Alles wird … schlimmer?

Wir hoffen nicht.
Glauben wir an den Fortschritt! Trotz Mariah Careys Reality-Show. Foto: Mario Anzuoni (Reuters)

Ein Hoch auf den Fortschritt! Trotz Mariah Careys Reality-Show. Foto: Mario Anzuoni (Reuters)

Willkommen im neuen Jahr, meine Damen und Herren! Alle reden ja davon, wie unschön das Jahr 2016 gewesen sei, dessen Ende man allgemein schliesslich kaum noch erwarten konnte. Nun richtet man den Blick hoffnungsvoll nach vorne. So ist der Mensch. 2017 könnte allerdings genauso gut noch schlimmer werden. Stellen Sie sich vor:

  1. Kim Kardashian gewinnt den Literaturnobelpreis. Für ihre Tweets.

  2. Im Sommer spielen alle Pokémon Go-Go. Da sind die Monster nackt.

  3. Ivanka Trump wird Frauenbotschafterin der Vereinten Nationen. Als Nachfolgerin von Wonder Woman.

  4. MC-Hammer-Hosen kommen zurück. Big time. (Quelle: giphy)

  5. Sehen Sie? Und deshalb ist es wichtig, dass wir den Glauben nicht aufgeben. Den tätigen Glauben nicht an irgendwelche Jenseitigkeiten, das ist Privatsache, sondern zunächst mal an ein Ideal der Aufklärung: Fortschritt und Vernunft. Folgen wir Immanuel Kant: Die teleologische Hypothese, also die Annahme eines Fortschritts in der Geschichte, muss unser Erkennen und Handeln leiten, ohne dass ihr objektive Realität zugeschrieben werden kann und muss; ungeachtet ihrer kognitiven Nichtgesichertheit ist jene Hypothese für ein rationales Begreifen der Geschichte wie auch für ein vernünftiges Handeln in der Geschichte unverzichtbar. Mit anderen Worten: Wir müssen uns weiterhin einfach so benehmen, als gäbe es den Fortschritt – dann gibt es ihn auch. Auch wenn Mariah Carey jetzt ihre eigene Reality-Show hat. Wer in der Geschichte vernünftig im Sinne Kants handeln will, agiert auf ein Fortschrittsziel hin, in Richtung einer friedvollen, moralischen Welt freier und gleicher Menschen. Wären Sie so freundlich, das im neuen Jahr zu tun? Vielen Dank.

 

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