Keine Angst vor Gemütlichkeit!

Offene Räume, grosse Fensterfronten, einzelne Designerstücke, das sind die beliebtesten Lieblingszutaten für schönes Wohnen, besonders hierzulande. Wieso aber ist die Angst vor der Gemütlichkeit so gross? Dabei ist das Zuhause doch der Zufluchtsort vor dem hektischen Alltag und eine persönliche kleine Welt, in der man nach seinen eigenen Vorstellungen leben kann. Hier finden Sie 12 Vorschläge, die Lust auf gemütliches Wohnen machen.
(Bild via: Desire to Inspire)

1 — Platz für eine Leseecke

Eine Wohnung ohne Bücher wirkt oberflächlich und macht sie eher zum unpersönlichen Hotelzimmer. Deshalb sind Bücher auf einem Regal, ein komfortabler Sessel und eine Leselampe die Hauptzutaten für eine gute Portion Gemütlichkeit. Hier ist eine Leseecke im «New-Country-Stil» charmant und mit viel Individualität umgesetzt. Ein grosses, rustikales Holzregal ist mit den Lieblingsbüchern gefüllt und wird mit persönlichen Gegenständen zum Leben erweckt. Davor steht ein klassischer Sessel, der mit hellblauem Wollstoff bezogen ist und mit seiner kühlen Farbe einen harmonischen Kontrast zum warmen Holzregal bietet. Stellen Sie neben Sessel und Sofas kleine Beistelltische für noch mehr Komfort. Bild über: Desire to Inspire.

(Bild via: Paonote Room 269)

2 — Ein grosser Tisch mit Charakter

Zusammen an einem Tisch zu sitzen, zu essen und zu plaudern: Das ist wahre Gemütlichkeit. Wenn der Tisch auch noch Charakter hat und lebendig wirkt, weil er alt ist oder wenn spezielle Stühle um ihn herumstehen, dann wirkt auch das Esszimmer gemütlicher. Stellen Sie frische Blumen auf den Tisch, auch wenn keine Gäste da sind, hängen Sie eine hübsche Lampe darüber, die stimmungsvolles Licht gibt und arbeiten Sie auch mal am Esstisch. Ein solcher Tisch voller Leben, erfüllt einen mit Lebensfreude. Bild über Paonote Room 269.

(Bild via: Abigail Ahern)

3 — Kleider für Wände 

Wenn die Wände Farbe bekennen oder gar mit Tapeten geschmückt sind, wirken Sie angezogen und Räume bekommen mehr Tiefe. Das hilft, auch einen unscheinbaren Raum wohnlicher erscheinen zu lassen. Diese Tapete zeigt gleich eine ganze Bücherwand als Trompe-l’Oeil-Effekt. Beziehen können Sie die Büchertapete über: Abigail Ahern.

(Bild via: My Ideal Home)

4 — Bilder an die Wand

Auch Bilder ziehen eine Wand an, mit ihnen lassen sich persönliche Geschichten erzählen und die Freude an Kunst, Farbe oder Dekoration ausleben. So individuell wie ein Wohnstil sein kann, so viele verschiedene Arten gibt es, mit Bildern umzugehen. Bilder sind die visuellen Verwandten der Bücher, auch sie sagen viel aus über den Bewohner. Bild über: My Ideal Home.

(Bil, Möbel und Accessoires: Pfister, siehe Links)

5 — Kissen zum Kuscheln 

Textilien machen eine Wohnung warm, sie geben ihr Weichheit  und Komfort. Eine Kuscheldecke auf dem Sofa, einige Kissen und schon ist es bequemer und gemütlicher. Mit diesen Wohntextilien lässt sich der Look eines Sofas verändern. Achten Sie aber darauf, dass der Stil passt. Himmelblaue Baumwollkissen mit Blümchen und Rüschen machen aus einem schlichten, roten Ledersofa kein Landhausexemplar. Jetzt im Winter ist es vor allem Wolle, die für Wärme sorgt, im Sommer kann ein Quilt die Wolldecke ersetzen und Muster ein wenig Fröhlichkeit vermitteln. Decken, Kissen und Sofa von Pfister.

(Curiousa)

6 — Stimmungsvolles Licht 

Das Licht ist der Stimmungsmacher Nummer eins. Wenn das Licht zu grell ist, nützt die gemütlichste Einrichtung nichts. Wählen Sie also lieber mehrere, punktuell eingesetzte Lichtquellen, die einzelne Ecken und Wohnsituationen beleuchten, anstelle von einzelnen Lampen, die ganze Räume ausleuchten. Diese edlen, farbigen Glasleuchten sind von Curiousa.

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7 — Holz ins Haus

Materialien, die direkt aus der Natur kommen, geben einem Zuhause etwas Vertrautes und machen es dadurch wohnlicher. Besonders Holz mit seiner Struktur, Farbe, seinem Duft und seiner Lebendigkeit ist der Inbegriff von Gemütlichkeit. Das heisst nun aber nicht, dass eine moderne Mietwohnung in ein Chalet verwandelt werden soll, aber schon eine einzelne Holzwand kann für Tiefe und Wärme sorgen.

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8 — Bäuerliche Einfachheit 

Ganz nach dem Motto: «Vorwärts in die Vergangenheit» schauen die Trendmacher im Interiorbereich immer öfter in die einfachen, ursprünglichen Bauernhäuser dieser Welt. Es ist die Schlichtheit, das Praktische und Alltagstaugliche, das auch im modernen Leben am besten funktioniert. So nennen sich diese Trends New Nordic, Landhausstil oder Modern Country. Sie haben alle eines gemeinsam: die Umsetzung bäuerlicher Einfachheit im heutigen Leben.

(Bild via: The Marion House Book)

9 — Mehr Persönlichkeit in die Küche

Auch Einbauküchen dürfen zum Leben erweckt werden. Hier helfen Farbe, Fantasie, Sinn für Humor und die Liebe  zum Detail. Bilder, Vasen mit Blumen, farbige Stühle, ein Tablett mit Gläsern und Getränken, hübsch verpackte Esswaren, Ferienerinnerungen: Sie alle können einer Küche Persönlichkeit geben und sie so wohnlicher und einladender machen. Bild über: The Marion House Book.

(Bild via: The Marion House Book)

10 — Wärme ins Badezimmer 

Was für die Einbauküche geht, funktioniert auch im Badezimmer. Mit einem schicken Upgrading wird es zum kleinen Spa zu Hause. Wer sagt denn, dass Sie unbedingt diesen lustigen, farbigen Plastikduschvorhang und die poppigen Accessoires ins Bad stellen müssen? Hier braucht es keine Spasskultur, sondern sanften Stil und Harmonie. Montieren Sie einen Leinenvorhang ausserhalb des weissen, wasserfesten Duschvorhanges, wählen Sie flauschige Badetücher in einer natürlichen, neutralen Farbe wie Grau, Beige, Braun – dazu ein edler Korb, ein schöner Stuhl und schon ist das Bad wohnlich und warm. Bild über: The Marion House Book.

(Bild via: Paonote Room 269)

11 — Mut zum Stilmix

Modernes mit Antikem, Fernöstliches mit Nordischem, Buntes mit Blassem: Mischen Sie verschiedene Stile zu einem Stil, der zu Ihrer Persönlichkeit passt und in dem Sie sich wohlfühlen. Richten Sie die Wohnung nicht ein, um Ihren Freunden zu imponieren oder weil Sie unbedingt den Stil Ihrer coolen Nachbarn nachahmen möchten. Der Wohnbereich ist sehr persönlich, das ist die Umgebung, in der Sie sich am meisten aufhalten, in dem alle Ihre Sachen sind: Es ist Ihr Zuhause! Bild über: Paonote Room 269.

(Bild über: Paonote Room 269)

12 — Mehr Zeit zuhause

Zu Hause bleiben ist das neue Ausgehen. Mal ehrlich: So gut ist die Pasta beim Italiener gar nicht, im Kino nervt der Nachbar und im Club ist es viel zu laut für eine anständige Unterhaltung. Gerade im Januar ist man gerne wieder zu Hause, geniesst die eigene Küche, schaut den Lieblingsfilm auf DVD und quatscht stundenlang auf dem Sofa: ganz besonders, wenn das Zuhause gemütlich und komfortabel eingerichtet ist, der Kühlschrank voll ist und ein paar neue Bücher auf dem Regal sind. Bild über: Paonote Room 269.

15 Kommentare zu «Keine Angst vor Gemütlichkeit!»

  • René van Saramacca sagt:

    Das alles ist irgendwie durchaus «geschmackvoll» – mit einer Tendenz zum Geschmäcklerischen, Aufgesetzten, Gewollten.
    Für mich gilt – ganz im Gegensatz zu den meisten Kommentatoren – Weniger ist mehr. Die sogenannte Gemütlichkeit, wenn sie so als reine Äusserlichkeit zelebriert wird, ist bald in bedenklicher Nähe zur Trägheit. Man lässt sich in einen plüschigen Trost fallen. «Gemütlichkeit, wie ich sie verstehe, kommt von innen In den Beispielen finden sich doch auch ganz schöne Einzelheiten, Das Bad mit den zwei alten Stühlen, Der «Grosse Tisch mit Charalkter», der aber genauso in einer äussert reduzierten Umgebung stehen könnte. Ganz schlimm das Beispiel fütr Stilmix (11) – zuckerbäckermässig überladen.; und das plumpe Bücheregal , vollgestopft mit allelrei Krims und Krams – wie hier gesagt wurde; Bücher sind kein Dekomaterial. dazu der indiskutable Sessel – ich denke nicht, dass hier gelesen wird; meihr Schein als Sein wie im Beispiel mit der Büchertapete, die immerhin ironisch überhöht ist aber wirklich nicht zwingend. Der Raum ist schön, hohe Decke, dass hier niemand die Düsternis beklagt hat, ist erstaunlich. das ist nun zuviel des Guten – ich mag grau.
    Ärgerlich sind die immer wiede,r auch in anderen Zusammenhängen verstreuten Seitenhiebe gegen die «Würfel in der Landschaf»t, die «langweiligen Kuben», die architektonische Umweltverschmutzung usw. – nun, das sind wohl die einzigen Gebäude, die der wirklichen architektonischen Umweltverschmutzungen etwas entgegensetzen, sehr häufig sind sie sowieso – leider – nicht zu finden und nicht alle sind gelungen.
    Ein Gebäude ist immer ein Eingriff in die Landschaft, ein geometrischer Körper bleibt ein sichtbarer Kontrast zur Natur oder dem Rest, der noch geblieben ist, Das gilt genauso, wenn da noch ein herzallerliebstes Giebeldächlein oder putzige Erker und Sprossenfenster diese Tatsache vergessen lassen sollen. Dann besser klar und deutlich und ehrlich – wie im «Studio am See» – darin z.B. würde ich es mir mit vielen Büchern gerne «gemütlich» machen, der Makel da ist einzig die Umgebung – viel zu kalt für mich – ich wohne in den Tropen.
    Übrigens mag ich Sweet Home – nicht immer, aber meist – viele gute links z.B.
    http://www.contemporist.com

  • Max Wolhgemuth sagt:

    Guter Anfang, jetzt müssen nur noch die kalten neuenn Betonbunker-Häuser aus der Landschaft.

  • Philippe Dudli sagt:

    Super schöne Einrichtungsbeispiele.
    Einstein meinte: „If a cluttered desk signs a cluttered mind, Of what, then, is an empty desk a sign?“
    Auf Wohnungen übertragen könnte man sich fragen von was diese zahllosen, charakterlosen, praktisch leeren Wohnungen oder Häuser mit gigantischen Flachbildschirmen und ein paar eckigen Möbeln zeugen.

  • christoph sagt:

    Endlich wieder Farbe! Der Mensch hat fast immer in farbigen Räumen gewohnt, bis Mitte 20. Jahrhundert die Vermieter auf die Idee kamen, alles uni weiss zu streichen, weils so am einfachsten ist. Und heute meinen die meisten, das sei ein Muss… So ein Blödsinn! Erst Farbe bringt Wohnlichkeit.

  • jenny callaghan sagt:

    Wieder tolle Ideen. Ich bin immer ueberrascht was da fuer negative Kommentare eingehen. Typisch schweizerisch……

  • lukas sagt:

    ich finde das auch nicht gemütlich und frage mich grad, warum doch sehr viele beengende raumverhältnisse, staubfänger und kleinigkeitenüberdosis mit gemütlichkeit gleichsetzen

  • Heidi Meier sagt:

    Steriles Wohnen finde ich auch nicht schön, aber in diesen Vorschlägen sind mir eindeutig zu viele Staubfänger eingebaut… Es gibt doch auch noch gemütliches, heimeliges, dass nicht gleich so vergammelt riecht..

  • Joseph Fischer sagt:

    Endlich kommt die Gegenbewegung zum Purismus und Reduktionismus in der Architektur und den Interieurs!

  • Justin_Blonex sagt:

    wo ist das gemütliche 25’000 Euro Designersofa und die dazu passende 9’000 Euro Leselampe?

  • Barbara Eichenberger sagt:

    Genau so würde ich wohnen wollen! Nur: mit fehlendem Gespür für die kleinen aber wichtigen Details sieht es immer ein wenig aus wie „gewollt aber nicht gekonnt“. Und Stilmix sieht dann oft aus wie: Ikea meets Brockenstube, aber nicht wie gemütliches Wohnen :-(. Naja, ich gebe nicht auf. Kind ist mittlerweile so gross, dass man sie nicht mehr Kind nennen darf, dafür das fehlende Gespür der Mutter ausgleichen kann mit eigenem guten Gespür. Und der „neue“ Schatz hat ein sichereres Auge ob was passt oder nicht. Und so wird’s langsam besser…
    Es ist wie Wohnen/Schlafen im orientalischen Stil: Farben, Licht, Stoff, Kissen ein mü falsch eingesetzt und aus „Wohnen wie in 1001 Nacht“ wird: wohnen im Puff.

    Glücklich diejenigen die das richtige Auge haben für die Feinheiten und Raffinessen…

  • G. Frey sagt:

    Na endlich wieder menschliche Wohnungen. Diese offenen grässlichen Laborküchen und dunklen Böden erinnern an ein unpersönliches Museum. Aber offensichtlich verdient man damit viel Geld vor allem Architekten. Sollte kontrolliert werden wo , wann von wem viel Geld verlocht wird vor allem wessen Geld.

  • Edith sagt:

    Wo ist die gemütliche, gut beleuchtete, mit einem komfortablen Fauteuil ausgestattete Leseecke ?

  • Noé Tondeur sagt:

    Ohne Bücher geht bei mir gar nix. Ich muss aber immer wieder über die Vorstellung staunen, „Bücher“ als Wohnaccessoires anzuschaffen.

  • Gerhard sagt:

    Sieht aus wie ein gepimpter Bauernhof.

  • Alexandra Weber sagt:

    Kompliment – echt gute Vorschläge. Zurück zur Wohnlichkeit.
    Ich selber bin Innenarchitektin und habe eigentlich immer nach diesen Regeln gehandelt: je nach Luxuswunsch auch Wärme reinzubringen und die Jahrzeiten miteinander gekonnt und passen gemischt, so dass sich die Herrschaft auch eben zu hause wohlfühlen konnten. Es ist mir eigentlich immer gut gelungen diese Regeln der Natur zu berücksichtigen.
    aw

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