Trumphaar

U.S. Republican presidential candidate Donald Trump signs autographs at a campaign rally in Spokane, Washington, U.S., May 7, 2016. REUTERS/Jake Parrish - RTX2DANS

Wir müssen mal wieder über Donald Trump sprechen, meine Damen und Herren. Und zwar über seine Haare. Es ist wichtig, gerade in diesen Zeiten entsetzlicher Anschläge auf die freie Gesellschaft und der Aktualisierung des Konflikts zwischen Aufklärung und Vormoderne, dass wir auf Donalds Haare zurückkommen. Denn wir haben nichts anderes. Donald Trump ist kein Politiker. Diese Eigenschaft ist seine einzig authentische. Sie ist sein Unique Selling Point, ein Alleinstellungsmerkmal, zu dem die Essayistin Fran Lebowitz sehr elegant Folgendes bemerkte: «Bei einem Rohrbruch käme kein vernünftiger Mensch auf den Gedanken, zu sagen: Jetzt brauchen wir unbedingt jemanden, der kein Klempner ist.» Was bleibt, sind: die Haare. Sie sind insofern ein Symbol. Und als solches schon beizeiten erkannt worden. Unlängst hat die «Washington Post» herausgefunden, dass die erste überlieferte Auseinandersetzung mit Donald Trumps Haaren aus dem Jahr 1984 stammt. Da war Trump 38 und in einem Zeitungsporträt über ihn finden sich die Worte: «Sein sandfarbenes Haar ist möglicherweise etwas zu lang für die Standards der Geschäftswelt.» Über drei Dekaden später ist die Befassung mit dem trumpschen Schopf längst zu einer eigenen journalistischen Kunstform geworden. Was die «Washington Post» veranlasste, eine Liste der 100 originellsten Charakterisierungen von Donalds Haupthaar zu erstellen, aus denen ich hier die fünf besten, poetischsten rausgesucht und für Sie übersetzt habe:

  1. «Ein verrottender Maiskolben.»

  2. «Die gefurchte Schneise, die ein Schnellboot in einem See aus Orangensorbet hinterlassen würde.»

  3. «Das männliche Äquivalent eines Push-up-Bra.»

  4. «Ein zwischendimensionaler, die Schwerkraft verformender Strudel.»

  5. «Ein verwesender Kürbis, bewohnt von bösartigen Albino-Eichhörnchen.»

Ob in dieser Frisur bösartige Albino-Eichhörnchen hausen? Donald Trump an einer Wahlkampfveranstaltung. Foto: Reuters