Wohnen wird salonfähig

Der kokette und intime Salonstil flirtet gerade in ganz unterschiedlichen Wohnungen.

Ein Salon ist weit mehr als ein gewöhnliches Wohnzimmer. Er ist chic, persönlich und wirkt privat. Kein Wunder, ist er gerade überall anzutreffen. Unterstützt durch andere aktuelle Wohntrends wie Samt, Sesselstühle, runde Spiegel oder Poufs. In dieser skandinavischen Wohnung, entdeckt auf dem schwedischen Immobilienportal Fantastic Frank, werden gleich alle diese Trends raffiniert kombiniert. 

Im 18. und 19. Jahrhundert empfingen französische Gesellschaftsdamen Künstler, Dichter, Denker oder Politiker in Salons. Man traf sich, diskutierte, hat Ideen entwickelt und Karrieren gegründet. Die Orte dieser Benennungen waren die privaten Gemächer der Frauen. Manche empfingen gar im Schlafzimmer. Es war damals ganz normal, dass Wohnbereiche wie Schlafen, Wohnen und Essen ineinanderflossen.

Auch heute ist dies zunehmend wieder der Fall. Gründe dafür sind Loftwohnungen, offene Raumkonzepte oder sehr kleine Wohnverhältnisse. So kann man mit der Salonidee ganz bewusst private und öffentliche Wohnbedürfnisse geschickt miteinander verbinden. Hier sind zu einem Bett Sesselstühle, Poufs und Beistelltischchen platziert. Diese plüschige und charmante Idee könnte zum Beispiel die Möglichkeiten einer Einzimmerwohnung erweitern, ein Schlafzimmer verwandeln oder ganz einfach einen Ruheplatz im Wohnzimmer bieten.  (Bild über: Decouvrir l’endroit de decoration)

Es braucht nicht immer diese grosse Tafel, um zusammenzusitzen. Kleine runde Tische, Eckbänke oder an Tischen platzierte Sofas und Sessel machen gerade der üblichen Beizentisch-Eames-Stuhl-Kombination ernsthaft Konkurrenz. Sie ist eben viel privater, exklusiver und bietet eine intime Art von Eleganz. (Bild über: Gravity)

Wenn wir schon dabei sind, verschiedene Bedürfnisse zusammenzubringen, dann gehört auch die Arbeit dazu. Ob Homeoffice oder Hobby, wir arbeiten zu Hause. Dies kann auch elegant im Salonstil umgesetzt werden. Ein hübsches Möbel dafür bietet Northern. Das kleine praktische Pult bietet durch ein gebogenes Gitterelement Schutz und Privatsphäre. Zudem kann man Dinge anhängen, und es wirkt selbst voll beladen noch ansehnlich. Dazu passen ein kleines Wandregal und eine Wandleuchte. 

Sesselstühle sind bequeme Esszimmerstühle und gleichzeitig kleine Sessel. Sie sind gepolstert, nicht selten mit Samt bezogen und können einzeln für ganz unterschiedliche Funktionen eingesetzt werden, wie dieses adrette Beispiel an einem Boudoirtisch zeigt. (Bild über: Interiorbreak)

Beim Besuch beim Innenarchitekten Jürg Brawand hat besonders gut gefallen, dass er überall im Haus kleine Plätze zum Wohnen eingerichtet hat. So, dass man nicht nur auf dem Sofa, am Tisch oder im Bett ist. Dieses Beispiel hier, entdeckt auf dem Blog The Glam Pad, zeigt natürlich einen völlig anderen Wohnstil als der designorientierte Stil von Brawand. Aber auch hier wurde mit der gleichen Idee eingerichtet, nämlich gemütliche Wohnplätze zu kreieren, welche die Möglichkeit bieten, an verschiedenen Orten in der Wohnung zu verweilen. Ich finde diese Ecke mit der kuschlig eleganten, gepolsterten Eckbank vor einer lackierten Wand einfach hinreissend und auf jeden Fall eine Überlegung wert.

Selbst coole skandinavische Klassiker zeigen sich salonfähig. So wurde der Stuhl Series 7  in einer limitierten Edition von La la Berlin für Fritz Hansen mit Samt bezogen – in sinnlichen Farben wie Preussischblau und Burgunderrot.

Salons heissen auch Ausstellungen. Der Salone del Mobile in Mailand ist ein Beispiel dafür. Elegante salonartige Wohnzimmer hat dort die dänische Firma Gubi in grandiosen Palasträumen kreiert. Entstehen tun solch intime Salons dank dem gekonnten Zusammenstellen von eleganten Sitzmöbeln, Beistelltischchen, Leuchten, Teppichen und stilvollem Styling.

Dieses moderne Beispiel vom Schweizer Einrichtungshaus Interio zeigt, wie der typische Sesselstuhl Frida zu einem grossen Esstisch kombiniert, wohnlich und elegant wirkt. 

Im gekonnt raffinierten Retrolook, der an die Seventies und Forties mahnt, zeigt sich hier ein Schlafzimmer. Auch hier spielt der Samt eine wichtige Rolle. Er und die Wahl der Möbel, Wohnaccessoires und Spiegel zeigen den Salonstil auf eine andere Art. (Bild über: Marianella Rathgar)

Wie der Salonstil atelierartig umgesetzt werden kann, ist in dieser entspannten Wohnung zu sehen, entdeckt auf dem Blog Libertyn. Auch in einem Atelier verbinden sich unterschiedliche Bereiche, nämlich künstlerisches Schaffen und Wohnen. Improvisation ist dabei ein wichtiges Einrichtungsrezept. Hier gruppieren sich ganz unterschiedliche, weiss lackierte Stühle um einen typischen Oma-Tisch – und es sieht so einladend unkompliziert aus, dass man sich am liebsten dazusetzen möchte. Entdecken Sie noch mehr entspannte Ideen im Atelierstil

Der Salonstil zeigt sich auch in liebevollen elegant charmanten Details. Wie zum Beispiel dem Einsatz eines Couchtisches als Nacht- und Boudoirtisch im Schlafzimmer. (Bild über: SF Girl)

Das Schöne am Salonstil ist, dass er sich zwar an Beispielen aus vergangenen Zeiten orientiert, aber durchaus modern und zeitgemäss rüberkommt. So kann man zum Beispiel mit einem leichten, modernen Sessel wie diesem hier von Interio einfach eine gemütlich elegante Ecke einrichten, die einem Raum diese gewisse Salon-Note verleiht – und einen neuen Platz zum Sein bietet.

Ein genau solcher persönlicher Ort zum Verweilen kann dank hübschen Stühlen oder kleinen Sesseln überall entstehen. Versuchen Sie es auch in der Küche oder im Bad, in einem Eingang oder Durchgang.  (Bild über: Stylefile)

Credits: 

Blogs und Magazine: Stylefile, SF Girl, LibertynThe glam padInteriorbreak, GravityDecouvrir lendroit de decoration
Immobilienagenturen: Marianella RathgarFantastic Frank 

Shops und Kollektionen: InterioGubiFritz Hansen, Northern

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