Zum Auslöffeln

Diese Breichen sind nicht für Babys sondern echte Delikatessen.

Etwas Weiches, Warmes auszulöffeln, ist wie eine kleine Reise in die Kindheit. Daher bringt es besondere Verwöhnmomente. Bei uns gab es diese Abende, wenn mein Vater beruflich abwesend war, an denen meine Mutter uns ein Breichen kochte. Wir durften wünschen: Griessbrei mit Sirup oder Haferbrei mit Zucker und Zimt. Für sich selbst machte Sie Brote mit Bündnerfleisch und genoss ein Glas Rotwein dazu. Ich liebte diese seltenen Köstlichkeiten, denn normalerweise gab es bei uns kalte Abendessen mit Oliven, Käse, Bündnerfleisch, Schwarzbrot, Joghurt und Tee. Sehr chic, aber eben nicht auf diese kindlich gemütliche Wohlfühlart. Griessbrei kann man auch auf die pikante Art geniessen, zum Beispiel mit Käse, Eiern und Speck. Es gibt auch ein würziges, asiatisches Breichen. Es heisst Congee und man kann es sich zum Beispiel an einem gemütlichen Abend vor dem Fernseher gönnen. Nicht nur Kartoffeln lassen sich stampfen und zum herrlichen Stock verarbeiten, sondern praktisch alle Gemüsearten. Versuchen Sie diese Müsli für Erwachsene, entweder als Beilagen oder als kuschlige Mahlzeiten, die man aus dem Schälchen löffeln kann. (Bild: One lovely life)

1 — Rüebli-Fenchel-Püree

Ein Gemüsebrei heisst nun Püree und kann sich auch auf einem eleganten Tisch sehen lassen. (Bild über: The British Larder)
Und so gehts:
Rüsten Sie etwa 500 g Rüebli und 1 Kohlrabi und schneiden Sie sie in Stücke. Schneiden Sie etwa 2–3 Fenchel in Stücke. Geben Sie 4 EL Olivenöl in eine Schüssel plus etwa 3 ungeschälte Knoblauchzehen. Nun geben Sie das Gemüse dazu und vermischen alles gut. Legen Sie alles auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech, würzen Sie mit Salz und Pfeffer und rösten Sie das Gemüse im 200 Grad heissen Backofen etwa 40 Minuten lang, bis es gar ist. Dann nehmen Sie es heraus, entfernen die Haut der Knoblauchzehen und zerstampfen alles mit einem Stampfeisen. Geben Sie alles in eine Schüssel, schliessen Sie diese mit Folie und geben Sie sie für einige Minuten zurück in den heissen Backofen, damit sich alles gut durchwärmt.

2 — Bohnen-Mash mit Spinat

Dieses einfache Gericht geht blitzschnell und ist dabei erst noch gesund. Sie können die Bohnen dazu aus der Dose nehmen oder auch über Nacht einweichen. (Bild über: Kitchen Konfidence)
Und so gehts:
Geben Sie Olivenöl mit einer zerquetschten Knoblauchzehe und einem halbierten Peperoncino in eine grosse Pfanne. Erhitzen Sie alles und wenn der Knoblauch duftet, geben Sie gewaschenen und gerüsteten Blattspinat bei. Deckel zu und ein wenig durchschütteln, damit der Knoblauch nicht anbrennt. Wenn der Spinat zusammengefallen ist, dann würzen Sie mit Salz und Pfeffer und nehmen den Knoblauch und den Peperoncino wieder heraus, warm stellen. Geben Sie Butter in eine andere Pfanne und erhitzen Sie sie, geben Sie 2 Dosen (400g) weisse Cannellinibohnen dazu, abgegossen, und 1 dl Bouillon. Köcheln Sie alles, bis es warm ist, das dauert bloss etwa 5 Minuten. Dann zerstampfen Sie die Bohnen mit einem Stampfeisen und mischen 2 EL geriebenen Parmesan darunter, mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle würzen. Servieren Sie die Bohnen in Schälchen und geben den Spinat darüber. Mit extra Käse garnieren.

3 — Kartoffelstock mit Lauch

Wenn die Lust auf Kartoffelstock steigt, dann ist die kalte Jahreszeit da! Mischen Sie ihn mit Lauch und machen Sie daraus eine kleine, feine Mahlzeit. (Bild über: Striped Spatula)

Und so gehts:
Rüsten Sie 1 kg feine Kartoffeln und schneiden Sie sie in Würfel. Schneiden Sie 3 Lauchstängel in Ringe. Geben Sie 2 EL Butter in eine Pfanne und dünsten Sie den Lauch an. Geben Sie die Kartoffeln dazu und mischen alles gut. Nun giessen Sie etwa 2–3 dl Bouillon darüber und kochen alles, bis es weich ist. Kochen Sie 1 dl Milch mit 2 EL Butter auf, würzen Sie mit Pfeffer und Muskatnuss. Giessen Sie die Bouillon ab und zerstampfen Sie die Kartoffeln und den Lauch mit einem Stampfeisen. Rühren Sie die Milch-Butter-Mischung unter. Servieren Sie den Kartoffelstock mit Schnittlauchringli und ein wenig Extrabutter. Auch geriebener Käse dazu ist fein.

Tipp: Das Gericht ist auch herrlich mit Rüebli oder Lauch und Rüebli gemischt!

4 — Randen-Apfel-Mash

Randen sind ein herrliches Wintergemüse und können vielseitig eingesetzt werden. Ich persönlich mag sie nicht, wenn sie gesiedet werden, und schon gar nicht, wenn man sie gesiedet kauft. So röste ich sie immer im Backofen, das klappt auch bei diesem Gericht (Bild über: Taste.com.au)
Und so gehts:
Rüsten Sie etwa 500 g Randen und 3–4 Äpfel und schneiden Sie sie in Stücke. Mischen Sie sie mit Olivenöl, Salz und Pfeffer und legen Sie alles auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Rösten Sie die Randen und die Äpfel im 200 Grad heissen Backofen etwa 40 Minuten, bis sie gar sind. Dann nehmen Sie sie heraus und zerstampfen alles mit einem Stampfeisen. Geben Sie alles in eine Schüssel, schliessen Sie diese mit Folie und stellen Sie sie für einige Minuten zurück in den heissen Backofen, damit sich alles gut durchwärmt. Mit ein wenig Crème fraîche servieren.

5 — Congee

Congee ist ein nicht so bekanntes astiatisches Reisgericht, das eine Art Porridge ist und ein fantastisches kleines Wohlfühlgericht abgibt. (Bild über: The Kitchn)
Und so gehts:
Sie brauchen eine Tasse Jasminreis und 6 Tassen Hühnerbouillon. Waschen Sie den Reis unter kaltem Wasser und kochen Sie ihn mit der Bouillon auf kleiner Flamme halb zugedeckt etwa eine Stunde. Sie können auch ein wenig gekochtes Poulet am Knochen beigeben. Fein ist etwa ein Pouleschenkel vom Traiteur. Der Reis bekommt eine weiche, porridgeartige Konsistenz. Dann nehmen Sie das Poulet heraus, lösen es mit einer Gabel vom Knochen und verteilen es im Reis. Geben Sie ein wenig geriebenen Ingwer und Sesamöl dazu. Servieren Sie den Congee mit Sojasauce, Frühlingszwiebelringli und einem gekochten  oder pochierten Ei. Sie können auch ein Pouletbrüstchen in der Bouillon mitkochen und dann zum Reis geben. Vor dem Servieren herausnehmen und mit einer Gabel zerreissen. Rühren Sie den Congee ab und zu und falls er zu trocken wird, geben Sie ein bisschen extra Bouillon dazu.

6 — Griessbrei mit Eiern und Speck

Griess geht nicht nur als Dessert oder Babyfood. Er schmeckt fantastisch pikant mit Eiern und Speck. (Bild über: Baker Bettie)
Und so gehts: 
Kochen Sie den Griess gemäss Packungsangaben. Geben Sie aber Bouillon und ja keinen Zucker in die Milch! Kochen Sie Specktranchen in ein wenig Butter langsam ganz knusprig. Mischen Sie den Griess mit ein wenig geriebenem Käse und servieren Sie ihn mit dem Speck und einem verlorenen Ei oder Spiegelei.

7 — Polenta mit Pilzen

Ich liebe schnelle Polenta, weil sie immer einen guten Znacht abgibt und keine Zeit braucht. Ich koche Sie in Bioqualität und nehme mir aber schon etwa 10–15 Minuten Zeit zum Rühren. (Bild über: Alexandra Cooks)
Und so gehts:
Kochen Sie eine schnelle Polenta gemäss Packungsangaben. Ich nehme immer mehr Milch als Wasser und gebe Bouillon und viel Butter bei, denn ich liebe die Polenta würzig und buttrig. Am Schluss mischen Sie viel geriebenen Käse unter. In der Zwischenzeit rüsten Sie einige Pilze wie Champignons und Eierschwämmli und dünsten diese in Butter mit gehackten Schalotten, Rosmarin und Thymian. Mit ein wenig Weisswein ablöschen, mit Salz und Pfeffer würzen und über die Polenta geben.
Credits:

Bilder von Foodblogs und Magazinen: Alexandra Cooks, Baker BettieThe KitchenTaste.com.auStriped Spatula, Kitchen KonfidenceThe British LarderOne lovely life

3 Kommentare zu «Zum Auslöffeln»

  • lieberlecker sagt:

    Fein . . . , aber ab und zu würde ich da gerne noch etwas Knusper zufügen, das macht das Essen spannender und noch abwechslungsreicher. Was denn? Na z.B. diese Steinpilzerde :-)
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • Zora sagt:

      …manchmal brauchts einfach etwas Brei – damit wir uns so richtig geborgen und wohl fühlen wie ein behütetes Kind. Tut so richtig gut in der kalten Jahreszeit. Wie auch Suppen, nur dass die mehr schwappen…
      Damit es etwas knuspriger wird: selbstgeröstete Kerne sind auf allem gut.

    • Zora sagt:

      Die Steinpilzerde tönt lecker – werde ich ausprobieren!

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.