10 Stylingfehler – und wie man sie korrigiert

Der Teufel liegt im Detail. Wenn die kleinen Dinge nicht stimmen, verliert auch die schönste Einrichtung an Stil.

Die falschen Schuhe oder zu viel Make-up lassen gar ein elegantes Kleid billig aussehen. So ähnliche Fehler kann man auch in der Wohnung machen. Entdecken Sie die 10 gröbsten Stylingfehler und wie man sie vermeiden kann. (Bild über: Casinha colorida)

1 — Kunst aus dem Möbelhaus

Sie werden überall angeboten, die billigen Drucke mit schlechten Illustrationen und irgendwelchen Mottos; oder Gemälde, die schlimmer sind, als die, welche man an Touristenorten von Strassenkünstlern kaufen kann. Entweder sind sie bereits gerahmt oder man muss noch einen passenden Wechselrahmen dazu kaufen. Diese sogenannte Kunst von der Stange wertet jede Einrichtung ab. (Bild über: The Design Chaser)

Die Lösung: Sie müssen gar nicht teure Kunst kaufen. Im Internet finden Sie interessante Anbieter. Paper Collective etwa hat schöne Drucke von verschiedenen Künstlern im Angebot. Die Drucke werden nachhaltig produziert, und ein Teil des Kaufpreises geht an eine wohltätige Institution, die der jeweilige Künstler ausgesucht hat. Suchen Sie nach jungen Künstlern in kleinen Galerien und entdecken Sie hübsche Bilder günstig auf Flohmärkten, Auktionen oder in Vintageshops. Es kommt auch darauf an, wie Sie Ihre Kunst platzieren. Wenn Sie zum Beispiel unterschiedliche Fotos oder Zeichnungen mit Passepartouts in gleichen, edel und schlicht wirkenden schwarzen oder weissen Bilderrahmen an die Wand hängen, kann auch günstige Kunst chic und elegant aussehen. 

2 — Fertigvorhänge

Fertigvorhänge werden in allen möglichen Varianten wie etwa mit Schlaufen, Säumen zum Ankleben oder grossen Ösen angeboten. Man kauft sie, so ähnlich wie Bettwäsche, in fertigen Plastikpackungen. Sie sind ungefüttert und nicht selten aus pflegeleichten synthetischen Stoffen. Sie sehen nie gut aus und wirken immer wie eine schnelle Notlösung, was sie schlussendlich ja auch sind. Das beeinflusst die Wirkung der restlichen Wohnungseinrichtung und wertet diese ab. (Bild über: The Style Files)

Die Lösung: Wer nähen kann, der macht sich Vorhänge selber. Messen Sie grosszügig und machen Sie Ihre Vorhänge lieber breiter und fülliger. Achten Sie darauf, dass sie nicht zu fest auf dem Boden liegen oder zu kurz sind. Füttern Sie edle Stoffe, das macht jeden Vorhang viel wertvoller, lässt ihn schöner fallen und schützt auch Material und Farbe vor Sonnenschaden. Die meisten Möbelhäuser und Einrichtungsgeschäfte bieten einen Vorhangservice an. Da können Sie nach eigenen Wünschen mit den Stoffen des jeweiligen Anbieters Vorhänge auf Mass anfertigen lassen. 

3 — Zu grelle Farben

Schnell mal eine Wand oder ganze Räume streichen, kann eine Wohnung auf schönste Art verändern. Doch wählt man dabei zu grelle Farbtöne, so hat der Anstrich eine gegenteilige Wirkung. Es gibt Farben, die sind für Stoffe, Papier oder kleine Flächen gedacht und lassen Wände falsch und billig wirken. 

Die Lösung: Wählen Sie bereits gemischte Farben aus dafür entwickelten Kollektionen, wie zum Beispiel Little Greene. Suchen Sie nicht einfach eine Farbe nach einem Minimuster aus, sondern kaufen Sie eine Musterdose, streichen erst mal ein kleines Stück Wand und schauen dann, wie sich diese Farbe im Raum verhält. Sie können auch grosse Papiere streichen und diese an die Wand heften. 

4 — Billige Lampen

Wenn das Metall einer Lampe nicht wirklich Metall ist, sondern Kunststoff mit Metallglanz, dann wertet das die Einrichtung ab. Dasselbe gilt, wenn eine Leuchte so leicht ist, dass sie immer wieder umfällt oder aussieht, als hätte man sie aus dem Kinderzimmer geholt. Lampen bringen nicht nur Licht und Stimmung ins Haus, sondern sind auch Schmuckstücke. (Bild über: Design by us)

Die Lösung: Auch hier gilt: Es braucht nicht superteure Designerleuchten, sondern einfach ausgewählte formschöne Stücke, die gut gemacht sind. Manchmal hilft ein edlerer Lampenschirm oder ganz einfach die Art und Weise, wie Sie eine Lampe montieren. Paarweises Einsetzen von Tisch- und Stehleuchten wirkt zum Beispiel auch viel edler als Einzelstücke.

5 — Zu kleine Teppiche

Teppiche wärmen jede Wohnung und vervollständigen eine Einrichtung. Wenn Sie aber einen Teppich in der falschen Grösse wählen, also zu klein, dann vermittelt das schnell das Gefühl, dass Sie sparen wollten. Zudem wirken so die Raumproportionen falsch. (Bild über: SF Girl)

Die Lösung: Wenn Sie einen Teppich einsetzen möchten, der zu klein ist, dann kaufen Sie einen ähnlichen Teppich dazu. Falls Sie einen neuen Teppich kaufen, messen Sie den vorgesehenen Platz zuerst gut aus. Achten Sie darauf, dass Möbel wie Sessel oder Esszimmerstühle auch wirklich Platz darauf haben und nicht mit einem Bein vom Teppich fallen. 

6 — Zu viele Accessoires 

Wohnaccessoires machen Freude und verschönern das Zuhause. Doch wenn überall ein Väschen, eine Schale oder ein Dekoartikel steht, kann das schnell eine gegenteilige Wirkung haben. Auch wenn die Accessoires zu künstlich oder zu dekoriert wirken, verlieren sie ihren Charme. (Bild über: Nest Interior)

Die Lösung: Zwei ganz unterschiedliche Methoden sorgen dafür, dass Wohnaccessoires besser wirken. Entweder achten Sie mehr auf Zufälligkeit und platzieren beispielsweise Leuchten gemeinsam mit Zeitschriften auf einem Beistelltisch. Oder sie inszenieren stark wirkende Gruppen oder Paare von dominanten Stücken. Wichtig ist, dass Wohnaccessoires nicht einfach wahllos überall verteilt werden.  

7 — Die falschen Türgriffe

Schränke, egal ob eingebaute oder gekaufte, haben oft nicht die schönsten Griffe. Diese Kleinigkeit kann sie schnell billig oder nicht besonders stilvoll wirken lassen. (Bild über: Dadaa)

Die Lösung: Dem können Sie einfach entgegenwirken, indem Sie sie austauschen. Es braucht vielleicht bei eingebauten Küchenschränkchen in Mietwohnungen ein bisschen Aufwand, bis man eine Lösung gefunden hat, die mit den bereits vorhandenen Montagelöchern funktioniert. Doch dieser Aufwand lohnt sich. Bei grossen Schränken helfen zum Beispiel lange, schienenartige Griffe aus edlem Holz oder solche in einer Akzentfarbe, Lederschlaufengriffe oder hübsche kleine Knopfgriffe.  

8 — Marshmallow-Sofas

Nicht alle Sofas halten sich gut. Viele fallen, wegen schlechter Füllung oder zu wenig Pflege, in sich zusammen. Zerknautschte, durchgesessene Sofas machen nie eine gute Gattung. (Bild über: Emily Henderson)

Die Lösung: Achten Sie beim Kauf eines Sofas auf gute Qualität. Wechseln Sie immer wieder die Platzierung der losen Kissen, sodass man nicht immer auf der gleichen Stelle sitzt. Plustern Sie sie regelmässig auf. Manchmal lohnt es sich auch, eine Füllung bei einem Polsterer zu erneuern oder auffrischen zu lassen. 

9 — Ein Sammelsurium an Kleiderbügeln

Sie wünschen sich eine schicke Garderobe oder einen Kleiderschrank wie ein Hollywoodstar? Mit allerlei unterschiedlichen, über die Zeit angesammelten Kleiderbügeln funktioniert das leider nicht. (Bild über: Dadaa)

Die Lösung: Investieren Sie in identische Kleiderbügel. Und wählen Sie dabei nicht seltsame Plastikbügel oder superschwere ständig klimpernde Metallbügel. Klassische Holzbügel oder leichte Drahtbügel sind eine gute Lösung. 

10 — Laute Badezimmeraccessoires

Die Rede ist immer von Spa-Feeling zu Hause. Wenn Sie sich das auch wünschen, dann lösen Sie sich am besten von den königsblauen Plastikbechern, der ach so lustigen Seifenschale und allen poppigen Behältern. Sie funktionieren vielleicht in einem Kinderbad oder auf dem Kindergestell im Familienbad. Chic aber wirken sie nie. 

Die Lösung: Edel wirkende Badeaccessoires müssen auch gar nicht teuer sein. Diese hier von H+M Home haben einen hübschen, natürlichen Look und schlichte Formen. Gruppieren Sie auch Produkte auf kleinen Tabletts und stellen Sie Blumen oder Zweige ein. 

Credits: 

Blogs und Magazine: Dadaa, Emily HendersonNest Interior, SF GirlThe Style Files, The Design ChaserCasinha colorida
Shops und Kollektionen: H+M HomeDesign by us
Farben: Little Greene 

6 Kommentare zu «10 Stylingfehler – und wie man sie korrigiert»

  • Julie sagt:

    vielen Dank für den Beitrag.

    Ich habe eine Frage zu „Füttern Sie edle Stoffe, das macht jeden Vorhang viel wertvoller, lässt ihn schöner fallen und schützt auch Material und Farbe vor Sonnenschaden“

    Was genau kann man sich unter Füttern eines Stoffes vorstellen?

  • Esther Villa sagt:

    Ich habe viel Bilder, Originale, in meiner Wohnung. Wenn die Wände pastelfarbig sind, geht es prima, es muss nicht immer alles weiss sein, wir sind ja nicht im spital ! Ausserdem gibt z.B. ein ganz helles Gelb viel mehr Licht und grösse. Zart abrikosenfarbig ist auch sehr schön und warm für die Wände.

  • Vreni Heimer sagt:

    Alles ist weiss in der Schweiz in den Wohnungen und Häuser. Wie schade. Kalt und unpersönlich.

  • ri kauf sagt:

    Vielen Dank, dass Sie auch die Kunst erwähnen. KUNST MUSS NICHT TEUER SEIN. Es gibt in der Schweiz 2500 KünstlerInnen die bei visarte.ch (Verband Bildender Künstler) Mitglied sind. Es lohnt sich immer mal, dort einen Blick drauf zu werfen und allenfalls einen Atelierbesuch zu vereinbaren. Man muss ja auch nicht unbedingt etwas kaufen. Es gibt gute Kunst ab 200.00 . Ein Original hat einfach eine andere Ausstrahlung als ein Druck, was hier ja auch angemerkt wird.

  • Zora sagt:

    Danke. Finde, Sie haben in allem recht. Ausserdem wirken insgesamt sonnenlichtarme Wohnungen oder auch zu grelles elektrisches Licht (gilt für alle Räume) billig. Überhaupt: die stimmige Beleuchtung der einzelnen Räume wäre doch wieder einmal ein Thema hier… merci!

  • zart sagt:

    Danke für die guten Reminder!

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