Achtung, fertig, Znacht!

Wenn ich abends nach der Arbeit mit meinem Hündchen durch die Gegend ziehe, knurrt meist mein Magen und ich rieche feine Düfte aus Restaurantküchen. Dann überlege ich mir, was ich denn heute Abend kochen könnte. Diese 5 Rezepte sind fein und schnell: 

 

sweet home

1  — Gefüllt und umwickelt:
Pouletbrüstchen mit Käse und Schinken 

So ein bisschen wie Fleischvögel oder Cordon bleu kommen diese einfachen Pouletbrüstchen daher. Sie sehen nach viel aus, gehen aber superschnell. (Bild über: Donalskehan)

Zutaten für 4 Personen: 
  • 4 dünne Pouletbrüstchenschnitzel 
  • 4 Tranchen Rohschinken
  • 2 Esslöffel Ziegenfrischkäse
  • 1 Esslöffel Salbei, fein gehackt
  • 100 Gramm Roquefort
  • Salz und Pfeffer
  • Olivenöl
  • 200 Gramm Champignons, geviertelt
  • 1 Handvoll getrocknete Steinpilze, in Wasser eingelegt
  • 1 Esslöffel Thymian und Rosmarin, gehackt
  • 2 Schalotten, in Ringe geschnitten
  • 1 Glas Weisswein
  • 1 Deziliter Bouillon
  • 2 Deziliter Rahm
  • 1 Handvoll Petersilie, grob gehackt
Zubereitung:

Würzen Sie die Pouletschnitzel mit ein wenig Salz und Pfeffer. Mischen Sie den Ziegenfrischkäse mit dem Roquefort und dem fein gehackten Salbei. Geben Sie je einen Esslöffel davon auf die Pouletschnitzel. Rollen Sie die Schnitzel, und wickeln Sie sie in je eine Tranche Rohschinken. Braten Sie sie rundum in ein wenig Olivenöl an, und geben Sie sie dann für ca. 15 Minuten in den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen. In der Zwischenzeit braten Sie die Schalotten in Olivenöl an, geben die Champignons und die gehackten Kräuter dazu sowie die ausgedrückten Steinpilze (das Einweichwasser absieben). Giessen Sie den Wein, die Bouillon und das Einweichwasser dazu, und kochen Sie alles auf, bis es zur Hälfte eingekocht ist. Den Rahm dazugeben, nochmals einige Minuten köcheln und würzen. Dann die Sauce in eine hübsche Gratinform geben, die Pouletwickel darauflegen und mit Petersilie garnieren. Dazu passen Brot und Salat.

SWEET HOME

2 — Knusprig und köstlich.
Bratkartoffeln und Eier 

Am schnellsten geht dieses Gericht mit gekochten Kartoffeln vom Vortag. Aber Sie können die Kartoffeln auch kochen, sobald Sie nach Hause kommen. Diese zum Abkühlen beiseitestellen, einen Apéro geniessen und sich dann ans Kochen machen. (Bild über: My inspirecollection)

Und so gehts: Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Schälen Sie die gekochten Kartoffeln, und schneiden Sie sie in Würfel. Braten Sie sie portionenweise in Olivenöl rundum knusprig an, würzen sie mit etwas Meersalz – am besten Maldon Sea Salt –, und geben sie dann in einer Gratinform in den Backofen. Wenn alle Kartoffeln gebraten und im Backofen warm gestellt sind, nehmen Sie die Gratinform heraus und schlagen so viele Eier darauf aus, wie Sie mögen. Zurück in den Backofen, bis die Eier fertig gekocht sind. Herausnehmen und mit viel Schnittlauch servieren.

SWEET HOME

3 — Scharf und Wohltuend:
Penne mit Tomatensauce 

Pasta und Tomaten sind ein Liebespaar und geben immer einen feinen Znacht ab. (Bild über: Tastebud)

Zutaten für eine cremige, scharfe Tomatensauce: 
  • 2 Rüebli, geschält und in feine Würfelchen geschnitten
  • 1 Peperoncino, fein gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 2 Schalotten, fein gehackt
  • Salz und Pfeffer
  • 1 Dose gehackte Tomaten 
  • 2 Esslöffel Rahm 
  • Olivenöl
Zubereitung: 

Geben Sie Olivenöl in eine Bratpfanne, und dünsten Sie die Rüebli und die Schalotten ca. 10 Minuten an, dann geben Sie den Knoblauch und den Peperoncino bei. Wenn der Knoblauch duftet, die Tomaten beigeben, würzen und 30 Minuten köcheln. Die Penne gemäss Packungsangaben al dente kochen. Den Rahm in die Sauce geben, gut mischen und anschliessend die Penne in die Sauce geben. Alles nochmals 2 Minuten köcheln und servieren.

SWEET HOME

4 — Cremig und würzig:
Poulet in Weissweinrahmsauce

Ja, es gibt sie, die schnellen Eintopfgerichte. Dieses Pouletgericht mit viel Weisswein und Rahm etwa. (Bild über: The blonde chef)

Zutaten für 4 Personen:
  • 6 Pouletstücke wie zum Beispiel Brüstchen und Schenkel – mit Haut und Knochen
  • Olivenöl und Butter
  • Salz und Pfeffer
  • 6–10 kleine Saucenzwiebeln
  • 100 Gramm Speckwürfeli
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 200 Gramm Champignons, geviertelt
  • 1 Handvoll frische Kräuter wie Estragon, Salbei und Rosmarin, gehackt
  • 4 Deziliter Weisswein wie Riesling
  • 1 Deziliter Bouillon
  • 2 Deziliter Rahm
Zubereitung: 

Würzen Sie die Pouletstücke mit Salz und Pfeffer, und braten Sie sie in Olivenöl und Butter rundum knusprig braun an, zur Seite stellen. Ins Bratfett kommen nun die Zwiebeln und die Speckwürfeli. Anbraten, bis der Speck knusprig und die Zwiebeln golden sind, die Champignons beigeben und andünsten, die Kräuter beigeben, den Wein und die Bouillon darübergiessen, aufkochen. Die Pouletstücke wieder beigeben, zudecken und ca. 15 Minuten köcheln. Dann den Rahm beigeben und nochmals 5 Minuten kochen. Mit grob gehackter Petersilie und feinem knusprigen Baguette servieren. 

sweet home

5 — Klein und fein:
Ravioli mit Salbei und Schalotten 

Okay – dieses Gericht ist eigentlich Fast Food. Aber manchmal muss es einfach schnell gehen. Kaufen Sie auf dem Nachhauseweg bei einem Traiteur feine Ravioli. Kochen Sie sie al dente, am besten geben Sie ein wenig Bouillon ins Kochwasser. Geben Sie grosszügig Butter in eine Bratpfanne, und schmelzen Sie sie, bis sie ein wenig braun wird. Geben Sie in feine Ringe geschnittene Schalotten und in Streifen geschnittene Salbeiblätter dazu, würzen Sie mit ein wenig Salz, Pfeffer und Muskatnuss, und geben Sie die braune Butter über die in die Teller verteilten Ravioli. Geraffelten Käse darüberstreuen. (Bild über: Naturallyella)

39 Kommentare zu «Achtung, fertig, Znacht!»

  • LUNA sagt:

    das poulet in weissweinsauce mache ich schon etwa zum 5. mal heute – herrlich!

  • Mario M.Montecarlo sagt:

    Schöne Inspirationen für feine Sachen.Ein Einwand sei mir gestattet:Muss es – siehe zweites Rezept – unbedingt Meersalz und dazu ein ganz bestimmtes sein?Ich bezweifle ganz eindeutig,dass ein mit diesem speziellen Produkt X. bereitetes Gericht anders oder gar besser schmeckt.

  • Ariane Denogent sagt:

    ….Es sieht einfach alles herrlich aus…vielen Dank! Schade, dass ich für heute schon eingekauft habe…

  • Peter sagt:

    Einfache Rezepte? Also wenn ich allein schon die Zutatenliste zu Rezept 1 ansehe graut mir. Da gibts lange kein Znacht und nachher den Kühlschrank voll Restzutaten. Trotzdem, schmecken wird es wohl gerade deswegen schon ;-)

    • ClBr sagt:

      Rohschinken mit Grissini zum Apero, Ziegenkäse im Salat, beides am nächsten Tag, Champignons offen einkaufen: Keine Reste.

  • Gregor sagt:

    Keine Frage, alles schmackhaft und gut. Aber wer benötigt für solche Gerichte ein Rezept? Mal abgsehen von Kindern mit null Kocherfahrung.

    • NF sagt:

      Ich finde in den Rezepten von Frau Koller immer wieder Anregungen. Ich finde die Rezepte jetzt nicht zu einfach – es hat für jede/n was drunter. Bei dem wenigen Platz, der zur Verfügung steht pro Rezept, wäre es auch etwas zu viel erwartet, wenn jedes Gericht eine mehrstündige Vorbereitung verlangen würde. Hinzu kommt, dass Frau Koller ja noch mehrere solcher Blogs pro Woche schreibt, auch zu anderen Themen.

    • marusca sagt:

      Haben Sie eine Ahnung…!!!

  • Irene Strebel sagt:

    Herzlichen Dank für die tollen Rezepte !

    Bei den Kommentaren dürften Sie wahrlich selektiver sein.

  • Philipp Rittermann sagt:

    oh jaaa – lecker!!! frau kohler schafft es immer wieder, auch mittels den tollen bildern, dass mir das wasser im mund zusammenläuft. :)

  • marusca sagt:

    Tolle Rezepte, schnell und enfach zu bewerkstelligen, besonders wenn man abends müde nach Hause kommt, aber noch gerne gemütlich etwas Gutes essen möchte. Dazu ein feines Glas Wein – was will man mehr?

  • Das erste und das letze Rezept sind genau nach meinem Geschmack. Finde es immer toll, nach der Arbeit etwas Leckeres zu kochen, ohne dafür Stunden in der Küche stehen zu müssen. Danke für diese Inspiration.

  • adam gretener sagt:

    Liebe Frau Kohler, Sie wissen ja, dass ich ihre Food-Abteilung am allerliebsten mag. Aber mittlerweile habe ich das Gefühl, die Rezepte wiederholen sich. Ohne daraus ihnen einen Vorwurf zu machen.

    Wie wäre es vielleicht mal mit Themenwochen. Ägypten, Kanada, Hawaii, Chile, Laos oder auch Australien.

    Nudeln mit Tomatensauce und Kartoffeln mit Ei, ich denke, dass kennen wir nun.

    Aber ich werde nicht lange labern und ihnen per Mail mal konkrete Vorschläge machen. Kritisieren ist ja sehr einfach.

    Liebe Grüsse, Adam

    • Carolina sagt:

      Sagen wir es mal so: ich finde diese Rezepte auch nicht revolutionär, aber ich bin immer wieder froh, von Frau Kohler auch an die einfachen Dinge und Rezepte erinnert zu werden – so dass ich z.B. heute abend mal wieder Penne mit Tomatensauce machen kann, ohne noch lange herumzuhirnen.

    • Philipp Rittermann sagt:

      also ich finde es toll, dass frau kohler die landesküche vertritt – wir haben hier auch einiges zu bieten. übrigens. war kürzlich in thailand und habe den dortigen original-food sehr genossen – was sie hier an exotik bekommen, ist ein abklatsch für touristen. lieber lokal und unverfälscht.

    • Marcus Ballmer sagt:

      Wiederholungen lassen sich wahrscheinlich kaum vermeiden, wenn man einen Menueblog über Jahre hinweg füllt. Was mir bekannt war, überlas ich einfach. Aber Vorschläge zu machen, Herr Gretener, finde ich noch besser. Ob es allerdings Gerichte aus Ägypten, Kanada, Hawaii usw. sein müssen, da mache ich ein Fragezeichen dahinter. Was an Frau Kohlers Menuevorschlägen immer wieder gut ankommt, ist die leichte Realisierbarkeit mit Produkten, die man praktisch in jedem Laden erhält. Und nicht bloss in Zürich oder Basel.

      Themenwochen finde ich gut. Warum nicht Schweizer Themen? Zum Beispiel Schmackhaftes aus den verschiedenen Kantonsküchen: von Genf über Fribourg und den Jura bis ins Rheintal und Graubünden, ganz besonders Ticino. Da wäre noch viel Unbekanntes zu entdecken. Können Sie mir aus dem Stegreif ein klassisches Gericht aus dem Kanton Jura nennen (nein, nicht Fondue…)? Nicht? Sehen Sie!

      • ClBr sagt:

        Saucisses d’Ajoie?

        • Marcus Ballmer sagt:

          Saucisses d’Ajoie ist eine Wurst, kein Gericht. Aber schön, dass Sie diese kennen. Typisch wäre beispielsweise Toétché. Isst man am Samstagmorgen auf dem Markt in der Altstadt von Porrentruy, trinkt dazu ein Gläschen Weisswein – und schimpft dabei veritabel über die Politik und das Wetter. Schweizerischer geht’s fast nicht mehr… Carpes frites ist auch sehr typisch, aber fürchterlich fettig.

      • adam gretener sagt:

        Lieber Herr Ballmer, ich hatte ja gesagt, es sei mir durchaus bewusst, dass es unheimlich schwierig ist, sich immer wieder was Neues aus den Fingern zu saugen.

        Aber lassen Sie sich überraschen. Wer sagt denn, dass man ein Raclette mal nicht variieren kann? Ein treuer Freund – aus Australien – macht Gorgonzola-Pizza auch mal mit Granatapfelkernen oder Passionsfrucht. Ich bin da eher skeptisch, aber wie er sagt – give it a try.

        Mir ist auch bewusst, dass die Fallhöhe beträchtlich ist. Aber ich versuche es einfach mal.

        P.S.: Die Kunst des Käsens kommt urpsprünglich aus Mesopotamien, Kartoffeln aus Mittelamerika, genau so wie die Tomate.

        Sonst müssten wir auf Chrottepösch und Brennessel zurückgreifen.

  • Herbert Toth sagt:

    Weshalb entweder am Anfang oder am Ende kein Druckersymbol erscheint, ist rätselhaft.
    Es gibt sicher viele Leser/-innen, welche sich die Rezepte ausdrucken möchten.

    Ansonsten eine tolle Seite !!

  • Das umwickelte Poulet mit Käse und Schinken ist ja mal ein Traum! So simpel aber sooooooo gut! #yummy

  • brigitte.pfiffner sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ich möchte die Rezepte zuweilen gerne per mail verschicken – weshalb geht das nicht mehr? (Bin keine Twitterin)

    Mit freundlichen Grüssen Brigitte Pfiffner

    • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

      Verschicken sie doch eine Mail mit dem Link zur Website. Dann kann der Empfänger die redaktionelle Seite aufrufen und die redaktionelle Arbeit wird etwas geschützt.

      • adam gretener sagt:

        Herr Failenschmid, die Funktion „Weiterleiten per Email“ tat genau dies. Nur etwas einfacher für die weniger versierten Leserinnen und Leser. Dieses Thema ploppt immer wieder mal auf, ohne dass darauf reagiert würde.

  • Rui Bosei sagt:

    Ravioli kann man gut an einem verschneiten Sonntag vorbereiten und einfrieren. Dann direkt ins kochende Wasser. Die gekauften beim Grossverteiler sind eine Beleidigung, lieber kleine Läden mit eigener Produktion unterstützen. Gibt es überall, z.B. http://bit.ly/1tvScrJ

  • Tom Maier sagt:

    Hündchen
    Brüstchen
    Würfelchen

    warum nicht Hund, Brust und Würfel?
    Warum wird alles verkleinert?

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    Ich bin begeistert. Tolle Serie mit tollen Rezepten, bitte mehr davon!

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