Mama kocht, Papa wärmt auf

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Es gibt nichts, was sich nicht wieder aufwärmen liesse, meine Damen und Herren. So lautet einer der Slogans einer aktuell ziemlich allgegenwärtigen Plakatkampagne für Ikea. Das dazugehörige Bild zeigt einen Papi, der gerade überlegt, welche von Mamis Mahlzeiten er wieder aufwärmen soll. Woher ich weiss, dass Mami gekocht hat? Weil sie auf dem anderen Plakat abgebildet ist, das ich nachts an der Tramhaltestelle für Sie fotografiert habe: die glückliche Frau am Herd, der die häusliche Harmonie und die wohlwollende Aufnahme des von ihr liebevoll zubereiteten Essens durch die Familie wichtiger sind als die Welt da draussen. Ja, es gibt nichts, was sich nicht wieder aufwärmen liesse. Zum Beispiel Rollenklischees von vorgestern. Bei Ikea.

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Während Mama mit den Töchtern kocht, …

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…können Papa und Sohn das Essen aufwärmen. Wie praktisch! Fotos: Ikea

15 Kommentare zu «Mama kocht, Papa wärmt auf»

  • Brunhild Steiner sagt:

    Ehm, dass die Aufnahmen aus zwei verschiedenen Küchen und daher möglicherweise verschiedenen Familien stammen ist Ihnen vor lauter Empörung untergegangen? Vielleicht wärmt der Papi ja sein eigenhändig Selbstgekochtes auf?

    • hannah sagt:

      meine Rede! Man kann sich ja auch über alles künstlich aufregen… Zudem: meistens kochen halt doch noch die Mamas! So what, ist nur Realität

    • Alex Zatelli sagt:

      Macht es für Ikea Sinn, zweimal die gleiche Küche zu zeigen? Und natürlich kann man sich eine geschlechtsneutrale Geschichte dazudenken. So wie in der Suppenwürfelwerbung, wenn ein weiss gekleideter Koch eigenhändig den gartenfrisch selbstgeernteten Peterli schneidet und dann (leider im Bild nicht mehr zu sehen) in das 5000-Liter-Produktionssilo streut.

  • Winston sagt:

    „Es gibt nichts, was sich nochmals aufwärmen lässt.“ – Nochmals? En Guete!

    • Peter sagt:

      Selbstverständlich nochmals, oder kochen sie etwa kalt? Ausserdem muss mehrmals aufgewärmtes nicht unbedingt schlechter werden, im Gegenteil, ich machte einmal viel zu viel Minestrone, die mit jedem Aufwärmen immer besser wurde. Aber zum Thema: wie viele Männer kochen tatsächlich regelmässig für ihre Kinder? Wäre einmal interessant herauszufinden, wie viel Wahrheit in diesem Klischee steckt.

  • Vollbluthausfrau sagt:

    Hey, viele meiner Freundinnen und ich (alles Töchter der 90iger) sind mit Liebe und Hingabe Vollzeithausfrauen und Mammis. Wir lieben und leben gerne unsere Weiblichkeit und haben keine Lust uns für eine kinderfeindliche Wirtschaft aufzuopfern! Lieber lebe ich mit weniger Geld, als mich zwischen Kita, Haushalt und Job zu zerreissen! Meinen Kindern (4 und 1) tut selbstgekochtes Essen und unser ganzer Lebensstil übrigens sehr gut. Kleine Kinder interessieren sich ûbrigens sehr fürs Kochen und putzen und helfen mir täglich, sofern sie nicht gerade mit freiem Spiel beschäftigt sind.

  • diva sagt:

    lieber dr tingler, für einmal bin ich NICHT ihrer ansicht! haben sie noch nichts davon gehört, dass sich in den USA bereits wieder eine sehr grosse anzahl junger moderner gebildeter frauen, auf ihre eigentliche rolle besinnen? hausfrau-sein sogar schon kultstatus hat? es ist nichts «cooles» oder «geiles» am business-karriere machen. der anspruchsvollste, vielseitigste und forderndste ist noch immer der der familienfrau! dank den dummen emanzen in den 70er jahren ist diese arbeit jedoch so degradiert, dass selber männer wie sie, sie als minderwertig betrachten. ES LEBEN DIE 50ER JAHRE!

  • Dieter Neth sagt:

    Ist doch egal, wer kocht! Können wir doch bitte damit aufhören, einander vorzuschreiben, wie wir unser Familienleben gestalten wollen?! Bei uns kochen seit jeher beide Elternteile gewisse Gerichte und zu gewissen Zeiten. Meine Frau blieb nach dem dritten Kind bei den Kleinen, weil es laut ihrer eigenen Rechnung finanziell vorteilhafter war. Hat dann später ein paar Jahre lang selbstständig gearbeitet. Aber ich hätte mir bei ihr etwas vergeben, wenn ich mit dem Wunsch angekommen wäre, Hausmann sein zu wollen. Zu weicheierig! Und jetzt? Passt in kein Schema rein, oder. Hält aber seit 26 Jahren.

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