Fenster zum See

Unmöglich zu sagen, was an diesem Holzhaus atemberaubender ist: seine Architektur oder die Aussicht.

Architektur: Yiacouvakis Hamelin

Zuerst war das Fenster mit Sicht auf den See, das Haus wurde rundherum gebaut. Auch wenn das bestimmt technisch andersrum ging, ist das grosse Fenster das Zentrum der Architektur. 

Der Rest des Holzhauses am Lake Plaisant in Kanada wirkt schlicht, schön und geschlossen. Und modern – eine gute Voraussetzung für entspannte Gemütlichkeit. 

Der Innenbereich besteht aus einem grossen Raum, der Wohnen, Essen und Kochen vereint, und abgeschlossenen privaten Zimmern. Die Wände sind aus weiss gestrichenem Zedernholz. Die hohen Fenster verbinden das Wohnen mit der umliegenden Natur. 

So geschlossen das Haus von aussen wirkt, so offen fühlt es sich von innen an. Zur raffiniert schlichten Architektur gehören sichtbare Dachbalken, die sich an den Wänden weiterziehen.

Die Wände bekommen dadurch eine Art Täfer und Regalflächen. Wie Bilderrahmen umfassen die Fensterrahmen die Sicht in die Natur. 

Die Idee der sich an den Wänden weiterziehenden Dachbalken haben die Architekten auch in den Schlafräumen umgesetzt. Damit ist die Rückwand dieses Bettes auch gleich Kopfende, Nachttischchen und Regal. 

Alles unter Dach und Fach – diese Redewendung ist in diesem Haus auf wunderschöne und praktische Art umgesetzt. 

Credits: 

Architektur: Karl Choquette, bachelor in architecture, Marie-Claude Hamelin, architect, Étienne Sédillot, master in architecture, Loukas Yiacouvakis, architect
Fotos: Francis Pelletier

 

15 Kommentare zu «Fenster zum See»

  • Madeleine sagt:

    Wow Respekt! Toll durchdacht. Ein Bachelor in Architektur und solch ein geniales Projekt! Darin sehe ich Talent und Können. Besonders das Detail „Die Idee der sich an den Wänden weiterziehenden Dachbalken“ gefällt mir persönlich gut. Dadurch entsteht neuer „Raum“, welcher nach Wohnbereich verschiedentlich und kreativ nutzbar oder einfach fürs das Auge zur Kunst und/oder Strukturgebung wird. Chapeau!
    Ach ja, die Umgebung ist auch ziemlich schön.. Ich kuck dann ‚mal nach Flügen gen Westen. ;-)

    • ANDRE sagt:

      Aber nicht zu weit „gen Westen“……dieses Haus steht in der Quebec’ischen „La Mauricie“ Gegend (ca. 60 km nordwestlich von Trois Rivières, welches selbst zwischen Montreal & Quec City am Nordufer des St. Lawrence River liegt)

  • ri kauf sagt:

    Die Innenwelt dieses Hauses finde ich sehr schön. Ist wahrscheinlich noch nicht richtig bewohnt. Von aussen ist es sehr kantig. Mich stört hier vor alllem sterile Umgebung trotz der schönen Lage. Ein paar rankende Pflanzen an der abweisenden Fassade würde Wunder wirklen.

    • Rima sagt:

      @ Kauf: dass Häuser Kanten und Ecken haben, soll vorkommen… die Umgebung protzt gerade nicht vor lauter Blüten, aber das haben die Bewohner whs gewollt… grün ist auch alles andere als ’steril‘
      haben Sie rankende Pflanzen zuhause? ja? schön für Sie

  • Elaine sagt:

    Ich frage mich spontan, ob das Haus überhaupt bewohnt ist. Es wirkt auf mich wie ein schönes Ausstellungsstück. Haus und Blick gefallen mir, aber jegliches Fehlen wohnlicher Identität stellt auch wieder Distanz her.

    • ABCDEFG sagt:

      Es handelt sich um ein Architekturfoto, d.h. es wurde im Prinzip nach Fertigstellung und erster Grundeinrichtung gemacht. Leben und Farbe kommen sicher mit den Bewohnern noch hinein.

  • Hanno sagt:

    Kühl empfinde ich das nicht, und zwar deshalb nicht, weil das (Eichen-?) Holz von Tisch und Stühlen Freundlichkeit, Wärme und Leichtigkeit verströmt.

    Auch: das Spektakuläre will doch nicht das Haus sein, sondern die es umschliessende Natur. Die Ausblicke spielen m. E. die Hauptrolle. All die dort zu entdeckenden Farbschattierungen von Bäumen, See, Himmel würden durch starke Farben im Innenbereich konkurrenziert.

  • Martin Thalmann sagt:

    Sehr schön. Und nicht zuviele Fenster, so bleibt der Wohnraum gemütlich. Und man hockt nicht so ausgestellt rum wie bei unseren «modernen» Treibhäusern. Auch von aussen passt das Haus unaufgeregt in die Landschaft. Ein Wurf!

  • k. miller sagt:

    @Lila Flieder: Ein Blog lebt von Kommentaren, da ist alles persönlich. Lieber ein paar kritische Kommentare als gar keine. Gerade Green hat sehr deutlich gemacht, dass es SEIN Empfinden ist. Das regt durchaus zum Nachdenken an. Mir sind solche Kommentare lieber als Lobhudeleien.
    Mir gefällt das Haus übrigens mittelprächtig. Lage, Ausblick und Interieur toll – aber von aussen für meinen Geschmack zu abgeschottet. So sind sie verschieden, die Meinungen…

  • Claudia sagt:

    Ich finde das Haus ganz toll!

  • filosof sagt:

    Mein erstes Gefühl: kalt. Und zuviele harte Kanten und Ecken, auch die Sofalehne. Ich weiss, das ist moderne Nüchternheit, doch den Augen tuts weh.
    Mit der Farbe weiss habe ich kein Problem, mir gefällts auch, doch Farbe als Kontrast müsste schon sein. Ich empfinde beiges, schwarzes und braunes Beiwerk als langweilig, sorry. Es „lebt“ nicht. Alles allzu still. Ich überlege mir auch: die Regale ganz oben, wo die Balken sich weiten – mit der Zeit setzen sich eine Menge Staub und Krabbelgetier darin ab. Putzen geht nur mit hoher Leiter.

  • Lila Flieder sagt:

    @ Green: wenn dieses Haus kalt und unpersönlich sein soll, weiß ich nicht…
    die Geschmäcker sind zum Glück verschieden – passend ist schließlich das, was die Eigentümer passend finden und nicht Mr. Green, der vlt kein spezieller Zeitgenosse sein mag
    warum müssen so viele Blogger partout immer ihre Abneigungen hier kundtun?

  • Fabrizio sagt:

    Wie eine Kathedrale. Wunderschön!

  • R. A. Green sagt:

    Irgendwie kalt und unpersönlich. Gefällt mir nicht so, trotz Aussicht. Und die ist auch nicht so gewaltig. Der weisse Innenanstrich empfinde ich so hart, irgendwie steril. Man scheint unwillkommen. So zwischen den Bäumen liegend, würden naturbelassene Sichtbalken und Wände etwas passender sein und Häuslichkeit bringen. Insgesamt ein spezielles Haus (vielleicht auch für spezielle Leute gedacht).

Kommentar

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