Weniger ist mehr

Weniger von vielem, bitte.

Katze oder Scheisshaufen? Die Gefühlsausdrücke unserer Zeit. (Foto: David Becker/Getty Images)

Der Mikroblogging-Dienst Twitter, meine Damen und Herren, erprobt gerade die Verdopplung seiner maximalen Kurznachrichtenlänge von 140 auf 280 Zeichen. Wieso? Wir sind doch sowieso schon von viel zu vielen Zeichen umgeben. Das scheint uns also das falsche Signal zu setzen. Wir möchten hier gerne dezidiert und leidenschaftlich die gegenläufige Bewegung unterstützen: Weniger ist mehr. Diese Maxime wäre auf so unendlich vielen Feldern ein Gewinn. Zum Beispiel:

  1. Weniger Emojis. In was für einer Zeit leben wir eigentlich, wenn deren Hauptproblem zu sein scheint: «Ich kann mich nicht für ein Emoji entscheiden!»? Und welche kulturelle Richtung haben wir eingeschlagen, wenn ein lachender Haufen Kacke als Ausdrucksmittel für Gefühle fungiert? Hm?

  2. Weniger Kandidaten beim «Bachelor». Dann wäre das Ganze wenigstens schneller vorbei. In weniger Folgen. Apropos weniger Folgen: Weniger Folgen bitte auch von «Game of Thrones». Am besten null. Oder war das «Hunger Games»? Ich kann die nicht auseinanderhalten. Genauso wie Harry Potter und dieses Hobbit-Zeug. Oder ist das dasselbe? Egal. Von allem weniger!

  3. Weniger Kandidaten auf den Shortlists und Longlists von Buchpreisen. Weniger Buchpreise. Weniger Bücher. Weniger Bücher. Weniger Bücher.

  4. Weniger Filmfestivals.

  5. Weniger Rollkoffer. Weniger Billigläden. Weniger Ramsch. Weniger Internet. Weniger vegan. Weniger Haarpflegeprodukte. Weniger Biopics. Weniger Musicals. Was kommt als Nächstes – Melania: Das Musical? Weniger Berichterstattung über Fake-News. Und über Naddel und Krümel. Da fällt mir ein: Ich muss die gleich mal googlen. Wiedersehen. Bis nächste Woche.

12 Kommentare zu «Weniger ist mehr»

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