Liebes Landleben

Der Alltag ist meist städtisch geprägt, die digitale Technik lässt uns oft das echte Leben vergessen und die Schlagzeilen in den News sind meist negativ. Wir fühlen uns nicht mehr so sicher und sehnen uns nach Idylle. Da kommt die Liebe zum Landleben gerade recht.

sweet home

Wir wünschen uns Gemütlichkeit

Allerdings wünschen wir uns nicht die Liebe zum Landleben, die bieder oder erstickend ist. Und da steht natürlich der einfache, ländliche Wohnstil in erster Reihe. Wir lieben wieder Möbel aus Holz, Dinge, die von Hand gemacht sind und die wir gerne anfassen, wir träumen von einem unkomplizierten Alltagsleben und mehr Einfachheit. Das reale Landleben kennen wir nicht wirklich, weil wir auf dem Land meist nur in den Ferien sind. Aber genau das macht die Sehnsucht danach noch grösser. Der Wunsch nach Idylle, einem echten Zuhause, das Beständigkeit und Verlässlichkeit ausstrahlt, lässt uns nach Kupferpfannen suchen, die uralte Kommode möglichst unrenoviert mitten ins Wohnzimmer stellen, aus Keramikschalen essen und Kräuter auf dem Fensterbrett ziehen. (Bild über: Rural Girl)

sweet home

Die Rückkehr zur Einfachheit

Wir wissen nicht mehr so recht, wie wir mit dem Konsum umgehen sollen. Zwar werden uns immer noch ununterbrochen neue Trends und «Must-haves» angepriesen. Immer öfter sehen wir jedoch Preisschilder, die uns Schnäppchen, Eurorabatte und andere Aktionen anbieten. Klar, in Zeiten der Unsicherheit bekommt das Geld eine besondere Bedeutung, aber gerade deshalb entscheiden wir uns in Sachen Wohnen und Zuhausesein wieder für die Einfachheit. Wir ziehen den geerbten Holztisch oder die Gartenstühle der Designvariante vor. Wir essen wieder lieber in der Küche anstatt an der grossen Tafel im Esszimmer. (Bild über: Bread and Olives)

tumblr_n6ie66WSVo1rpe379o1_r1_500 (1)

Die Liebe zur Natur

Verdichtetes Wohnen und Grossraumbüros führen dazu, dass wir oft die natürliche Umgebung nicht mehr so stark spüren. Und wir kennen ja die alte Formel: Was nicht mehr so fassbar ist, wird umso begehrenswerter. Wir nehmen Haustiere in unsere Familie auf und lieben sie. Und nicht nur, weil sie mit ihren dunklen runden Augen schauen oder schnurrend unser Herz erwärmen, sondern auch, weil sie uns zeigen, was wirklich wichtig ist: Ein direkter Bezug zur Natur, Respekt gegenüber der Umwelt und allen Kreaturen. Sie zeigen uns die Schönheit der Natur und lassen uns öfter innehalten. (Bild über: A Little Country Charm)

sweet home

Eingemachtes statt Cupcakes

Konfitüren, Chutneys, eingemachte Essiggurken, Apfelmus und Zitronen marokkanischer Art – wir machen alles wieder selbst. Wir lassen damit das Haus duften und entführen auch eine kleine Einbauküche in eine kleine Farm. (Bild über: A Little Country Charm)

sweet home

Details, die uns ins Landhaus entführen

Weil es viel schwieriger und – ehrlich gesagt – auch nicht wirklich immer empfehlenswert ist, die ganze Wohnung im Landhausstil einzurichten, sind die Details wichtig geworden. Holzkellen zeigen sich in alten Senfgläsern oder Schüsseln; Mehl und Zucker finden in Einmachgläsern ein neues Zuhause; die Laterne vertreibt die Designerleuchte; die Stabelle, der klassische Stuhl, ersetzt den coolen Beistelltisch und Keramik ist allgegenwärtig. (Bild über: Gamlaaffaren)

 

sweet home

Rustikales wird elegant

Plötzlich ist uns in den grossen, offenen Räumen mit den coolen Betonwänden nicht mehr so wohl, und wir entdecken Teppiche, Vorhänge und Farben. Wir dekorieren auch wieder: Kerzenlicht, grosse Vasen mit Blumen, Körbe, Schalen und Fundstücke aus der Natur bringen auch in urbane Räume ländlichen Charme. Die Kombination von Rustikal und Modern hat, gekonnt umgesetzt, viel Eleganz. (Bild über: Mayflower)

sweet home

Ein bisschen wie bei Oma

Weil die Sehnsucht nach dem Land auch eine Sehnsucht nach der Vergangenheit ist, bekommt unsere Wohnung auch ein wenig Granny-Charme. Ein gemütliches Holzbett, die Häkeldecke, hübsche kleine Bildchen an der Wand, ein Flickenteppich auf dem Boden und Blumen im Emailkrug gehören dazu und verleihen viel seelenerwärmendes Zuhausegefühl. (Bild über: Tantemonica)

sweet home

Auf Langsam umschalten

In echten Büchern lesen, Blumen selber pflücken oder gar ziehen, Kaffee wieder mit dem Filter zubereiten, Suppen als Hauptmahlzeit geniessen, Musik nicht nur durch den Kopfhörer, sondern durch die ganze Wohnung klingen lassen, Kerzen anzünden (und zwar auch an einem ganz normalen Wochentag), etwas nähen, stricken oder häkeln, einen Tisch selbst abschleifen – Slow Living ist im Trend und hat viel mit der Liebe zum Landleben, zur Natur und zur Umwelt zu tun. (Bild über: Little Hermitage)

sweet home

Dekorieren mit den Jahreszeiten

Wer hätte gedacht, dass Zierkürbisse wieder in Mode kommen! Klar hat dies ein bisschen etwas mit den amerikanischen Bräuchen zu tun, die sich immer stärker auch hier verbreiten. Im Herbst sind dies Halloween und Thanksgiving, und dazu gehört einfach der grosse orangefarbene Kürbis. Aber das Dekorieren im Einklang mit der Jahreszeit ist grundsätzlich zum Thema geworden. Wir wollen die Jahreszeit auch im Haus spüren, entdecken alte Traditionen und kokettieren mit neuen. (Bild über: Rural Girl)

sweet home

Sich Zeit nehmen

Die Liebe zum Landleben bedeutet auch: Mehr Zeit zu Hause und mehr Zeit für Dinge, die man liebt. So backen wir denn, wir dekorieren, kochen ein und laden ein. Und manchmal alles zusammen. Back- oder Einmach-Nachmittage mit Freunden oder ausgedehnte Abendessen im Quartier, bei denen alle Nachbarn etwas mitbringen, sind gute Beispiele dafür, dass wir die Sehnsucht nach Ursprünglichem, nach mehr Langsamkeit nicht nur in Sachen Einrichtung umsetzen. (Bild über: Localmilk)

1.-home-why-219x219
Wieso nicht ...

... aus Taschentüchern einen Vorhang nähen?

Kleine Fenster brauchen manchmal auch einen textilen Schutz vor neugierigen Blicken. Nähen Sie einen schnellen Vorhang aus hübschen Taschentüchern oder Foulards. Bild über: First Home.

6 Kommentare zu «Liebes Landleben»

  • marusca sagt:

    Ich rieche dieses Haus förmlich und es weckt Nostalgie in mir. Es ist zugleich die Erinnerung an eine wunderbare, unbeschwerte Kindheit.

  • Widerspenstige sagt:

    Oh wie heimelig sich diese Bilder anfühlen! Sie erinnern mich an das Heimethaus meiner Grosseltern mit riesigem Umschwung, Wald, Hochstammbäumen mit Kirschen, Äpfeln, Birnen, Zwetschgen, Quitten….und im Herbst war immer Erntezeit mit Holzen verbunden. Ja, der Kachelofen musste über den Winter mit selbst geschlagenen Holzscheiten gefüttert werden, sonst war es eisig kalt in den Schlafzimmern im oberen Stock. Aber so was von gemütlich, wenn die Holzscheite im Kamin vor sich hin knackten und sich die Wärme so wohlig im ganzen Holzhaus ausbreitete….seufz

    P.S. Das kleine Bild ‚Wieso nicht…‘ zeigt einen Kaffeegenuss oder ist es Tee? Ist nicht identisch mit dem Text mit Vorhängen – ich mache mir aber grad einen café mélange..hihi.

  • Regine sagt:

    Nostalgie leiste ich mir im Sommer auf der Alp mit viel Arbeit. Trotzdem, Sehnsuchtsbilder und vielen Dank für das Eichhörnchen.

  • Reto sagt:

    Ich war diesen Sommer in einer Alphütte. Kein Strom, kein warmes Wasser, kein Kühlschrank, keine Dusche. Es war für mich eine Offenbarung und hat mir gezeigt, wie viel unnötiges wir heute besitzen und dass Konsum nicht glücklich macht.

  • veronika sagt:

    Wirklich schöne Bilder! Nur: wer wirklich mal so gelebt hat, wie z.B. auf dem ersten Bild, weiss noch Anderes: Kein Geschirrspüler, Strom? Heizung muss „gefüttert“ werden. Wenn man heim kommt, ists nicht kuschelig warm. etc etc. Ist aber meistens so: in schlechten Zeiten besinnt sich der Mensch auf Wesentliches. Fertig Schnickschnack und Alles-gleich.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.