Sofort was Feines

Wenn man Hunger hat, möchte man nicht irgendwas, sondern das Beste – und das ganz schnell.

 1 — Reis-Bowl mit viel drin

Jeder kennt ihn, den Hunger nach der Arbeit, am Mittag oder zwischendurch. Genau dann, wenn der Magen knurrt und man ein bisschen launisch wird, gibt man sich nicht mit einem lieblosen Snack ab. Dann schon lieber weiterhungern! So geht es auf jeden Fall mir. Dafür habe ich aber einige schnelle Rezepte bereit, die in solchen Fällen sofort helfen. Eines davon ist die Reisschale. (Bild: MKN)

Und so gehts:
Reis gemäss Packungsangaben kochen. Ich nehme dafür immer Parfüm- oder Jasminreis. Dann Broccoli dämpfen und anderes Gemüse, das man gerade daheim hat. Bis das Gemüse knackig und bissfest gedämpft ist, dauert es nur einige Minuten. Grüne Bohnen, fein geschnittene Rüebli, Peperoni, aber auch Kohlarten und Zucchetti eignen sich ebenfalls gut dafür. In dieser Zeit werden eine Avocado in Stücke geschnitten und Spiegeleier gebraten. Nun ist der Reis fertig und kommt in Schalen. Das Gemüse, die Avocado sowie die Spiegeleier darüber anrichten und mit Chiliflocken, Sojasauce, Limonenschnitzen und Schnittlauch servieren.

Das müssen Sie dafür zu Hause haben: Reis, Eier und Gemüse.

 2 — Lachsbrötli

Ich liebe Lachsbrötchen, vor allem jetzt, wenn sich die festliche Weihnachtszeit schon langsam anmeldet. Sie sind für mich kleine Alltagsfeste und genau richtig für diese bestimmten Hungermomente. (Bild über: Rue Mag)

Und so gehts:
Frischkäse mit Schnittlauchringli oder Meerrettich mischen und getoastetes Brot oder Bagels damit bestreichen. Rauchlachstranchen darüber verteilen, nach Geschmack mit Zwiebelringen, Kapern und Dill garnieren. 

Das müssen Sie dafür zu Hause haben: Rauchlachs, Brot, Frischkäse.

3 — Fast Fondue

Für das kleine Fondue mitten am Tag reicht ein Käse wie ein Camembert, ein Brie oder der Vacherin Mont d’Or. Man bäckt ihn im Ofen und geniesst ihn mit Brot. (Bild über: Pure Wow)

Und so gehts:
Am besten lassen Sie den Käse in der Holzschachtel. Wenn er keine solche hat, dann geben Sie ihn in eine Gratinform, die Sie vorher mit Backpapier ausgelegt haben. Den Käse mit einem Messer ein wenig einschneiden. Nun können Sie Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Salbei in die Schnittstellen geben, Honig darüber träufeln und Nüsse darauf verteilen. Auch gut sind Birnenschnitze. Im 200 Grad heissen Backofen etwa 5–8 Minuten backen. Der Käse darf nicht total schmelzen, sollte aber bis innen warm und weich werden. Nun können Sie ihn servieren und mit Baguette oder anderem Brot geniessen. Dazu passen Früchte und ein Glas Schweizer Weisswein. 

Das müssen Sie dafür zu Hause haben: Einen Camembert, Brie oder Vacherin Mont d’Or.

4 — Gnocchi mit Erbsli und Zitronen

Ich mache Gnocchi nicht selbst. Nicht, dass ich alle, die das tun, nicht beneide und bewundere, aber ich habe weder die Zeit noch die Ruhe dafür. Also gehören Gnocchi aus dem Traiteur zu meinem Notvorrat für schnelle Znachts. Diese Gnocchi bringen mir immer ein bisschen Frühlingslaune, auch wenn es draussen kalt, grau und winterlich ist. Denn ich mache sie mit Tiefkühlerbsli, einem der wenigen Produkte, die ich immer im Tiefkühlfach habe. (Bild über: Delallo)

Und so gehts:
Gnocchi gemäss Packungsangaben kochen beziehungsweise so lange, bis sie obenauf schwimmen. In einer Bratpfanne etwas Rahm heiss werden lassen und Frischkäse darunterrühren, würzen. Tiefkühlerbsli beigeben und alles so lange köcheln, bis die Erbsli gar sind. Eine Handvoll Spinat beigeben und zudecken. Sobald der Spinat zusammengefallen ist, eine Zitronenschale darüber reiben. Die Gnocchi dazugeben, mischen und geniessen. 

Das müssen Sie dafür zu Hause haben: Gnocchi, Tiefkühlerbsli, Rahm, Frischkäse, Spinat und Zitronen. 

5 — French Toast

Eines meiner Lieblingsgerichte, die immer gehen, ist French Toast. Ich habe mich in das amerikanische Frühstücksgericht verliebt, als ich das erste Mal in New York war, und habe es seit dieser Zeit fest in meinen Menüplan eingebaut. Es geht schnell, ist unkompliziert und schmeckt abends genauso gut wie an einem Sonntagmorgen. (Bild über: Sabon Home Blog)

Und so gehts:
Eier verquirlen. Ich brauche für circa 6–8 French Toasts, die wir zu zweit essen, etwa 4 Eier. Dazu kommt etwas Rahm. Milch tut es auch – aber eben! Ich gebe bloss ein kleines bisschen Zucker dazu, da ich ihn immer mit viel Ahornsirup serviere. Dafür rühre ich ein wenig Vanilleextrakt rein. Nun die Brotscheiben in die Eiermischung tunken. Sie müssen sich damit aufsaugen! Dann werden die French Toasts in viel Butter beidseitig golden gebraten und im Ofen warm gestellt. Ich serviere sie immer, wie bereits erwähnt, mit viel Ahornsirup und vielen Früchten. Momentan sind das Kiwistücke, filetierte Orangen oder warme Apfelschnitzli. Auch Zimt darüber darf bei mir nie fehlen.

Das müssen Sie dafür zu Hause haben: Brot, Eier und Butter.

6 — Birnen-Tarte

Ein anderes Produkt, das perfekt ist für schnelle Köstlichkeiten, ist der Flammkuchenteig. Mit ihm lassen sich wunderbar schnell alle Varianten von Flammkuchen zaubern. (Bild über: Le Parfait)

Und so gehts: 
Ausgewallten Flammkuchenteig mit Ziegenfrischkäse bestreichen. Birnenscheiben darauf legen, Honig darüber träufeln und grob gehackte Nüsse nach Geschmack darüber verteilen. Fein sind Pistazien, Haselnüsse oder Baumnüsse. Im 200 Grad heissen Backofen etwa 10–15 Minuten backen. Auch fein sind Roquefort-Stückchen darüber.

Das müssen Sie dafür zu Hause haben: Flammkuchenteig, Frischkäse, Birnen und Nüsse.

7 — Schinkennudeln

Jeder hat seine schnelle Pasta für diese «Was soll ich denn schon wieder so schnell zum Znacht kochen?»-Momente. Meine ist üppig und geht mit Nudeln besonders schnell. (Bild über: Homemade Recipes)

Und so gehts:
Nudeln al dente kochen. Zeitgleich kann man diese schnelle Sauce machen. Olivenöl mit einer zerdrückten Knoblauchzehe und einem halben halbierten Peperoncini in eine Bratpfanne geben. Alles zusammen erhitzen, und wenn der Knoblauch duftet, ihn und den Peperoncino wieder herausnehmen. Nun braten Sie Schinkenstreifen oder -würfeli in diesem parfümierten Öl an. Ich gebe, kurz bevor der Schinken golden und knusprig ist, fein gehackten Rosmarin, Salbei und etwas Thymian bei. Dann mit Weisswein ablöschen. Etwas Bouillon beigeben und einköcheln lassen. Rahm dazugiessen, wobei ich immer auch etwas Ziegenfrischkäse beigebe. Mit Pfeffer und Muskatnuss würzen. Auch fein sind einige gehackte grüne Oliven drin. Die Nudeln mit etwas Pastawasser und der Sauce mischen. Pecorino darüber raffeln und geniessen!

Das müssen Sie dafür zu Hause haben: Nudeln, Rahm und Schinken.

8 — Spiegeleier mit Pilzen und Käse

Eier und Käse hat man meist im Kühlschrank. Und momentan bestimmt auch Pilze. Das sind alles Zutaten für ein herrlich unkompliziertes, aber schickes Gericht. (Bild über: Foodf…)

Und so gehts:
Butter in eine Bratpfanne geben, eine Knoblauchzehe dazugeben und erhitzen. Gerüstete, in grosse Stücke geschnittene Pilze beigeben. Diese anbraten und darauf achten, dass der Knoblauch nicht anbrennt. Anschliessend den Knoblauch wieder herausnehmen, einige Thymianblättchen darüber streuen. Die Pilze zur Seite schieben und Spiegeleier braten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Alles in Tellern verteilen und ein Stück guten Käse dazugeben. Viel gehackte Petersilie darübergeben und geniessen. 

Das müssen Sie dafür zu Hause haben: Pilze, Eier und Käse.

9 — Konfibrötli

Wenn ich mich an meine allererste Lieblingsmahlzeit erinnern müsste, dann wären es bestimmt die Konfibrötli! Ich liebe sie immer noch, und sie sind für mich das Seelentrösteressen Nummer eins. (Bild über: My name is yeh)

Das müssen Sie dafür zu Hause haben: Brot, Butter und gute Konfitüre.

Shoppingtipp:

Die beste Konfitüre macht mein Vater. Die zweitbeste, die selbst gemacht und herrlich schmeckt, bringe ich jeweils von Manor Basel an der Rheinbrücke mit.  (Bild: MKN)

Passt immer!

Zu diesen kleinen, feinen schnellen Alltagsgerichten passt ein Glas Champagner. Auch gut ist es, eines zu trinken, während man kocht und sich aufs Essen freut. Der Küchengott Richard Kägi, den wir mal mit unseren Sweet Homestories zu Hause besucht haben, hat kürzlich den Link zu einem Artikel in der «Süddeutschen Zeitung» auf Facebook gepostet. Er beschreibt auf verführerische Art gute Gründe: Warum wir mehr Champagner trinken sollten. (Bild: MKN)

Credits: 

Bilder über Foodblogs und Magazine: My name is yehFoodf…Homemade RecipesLe Parfait, Sabon Home Blog, Rue Mag, Pure Wow
Produzenten und Shops: Delallo

35 Kommentare zu «Sofort was Feines»

  • Fritz sagt:

    Ich verstehe nicht warum heute noch Lachs empfohlen wird….obwohl man weiss dass das das schlimmste Gift ist…..voll Hormone und Antibiotika…PFUUIIII

    • Christoph Bögli sagt:

      Der Antibiotika-Einsatz in der europäischen Lachszucht ist nahe bei null und damit deutlich niedriger als in der Fleischproduktion. Mehr „Gift“ als beim durchschnittlichen Obst und Gemüse findet man auch nicht. Glauben Sie also nicht jeden Unsinn, den man Ihnen aufschwatzt. Ansonsten hält Sie auch niemand davon ab, Wildlachs oder Bio-Lachs zu kaufen, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Aber dafür sind die meisten dann doch wieder zu geizig..

  • sophie sagt:

    „pain perdu“ sagt man auf französich (verlorenes brot).

  • Marie Bornand sagt:

    Schaut sehr appetitlich aus ! Wenn ich keine zeit habe, mache ich eine Pizza mit Teig von der Migros, Mozzarella Bio, Tomaten Bio, fertig schluss. Wenn ich sie aus dem Ofen nehme – und erst dann – gebe ich Bio Olivenöl drauf.

  • Grossmami sagt:

    Und wer sich jemals dazu überwunden hat, gnocchi selbst zu machen, hat immer Kartoffeln- aber nie mehr „Traiteur-Gnocchi“ zuhause. Die brauchen nicht mehr viel…: Rahm, Salbei, vielleicht Wirz, oder Tomaten?

  • Micky sagt:

    French Toast heissen auch „Arme Ritter“ …

  • adam gretener sagt:

    Frau Kohler, in drei Wochen habe ich 4 Leute zum vorgezogenen Weihnachtsessen eingeladen. Mir schwirren tausende Möglichkeiten im Kopf rum und ich kann mich nicht entscheiden, bin aufgeschmissen.

    Darum zähle ich auf Sie. Wenn ich es vergeige, sage ich allen, Sie seien schuld ;-)

  • Peter Müller sagt:

    Sorry, aber die Reisschale als ein „ganz schnelles“ Gericht zu bezeichnen ist nun wirklich etwas gar optimistisch: Reis kochen, Spielgeleier braten, Gemüse rüsten, schneiden und dämpfen. Dann sind wir mit dem zeitlichen Aufwand auch schon fast wieder beim normalen Menu. Klar man kann das Gemüse auch einfach aus dem Tiefkühlbeutel nehmen, aber das ist ja auch nicht die Idee.

  • Karl-Heinz sagt:

    Tolle Rezepte, gute Ideen zum Nachkochen. Aber ich hasse Bowls. Das ist ein Gestochere im Nirvana.

  • Andrea sagt:

    Was für ein Wow-Beitrag. Kurz vor den kommenden Festtagen sind solche Verwöhnrezepte toll um sich selbst zu verwöhnen.

  • christian flubacher sagt:

    french-toast heisst in der Schweiz fotzelschnitte

    • adam gretener sagt:

      Da gibt es dann schon noch gehörige Unterschiede zwischen einer Fotzelschnitte und einem French Toast.

      • Heidi Arn sagt:

        Klären Sie mich auf, lieber Adam.

      • maia sagt:

        @adam gretener: Welche?

      • adam gretener sagt:

        Na aber gerne, meine Damen. Ein French-Toast in z.B. New York wird sehr viel reichhaltiger (schwerer) zubereitet mit viel Rahm und nicht mit alten Brot sondern mit frischem, weissen Toastbrot. Dann zuckern einige die Milch, erhitzen diese oder nicht. Die einen essen es zum Zmorge, anderen ist es ein einfaches Znacht. Mit oder ohne Fischkäse, Sirup, Muskatnuss, Ahornsirup. Brown Sugar ist auch kein Rohzucker, das kann man nicht vergleichen.

        Spaghetti sind ja auch nicht einfach Spaghetti, je nach Zubereitungsart.

        • Heidi Arn sagt:

          Fischkäse, lustig :-)

        • maia sagt:

          @adam gretener: Ich sehe den Unterschied leider immer noch nicht. Genauso werden doch Fotzelschnitten gemacht! Mal so und mal so, ganz nach Lust und Laune. Und doch doch, Spaghetti sind einfach Spagehtti – wie Sie selber sagen, variiert nur die Zubereitungsart – meist also nur die Sauce.

          • adam gretener sagt:

            Lass es mich etwas pointierter formulieren. Dann müssen Ramen-Nudeln ja auch Spaghetti genannt werden. Oder Rosmarin-Ofenkartoffeln auch Rösti. Ist ja dasselbe. Die Schweiz und ihre Namensgebung ist nicht der Nabel der Welt.

          • maia sagt:

            Nein, Nudeln sind Nudeln, Ramen sind Ramen, Spaghetti sind Spagetthi und der Überbegriff ist Teigwaren (allenfalls auf Ital. Pasta) Der Oberbegriff von Rosmarin-Kartoffeln, Rösti etc. ist Kartoffelgericht.
            Und Deutschland und deren Namensgebung ist ebenfalls nicht der Nabel der Welt.

      • onurb sagt:

        Ach! Was denn für welche ausser dem Schaumgummibrot in den usa?

  • Monique Saulnier sagt:

    WOW! Danke für die „supergluschtigen“ Vorschläge. Am liebsten würde ich alle gleichzeitig ausprobieren. Glücklicher Weise hatte gerade ein Frühstück, (Konfibrötli, zu dem bei mir auch Käse gehört). Sonst würde ich in Eile das Dorflädeli leer kaufen.

  • Barbara sagt:

    Schmeckt auch ausgezeichnet mit normalem Brot statt Toastbrot! Heisst bei uns dann Fotzelschnitte. Perfekt, um aus trockenen Brotresten etwas wirklich Feines zu zaubern! Wir essen dazu Zimt-Zucker, manchmal auch warmes Zwetschgen- oder Apfelmus. Sehr fein übrigens auch in Olivenöl statt in Butter gebraten!

    • Heidi Arn sagt:

      Meine sächsische Mutter nannte es „Armer Ritter“. „Pain doré“ in Frankreich wird manchmal mit Briochebrötchen gemacht, mmh. Auf meiner kanad. Lieblingsinsel braten sie Teigresten, die beim Brotbacken zur Seite getan wurden, vorzugsweise in Schweineschmalz, auch mmh.
      Das mit dem Olivenöl probiere ich mal aus.

  • Nina sagt:

    Feine Rezepte, Danke!
    Einem French Toast sagen wir aber Fotzelschnitte. Und die haben meine Mutter und deren Schwester schon als kleine Mädchen gegessen – in der Schweiz ;)

Kommentar

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