Einfach ruinös!

Ruinen haben Charme. Das fanden die Besitzer und die Architekten, als sie sich an den Bau eines Ferienhauses auf der Azoreninsel Pico machten. Sie liessen die Ruine kurzerhand stehen und betteten ein neues Haus hinein. Das Resultat ist frisch, spannend und modern.

Architektur: Sami Arquitectos

sweet home

Die neue Architektur ist so in die alte eingebettet, dass nicht ganz klar ist, welche denn aus welcher herauswächst.
 

sweet home

Die alte Ruine ist auch von innen sichtbar – ein Teil des Ausblicks. Sie vermittelt dem schlichten, modernen Haus eine gewisse Geborgenheit und viel Stärke. Der Innenausbau ist gradlinig, wird bestimmt von viel Holz und weissen Mauern. Dazu passen die schlichten Möbel mit Retroformen.

ruine2Bei Ferienhäusern ist der Bezug von drinnen und draussen noch wichtiger, sind sie doch meist mitten in der Natur. Davon ist bei diesem Ruinenhaus in Pico viel zu spüren, denn natürliche Materialien bestimmen Architektur und Wohnstil und die Ausblicke sind ein wichtiger Teil.

ruine1Die Azoreninseln stehen mitten im Atlantik und sind Wind und Wetter ausgesetzt. Da kommt eine alte, urige Ruine gerade recht, um ein neues, leichtes Ferienhaus zu stützen.

 

11 Kommentare zu «Einfach ruinös!»

  • Ebi sagt:

    Hmmm, gegen die Verbindung Ruine und Beton habe ich prinzipiell nichts einzuwenden. Aber warum muss es denn immer geradlinig und kastenförmig sein? Man kann doch mit Beton heute wahrlich mehr machen als nur graue Schuhkartons hinzustellen und deren kostengünstige Fadheit als puristische Klarheit zu verkaufen.

  • Sabine Schmid sagt:

    Warum denn in die Ferne schweifen? Stellen wir uns doch einfach mal vor, man würde einen der zahlreichen (und günstigen) Tessiner Rustico-Steinhaufen einfach liegenlassen und durch einen direkt angehängten Neubau ergänzen. Ristruturare – no, no. complementare – si, si. Sage ich in einem wohl etwas erfundenen Italienisch.

  • thomas keller sagt:

    ich sehe nichts erwähnenswertes an gezeigtem bau. im sektor „modern auf ruine“ gibt es genügend beispiele von sehr gelungenen umsetzungen

  • Giorgio sagt:

    Wunderbar gelungene Architektur!

  • Edith Hugentobler sagt:

    SUPER IDEEN.

  • marusca sagt:

    Ich fühle mich schon erschlagen, wenn ich die Bilder (speziell Nr. 1 ) nur schon betrachte. Wie GRAUenhaft, kann man dazu und überhaupt zu diesem ultrahässlichen Haus nur sagen. Frau Kohler, nach dem herzerwärmenden Blog von vorgestern haben Sie es heute prompt und nach altbekannter Art des Hauses wieder geschafft, mich in die hammerharte Realität zurückzukatapultieren und mir aufzuzeigen, welche Art von Auswurf gewisse „Architekten“ ausspeien.

    • déjà-vu sagt:

      interessante umsetzung, es entstehen bilder in realen rahmen. die formbetonung mit dem holzraster/gestell bis in den giebel gefällt mir.
      weshalb aber immer diese hammerkeulen von ihnen, marusca? das gibt nur kopfweh, nix anderes!

  • Veronica sagt:

    Hässliches Haus; hat nichts zu tun mit den Ruine.

    • Jérôme Frick sagt:

      Zum Glück gibt es noch die konstruktiven Meinungen von Fachpersonen sie sich hinter ihrem Nickname verstecken.
      Ich finde das Konzept interessant. Es hat einen gewissen Charme, gerade weil es so schlicht gehalten ist. Die Elemente der Ruine, welche gekonnt in das Haus integriert sind, machen es dafür spannend. Schade, so finde ich, dass es kein Foto des gesamten gibt. Hätte wahrscheinlich zur konstruktiven Meinung beigetragen.

      • Cybot sagt:

        Ein Haus, das nur noch Fachleuten gefällt, hat schon mal grundsätzlich etwas falsch gemacht. Und ja, die Idee ist toll, ein Haus in einer Ruine zu integrieren, aber dann so einen Betonquader zu bauen? Auf so eine Idee käme definitiv kein normaler Mensch.

        • Marco sagt:

          @Cybot: Ich bin auch kein Fachmann, aber mir gefällt der Bau recht gut. Viele Leute stellen sich unter einen schönen Haus lebenslang so etwa das vor, was man im Kindergarten als Haus zeichnet: Giebeldach, eine Türe, ein paar Fenster mit Blumentrögli, Kamin. Alles was zu stark davon abweicht, wird a priori als hässlich tituliert und wer andere Ideen hat, wird als unnormal verunglimpft. (Wobei letzteres aus gewissen Mündern durchaus ein Kompliment sein kann…)

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