Industrial Chic – ein Stil, der ankommt

Wir möchten modern, praktisch und zeitgemäss wohnen, sehnen uns aber auch nach Gelebtem und Geschichte. Ein Grund, der den industriell inspirierten Wohnstil so beliebt macht, verbindet er doch beides gekonnt. Momentan hat der «Industrial Look» seine Kühle abgelegt, zeigt sich wohnlich, persönlich und auf eine untertriebene, kreative Art chic und elegant. Hier finden Sie 11 Beispiele wie der «Industrial Chic» stilvoll gemischt werden kann:
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1 — Zufällig und stilsicher

Designermöbel aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind die begehrtesten «Antiquitäten» der heutigen Zeit. Sie sind zu stylishen Statements geworden und zieren oft eher hilflos Wohnungen aller Art. In einem industriell angehauchten Umfeld finden sie wieder zu sich selber. Sie sind ursprünglich von Architekten und Designern als praktische, schlichte Möbelstücke entwickelt worden, die industriell als Massenware für eine breite Bevölkerungsschicht produzierbar sind. Im Mix mit anderem, praktischem Industriemobiliar, persönlichen Dingen und Wohnlichem sind sie zufällig und stilsicher eingesetzt. Hier sehen wir eine edle Liege von Mies van der Rohe im Mix mit hohen Industrietischen, welche als eine Art Sideboard eingesetzt sind. Die Loftsituation unterstützt natürlich die Wirkung der Einrichtung. Was wir aber für den Alltag in unspektakuläreren Wohnungen mitnehmen können, ist der Trick mit der Zufälligkeit, also edle Designerobjekte nicht auf ein «Podest» stellen, sondern mischen mit Gefundenem und Persönlichem. 

nice room

 2 — Modern im gekonnten Mix 

Industrielles lässt sich perfekt mit ländlich Angehauchtem mischen. Der Landhausstil verliert damit das Liebliche, wird alltäglicher und moderner. Hier sind «Industriestühle» aus Metall um einen gemütlichen, weiss angestrichenen Tisch gestellt. Die Hängeleuchte und die alte Malerleiter im Hintergrund unterstützen den industriellen Mix und machen die  Countryelemente modern. (Bild über: Nice Room)

abigail ahern

3 — Individuell wie im Künstleratelier 

Hier sind es vor allem die Accessoires und der Atelier-Wohnraum, die dieser Wohnsituation einen industriell angehauchten Look verleihen.  Arbeitsinstrumente, Messgeräte, Massstäbe sind als dekorative Wohnaccessoires eingesetzt. Einen frechen Seventies-Touch geben die glänzenden, roten Kunststoffstühle und der runde, farbige Teppich. (Bild über: Abigail Ahern)

beautifulsoup

 4  — Informell und alltäglich 

Weil hier die Wand so roh belassen wurde wirkt die ganze Wohnsituation viel unkomplizierter und improvisierter. Der grosse Tisch kann durchaus ein Fundstück aus dem Brockenhaus sein. Mit den Rollen bekommt er einen industriellen Look, passt gut zu den 70er-Jahre-Stühlen und wird eine Art Mischung zwischen Sitzungstisch, gemütlichem Stubentisch und praktischem Esstisch. (Bild über: Beautiful Soup)

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 5 — Grosszügig mit Retrofeeling 

Klar, dies ist ein grosses Loft und voll von Designerstücken. Was aber besonders charmant an dieser Wohnsituation ist, ist die Grosszügigkeit und die Zufälligkeit mit der Neues, Altes, Wertvolles und Gefundenes zusammengestellt ist. Tipp: Schauen Sie sich in Vintage-Geschäften nach Möbeln mit Retrofeeling um, nicht alle sind von namhaften Designern, sehen trotzdem cool aus und sind bequem und funktionell. Fundstücke wie alte Schülerlandkarten, Wandtafeln, Blechboxen oder Werkzeuge sorgen für industriellen Charme. (Bild über: Beautiful Soup)

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 6 — Warm und persönlich 

Füllen Sie ein industrielles Metallmöbel mit altem, geerbtem oder zusammengetragenem Geschirr, stellen Sie Ihre Lieblingsstücke darauf aus, wie Vasen, Gläser, Schalen und Pflanzen, und schon haben Sie diese schöne Esszimmersituation umgesetzt. Dazu kommen noch industrielle Büro- und Hängeleuchten, Metallstühle und ein grosser Tisch. (Bild über: niceroom)

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 7 — Kreativ und designorientiert 

Viele Designerfirmen, so auch die dänische Firma Fritz Hansen, zeigen ihre Möbel gekonnt in einer industriellen Umgebung. So kommt das Design funktionell, wohnlich und kreativ rüber und erreicht das gewünschte Zielpublikum. 

8 ATELIERATMOSPHÄRE, DIE INSPIRIERT:  Auch die Schweizer Firma Pfister hat ihre Atelier-Kollektion in einem industriellen Umfeld inszeniert. So wirkt Design lebensnah, kreativ, funktionell, genau das, was es auch sein möchte. Siehe Links.

 8 — Atelieratmosphäre, die inspiriert 

Auch die Schweizer Firma Pfister hat ihre Atelier-Kollektion in einem industriellen Umfeld inszeniert. So wirkt Design lebensnah, kreativ, funktionell, genau das, was es auch sein möchte. 

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 9 — Ganz schön gemütlich 

Holzmöbel, farbig und naturbelassen und schwarz, stehen in einer wohnlichen Esssituation zusammen. Auf dem Sideboard sind liebevoll  industrielle Fundstücke inszeniert wie Laborgläser, Setzkasten und Nummernschilder. Alles zusammen vermittelt moderne Gemütlichkeit. (Bild über: My Ideal Home von Ikea)

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10 — Elegant und understated 

Shabby Chic funktioniert mit industriellen Elementen besonders gut. Rost, Metallröhren, roh belassene Backsteinwände oder unebene, gebrauchte Holzböden geben einem Wohnraum eine gelebte Wirklichkeit. Das Abgenutzte wird edel mit gekonnt eingesetztem Styling wie hier den Vasen, dem chicen Stuhl und den Blütenzweigen. (Bild über: Timzou)

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 11 — Schlicht und wohnlich 

Industrie-Chic zeigt sich nicht mehr unterkühlt mit Chrom und Leder, sondern weicher, wärmer, gemütlicher. Das bedeutet auch mit Holz und Textilien. Dieses schlichte Bett mit dem Nachttischkubus hat Bettwäsche aus Leinen, kuschlige Wolldecken und steht auf einem Patchwork-Orientteppich. (Bild über: Timzou)

Shoppingtipps zum Industrial Chic:

esther coombs

Die englische Kunsthandwerkerin Esther Coombs hat Teller kreiert, die industrielle Nüchternheit mit bürgerlicher «Prettyness» auf den Punk bringt. Sie sind bestellbar über ihre Website.

baileyshomeandgarden 175 £

Im Webshop von Baileys Home and Garden gibt es dieses hübsche und praktische Rollmöbel im Industrial Chic zu 175 £.

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Nadelstreifen sind «very british» und diese hier haben auch den typisch englischen Twist. Das Dessin mit den Stacheldraht-Nadelstreifen ist als Stoff oder Tapete zu bestellen auf der Webseite von Curiousa and Curiousa.

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Wieso nicht ...

... ein Brot mit Radieschen belegen?

Schneiden Sie ein gutes Stück Schwarzbrot in Scheiben, bestreichen Sie die Brotscheiben mit Butter oder Frischkäse. Dann schneiden Sie die Radieschen, belegen das Brot damit und geben zum Beispiel Rettichsprossen oder Brunnenkresse darüber. Salzen und fertig. Bild über: Gourmande in the Kitchen.

Keine Kommentare zu «Industrial Chic – ein Stil, der ankommt»

  • Ludwig Mops & Gabriela sagt:

    inspirierend, mir gefällts. In den Altbau Stadtwohnungen in Zürich, so wie ich/wir vor 20 oder 30 Jahren (1980/1990) gewohnt haben, sah es manchmal ganz von selber so aus. Man kaufte aber keine teuren Industrie Chic Möbel im Möbel Pfister, sondern im Brockenhaus ein.
    Aber dass man & frau es zu Hause schön & kreativ haben wollen ist klar. Solange man eine Wohnung hat ist es auch nicht schlimm wenn es keine Loft oder ein Riesenatelier in einer Fabrik ist. – dann tuts auch die kleine & teure 0815 Stadtwohnung in Zürich.

  • Adam sagt:

    Das ist alles schön und gut, aber nur Wohlstandsschickimicki. Unter Industriechic verstehe ich was ganz anderes. Keine lackierten „unbearbeiteten“ Wände. Teure Parkettböden passen halt auch nicht ins Konzept des Industrie-Wohnens. Gut gemeint, aber leider vergebens.

  • Bernhard Vontobel sagt:

    Industriestühle aus Metall erfreuen doch jede Frau die einen kurzen Rock trägt. Kann ja sein, dass es gut aussieht…. aber ich möchte gerne in der Wohnung ein bestimmtes Mass an Wohnlichkeit. Metallstühle sind da ein no go. Weil mit Kissen drauf sieht es dann wohl scheisse aus…. und unbequem ist es obendrauf

  • Thomas Maurer sagt:

    Da ja gemäss Stadtpräsidentin Mauch eine 4 1/2-Zimmer-Wohnung in Zürich im Durchschnitt Fr. 1’750.- im Monat kostet (Tagi-Interview von gestern), können sich ja auch Normalverdiener die gezeigten Lofts locker leisten.

  • Dominique sagt:

    Die Einrichtung ist das Eine – das Wichtigste bei vielen Fotos erscheint mir aber die einmalige Wohnung/Loft oä. Und die kriegt man halt nicht einfach so… Oder haben Sie dazu auch Shoppingtipps?

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