5. Phänomen des Monats III: «Humblebragging». Bezeichnet eine besondere Form des Aufschneidens, die mit scheinbarer Selbstabwertung und/oder Tugendsignalisierung einhergeht. Beispiel: «Natürlich konnte ich mich bei den glutenfreien Brownies nicht beherrschen, und jetzt habe ich Schokolade um den Mund auf den Pressefotos von der Klimademonstration.»

5 Kommentare zu «Was passiert mit Haustieren nach der Scheidung?»

  • werner boss sagt:

    „Studien haben gezeigt, dass Sturmtiefs mit Frauennamen weniger ernst genommen werden“
    Das ist eine reine Behauptung eines ausgeprägten Macho! Für den Normalo spielt der Name keine Rolle, nur die Situation, in der man sich bei einem allfälligem Sturm befinden könnte! Dass ich mich nicht wegen jedem Stürmchen in den Schutzkeller verkrieche, dürfte ja wohl zu erwarten sein.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Diese Wort-Erfinderei scheint zum Hobby der Menschheit geworden zu sein. Nur kennt sie „niemand“ und sie dienen bloss dazu, um darüber zu schreiben. Das ist so, wie wenn Juristen die Gesetze machen und ihre Lücken hinterher vor Gericht für ihre Mandanten ausnutzen.
    Das mit dem Sturmtief ist allerdings interessant. Es zeigt, wie primitiv wir Menschen weiterhin sind. Fakten haben kaum Belang, die Instinkte dominieren. Vernunft ist zwar unsere Veranlagung, aber nicht unsere Stärke.
    Und Terry Pratchett behält halt doch recht, wenn er den Menschen nicht als Homo Sapiens („wissend“) sieht, sondern als Pan Narrans („den Geschichten-erzählenden Affen“). Und dort, wo selbst die Geschichte fehlt, helfen unsere Vorurteile nach.

  • HENRY sagt:

    Die Nummer vier lässt sich einfach lösen, zumindest, wenn es sich um ein, mittlerweile sogar in pekuniär wenig bedachten Gesellschaftsschichten vorkommendes, Pferd handelt. Mein Schuhmacher beklagt den steten Mangel an verfügbarem Leder für Cordovans. Sollten wir das Auto wieder künftig durch das Arbeitspferd ersetzen in dem nahenden deindustriealisierten „grünen Arbeiter – und Bauernstaat“ , wäre dieser Mangel zumindest behoben.

  • Scout sagt:

    Die Phasenübergänge sind mathematisch beschreibbar, aber bei jedem Stoff unterschiedlich. (Ein Zusammenhang mit der Nonkonformität ist unverkennbar.) Dafür gibt es Variablen, etwa λ. Bemerkenswert ist die Anomalie des Wassers. Aber das dürfte nur von geringem Interesse sein (vgl. 5).
    Zu 4: Das Tier ist keine Sache (mehr), wenn eine besondere Vorschrift besteht (Art. 641a ZGB). Früher wurde das bei einer Scheidung mithilfe des Richters praktisch gelöst, weshalb sich unser ZGB-Professor über die neuen Gesetzesnormen aufregte. Eine gültige Vereinbarung wäre deshalb in den formgerechten Ehevertrag aufzunehmen bzw. in den ebenso formgerechten Vermögensvertrag nach Partnerschaftsgesetz.
    Zu 5: Früher nannte man dies „fishing for compliments“. Schon wieder „früher“.

  • sophie sagt:

    Arme Tiere. Es geht wie mit den Kinder, haben die Eltern noch Respekt zueinander geht es ungefähr. Aber sonst ? Der Hund sollte zu dem gehen den er am meisten liebt und umgekehrt. Armes Tier.

Kommentar

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