Sommerliche Gerichte aus dem Backofen

Gerichte, die im Backofen fertig gekocht werden, sind einfache, praktische Mahlzeiten. Während sie von allein fertig garen, kann man zum Beispiel schnell die Küche aufräumen und den Tisch decken. Zudem braucht es keine Schüsseln, weil die Gerichte direkt in der Backform serviert werden können. Diese 5 Backofengerichte haben alle einen mediterranen Touch und passen auch bestens in die Schönwettersaison.

 

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1 — Schwarzer Reis und Poulet 

Erst kürzlich habe ich den schwarzen Reis entdeckt und finde ihn einfach fantastisch. Ich bin keine gute Reisköchin, aber der schwarze, italienische Reis gelingt immer. Er braucht ein wenig Zeit, wenn man ihn einfach so als Beilage kocht, dann muss er langsam ca. 40 Minuten in Salzwasser köcheln. Das Verhältnis von Reis zu Wasser ist 1 zu 2. Für dieses Rezept kochen Sie den Reis nur etwa 30 Minuten, da er ja noch ein wenig weitergart im Backofen. (Bild über: Community the hot plate)

Schwarzer Reis aus Italien ist zum Beispiel in der Delicatessa von Globus zu finden.

Zutaten für 4 Personen: 
  • 500 Gramm gekochter schwarzer Reis 
  • Olivenöl
  • ein wenig Butter
  • 4 Pouletbrüstchen 
  • 200 Gramm Champignons, geviertelt
  • ½ Peperoncino, fein gehackt
  • 1 Schalotte, fein gehackt
  • 1 Packung Spinatblätter
  • 1 Deziliter Hühnerbouillon
  • Salz und Pfeffer
  • 4 Esslöffel Crème fraîche
  • 100 Gramm Parmesan, geraffelt 
  • 1 Handvoll Petersilie, grob gehackt
Zubereitung: 

Würzen Sie die Pouletbrüstchen mit Salz und Pfeffer, und braten Sie sie mit ein wenig Olivenöl rundum an, sodass sie schön hellbraun sind – stellen Sie sie anschliessend zur Seite. Geben Sie nun ein wenig Butter in die Pfanne, die Schalotten und den Peperoncino dazu, nach 1 Minute noch die Pilze und, wenn diese gebraten sind, 1 Deziliter Hühnerbouillon. Würzen Sie mit Salz und Pfeffer. Nun geben die Crème fraîche dazu, den Spinat und rühren den Reis ein. Geben Sie alles in eine ofenfeste Form, und legen Sie die Pouletbrüstchen darüber. Den Parmesan darauf verteilen und im auf 220 Grad vorgeheizten Backofen ca. 20 Minuten backen, bis die Pouletbrüstchen gar sind. Herausnehmen, Petersilie darüber streuen und servieren.

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2 — Salsicce mit Zitronen und Kartoffeln

Mit italienischen Würstchen, Kartoffeln und  Zitronen kann man schnell und einfach ein herrliches Abendessen mit dem Duft des Südens auf den Tisch zaubern. Salsicce finden Sie übrigens zurzeit einfach im Supermarkt. Auch Luganighe eignen sich für dieses Rezept sehr gut. Das Rezept ist vom englischen Starkoch Rick Stein. Ich habe es, ein wenig abgeändert, bereits mehrmals nachgekocht.

Zutaten:
  • Olivenöl
  • 1 grosse Wurstschnecke (Salsiccia) oder 2 Paar Luganighe
  • 1 Kaffeelöffel Fenchelsamen
  • 3 Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 750 Gramm Kartoffeln
  • Schale einer Zitrone
  • 1 Glas Weisswein
  • 2 Zweiglein Rosmarin
  • ½ Bund flache Petersilie
  • Salz und Pfeffer
Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen und in gleich grosse Stücke schneiden, vierteln oder halbieren. Kleine, ca. 1o cm grosse Würstchen schneiden. Mit einem Kartoffelschäler die Haut der Zitrone in Streifen abschälen. Die Fenchelsamen im Mörser zerstossen, die Zwiebel in grosse Stücke schneiden, die Knoblauchzehen zerstossen. Nun das Olivenöl erhitzen, die Fenchelsamen reingeben und die Würstchen dazu. Die Würstchen gut anbraten und wieder herausnehmen, die Zwiebeln beigeben, ein wenig anbraten, die Knoblauchzehen dazugeben und, sobald der Knoblauch duftet, die Kartoffeln beigeben. Alles gut vermengen und danach die Würstchen wieder in den Topf geben, die Zitronenschalen hinzufügen und den Wein darüber giessen. Alles würzen, Rosmarin beigeben und zugedeckt ca. 40 Minuten köcheln lassen, bis die Kartoffeln gekocht sind.

Im Originalrezept wird ohne Wein, dafür mit Wasser und Zitronensaft gekocht. Und es hat keinen Rosmarin darin, sondern 4 Lorbeerblätter.

Mehr Rezepte von Rick Stein finden Sie in seinem Buch «Land und Meer – meine kulinarische Weltreise».

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3 — Polenta mit Gemüse, Pilzen und Käse

Wenn es schnell gehen muss, ist Polenta immer eine gute Idee. Ich koche sie gerne mit einigen Kräutern und Peperoncino und überbacke sie mit Käse und Gemüse. (Foto: Sweet Home)

Und so gehts: Geben Sie 50 Gramm Butter in eine Pfanne, und erhitzen Sie sie. Geben Sie einen halben, fein gehackten Peperoncino und ½ Esslöffel fein gehackten Rosmarin bei. Giessen Sie 2 Deziliter Milch dazu und einen Kaffeelöffel Bouillon (z. B. Kuster-Fleischbouillon), und rühren Sie dann 200 Gramm Polenta ein. Wenn die Polenta fertig ist, mischen Sie 200 Gramm Parmesan unter, und geben Sie sie in eine ausgebutterte Gratinform. In der Zwischenzeit schneiden Sie 3 Tomaten in Würfel, ebenso 2 Zucchini und vierteln 200 Gramm Champignons. Geben Sie Olivenöl in eine Bratpfanne, und braten Sie das Gemüse und die Pilze darin an, geben Sie einige zerrissene Basilikumblätter bei, und würzen Sie mit Salz und Pfeffer. Geben Sie das Gemüse über die Polenta, und streuen Sie 200 Gramm geriebenen Parmesan darüber. Ca. 20 Minuten backen und servieren.

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4 — Poulet mit mediterranem Gemüse

Schneiden Sie 4 Pouletbrüstchen entzwei, und reiben Sie sie mit Salz und Pfeffer, ein wenig Thymian, abgeriebener Zitronenschale und Olivenöl ein. Braten Sie sie rundum gut an. Reiben Sie eine Gratinpfanne mit einer Knoblauchzehe ein, und geben Sie Olivenöl hinein. Nun füllen Sie die Gratinform mit Gemüse Ihrer Wahl, zum Beispiel Cherrytomaten, Oliven, weissen Bohnen aus der Dose, Zwiebeln und/oder Artischockenherzen. Mischen Sie einige Stücke Mozzarella bei, und mischen Sie alles gut mit Olivenöl. Würzen Sie mit Salz und Pfeffer nach, und geben Sie die angebratenen Pouletstücke bei. Im auf 220 Grad vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten backen und servieren. (Bild über: The clever carrot)

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5 — Griechische Moussaka 

Moussaka ist eine Art Lasagne und ein typisch griechisches Gericht. Wie alle gute Hausmannskost wird sie in jedem Haushalt anders gekocht. Hier eine einfache und sehr schmackhafte Version. (Bild über: Ondinecheznanou)

Zutaten für 6 Personen: 
  • 6 Auberginen
  • 500 Gramm Kalbshackfleisch 
  • 250 Gramm Hackfleisch vom Schwein
  • Olivenöl
  • Butter
  • 2 Deziliter trockener Weisswein
  • 1 Deziliter Bouillon
  • 3 Schalotten, gerieben
  • 100 Gramm Griess
  • 400 Gramm gehackte Tomaten (Dose)
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Esslöffel Thymian
  • ½ Esslöffel getrocknete Pfefferminze
  • 1 Prise Zimt
  • 5 Deziliter Béchamelsauce
  • 300 Gramm Pecorino
Zubereitung:

Schneiden Sie die Auberginen längs in Scheiben, ca. 1,5 cm dick. Geben Sie Meersalz darüber, legen Sie die Scheiben in Schichten in eine Schüssel, und lassen Sie sie eine halbe Stunde lang stehen. Danach spülen Sie sie gut mit kaltem Wasser ab, und trocknen Sie sie mit Küchenpapier oder einem Küchentuch. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Belegen Sie ein Backblech mit Backpapier, legen Sie die Auberginenscheiben darauf, bestreichen Sie sie mit Olivenöl und rösten sie ca. 20 Minuten. In der Zwischenzeit bereiten Sie das Hackfleisch zu. Erhitzen Sie Butter in einer Pfanne und geben die mit der Bircherraffel geriebenen Schalotten bei. Geben Sie Zimt, Pfeffer, die zerdrückten Lorbeerblätter und geriebene Muskatnuss dazu, dann das Hackfleisch. Braten Sie alles gut an, und giessen Sie anschliessend den Wein und die Bouillon dazu. Geben Sie die Tomaten bei, kochen Sie alles auf, und geben Sie dann den Griess bei. Der Griess saugt die Flüssigkeit auf und verdickt die Hackfleischmischung. Geben Sie ein wenig Thymian und die Pfefferminze dazu, würzen Sie mit Salz und Pfeffer. Bereiten Sie 5 Deziliter Béchamelsauce zu. Dafür erhitzen Sie 50 Gramm Butter, geben Sie 50 Gramm Mehl dazu und rühren die Mischung ca. 3–4 Minuten, geben Sie 5 Deziliter Milch dazu, würzen Sie mit Salz und Pfeffer und ein wenig Muskatnuss. Ich gebe statt Salz immer ein wenig Bouillon bei. 

Nun buttern Sie eine Gratinform aus und legen eine Schicht Auberginen rein, belegen Sie diese mit Fleisch. Dann kommt ein wenig Béchamelsauce darüber, ein wenig Käse und dann die nächste Schicht Auberginen. Sie beenden die Lagen mit Béchamelsauce und Käse. Geben Sie einige Butterflöckchen darüber und einige Thymianblättchen. Geben Sie die Moussaka in den Backofen, und backen Sie sie ca. 40 Minuten.

27 Kommentare zu «Sommerliche Gerichte aus dem Backofen»

  • Nicole sagt:

    Wie einfallsreich „ironieoff“

  • alessandro portmann sagt:

    Vielen Dank für die Rezepte, koche voll italienisch und sehr oft im Backofen gerade weil alleine. Die Gerichte kann man kühl stellen (aber unter 5Grad bitte!) und auch noch nach Tagen vorsichtig aufwärmen resp. „regenerieren“. Hab ich Gäste (bis 10 Personen no Problems) koch ich immer so und zwar bereits am Vortag der Einladung. Null Stress und die Speisen schmecken am 2.Tag und danach noch intensiver, kräftiger aber bitte nicht fragen weshalb, wieso; ist einfach mal so. Soo lecker.. :p

  • andreas gisler sagt:

    Backofen im Sommer???
    Lieber im Winter und Heizung etwas tiefer schalten……

    • alessandro portmann sagt:

      KLARO – m i t Backofen auch im Sommer null Problemos.. Viele dieser köstlichen Speisen kann man im Sommer auch kalt (aber nicht eiskalt) essen. Kochen mit Backofen nach „grossmutterart“ ist das Wahre, lecker lecker.

  • Nora sagt:

    Das Rezept mit Salsicce haben Sie schon einmal gepostet – es gehört seit diesem Post zu den Rezepten, die ich immer wieder koche; mittlerweile mit Varianten. Wunderbar! Danke vielmal, Frau Kohler!

  • Déjà-vu sagt:

    Mmh… Ich sterbe vor Hunger und bin heute noch eingeladen zum Essen! Es ist die reinste Folter jetzt noch diese feinen Rezepte zu studieren!

  • raffaella vanini sagt:

    Polenta im Sommer???

  • Ben sagt:

    Tip: Gericht Nr.1 ohne Poulet und dafür was Leckeres vom Grill und ein Stück Brot dazu. Lecker.

  • kathrin sagt:

    leckerleckerleckerleckerleckerleckerleckerleckerleckerlecker

  • Gabriella Laura sagt:

    Jetzt muss ich nur noch entscheiden, welches ich zuerst nachkochen soll ……. Heute habe ich ALLE vorgestellten Gerichte gaaanz gaaanz sicher gerne. Ich komme selber einfach nicht auf solche Kombinationen. Dafür ist halt eben Frau Kohler da :)

    Ich kann mich nur wiederholen (werde mit der Zeit langweilig, lo so!): DANKE!!!

  • Mona sagt:

    Die beiden Poulet-Gerichte gefallen mir, besonders der schwarze Reis ist eine tolle Abwechslung! Auch mit roten Camargue-Reis wäre es bestimmt fein! Die restlichen Rezepte wären für mich jedoch im Sommer zu fettig und schwer.. Mir persönlich schmecken Gratins mit Käse oder Béchamel-Saucen überbacken in den kalten Jahreszeiten besser!
    Ich freue mich auf weitere leichte Sommerrezepte!

  • Martin sagt:

    Alles schön und lecker, für 6 Personen ist es sicher sinnvoll den Backofen aufzuheizen.
    Nun sind die Anzahl Personen in Schweizer Haushalten auf durchschnitlich 2 Stück zurückgegangen.
    Und für diese kleinen Mengen ist es fragwürdig ca. 40-50 lt Backofenvolumen aufzuheizen und darin zu garen.
    Viele reden von Energie sparen und der Backofen ist ganz klar die Nummer 1 unter den Stromfressern in der Küche!!!
    Ausgabe übrigens auch in der BZ vor ca. 2 Jahren, wer A sagt, sollte auch B sagen!
    Heutzutage gibt es auch Töpfe die brauchen für das selbe Gericht ein vielfaches weniger an Energie…..

    • Ruedi Widmer sagt:

      Meine deutsche Freundin (die Deutschen sind TOTAL fit im Energie-Sparen) hat genau deshalb eine neue Microwelle mit Heißluft und Grill gekauft. Da hat man dann zum einen den deutlich kleineren Garraum und kann zudem unter Zuschaltung der MW mit Heißluft mit weniger als der Hälfte Strom dasselbe wie im großen Rohr erreichen.
      Ganzganz böser, wenn nicht der böseste überhaupt, Stromfresser ist übrigens der: Trockner. Ganz böses Ding! Aufhängen, das Zeug! Sagt meine Freundin.
      Frau Kohler: Das mediterrane Gemüse ist es heute bei mir, ganz klar! Allerdings ohne Poulet, habe gerade dem Meuchelmord eines kleinen Berliner Spatzen durch eine Berliner Riesenkrähe beiwohnen müssen und bin noch völlig fertig. No more chicken death today…

    • Remond Fischer sagt:

      Ich werfe den Backofen auch für mich alleine an! Und das ohne schlechtes Gewissen.

    • clara müller sagt:

      als ich noch keine grossfamlie hatte und in einer klein-wg gewohnt habe, habe ich trotzdem grössere portionen gekocht und die reste dann an den folgenden tage aufgewärmt.

    • Déjà-vu sagt:

      Geben Sie’s auf, lieber Herr Martin!

    • Erich sagt:

      nehmen Sie Rohkost zu sich. Das befriedigt ihr Gewissen und fördert die Kaumuskeln. Beim nächsten Urlaub ins Bündnerland radeln statt in die Karibik fliegen und alles ist wieder im grünen Bereich, und Sie können sogar Backofengerichte mit gutem Gewissen geniessen, da ihre Ökobilanz stimmt

  • lieberlecker sagt:

    Schwarzer Venere Reis ist eine wunderbare Sache (bräuchte er bloss nicht so lange, bis er gar ist). Ebenfalls in diese Kategorie von Backofen, schnell und sommerlich gehören diese Doraden aus dem Ofen. Ab Samstag wird’s dann wirklich sommerlich warm – freut Euch darauf!
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

    • Manu sagt:

      im CC (einkaufen geht da halt nur mit karte) erhält man den schwarzen reis, der eine kochzeit von nur 18 min hat. scheckt also genauso lecker nussig!!

  • Luisa sagt:

    Warum immer diese einfallslosen und trockenen Poulet Brüste Biester?

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