Trauen Sie sich!

Dekoration ist wieder angesagt. Aber keine Angst, es geht noch nicht um die Weihnachtszeit, sondern darum, dem Zuhause mehr Üppigkeit zu verleihen.
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Dekoration im Haus

In meiner Arbeit als Stylistin habe ich natürlich viel mit Dekoration zu tun. Ich mag aber das Wort nicht so sehr, da es immer an etwas Aufgesetztes denken lässt. Im englischen Sprachraum wird Dekoration mit Einrichten gleichgesetzt und bezieht sich mehr auf die Wahl und das Einsetzen der Stoffe und der Wohnaccessoires. Ich nenne darum Dekoration lieber Styling, weil man beim Styling mit realen Dingen arbeitet und nicht einfach etwas schmückt. Auf diesem Tisch, entdeckt auf einem Bild von «Historiska Hem», sind nur Dinge, die man auch sonst gerne um sich hat und die nicht bloss Schmuck sind, nämlich Vasen, Glasaccessoires und natürlich Blumen.  

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Tabletts an der Wand

Die wunderschönen Tabletts von der französischen Firma Ibride zeigen Tierporträts, die an alte Familienporträts erinnern. Kein Wunder, haben die Bewohner dieses Esszimmers, entdeckt auf dem Blog «79 Ideas», sie an die Wand gehängt. Dabei haben sie gleich noch Rezepte rangepinnt. Der Tisch, der für eine Einladung gedeckt wurde, ist gemütlich mit der neuen Art von Leinenwäsche gedeckt. Diese ist weich, fliessend und muss nicht glatt gebügelt werden (erhältlich zum Beispiel bei Pfister oder Interio). Die Dekoration auf dem Tisch ist auch eher Styling, denn sie besteht schlicht aus kleinen Vasen mit tiefen Blumensträusschen und nicht aus etwas künstlich Inszeniertem.

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Mehr ist manchmal mehr

Wer viele Dinge hat, verteilt diese am besten nicht in der ganzen Wohnung, sondern wählt einzelne Plätze aus, die dann üppig gestylt werden können. Das wirkt viel stärker und zugleich viel ordentlicher, als wenn alles überall ist. Ein wunderschönes Beispiel dafür ist das schwebende Sideboard auf dem Bild, entdeckt auf dem Blog «Modern Hepburn». Bilder, Skulpturen, Wohnaccessoires, Leuchte und Fundstücke türmen sich regelrecht auf darauf und sehen dabei einfach toll aus. 

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Mehr als einfarbig

Auch bei den Farben ist Üppigkeit angesagt. Je mehr, umso schöner, reicher und sinnlicher. Achten Sie aber bei der Auswahl der unterschiedlichen Farben darauf, dass diese harmonisch zueinander wirken und dass sie sich ab und zu wiederholen. Sonst entsteht ein Durcheinander, das nicht mehr viel mit Stil oder Eleganz zu hat. Dieses Bild zeigt eine Farbauswahl der englischen Farbfirma Dulux.

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Einfach mal anders

Trotz der Vielfalt der Trends im Wohnbereich richten viele nach Nummer sicher ein und möglichst gleich wie die anderen. Schade, denn das «Einfach mal anders» tut nicht nur der Wohnung gut, sondern auch den Menschen, die darin wohnen. Denn wohnen ist eine persönliche Angelegenheit, sonst fühlt es sich schnell an, als wäre man im Hotel oder auf der Durchreise. Auf diesem Bild, entdeckt auf dem Blog «Keltainen talo rannalla» stehen grasgrüne Gartenstühle um einen alten gemütlichen Holztisch. Das auf einem grasgrünen Vintageteppich und in einer schwarz-weiss gestrichenen Küche.

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Wild und furchtlos

Alle treuen «Sweet Home»-Leser wissen, dass ich Abigail Ahern liebe, also ihren Stil und ihre Wohnideen. Als waschechte Engländerin dekoriert sie natürlich wild und furchtlos. Mit starken Stücken, dunklen und leuchtenden Farben, manchmal an der Grenze des «guten Geschmacks», dafür aber mit Enthusiasmus, Humor und viel Persönlichkeit. (Bild über: Interiorator)

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Plakativ und poetisch

Ebenfalls Engländerin ist Deborah Bowness. Sie kreiert Tapeten der anderen Art. Nämlich solche, die wirken wie handgemacht, handgemalt oder handgeklebt. Ihre Tapeten haben alle viel Poesie und spielen oft mit dem Trompe-l’Œil-Effekt. Tapezieren Sie eine einzelne Wand mit Deborahs kunstvollen Tapeten oder hängen Sie auch bloss eine Rolle ab anstelle eines Bildes.

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Patchwork, Moodboards und Collagen

Wenn viele Sachen zusammenkommen, entsteht etwas Eigenes und Neues. Nach diesem Prinzip funktionieren Patchworkarbeiten, Collagen und Moodboards. Sie sind alle eine wunderbare und budgetfreundliche Möglichkeit, das Zuhause zu dekorieren und ihm viel Persönlichkeit zu geben. Diese Wand, die mit ausgeschnittenen alten Zeitschriftenseiten tapeziert ist, befindet sich im exzentrischen Londoner Club The Zetter Townhouse, auch Hotel und Bar.

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Persönlichkeit liegt auch im Detail

Die besondere Vase, die kleinen Fundstücke, Bilder und Auserlesenes, das sind die wahren Schätze einer Wohnung. Zeigen Sie diese, und zwar so effektvoll wie möglich. Auf diesem Bild, entdeckt auf dem Blog «Desire to inspire», findet das vor einem schwarzen Hintergrund statt. 

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Stilstatements mit Funktion

Kombinieren Sie Tolles, Starkes und Stilvolles mit einer praktischen Idee. Hier ist es eine Wand hinter dem Bett, die eine Umkleide- oder Schranksituation vom Bett trennt. Die Wand ist zusätzlich mit einer fantastischen Wolkentapete von Cole and Son tapeziert. Und nein, liebe Kommentarschreiber, man braucht dazu keine tolle Altbauwohnung – bloss den Mut, etwas anderes und Besonderes auch in seinen eigenen kleinen, unscheinbaren Wänden umzusetzen. Das macht diese nämlich weniger unscheinbar, sondern grossartiger und viel persönlicher. (Bild über: Plastolux)

 

3 Kommentare zu «Trauen Sie sich!»

  • Bufi sagt:

    more is more and less is bore : Lektion 1 in Abigail Ahern’s Masterclass! Yes, yes und nochmal yeeeeessss!!!

  • trudi Frey sagt:

    Dunkel wars der Mond schien helle als ein Wagen plitzesschnelle langsam um die runden Ecken fuhr.Drinnen sassen stehend Leute schweigend ins Gespräch vertieft, als ein todgeschossener Hase auf grünbeschneiter Flur Schlittschuh lief. Das fällt mir ein zu dieser Wohnung.

    • Marcus Ballmer sagt:

      …als ein totgeschossner Hase auf der Sandbank Schlittschuh lief. Heisst es korrekt. Und dann: Und ein blondgelockter Jüngling mit kohlrabenschwarzem Haar sass auf einer grünen Kiste, die rot angestrichen war. Neben ihm ’ne alte Schrulle, zählte kaum erst sechzehn Jahr, in der Hand ’ne Butterstulle, die mit Schmalz bestrichen war.

      Und überhaupt, Trudi Frey: Sie haben Recht. Wohnungen zum „Fiischtermüüsle“.

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