Die fünf wichtigsten Fragen der Welt

Antworten auf die besten Fragen, die Google anbietet, sobald man im Suchfeld zu schreiben beginnt.
Tingler

Google hilft nicht nur, Antworten zu finden, sondern auch, Fragen zu stellen. Foto: Keystone

Also, meine Damen und Herren, ich google neulich so: «Kann ein Roboter Geldpolitik?» Weil das ja eine Frage ist, die einen umtreibt, nicht wahr? Genauer gesagt kam ich zunächst bei meiner Suche nur bis zur Eingabe von «Kann ein…» – dann wurde ich abgelenkt. Und zwar durch die fünf Fragen, die der Google-Algorithmus zur automatischen Vervollständigung mir anbot. Sie finden sie nachfolgend. Samt meiner Antworten. Schliesslich handelt es sich um die fünf meistgestellten Fragen, jedenfalls beginnend mit «Kann ein…», – und ich für meinen Teil bin bekannt, ja, geradezu berüchtigt dafür, dass ich mich ohne Scheu mit allem auseinandersetze. Weil ich weiss, dass Ihnen das weiterhilft und Freude macht. So bin ich. Wo war ich? Richtig, bei den fünf wichtigsten Fragen der Welt:

  1. Kann ein Narzisst vermissen?

    Natürlich. Ein Narzisst kann alles Mögliche vermissen, zum Beispiel einen Spiegel oder feuchtes Klopapier. (Fragen Sie mich nicht, woher ich das weiss.) Ich habe allerdings den Verdacht, die Frage wurde von besorgten (prospektiven) Lebensabschnittspartnern von (mutmasslichen) Narzissten eingegeben und bezieht sich auf sie selbst, was selbst wiederum ziemlich narzisstisch ist. Diesfalls lautet die Antwort: Panik ist nie ein guter Ratgeber. Schon gar nicht bei Google.

  2. Kann ein Narzisst lieben?

    Lassen Sie mich mit ein paar Gegenfragen antworten: Was ist das für eine Besessenheit mit Narzissten? Laufen da draussen keine anderen Leute rum? Oder werden hier Mitmenschen vorschnell zu Narzissten deklariert, bloss weil sich andere ungeliebt fühlen?

  3. Kann eine Wespe mehrmals stechen?

    Endlich mal eine vernünftige Frage. Also: Im Gegensatz zur Biene kann eine Wespe mehrfach stechen. Denn Wespen haben einen glatten Stachel. Bienen dagegen haben so was wie einen Widerhaken am Stachel. Daher bleibt der Bienenstachel nach dem Stich in der Haut stecken – mit tödlichen Folgen für die Biene. Bei den Wespen und Bienen können übrigens nur die Weibchen zustechen. Und nicht alle Wespenarten verfügen über einen Stachel, der die menschliche Haut durchdringen kann. Habe ich alles im Internet gefunden. Fabelhaft, nicht wahr?

  4. Kann ein Baby zu viel schlafen?

    Jedenfalls nicht im Flugzeug.

  5. Kann ein Tampon verschwinden?

    Ja. In der Handtasche. Alles andere klären Sie bitte selbst ab. Auch mein Einsatz hat Grenzen. Im Gegensatz zu Google.

 

4 Kommentare zu «Die fünf wichtigsten Fragen der Welt»

  • Rolf Rothacher sagt:

    Es sind nicht die 5 meistgestellten Fragen, die Google anzeigt, sondern bloss 5 (für Google) relevante Fragen von Usern zu Themen, die gerade (bei Google) als Top-Theme/Trend-Themen gelten. Alle paar Stunden wechseln bei Google dies „Trend-Themen“, so dass sich auch die vorgeschlagenen Fragen völlig ändern, egal, wie oft sie gestellt wurden.
    („Habe ich alles im Internet gefunden. Fabelhaft, nicht wahr?“)

  • Pippo Ba sagt:

    Wollte Google fragen, ob Philipp Tingler die 5 ersten Angaben einfach so ueberspringen darf….

    Nach der Eingabe von ‚darf phili‘ erschien sofort: philipp darf nicht petzen

    Ok, das ist diesbezueglich zumindest eine Aussage – immerhin gings um die Ortung von Handys (Handies?). Dann kommt unweigerlich die Frage: ‚Darf man das eigentlich?‘

    Nach der Eingabe von ‚darf ein‘ erscheint sofort“
    – 18 jaehriger mit einer 14 jaehrigen schlafen
    – Diakon trauen
    – 18 jaehriger mit einer 16 jaehrigen schlafen
    – Hund Paprika essen

    Ich meine, das sind doch echte fragen, die die Menschen bewegen, denn koennen tun wir theoretisch alles, ‚duerfen‘ aber, ist doch selbst fuer Philosophen ein anderes Kaliber, oder?

  • thomas meiner sagt:

    Herr Tingler, willkommen in der Filterblase!
    Keine Ahnung, ob der Computer/Benutzeraccount auf dem sie diese Worte „Kann ein“ eintippten ihr persönlicher Computer/Benutzeraccount war?
    Mit Sicherheit, sagen die Art der Vorschläge von Google, mehr über den Benutze als über deren Relevanz. Beinahe schon ein psychische Analyse des Benutzers. Google individualisiert aufgrund von vergangen Suchanfragen die Vorschläge. Dies kann man nun als praktisches Future oder als Bevormundung und Filterblase, welche die Meinung des Individuums verbiegen kann, ansehen. Die Zeit als Suchmaschinen noch tatsächlich Resultate nach Relevanz auflisteten sind längst vorbei. Heute wird nach persönlichen Vorlieben – oder in ihrem Fall scheinbar nach vermeidlichen Vorlieben – gelistet.

  • Pippo Ba sagt:

    Einerseits gehe ich mit Ihnen einig, Herr Meiner, naemlich insofern, als dass sich die Suche auf internationalen Seiten des G-Konzerns seit einiger Zeit seltsam anders ausnimmt.
    .
    Beunruhigen taete mich dann aber schon, dass ich bei ‚darf ein‘ augenblicklich Vorschlaege wie oben aufgelistet auftauchen….

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.