Der Alltag als Rätsel

Eine kleine, aber feine Übung in Demut.

Die Ramones! Wie nannten sich die mit Vornamen? Foto: Catherine Betts (Rhino Records/Reuters)

62 Prozent der US-Amerikaner wissen nicht, wie der aktuelle israelische Ministerpräsident heisst, meine Damen und Herren. Meldungen dieser Art erreichen uns regelmässig, und gerne denkt der bornierte Mitteleuropäer dann: Haha, die Amerikaner, ja, immer laut, immer vorne dabei, aber keine Ahnung, wir habens ja gewusst. Eine derartige Haltung ist nun indes ihrerseits ein bisschen unreflektiert.

Oder, lassen Sies mich mal so ausdrücken: Selbst wenn Sie selbstverständlich wissen, wie der aktuelle israelische Ministerpräsident heisst – kennen Sie auch noch den Namen seines Vorgängers? Oder könnten Sie beispielsweise auf einer unbeschrifteten politischen Landkarte der Schweiz jedem Kanton den richtigen Namen zuordnen? Und selbst wenn Sie damit selbstverständlich keinerlei Schwierigkeiten hätten, könnten Sie dann auf einer unbeschrifteten politischen Landkarte der USA den Bundesstaat Wyoming identifizieren?

Und falls Sie nun einwenden, dies seien ja hochgradig spezialisierte Fragen, so ungefähr auf dem Niveau der Kopenhagener Interpretation der Quantenmechanik, dann sage ich: Schön, bitte sehr, dann hätte ich hier fünf völlig alltägliche Alltagsfragen für Sie. Prüfen Sie sich. Und Ihre Ahnung. Good luck!

  1. Was ist der Unterschied zwischen einem T-Bone und einem Porterhouse Steak?

  2. «Ein einfacher junger Mensch reiste im Hochsommer von Hamburg, seiner Vaterstadt, nach Davos-Platz im Graubündischen.» Das ist der erste Satz welchen weltberühmten Romans?

  3. Wofür steht WLAN?

  4. Wofür steht WC?

  5. Johnny, Tommy, Gigi, Joey und Dee Dee. Wer war kein Ramone?

2 Kommentare zu «Der Alltag als Rätsel»

  • Meinrad Angehrn sagt:

    Eigentlich war es meine ursprüngliche Absicht, diesen Artikel mit dem gescheiten „Scio me nihil scire“ zu kommentieren, zu deutsch: Ich weiss, dass ich nichts weiss. Aber das war eine nachlässige Übersetzung von Cicero aus dem Griechischen, wie mich (tatsächlich) Tante Wiki lehrt. Vielmehr heisst es in der Platons „Apologie des Sokrates“: Ich weiss, dass ich nicht [also nicht: nichts] weiss. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es sich beim Zitat in Nummer 2 um einen Fake handeln muss.

  • LiFe sagt:

    WC steht für windy corner

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