Kulinarischer Trip nach Trinidad

Reisen Sie kulinarisch auf die Insel, genauer gesagt nach Trinidad in die Karibik. Diese einfachen, würzigen Rezepte passen perfekt zum Sommer und bringen Ferienlaune.

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Trinidad ist die grösste Insel der Kleinen Antillen und berühmt für Karneval, Calypso, Soca und eine multikulturelle Küche, die afrikanische, indische und spanische Einflüsse vereint.
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ROTI, DAS BROT DER INSEL
In Trinidad leben viele Menschen, die ursprünglich aus Indien kamen und indisch inspirierte Gerichte mitbrachten. Das Fladenbrot Roti ist eines davon. Es kann als Beigabe zu einem Curry serviert werden oder als eine Art Sandwich, gefüllt mit Kichererbsen und Kartoffeln. Hier das Rezept, das mich die Grossmutter meines Mannes gelehrt hat. (Bild über: Inner-Gourmet)

Zutaten:
  • 700 Gramm Mehl
  • 3 Esslöffel Backpulver,
  • Ghee (eingesottene Butter)
  • 2 bis 3 dl Wasser
  • 1/2 Kaffeelöffel Salz
  • etwas Mehl zum Bestäuben
Zubereitung:

Mehl, Salz und Backpulver gut vermischen, das Wasser langsam beigeben, bis sich ein weicher, seidiger Teig entwickelt. Den Teig mit einem feuchten Tuch zudecken und 30 Minuten ruhen lassen. Den Teig gut durchkneten und in Stücke teilen, die Stücke in runde Fladen formen, 15 Minuten ruhen lassen, die runden Stücke flachdrücken und jeweils eine Seite mit Butter bestreichen und die andere mit Mehl bestäuben. 2 Fladenscheiben mit der gebutterten Seite zueinander übereinanderlegen und flachdrücken, 10 Minuten ruhen lassen. Nun die Scheiben mit einem mit Mehl bestäubten Teigroller ausrollen, wenden und immer mit Mehl bestäuben, sodass er sich einfach rollen lässt. In der Zwischenzeit eine grosse, flache Bratpfanne auf mittlere Hitze erwärmen, die Fladenbrote einzeln darin backen, bis sich einige Bläschen bilden, mit dem Spachtel umdrehen, dann grosszügig mit Butter (Ghee) bestreichen und goldgelb backen, die andere Seite nun mit Butter bestreichen und ca. 1 Minute backen. Dann die zwei Seiten mit einem Messer durchschneiden. Die Fladenbrote warmstellen, mit einem Tuch bedecken.

Zutaten für die Füllung:
  • 2 Esslöffel Erdnuss- oder Sonnenblumenöl
  • 1 kleine rote Zwiebel, gehackt
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 1 Scotch Bonnet (roter, runder, scharfer Chili), entkernt und gehackt
  • 1,5 Esslöffel Currypulver
  • 1 Kaffeelöffel Koriander oder Kümmel
  • 1/2 Kaffeelöffel Salz
  • 400 Gramm geschälte Kartoffeln, in kleine Stücke geschnitten
  • 400 Gramm Kichererbsen aus der Dose, abgegossen
  • 2 dl Wasser
  • 1 Esslöffel Butter
Zubereitung der Füllung:
In einer Pfanne das Öl erhitzen und die Zwiebel, den Knoblauch und den Chili andünsten, die Gewürze beigeben und etwa eine Minute weiterkochen. Die Kartoffelstücke beifügen, mischen und das Wasser dazugiessen, die Kartoffeln weichkochen, dann die Kichererbsen dazugeben und ca. 10 Minuten weiterkochen, bis eine feine, dicke Füllung entsteht. Die Rotis damit füllen.
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CURRY CHICKEN
Die Karibikinseln sind arm und das Essen entsprechende einfache Hausmannskost. So steht denn auf den Kochherden oft ein grosser Topf mit einem Curry, der langsam vor sich hin brutzelt und auf eine unkomplizierte Art auch grosse Familien ernährt. Sehr typisch ist Curry Goat (mit Ziegenfleisch). Aber auch Lamm und Huhn sind weitverbreitet. (Bild über: Craigsgrapeadventure)

Zutaten für ein Pouletcurry:
  • 1 Poulet, enthäutet und in Stücke geschnitten
  • 1 Esslöffel Sonnenblumen- oder Erdnussöl
  • 2 Knoblauchzehen, fein gehackt
  • 2 Frühlingszwiebeln, gehackt
  • 1 Esslöffel Currypulver
  • 1 Esslöffel Piment (auch Nelken- oder Jamaikapfeffer)
  • 1 Esslöffel geraffelter Ingwer
  • 1 Zweig Thymian
  • 1/2 Tasse Hühnerbouillon
  • 1 grosse Kartoffel, geschält und in Stücke geschnitten
Zubereitung:
Braten Sie die Pouletstücke in Öl an, bis sie aussen goldbraun sind. Im gleichen Öl Currypulver, Piment, Ingwer, Knoblauch und Zwiebeln anbraten, die Pouletstücke wieder beigeben und mit der Bouillon ablöschen, den Thymian beigeben und den Curry auf kleinem Feuer ca. 30 Minuten kochen, die Kartoffelstücke beigeben und so lange kochen, bis sie weich sind.
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RICE AND PEAS
Die karibische Art, Reis zu kochen, ist würzig, individuell und mit Bohnen – die dort Erbsen heissen. (Bild über: cardisa.hubpages)

Zutaten:
  • 1 Dose rote Bohnen (400 Gramm)
  • 2 Tassen Basmati-Reis
  • 1 Dose Kokosnussmilch
  • 1 Zweig frischer Thymian
  • 1 Esslöffel Butter
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Scotch Bonnet (roter, runder, scharfer Chili)
Zubereitung:
Die Bohnen abgiessen, die Zwiebel und den Knoblauch fein hacken, die Kokosnussmilch mit so viel Wasser mischen, dass es zusammen 4 Tassen Flüssigkeit ergibt. Zwiebel und Knoblauch leicht in der Butter andünsten, die Bohnen beigeben und die mit Wasser gemischte Kokosnussmilch salzen, den Thymian beigeben, aufkochen, den Reis beigeben, gut umrühren. Den Chili ganz auf den Reis legen und den Reis ca. 20 bis 30 Minuten auf kleiner Hitze kochen, bis er gar ist. Den Chili rausnehmen, bevor der Reis serviert wird.
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JERK CHICKEN

Schärfer gehts nicht! In der Karibik gehören scharfe Gewürze zum Alltag. Jerk Chicken ist das berühmte Gericht, das aus Jamaica nach Trinidad gekommen ist. (Bild über: Wishfulchef)

Zutaten:
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 2 Esslöffel Soyasauce
  • 2 Esslöffel Sonnenblumenöl oder Erdnussöl
  • 1 Esslöffel Salz
  • Saft einer Limone
  • 1 Esslöfell Piment (auch Nelken- oder Jamaikapfeffer)
  • 5 Scotch Bonnets (rote, runde, scharfe Chilis)
  • 1 Esslöffel getrockneter Thymian
  • 1 fingergrosses Stück Ingwer, ungeschält
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 Schalotte
  • 3 Esslöffel brauner Zucker
Zubereitung:
Mischen Sie alle Zutaten in einem Mixer zu einem Püree. Das Püree sollte wie eine feine, scharfe Sauce schmecken. Marinieren Sie damit Pouletstücke ohne Haut, am besten über Nacht. Das Poulet ist nun bereit für den Grill. Mit Rice and Peas (siehe Rezept weiter oben) servieren.
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PEANUT PUNCH
Mischen Sie für den typischen Drink aus Trinidad 1 Tasse ungesalzene Erdnüsse mit einer halben Tasse Erdnussbutter, 2 3/4 Tassen Wasser, einer halben Tasse Kondensmilch, 1 Kaffeelöffel Vanille Extrakt, 1 Kaffeelöffel Zimt und 1 Kaffeelöffel Muskatnuss. Servieren Sie den Punch mit Eis. (Bild über: I am simply tia)

 

 

24 Kommentare zu «Kulinarischer Trip nach Trinidad»

  • ina müller sagt:

    Danke, Frau Kohler Nizzamuddin!!!

  • marie sagt:

    ,,.ich gehe dann mal in meinen alten schallplatten wühlen. vielleicht finde ich zwischen dem reggea noch etwas calypso und dann ran an die kochplatten. ich fange mal mit rice an peas an.
    danke für die rezepte und das zauberhafte bild trinidads (meeehr davon)! wenn wir schon keinen sommer haben, dann zaubern wir uns diesen mit rezepten aus der karibik inkl. musik herbei.

  • Heidi Arn sagt:

    Mmmmmmmmh!

  • maia sagt:

    Verstehe leider beim ersten Rezept, den Roti’s – diesen Satz nicht: „Dann die zwei Seiten mit einem Messer durchschneiden.“
    Ich finde die Anleitung generell etwas „holprig“ beschreiben. Würd’s aber sehr gerne mal ausprobieren.

    • urs lehmann sagt:

      Ich habe leider oft Mühe mit den Beschreibungen hier. Auch in diesem Fall stehe ich vor dem selben Problem wie Sie. Sehr schade, denn bei vielen Gerichten macht das Rezept einen durchaus interessanten Eindruck.

      Da nach 10 Stunden noch kein Feedback erfolgt ist, versuch ich’s mal:

      „Das Fladenbrot Roti [..] kann [..] als eine Art Sandwich, gefüllt mit Kichererbsen und Kartoffel [serviert werden].“

      Also nehme ich an, dass das „Doppel-Omelett“ die Funktion des Brotes beim Sandwich übernehmen soll. Ausgehend von der Fotografie vermute ich deshalb: Analog einem Kebab-Brot halbieren (zwei Tortenstücke schneiden) und anschliessend horizontal aufschneiden damit es Taschen gibt, und diese füllen.

      Damit die „Taschen“ nicht auseinanderfallen, müssen die obere und die untere Hälfte zusammenpappen. Dazu ist es wahrscheinlich hilfreich, die eingesottene Butter nicht bis ganz nach aussen zu streichen, sondern 1-2cm freien Rand zu lassen.

      • tina sagt:

        ich empfehle das rezept zu googlen. habe mir 2-3 andere beschreibungen angesehen mit filmen. die rezepte hier sind eben nicht im europäischen stil beschrieben, und ich schätze, es ist nicht soooo wichtig, ob man es nun exakt so oder ein wenig anders fabriziert. in den meisten schweizer haushalten wird sowieso die benötigte platte fehlen

      • maia sagt:

        Danke für Ihre Antwort. In diesem Rezept ist einiges sehr seltsam beschrieben – aber ich denke,wenn ich dann mal dran bin, gibt’s dann schon irgendeine logische Lösung. Die Rezepte laden oft ein, etwas neues auszuprobieren. Schade, dass dann die Beschreibung so „bescheiden“ sind.
        Schön wäre es natürlich, wenn auf Fragen geantwortet würde.
        Manchmal stimmt auch das Bild nicht mit der Beschreibung überein. – War jetzt auch gerade auf der Seite, von der das Bild ist. Die Roti’s werden da etwas anders gemacht. Dafür ist mir jetzt klar, warum sie auf dem Bild so „blättrig“ aussehen.

        • tina sagt:

          hoi maia :) heute habe ich die roti nachgemacht, so halb nach diesem rezept, so halb nach der variante die in den filmen vorkommt: ausrollen, radius einschneiden, mit butter beschmieren, rundherum aufröllele, „enden“ in die mitte „stopfen“, kugel rollen. kugel platt drücken, ausrollen, mit butter bestreichen, anbraten aber ohne dass es braun wird, obere seite mit butter einstreichen, wenden. roti in eine schüssel, deckel drauf, shaken. war nur ein test, handgelenk mal pi, wurde göttlich, das finden auch die kinder

          • tina sagt:

            durch die viele butter, das röllele und am schluss schütteln werden sie ganz blätterig. wir assen das einfach so zagg weg. aber ich mache abends den reis mit den bohnen nochmals, dazu poulet curry karibisch stylie und tomaten-gurkensalat (mit gemörserten erdnüssen, chili, koriander, zwiebel und zitrone). aus protest gegen diesen nicht vorhandenen sommer

  • tina sagt:

    ….mmmmmnjam……roti wird gleich heute gemacht, super input, vielen lieben dank*

    • tina sagt:

      habe den reis gekocht, und nicht roti: der ist so fein!!!

      • adam gretener sagt:

        Ich habe mir erst nach ihrem Feedback das Rezept genauer angesehen. Muss ich unbeding mal probieren, ist ja nicht nur Reis und Bohnen. Danke für die Anregung.

        • tina sagt:

          meine kinder assen die ganze pfanne auf, obwohl der reis schon kalt war. gibt es heute nochmals, diesmal aber mit etwas dazu. ich liebe diesen reis

  • SporadischerKoch sagt:

    Das wichtigste bleibt aber unerklärt: Was ist Ghee (gesottete Butter)? Und wie wird diese zubereitet bzw wo kann man diese kaufen?

    • adam gretener sagt:

      Sie haben das richtig erkannt. Ghee ist nichts anderes, also gesottene Butter. Oder Butterschmalz. Man entfernt einfach Wasser, Milcheiweiß und Milchzucker.

      Es gibt zwar – auch innerhalb Indiens – verschiedene Zubereitungsarten, am im Grunde ist das relativ simpel. Wikipedia gibt da erste Tipps dazu.

    • Judy Smith sagt:

      Ghee gibt es z.B. im Reformhaum auch als Fertigprodukt.

      • ina müller sagt:

        Oder auch im guten Käsereiladen, in meinem heisst es „Iigsottne Anke“. Schmeckt fein buttrig, ist gesund und lässt sich viel höher erhitzen als normale Butter und schmeckt darum auch herrlich, um „hiesige“ speisen anzubraten, Leberli, Bratkartoffeln etc.

    • Ellen sagt:

      In der Migros gibts auch eingesottene Butter. Ist auch Ghee oder erfüllt den Zweck

  • adam gretener sagt:

    Auf Trinidad war ich leider noch nie, aber wenn man sich die Gerichte so ansieht, könnten die auch von Mauritius stammen. Bis auf rice and peas.

    Ich muss unbedingt mal einen Abend planen, und Curry aus der ganzen Welt durchdegustieren und mir dabei Radiosendungen auf Creole. Man versteht zwar nicht viel, aber diese Sprache ist wie ein Lied.

  • Remond sagt:

    Leckere Ideen. Jedoch habe ich keinen Warnhinweis betreffend der Scotch Bonnets gesehen. Die Dinger können von ganz schön lustig zu AuaAua führen… :)

  • lieberlecker sagt:

    Wenn uns die Sonne fehlt, zaubern wir sie uns halt mit exotischen Gerichten auf den Teller. Die Idee ist nicht schlecht, da gefällt mir Einiges.
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

  • Irene feldmann sagt:

    Danke!!!!‘:)

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