Wunderbare Winterpasta

Birnen, Nüsse oder Rosenkohl: Diese einfachen Rezepte zeigen, wie wandelbar Pasta sein kann.

Typische Winterpastagerichte verbinden Zutaten, die gerade Saison haben, wie Gemüse, Früchte oder Nüsse. Sie sind auch nahrhaft und bringen dieses genüssliche Wohlgefühl auf den Tisch. Pastagerichte sind immer unkompliziert und eignen sich daher perfekt für diese Wochentage, an denen man sich etwas Köstliches wünscht, aber nicht lange überlegen will. Kochen ist eine kreative Beschäftigung, und wer jeden Tag kocht, der weiss, wie man aus den Dingen im Kühlschrank und im Chuchichäschtli etwas zaubert. Manchmal kommen die besten Ideen wie aus dem Nichts. Kürzlich habe ich zum Beispiel mangels Tomaten eine weisse Bolognese gekocht, einige trockene Steinpilze untergemischt, und es gab ein herrliches Znacht. Ein anderes Mal habe ich Sardinen und Rosinen in die Tomatensauce gemischt. Manchmal brauchen Gerichte nur diese eine, nicht so typische Zutat, und schon werden sie zu etwas ganz Besonderem. Nüsse, Sardellen oder auch mal Rosinen sind solche Hexenmeister. Probieren  Sie diese einfachen, aber nicht ganz so klassischen Winterpastarezepte aus. (Bild: Adventures in Cooking)

Orecchiette mit Rosenkohl

Röselichöl, wie der fantastische Winterkohl bei uns heisst, ist nicht ganz so beliebt, wie er eigentlich sein sollte. Vielleicht weil wir ihn zu oft verkocht, leicht gelblich und mit mehligweisser Sauce serviert bekommen. Geben Sie ihm neue Chancen, zum Beispiel in einer Pasta. Der nussige Geschmack wird mit Baumnüssen noch unterstrichen, und ein wenig Prosecco gibt dem Gericht eine festliche Note. (Bild: Alexandra Cooks)

Und so gehts: 
Rüsten Sie Rosenkohl, und entblättern Sie ihn, oder schneiden Sie ihn in kleine Stücke. Geben Sie Olivenöl in eine Pfanne, und fügen Sie eine zerquetschte Knoblauchzehe und einen halben Peperoncino dazu. Erwärmen Sie alles zusammen, und wenn es duftet, geben Sie den Rosenkohl bei. Andünsten und darauf achten, dass weder Knoblauch noch Peperoncino anbrennen oder braun werden. Ein Glas Prosecco beigeben, ein wenig salzen und zugedeckt ca. 10 Minuten sanft köcheln lassen. Gleichzeitig die Orecchiette al dente kochen. In einer Bratpfanne ohne Öl eine Handvoll Baumnüsse rösten. Den Rosenkohl mit Salz und Pfeffer würzen. Peperoncino und Knoblauch entfernen, die Orecchiette zum Rosenkohl geben und etwas Pastawasser untermischen. Gut vermischen und die Walnüsse darüberstreuen. Dazu passt ein wenig geriebener Pecorino romano. Ebenso fein ist es, wenn Sie 1–2 EL Ziegenfrischkäse untermischen. Das aber noch in der Pfanne, damit die Pasta schön warm bleibt. 

Tomatensauce mit Rosinen

Diese Tomatensauce schmeckt anders. Sie ist nicht nur verführerisch, sondern auch eine gute Idee, wenn man wieder einmal keine Zeit oder keine Lust zum Einkaufen hatte. Sie entsteht sozusagen aus den kleinen Reserven im Kühl- und Küchenschrank. (Bild: Taste better from scratch)

Und so gehts: 
Schneiden Sie etwa 6 Sardellen in kleine Stücke, das ist etwa die Menge in einer kleinen Dose. Hacken Sie eine Schalotte, zwei Knoblauchzehen und einen ganzen Peperoncino fein. Geben Sie Olivenöl in eine Gusseisenpfanne, und dünsten Sie alles langsam und achtsam etwa 10 Minuten. Dann giessen Sie ein Glas Rotwein darüber und lassen es ein bisschen einköcheln. Nun geben Sie eine Dose gehackte Tomaten bei und eine gute Handvoll Rosinen. Lassen Sie alles gute 20 Minuten bei offenem Deckel köcheln. Kochen Sie die Penne al dente, und vermischen Sie sie mit der Sauce. Mit reichlich Pecorino romano oder Parmesan servieren. Die Sauce braucht weder Salz noch Pfeffer oder Kräuter und schmeckt trotzdem herrlich würzig. Mit einem guten Glas Wein dazu haben Sie ein kleines Festessen auf dem Tisch.

Pappardelle mit Lauch

Eine superschnelle, feine Pasta ist diese abgeänderte Art der klassischen Carbonara. (Bild: Blogging over Thyme)
Und so gehts:
Kochen Sie für 4 Personen 400 g Pappardelle al dente, gemäss Packungsangaben. Braten Sie Speckwürfeli knusprig, und legen Sie sie zur Seite. Dünsten Sie dann ca. 2 Stängel fein geschnittenen Lauch in ein wenig Olivenöl an, geben Sie 2 EL Bouillon dazu, und lassen Sie alles einköcheln. Danach 2 dl Crème fraîche dazugiessen und 2 EL Ziegenweichkäse untermischen, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. In einer Schüssel verrühren Sie 4 Eigelb mit 150 Gramm geriebenem Parmesan. Nun mischen Sie die Pasta mit 2–3 EL Pastawasser mit der Lauchrahmsauce und geben die Speckwürfeli bei. Dann die Pasta gut mit der Eiermischung vermengen und mit ein wenig Thymian und geriebenem Parmesan servieren. 

Macaroni mit Birnen

Dieses köstliche Ofengericht verbindet den süsslichen Geschmack der Birnen mit dem würzigen des Käses und der Steinpilze. (Bild: Adventures in Cooking)

Und so gehts: 
Kochen Sie Macaroni oder ähnliche Pasta wie Hörnli oder Fusilli ein bisschen weniger als al dente. Geben Sie reichlich Butter in eine Pfanne, und braten Sie darin eine grob gehackte Zwiebel an, bis diese golden ist. Nun geben Sie etwa 2–3, in Würfel geschnittene Birnen dazu, weitere 5 Minuten dünsten und zur Seite stellen. In der gleichen Pfanne 5 dl Rahm erwärmen, 200 g Roquefort und 2 El Dijonsenf beigeben. Sanft köcheln, sodass sich alles gut verbindet. Mit Pfeffer, evtl. ein wenig Salz und geriebener Muskatnuss würzen, einige frische Thymianblättchen beigeben. Nun geben Sie die Macaroni in eine ausgebutterte Gratinpfanne und mischen die Sauce, die Zwiebel-Birnen-Mischung und eine Handvoll getrocknete Steinpilze unter. Raspeln Sie reichlich Käse darüber. Da geht eigentlich jeder Käse von Gruyère bis zu Parmesan oder Sprinz. Im 200 Grad heissen Backofen etwa 35 Minuten backen und mit einem Salat dazu servieren. Ich finde, solche üppige Gerichte brauchen dringend etwas Frisches dazu. Schnell gehen zum Beispiel roter Chicorée mit Walnüssen, ein wenig Balsamico und Olivenöl oder einfach roher Fenchel mit Olivenöl und Zitronensaft. Natürlich kann man dieses Gericht auch mit Speck oder Schinken zubereiten, aber ich finde, dass es nicht überall Fleisch braucht!

Rigatoni mit weisser Bolognese

Es braucht nicht immer Tomaten, um eine Bolognese-Sauce zu kochen. Versuchen Sie diese weisse Variante. Sie braucht auch weniger Kochzeit als die klassische Bolognese. (Bild über: Platings and pairings)
Und so gehts: 
Dünsten Sie etwa 100 g Speckwürfel in einer Gusseisenpfanne mit Olivenöl knusprig. Hacken Sie 1 Rüebli, 1 Selleriestange, 2 Schalotten, 1 Peperoncino und 1 Knoblauchzehe klein. Ich werfe alles in die Küchenmaschine und gebe dazu noch die Stängel von Petersilie und Basilikum bei. Wenn alles schön fein gehackt ist, geben Sie die Mischung zum Speck und dünsten alles langsam weiter, etwa 10 Minuten lang. Dann kommt das Hackfleisch dazu, etwa 400 g. Das Hackfleisch in der Gemüse-Speck-Mischung anbraten und dann mit einem Glas Weisswein ablöschen. Diesen einköcheln lassen und dann etwa 1 dl gute Fleischbouillon dazugiessen. Fügen Sie eine Handvoll gedörrte Steinpilze bei, und lassen Sie alles etwa 30 Minuten zugedeckt köcheln. Dann geben Sie 2 dl Rahm dazu, erwärmen alles gut, würzen mit Salz und Pfeffer und mischen 400 g al dente gekochte Rigatoni darunter. Mit reichlich Pecorino romano und ein wenig gehackter Petersilie servieren.
Credits: 

Bilder von Foodblogs und Magazinen: Platings and pairings,Adventures in Cooking, Blogging over Thyme,Taste better from scratchAlexandra Cooks

 

9 Kommentare zu «Wunderbare Winterpasta»

  • Beat Schäfer sagt:

    Getrocknete Steinpilze bei 200° 30 Minuten in den Ofen ? Warum nicht eingeweichte, sie geben ihr Aroma 200 Mal intensiver weiter und nur so werden sie mit den andern Zutaten einer höheren Einheit.

  • Roland K. Moser sagt:

    Mein Tipp:

    „Normale“ Tomatensauce, wie man sie halt macht, und dann mildes Curry rein, genügend lang kochen.

    Unter die weissen Teigwaren noch Vollkorn-Teigwaren mischen, Dadurch sinkt der glykämische Index. man ist länger satt.

    Schabziger-Teigwaren.

  • Roman sagt:

    Mhhhh – Röslichöl, das tönt doch mal spannend. Zum Glück muss ich heute für mich alleine kochen, dann probier ich das doch gerade mal aus ;-)

    • Ilse sagt:

      Röseliköhl in Blättchen gerüstet kurz blanchiert und dann in einer Rahmsauche serviert ist der absolute Genuss, es ist viel Rüstarbeit aber es lohnt sich auf jeden Fall

  • Pascale sagt:

    Beim Rezept Maccaroni mit Birnen: Die ausgemusterte Gratinpfanne – was für ein Verschreiber! Habe mich köstlich amüsiert:-)

  • Heidi Merz sagt:

    Probieren Sie mal Gnocchi mit Gorgonzola und Birnen (wir nehmen gekochte). Da geht einem das Herz auf.

  • Hansjörg sagt:

    Tolle Rezepte, und mal zur Abwechslung nicht mit Zutatenliste und supergenauen Angaben! Mir gefallen Rezepte mit „etwa“, „man kann“ und „… oder …“ viel besser, da wird mitdenken erwartet :)

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