Bereit für das Brinner?

Das Frühstück zum Abendessen ist ein gemütlicher Foodtrend, den wir gerne nachmachen.

Frühstück zum Abendessen

Frühstück ist eine der besten Mahlzeiten des Tages und kommt leider im Alltagsstress oft zu kurz. Ein guter Grund also, ab und zu Frühstück am Abend zu geniessen. So ist das Brinner ein Trend, der Sinn macht. Es ist die Kurzform von «Breakfast for Dinner». Wer weiss, vielleicht gibt es ja auch bald mal gemütliche Brinnerangebote in Restaurants, ganz so wie beim bekannteren Brunch.

Auch wenn der Name Brinner neu und englisch ist, Frühstück zum Abendessen ist keine neue Idee. In der Kindheit hiess dies einfach Kafi complet und bedeutete, dass wir Konfischnitten zum Znacht essen durften! Was für uns Kinder jeweils ein Fest war, bedeutete für unsere Eltern ein Abendessen ohne grossen Aufwand. Mein Mann und ich zelebrieren diesen gemütlichen Trend regelmässig und mit langer Tradition. Wenn wir uns am Abend so richtig verwöhnen möchten, dann tun wir das mit unserem amerikanischen Frühstücksliebling French Toast. Und wenn wir gar keine Lust auf Kochen haben, dann passt der englische Frühstücksklassiker Beans on Toast.  (Bild: Jet and indigo)

Porridge mit Bananen
Frühstücksgerichte eignen sich sehr gut für den Abend. Porridge mit Bananen etwa ist ein perfektes Beruhigungsmittel. Haferflocken enthalten Tryptophan, welches stimmungsaufhellend und beruhigend wirken soll. Bananen enthalten Magnesium und Kalium, beides Stoffe, die Muskeln und Nerven entspannen. Also her mit dem Supermüesli auf dem Sofa! (Bild: My relationship with food

Zutaten:

Zubereitung:

3 Bananen

150 g Haferflocken

6 dl Milch

1 Prise Salz

Kokosnussmilch

Honig

Kokoschips

Geben Sie die Milch und die Haferflocken zusammen in eine Pfanne, fügen Sie eine Prise Salz dazu, und erhitzen Sie alles unter Rühren. Brauchen Sie zum Rühren einen Holzlöffel. Kochen Sie alles ca. 6 Minuten, und rühren Sie ständig. Mischen Sie 1 EL Honig unter und eine zerdrückte Banane. Servieren Sie den Porridge mit den in Scheiben geschnittenen Bananen, ein wenig Kokosnussmilch und einigen Kokoschips. Auch fein ist eine Prise Zimt oder ein bisschen Honig.

Eine gute Tasse Tee

Kennen Sie den Feierabenddrink? Ich denke dabei an die Cocktails, die in den amerikanischen Filmen der Fifties in der Hausbar gemixt werden, nicht an die Bierdosen in den S-Bahnen! Die erste Version bleibt ein unerreichter Traum und die zweite definitiv ein Albtraum! Aber eine Tasse heisser Tee ist auch ein guter Freund. Sie wärmt und stärkt, genau wie sie das am Morgen tut. Ich spreche natürlich vom typisch englischen «Cupotea»! Schwarz, süss und mit Milch. Selbstverständlich sind auch Kräutertees und solche, die eine bestimmte Wirkung haben, gut. Kusmi-Tee etwa, eine alte russische Marke, hübsch verpackt und mit verführerischen Namen wie «Blue Detox», «Sweet Love», «Anastasia» oder «Be Cool», ist eine gute Idee. Holen Sie dazu gleich noch einen Klassiker aus dem Bücherregal wie etwa Tolstois «Anna Karenina» oder Erzählungen von Turgenew. (Bild: The yellow house)

Lachsbrötli mit Kräuterkäse und Fenchel
Als ich in New York lebte, arm und glücklich mit der Badewanne in der Küche, haben wir mit Lox and Bagels kleine Frühstücksfeste gefeiert. Herrliche Lachsbrötchen tuns auch! Und sie schmecken auch am Abend als kleines unkompliziertes Brinner. (Bild: Floating kitchen)

Und so gehts:
Mischen Sie Philadelphia-Frischkäse in der Küchenmaschine mit ein wenig Dill und Schnittlauch. Toasten Sie gutes Toastbrot golden und knusprig, und bestreichen Sie es mit dem Kräuterfrischkäse. Belegen Sie den Käse mit Rauchlachstranchen. Schneiden Sie Fenchel in hauchdünne Streifen, und legen Sie sie mit ein wenig Dill und einigen Granatapfelkernen über den Lachs. 

Kleines Galabrinner

Der Vorteil vom Brinner ist: Man kann ein Glas Champagner dazu geniessen. Was bei einem normalen Frühstück an einem Dienstagmorgen nicht wirklich eine gute Idee ist. Geniessen Sie Ihr Frühstück am Abend. Leisten Sie sich ein Glas Champagner dazu. Januar ist auch ein Monat in Ihrem Leben und nicht bloss ein Loch! (Bild über: Classy and style)

Eier mit Pilzen und Käse
Ich liebe Spiegeleier. Sie sind ein Luxus, der immer geht. Ein Gericht, das jeder kochen kann, und ein Genuss, der sinnlich ist, den Hunger stillt und das Gefühl vermittelt, etwas wirklich Gutes zu essen. Ich gehöre zu den Menschen, die lieber nichts essen, wenn sie hungrig sind, statt etwas, das nicht gut ist. Aber ein Spiegelei geht immer. Ich brate meine Eier mit viel Liebe und Butter. Die heisse Butter träufle ich mit dem Löffel über das Eigelb. Die Ränder des Spiegeleis müssen für mich knusprig und braun sein, das Eigelb fliessend. Die Zubereitung ist ein Teil des Genusses. Ich kaufe auch nur Eier, die Bio sind und bei denen die männlichen Kücken nicht geschreddert werden. Bei echtem Genuss ist nicht die Masse oder der Preis wichtig – sondern der Respekt. Spiegeleier brauchen nicht zwingend Brot. Versuchen Sie sie als perfektes Brinner mit Pilzen und Käse. (Bild über: Foodfuck

Und so gehts:
Vierteln Sie Champignons. Geben Sie Butter in eine Bratpfanne, und dünsten Sie die Pilze mit ein wenig Salz und Thymian an. Braten Sie Spiegeleier, und servieren Sie die Eier mit den Pilzen, gehackter Petersilie und einem Stück Lieblingskäse.

Spiegeleier mit Tomatentoast
Mein Standardmenü für ein deftiges Frühstück geht auch perfekt für ein Brinner. Es hat alles dabei, was glücklich macht: Tomaten, Brot und Spiegeleier. (Bild über: Handmade Charlotte)

Und so gehts:
Schneiden Sie grössere Tomaten in Scheiben, oder vierteln Sie kleine Tomaten. Geben Sie Butter in eine Bratpfanne, und braten Sie Tomaten mit ein wenig zerrissenem Basilikum an. Würzen Sie mit Salz und Pfeffer. Toasten Sie Brotscheiben, am besten von gutem, dunklem Brot. Braten Sie Spiegeleier. Geben Sie die Tomaten auf das getoastete Brot, und richten Sie pro Brotscheibe ein Spiegelei darüber an. Wer mag, kann den Tomaten ein wenig Balsamicoessig beigeben. Ich persönlich mag lieber ein wenig Honig. Und übrigens: Dieses Gericht schmeckt auch ohne Brot herrlich.

Candlelight-Brinner

Da das Brinner eine Abendmahlzeit ist, hat Kerzenlicht eine viel romantischere Wirkung als beim Frühstück. Würzen Sie also Ihr Brinner mit Kerzenlicht, und machen Sie es damit zur romantisch sinnlichen Mahlzeit. (Bild über: Piazza new york catcher)

French Toast mit Kokosnuss
French Toast ist mein ultimativer «Comfort Food», also ein Essen, das Glück, Behaglichkeit und Trost spendet. Da ich es immer mit viel Früchten serviere, ist es auch gesund. (Bild: The brick kitchen)

Und so gehts: 
Verquirlen Sie 4 Eier, und geben Sie 1 dl Rahm und 1 dl Kokosmilch dazu. Mischen Sie ein Päckli Vanillezucker und 1 EL Rohzucker darunter. Wenden Sie 6–8 Toastbrotscheiben in der Eiermischung und braten Sie diese mit Butter beidseitig goldbraun. Servieren Sie die French Toasts mit Saisonfrüchten. Diese können Sie frisch dazu servieren oder aber mit ein wenig Butter gebraten. Momentan schmecken Ananas, Mango und Orangenfilets fantastisch. Über die ganze Pracht geben Sie reichlich Ahornsirup. Ich liebe meine French Toasts mit Zimt. Weil diese French Toasts mit Kokosmilch zubereitet werden, müssen unbedingt ganz viele Kokosnusschips darübergestreut werden. Wer mag, kann auf den Ahornsirup verzichten und Puderzucker darüberstreuen. Ich aber liebe Ahornsirup, da er von den Toasts aufgesogen wird und er ganz einfach besser schmeckt als blosser Zucker. 

Blueberry Pancakes
New York Nights wurden immer mit einem deftigen Pancake-Frühstück beendet. So bleiben Pancakes meine kulinarische Jugendnachtliebe. (Bild über: Modern Hepburn)

Zutaten:

Zubereitung:

1 Tasse Weissmehl

1 EL Zucker

1 Päckli Vanillezucker

2 KL Backpulver

1 Prise Salz

1 Tasse Milch

1 Ei

1 EL zerlassene Butter

1 Tasse gefrorene Heidelbeeren

Mehl, Backpulver, Vanillezucker, Zucker und Salz mischen. In einer anderen Schüssel Milch, Butter und Ei verrühren, beigeben und alles gut mischen. Butter in eine Bratpfanne geben. Pro Pfannkuchen jeweils 3 EL Teig nehmen und jeweils eine Handvoll gefrorene Heidelbeeren darüber verteilen. Die Pancakes beidseitig goldbraun braten. Im Backofen warm stellen. Bestreuen Sie die Pancakes mit ein wenig Puderzucker, und servieren Sie sie mit viel Ahornsirup darüber.

Avocadotoast
Ein gesunder, kleiner Toast ist nicht nur ein gutes Frühstück am Morgen, sondern auch eines am Abend. (Bild: The awsome green)
Und so gehts:
Belegen Sie Pumpernickelschnitten mit Avocadoscheiben, dünn geschnittenen Radieslischeiben und fast hart gekochten Eierhälften. Streuen Sie Sesamsamen und Schnittlauchringli darüber, und würzen Sie nach Geschmack mit Salz und Pfeffer. 
Orangen-Muffins
Muffins sind kleine, amerikanische Frühstücksküchlein, die einfach zum Backen sind und köstlich schmecken. Diese Muffins werden mit viel Orangengeschmack gebacken. (Muffinform: Anthropologie)

Zutaten für 12 Muffins:

Zubereitung:

2 Tassen Mehl

1 Päckli Backpulver

1 Tasse Rohzucker

1 Päckli Vanillezucker

1 Prise Salz

130 g weiche Butter

2 Eier

1/2 Tasse Buttermilch

die abgeriebene Schale von 2 Orangen

Den Backofen auf 220 Grad vorheizen, Papierförmchen in die Muffinblechmulden legen. Mehl, Backpulver und Salz mischen, sieben. In einer anderen Schüssel Butter, Zucker und Vanillezucker verrühren. Eier dazugeben und gut vermengen, danach die Mehlmischung beigeben und gut verrühren, bis der Teig weich ist. Buttermilch darunterrühren und nochmals gut vermischen. Die Orangenschale einrühren und den Teig mit einem Löffel in die Muffinformen verteilen. 5 Minuten backen, danach die Hitze auf 180 Grad senken und 30–35 Minuten backen. Die Muffins sind fertig, wenn sie bei leichter Berührung zurück in Form gehen. Die Muffins mit Orangenzuckerguss und kandierten Orangenschalen garnieren.

Credits:

Foodblogs: Jet and indigo,My relationship with food, The yellow house, Floating kitchen, The awsome green
Blogs und Magazine: Classy and style, FoodfuckHandmade CharlottePiazza new york catcher, Modern Hepburn

17 Kommentare zu «Bereit für das Brinner?»

  • Laura sagt:

    Vielen., vielen Dank für einen weiteren wundervollen Beitrag! Love it <3

  • Christoph Bögli sagt:

    Ein „Brinner“ entspricht doch im Prinzip einfach dem traditionellen Abendbrot, also was früher und z.T. immer noch das typische Abendessen im deutschsprachigen/skandinavischen Raum war und stark am Frühstück angelehnt ist (primär Brot mit „Belag“). Insofern ist das ja weder was Neues noch Sensationelles. Aber anscheinend ist heute der grösste Essenstrend, altbackene Konzepte mit einem neuen Namen zu versehen und als aufregenden „Trend“ zu verkaufen..

  • adam sagt:

    Guten Morgen Frau Kohler. War eben einkaufen bezüglich Lachsbrötchen, weil ich Lust dazu hatte. Gucken Sie sich mal den Lachs auf dem Bild oben an :-) Ich glaube das ist eher eine Khaki. Und jetzt sitze ich da mit meinem Fisch.

  • Lichtblau sagt:

    Was Herr Gretener so charmant sagt! Auch von mir ein Kompliment, Frau Kohler. Bewundernswert, wie Sie immer wieder ein „Klammerthema“ finden und das dann virtuos mit Inhalten füllen.
    Als Kinder liebten wir unsere spezielle Art von „Brinner“: Zuerst gab es „Quer-durch-den-Garten“, eine Kartoffelsuppe mit den jeweiligen Gemüsen der Saison und anschliessend Fotzelschnitten (CH-Frenchtoast), Kaiserschmarren oder „Karthäuserklösse“ (ach!) mit Erdbeer-, Rhabarber-, Aprikosen- oder Zwetschgen-Kompott. Hört sich ländlich an, dabei lebten wir mitten in der Stadt.

    • adam sagt:

      Oh, Sie sind auch jemand, der sich aus Erdbeeren, Vanillesauce und Zwieback noch ein schönes Dessert vorstellen kann. Schön, wenn man so gemeinsam ein Jahr beginnen kann.

      • Flo sagt:

        aus Erdbeeren oder Zwetschgen-/Kirschenkompott, Vanillesauce und Zwieback noch ein schönes Dessert – das war in meiner Kindeheit ein Geburtstags Znacht oder ein üppiges Dessert nach einer feinen, deftigen Suppe zum Zmittag!

    • Ruth sagt:

      Bein uns hiessen die French Toasts auch Fotzelschnitten, oft wurden sie mit Zucker und Zimt bestreut. Meine Mutter hat so meistens altes Brot verwertet und der Rahm hatte sie von der Milch abgeschöpft, die wir noch vom Bauern hatten. Ich habe diese Schnitten geliebt. Ihr wunderbarer Beitrag Frau Kohler lässt mich in Erinnerungen schwelgen, danke

  • Barbara_Virginia sagt:

    Im März feiere ich meinen Geburtstag und sagte zu meiner Tochter: ich möchte die Leute zu einem Brunch einladen, aber halt einfach am Abend. Ich weiss noch nicht wie ich das formulieren soll.
    Dieses Wochenende sollten die Einladungen und Menü etc. geplant werden und was sehe ich nun: Ich lade zum Brinner ein!
    Und die Rezeptvorschläge sind einfach super. Vieles nicht einfach umsetzbar in meinem Fall, aber tolle Inputs. Ganz herzlichen Dank für diesen Blog-Beitrag. Und das Timing ist unbezahlbar.

  • Patricia sagt:

    Bei uns heisst das „Zmorge-Znacht“ und wird heiss geliebt! =)

  • Marc Stucki sagt:

    Wie immer in ihrem Blog: Yummy…… und wundervolle Rezeptideen. „Brinner“ ist allerdings nicht neu, als ich in Exeter studierte, wurde dort der „Brinner“ bereits gepflegt und das war 1991. Herzliche Grüsse.

  • Anita sagt:

    Da möchte man doch gleich im die Küche laufen…. es ist dann halt kein Brinner, aber Kerzen kann man auch am Morgen anzünden und ein Glas Champagner liegt heute auch drin. Es ist ja schliesslich Samstag!
    Allen ein schönes genussvolles Wochenende!!

  • ksimmen sagt:

    Im Grand Café Lochergut an der Badenerstrasse kann am Sonntag bis 20 Ubr gebrinnert werden :-)

  • adam sagt:

    Frau Kohler, Sie haben sich mit diesem Beitrag – wieder mal – selbst übertroffen. Text und Bilder, absolut fantastisch. Habe ich Ihnen schon ein gutes neues Jahr gewünscht? Nein? Dann hole ich das hiermit nach.

    • Herzlichen Dank, lieber Adam, das wünsche ich Ihnen auch und täglich viel Freude am Sweet Home Blog, Herzlichst, Marianne Kohler

      • adam sagt:

        Wir Leser erschrecken ja immer ein wenig, wenn sich Marianne Kohler wieder mal persönlich meldet. Aber nun freue ich mich einfach uneingeschränkt. Sie wissen glaubs gar nicht, wie gerne ich diesen Blog hier habe. Vielen Dank für all ihre Arbeit. Wer mal versucht hat, einen solchen Blog-Beitrag zu schreiben weiss, was das für ein Heidenaufwand ist.

  • Flo sagt:

    Oh mein Gott – schon wieder in die Sweet Home Falle getappt!
    Ich habe mir zwar vorgenommen Sweet Home nicht merh vor dem Mittagessen zu lesen – aber wie viele gute Vorsätze, hat sich auch dieser schon am 7. Tag in Luft aufgelöst.
    French Toast mit Kokosnussmilch und frische Früchte und Spiegelei auf Ttomatentoast sind meine Favoriten.
    Und auch viele der anderen Tipps haben mich von „Projekt“ Brinner völlig überzeugt – speziell jetzt in der kalten Jahreszeit bei Kerzenlicht, je nach Gusto was feinem zum trinken und ein bisschen Musik – ist Wellness pur!

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