Feste der Kultur

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Die Stadt Los Angeles inspiriert und inspirierte ganz unterschiedliche Einschätzungen, meine Damen und Herren. John Lennon zum Beispiel sagte Folgendes über die Stadt der Engel: «That’s just a big parking lot where you buy a hamburger for the trip to San Francisco.» Daran stimmte und stimmt immerhin so viel: Die Parkmöglichkeiten in LA sind amazing.

Werner Herzog hingegen vertrat eine andere Auffassung: «Los Angeles is the city with the most substance in the United States – cultural substance. Things get done in Los Angeles.»

Ich selbst liebe, wie der treue Leser weiss, Los Angeles, so wie man einen Ort eben lieben muss, dessen Vorstellung von «altem Geld» ungefähr identisch ist mit: Jane Fonda. Ich muss oft an diesen Ort denken – zum Beispiel, wenn ich Fiji-Wasser sehe, wie neulich in Zürich beim Einkaufen. Als ich das erste Mal in LA war, was etliche Jahre her ist, war Fiji Water gerade all the rage. Und wir hatten es im Auto, als wir eines Nachts den Beverly Boulevard runterfuhren, über dem ein zarter Schleier musselinartigen Nebels lag, aus dem die lächerlich hohen Palmen wie seltsame Lollipops staken, Wegmarken eines leicht schwankenden Candylands. Der selige Produzent Jerry Weintraub hat in «Vanity Fair» zu Protokoll gegeben: «My perfect day in L.A. is every day …»

So weit Memory Lane. Ansonsten möchte ich gerne mit Richard Rorty daran erinnern, dass der Grossteil der Realität indifferent gegenüber unseren Beschreibungen von ihr ist. Und dass das menschliche Selbst durch die Verwendung eines Vokabulars geschaffen und nicht adäquat oder inadäquat in einem Vokabular ausgedrückt ist. Denken Sie mal drüber nach. Bis übermorn.

3 Kommentare zu «Feste der Kultur»

  • Kristina sagt:

    Ja. Wenn ich es mir richtig überlege stand am Anfang das Wort. Oder nein, war es womöglich der Alphabeat? Ja, oder nein, oder ja. Vielleicht einfach nur Radioactive?

  • Anh Toàn sagt:

    Wasser von den Fidschi Inseln in LA (Distanz ca. 9000KM) ist ein Paradebeispiel postmoderner Gleichzeitigkeiten im Raum-Zeit-Kontinuum. (alles, jederzeit, überall)

    P.s: Wasser von den Fidschi Inseln für CHF 4.50, ist das Gegenteil von altem Geld – „von den Reichen lernt man sparen“ -, sondern posh!

  • Eos sagt:

    Das menschliche Selbst ist durch die Verwendung eines Vokabulars geschaffen, das es in der Kindheit aufgesogen und damals und später derart selbst weiterentwickelt hat, dass es «ureigenstes» Vokabular ist. Adäquanz oder Inadäquanz in einem Vokabular eines Anderen ist praktisch unmöglich. Für mich ist das problematisch, denn ich will mich ja in der Welt, Kultur und externen Realität bewegen, will kommunizieren. Die Übersetzung aus meinem «ureigensten» Vokabulars gelingt mir aber häufig nicht. Jemand, der mich gut kennt, sagte mir mal, ich fände ohnehin alle Leute blöd.

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