9 Dinge, die das Glück nach Hause bringen

Wussten Sie, dass Sie für ein glückliches Zuhause nicht unbedingt heiraten müssen, keinen Swimmingpool und auch keinen Superdampfkocher oder zehn Zimmer brauchen? Viele von den Dingen, die das Glück nach Hause bringen, haben Sie nämlich schon – hier eine kleine Erinnerung:

 

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1 — Unordnung

Menschen, die ein wenig Unordnung haben, sind meist glücklicher, weil ihr Leben ausgefüllt ist und daher die Zeit zum ständigen Aufräumen fehlt. Wer viele Dinge hat, lebt auch kreativer und wohnt aktiver. Denn da ist immer etwas zu lesen, zu nähen, herumzuwuseln oder anzuschauen. Unordnung tut gut – Chaos aber belastet. Verwechseln Sie auch Unordnung nicht mit Schmutz. Das eine ist charmant, das andere nicht wirklich! (Bild über: Desire to inspire)

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2 — Farbe

Zugegeben, ruhige, monochrome Farbkonzepte sind stylish und können Harmonie ausstrahlen. Aber Farbe macht glücklicher! Farbe bringt kindliche Lebensfreude, Sinnlichkeit und gute Laune ins Haus und schafft auch Geborgenheit. Zudem kann man mit Farben Stimmungen erzeugen und eine Wohnung auch ohne tolle Möbel stilvoll wirken lassen. Menschen, die Farben wählen, haben meist mehr Mut und Tatendrang, sind weniger konservativ und offener für Neues. (Bild über: Blog.2modern)

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3 — Gemütlichkeit

Das Bedürfnis, die Wohnung möglichst stilvoll, trendy oder repräsentativ einzurichten, verhindert den Zugang zu natürlichem Wohnen. Die Angst der Schweizer vor der Gemütlichkeit beruht meist auf dem Bedürfnis, ja nicht bieder zu wirken, nicht etwa das Elternhaus oder gar dasjenige der Grosseltern zu kopieren. Und dabei entsteht schlussendlich eine neue Biederkeit! Man versucht einer Vorstellung zu folgen, denkt stärker an das, was andere Leute davon halten, und vergisst dabei, das Haus ganz einfach den persönlichen Bedürfnissen entsprechend wohnlich einzurichten. Gemütlichkeit lädt ein, mehr Zeit zu Hause zu verbringen, die Wohnung voll auszunützen: eine Spielstunde in der Küche, Lesemomente in der Lieblingsecke, Abendessen auch mal auf dem Couchtisch, Siesta im Schlafzimmer und vieles mehr. Gemütlichkeit entsteht durch kleine Dinge wie Licht, das Stimmung ausstrahlt und nicht bloss alles ausleuchtet, oder Kissen auf Sofas und Betten, die Bequemlichkeit und Stil bringen. Eine Wohnlichkeit, die auch in Räumen wie der Küche oder dem Bad geschaffen wird und mit Möbeln, die so gestellt sind, dass man miteinander plaudern kann. (Bild über: Decoholic)

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4 — Ein Hobby

Das Glück zu Hause hängt auch davon ab, was man dort macht. Menschen, die ein Hobby haben, das man zu Hause ausüben kann wie etwa Nähen, Werken, Schreiben oder Klavierspielen, sind lieber zu Hause, freuen sich auf das Heimkommen und können besser entspannen nach der Arbeit. Das Hobby oder das Resultat davon sind dabei weniger wichtig als die Tatsache, etwas zu machen, das wirklich Freude macht und erfüllt. (Bild über: Homedit)

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5 — Blumen

Erst kürzlich erzählte mir ein junger Mann, ein freundlicher Handwerker, der an einem Fotoshooting die Möbel montierte und platzierte, dass er immer frische Blumen zu Hause habe. Auf meine Frage, ob er denn auch eine Freundin habe, antwortete er mit einem Ja, aber Blumen hätte er auch schon vor der Freundin gehabt, ohne Blumen wäre für ihn das Zuhause nicht wirklich ein Zuhause! Das bestätigte meine Ansicht, dass Blumen, wie übrigens auch schönes Wohnen, nicht einfach  «Frauensache» sind.

Blumen sind die einfachste Möglichkeit, Sinnlichkeit, Duft, Farbe und Persönlichkeit nach Hause zu bringen. Sie sind ein Willkommensgruss an sich selbst. Sie lenken ab von ein bisschen Unordnung oder Staub und machen ganz einfach die Wohnung zum Zuhause. (Bild über: Cult of pretty)

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6 — Bücher

Am selben Fotoshooting erzählte mir eine junge Frau, die als Marketingassistentin arbeitet, dass sie jedes Buch, das sie gelesen habe, gleich wegwerfe oder weitergebe. Bücher bedeuten offenbar nicht allen Menschen etwas, ich vermisse auch in vielen Wohnungen, in die ich vor allem beruflich komme, Bücher und persönliche Gegenstände, da sind oft einfach nur Möbel. Wenn es Bücher in diesen Haushalten gibt, dann werden sie irgendwo versteckt. Dabei sind Bücher Wohnlichmacher der ersten Klasse. Bei jedem Umzug, auch bei jedem Stylingjob, packe ich zuerst die Bücher aus. Sie sind die Seele einer Wohnung und geben auch einem gestellten Interiorfoto Gehalt, Persönlichkeit und Leben. Bücher zeigen einem selbst auch, woher man kommt und wohin man gegangen ist. Sie erinnern an bestimmte Phasen im Leben und laden ein, immer mal wieder darin zu schmökern. Auch bringen Bücher andere Welten, Geschichten und Ansichten ins Leben und ins Haus – das ist auf jeden Fall beruhigend, inspirierend und gut für das Glück. (Bild über: French by design)

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7 — Luxus, der gebraucht wird

Was nützen die tolle Kaschmirdecke, die exklusive Leinenwäsche, das schöne Porzellan oder die superteure Duftkerze, wenn sie ungebraucht bleiben? Luxus ist bloss Luxus, wenn man ihn auch braucht und benützt. Das ist die wahre Freude daran. In Wohnungen also, in denen auch teure Dinge Spuren des Lebens zeigen, wird mehr gelebt, und die Bewohner sind glücklicher, denn sie wissen, wie man sich selber verwöhnen kann. (Bild über: Trendenser)

 

 

 

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8 — Möbel mit Geschichte

Wenn alles bloss neu ist, dann wirkt ein Zuhause schnell wie ein unpersönlicher Showroom oder ein Hotelzimmer. Deswegen tun alte Dinge gut und bringen uns eine besondere Art von Glück. Erbstücke sind da die besten Beispiele, sie tragen eine Geschichte in sich, die mit der eigenen Geschichte verbunden ist. Aber auch alte Möbel, die man auf dem Flohmarkt, im Brockenhaus oder sonst wo gefunden hat, erzählen eine Geschichte und werden viel stärker zu einem persönlichen «eigenen» Stück, weil sie einzigartig sind. Das Gleiche gilt bei kleinen Dingen: der hübschen Porzellanschale vom Grosi etwa, die zwar einiges abbekommen hat über die Jahre und deren Henkel vielleicht auch fehlt, uns dafür aber an die vielen feinen Gerichte erinnert, die wir als Kinder in ihrem Haus gegessen haben. So bleibt eine solche Schale ein kleines Stück Glück im Alltag. (Bild über: Knack studio)

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9 — Liebe

Das grösste Glück zu Hause ist aber die Liebe. Teilen Sie Ihr Zuhause mit denen, die Sie lieben. Und vergessen Sie nicht: Liebe braucht auch Toleranz. Ist es wirklich so schlimm, wenn jemand nicht die gleichen Vorstellungen von Ordnung hat wie Sie oder wenn Hundehaare, Spuren von Katzenkrallen oder Kinderhänden das Sofa aus dem perfekten Showroom-Status in einen gelebten Zustand versetzen? Das Glück zeigt sich meist in kleinen Momenten – und damit wir diese nicht verpassen, braucht es viel Offenheit. (Bild über: Srta-pepis)

 

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20 Kommentare zu «9 Dinge, die das Glück nach Hause bringen»

  • Frou Dogdor sagt:

    wo sie (frau kohler) recht hat, hat sie recht!

  • ri kauf sagt:

    Ich kann mich nur einstimmen in diesen Lobgesang für diesen Beitrag! Ich glaube manchmal, dass bei mir zu viel „Zeugs“ rumsteht aber eben , es sind diese kleinen Sachen (Vasen, Krüge, Kerzen, Blumen, Schalen…..), die eine Wohnung ausmachen. Gute Beleuchtung ist auch sehr wichtig und nicht ganz einfach hinzukriegen. Ja, und Bücher! Zu meiner „Schande“ muss ich gestehen, dass ich meine immer mal wieder durchsehe und einige „ausschaube“, damit es wieder Platz für neue gibt. Neulich war ich in einer Männer-WG. Die war total sauber und aufgeräumt. Es gab absolut nichts Nicht-Funktionales! Also SEHR nüchtern. Ich finde es toll, wenn auch Männer Blumen zu Hause haben (wollen). Das macht einfach so viel aus!

    • Veronica sagt:

      Gute Beleuchtung ist ein Problem seit die Glühbirnen verboten sind. Alle neue Lichter haben zu viel Strahlung und dürfen nicht nah am Kopf.

  • Mme Keller sagt:

    9 von 9 Punkten ;-) inkl. „Bissspuren“ in den Eames-Stühlen von meinem damals 1,5-Jährigem und flauschigem 4-Beiner – c’est la vie!

  • Schuepbach sagt:

    Auch bei mir stehen jede Woche frische Blumen-
    streusse im Haus. Viele Bücher, Bilder div. Figuren, Schalen, im Haus verteilt meine 144 Katzen aus Holz, Glas, Porzelan und sonstigem Material. Und natürlich seit ich denken kann, trotz Haaren, Kratzspuren an Sesseln usw. ohne Katzen als Haustiere unmöglich!
    Ich bin ganz ihrer Meinung, viele kleinigkeiten im Haus und auch im Garten machen das wohnen erst Gemütlich . Wir sind gerne zu hause und kommt Besuch ist dessen Meinung: es ist so gemülich hier! Das ist doch schön oder ?

  • Anne Baynor sagt:

    Vielen Dank für diesen herzerwärmenden Artikel. Es tat mir gut schwarz auf weiss zu lesen, dass ich es richtig mache, obwohl ich mich manchmal schon fast dafür geschämt habe, dass meine Wohnung, verglichen mit anderen „wunderschönen“ Wohnungen, eher einen unkonventionellen Eindruck macht. Aber es ist MEIN Nest, und alles, was in diesem super Artikel empfohlen wird, ist bereits da – ausser einem 4-Pfötler, den ich mir aus diversen Gründen leider nicht zulegen kann.

  • Widmer sagt:

    Liebe Frau Köhler,
    Ich lese alle Ihre Blogs und ich muss sagen, Sie sind mein alter Ego.
    Ob kochen, lesen, einrichten – Sie treffen meinen Geschmack, meine Vorstellungen und meine Werte.
    Schön, dass es Sie gibt.

  • Irene feldmann sagt:

    na dann bin ich ja beruhigt…:) all dies vorhanden…..

  • Erwin Sutter sagt:

    Ein Punkt wurde vergessen: Bilder! Ich kenne etliche Freunde, die gar nichts an der Wand hängen haben. Kann ich nicht verstehen.

  • Katrin sagt:

    Auch Ihr Blog bringt das Glück nach Hause. Vielen Dank!
    Sie haben Recht, oft sind wir Schweizer darauf bedacht, eine stylisch coole Wohnung zu haben. Auch die zur Zeit sehr populären Aquariumwohnungen mit ihren übergrossen Fensterfronten zeugen davon. Sehr schade.

  • Heidi Arn sagt:

    Liebe Frau Kohler, Sie sprechen mir aus dem Herzen!

  • Flo sagt:

    – Tiere – bei mir sind es seit unzähligen Jahren Kerzen sorry sollte natürlich K a t z e n heissen, die Kerzen geben mir die ruhe das alles zu geniessen!

  • Flo sagt:

    wie sagen die Engländer so treffend? My Home is my Castle!
    für mich ist meine wohnung mein Zufluchtsort, mein Ort wo ich mich sicher und wohl finde. Sie entspricht in keinster Weise den gängigen Trends – aber ich fühle mich wohl darin und das ist doch das wichtigste.
    In eine (für mich) wohnliche Wohnung gehören
    – Bücher – bei mir auch viele alte, längst gelesene – die ergeben ein Bild unterschiedlicher Lebenslagen.
    – Pflanzen – die mir eine gute Wohnatmosphäre bescheren
    – immer frische Blumen
    – Tiere – bei mir sind es seit unzähligen Jahren Kerzen die mich begleiten
    My Home is my Castle

  • filosof sagt:

    Nummer 6 kann ich dreimal dick unterstreichen! Ohne Bücher ist das Leben eine Wüste. Und so muten auch moderne Wohnungen ohne Bücher an. Wo ist da die Seele? Bücherwände sind lebendig, fangen an zu erzählen, wenn man sie anschaut.
    Bild Nummer 2 mit viel Farbe ist auch mein Stil. Obwohl in Mietwohnung, streichen wir vieles farbig an. Das tut so unglaublich gut.
    Danke für die schönen Bilder, Frau Kohler.

  • Gratuliere ihnen zu diesem Beitrag unter SWEET HOME „9 Dinge, die das Glück nach Hause bringen“. So ist es……!!! Die eigenen Bedürfnisse berücksichtigen und keine Wohnausstellung!
    liebe Grüße Susanna

  • marusca sagt:

    Toller Blog, Sie haben in allem vollkommen recht! Leider gelingt es nicht wirklich jedem/r, den Mittelweg zu finden zwischen Chaos und Ordnung respektive Katzen-/Hundenpfoten- Kinderhändeabdruck auf dem Sofa und der völlig eingesauten Wohnung mit Wäschebergen in der Badewanne und seit Tagen herumstehendem, dreckigem Geschirr auf der Küchenkombination.

  • Veronica sagt:

    Pseudo-alt Gemahltes passt in grosse Räume mit nur einzelne Möbel. Wenn vieles herum steht/liegt, bringt es die Chaos nahe. Aber ein Hund passt überall!

    Das tiefe Fenstersims mit dem Bücherregal darunter, gefällt mich sehr. Leider geht es bei mir nicht, wegen die Heizung unter den Fenstern.

  • schmidt sagt:

    Herzlichen Dank für die herzerwärmenden Ideen – vorallem hat mich gefreut, was Sie über die Bücher geschrieben haben. Bücher möblieren eine Wohnung mit ihren Ideen und Gedanken

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