Bier, Fussball und englischer Pub Food

Jetzt steigt die weltweite Fussballfieberkurve. Die besten Kumpanen zu einem spannenden Spiel sind Bier und deftiger Pub Food. Hier ein paar typische Rezepte, die zu Bier und Fussball passen – und die trösten, falls die Lieblingsmannschaft nicht gewonnen hat. 

SWEET HOME
Von Bier verstehe ich leider nichts, ausser dass es meist in wirklich schönen Flaschen mit hübschen Deckeln daherkommt. Aber aus diesen können Sie zum Beispiel hübsche Topfunterlagen basteln.
SWEET HOME
BANGERS MIT GRAVY UND MASH
Was für uns die Bratwurst mit Rösti ist, sind für die Engländer Würstchen mit Sauce und Kartoffelbrei. Ein schnelles und feines Znacht und eine gute Malzeit zu Bier. Machen Sie aus grossen, guten Schweinsbratwürstchen zwei kleinere und braten sie diese rundum goldbraun an, warmstellen. Geben Sie grobgeschnittene Schalotten und ein wenig Thymian in das Bratfett und, wenn die Schalotten goldgelb sind, ein wenig Mehl dazu. Unter gutem Rühren giessen Sie nun 1 dl Rotwein und 2 dl gute Bouillon dazu. Aufkochen und ein wenig einköcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer und würzen, die Würstchen wieder in die Pfanne zur Sauce geben, ein wenig Butter beigeben und viel gehackte Petersilie. In der Zwischenzeit kochen Sie geschälte Kartoffeln in Salzwasser oder leichter Bouillon weich, giessen fast alles Wasser ab und zerstampfen die Kartoffel. Kochen Sie ein wenig Milch mit Butter auf und mischen Sie sie gut unter die Kartoffeln. Verteilen Sie den Kartoffelbrei auf Teller, türmen die Würstchen darauf und geben grosszügig Sauce darüber. Dazu passen am besten frische Erbsen.
sweet home
GELUNGENE FUSSBALLABENDE ZUHAUSE
Wenn Sie sich entscheiden, ein Fussballspiel zuhause mit Familie oder Freunden anzuschauen, planen Sie den Abend gut. Stellen Sie vielleicht die Möbel ein wenig um, dass alle eine gute Sicht auf den Fernseher haben, servieren Sie ein feines TV-Dinner, dass man einfach auf den Knien, mit Hilfe eines Kissens und eines Tabletts, geniessen kann, oder bereiten Sie ganz viele Sandwiches, Hotdogs oder andere gute Handspeisen zu. Stellen Sie Bier in kleinen Eiskübeln bereit – und auch eine grosse Tüte in einem Korb für den Abfall!
sweet home
TRADITIONELLER PLOUGHMANS LUNCH
Kalte Platten sind perfekte Sommerspeisen. Bei uns sind Salsiz, Bündnerfleisch, Käse und Cornichons ein feiner und stilvoller Klassiker. In England gibt es den Ploughmans Lunch, das Pflüger-Mittagessen, ein Teller, der mit verschiedenen Käsesorten wie Cheddar und Stilton belegt wird. Dazu kommen Chutney, eingelegte Zwiebeln, Brot, eine Selleriestange und eine Tomate. Selbstverständlich passt hierzu frisches, knuspriges Brot und ein gutes Bier. (Bild über: Food.com)
sweet home
SAUSAGE ROLLS
Würstchen im Teig sind ein weiterer Volltreffer vor der Fussball-Flimmerkiste. Sie brauchen dafür einen guten ausgewallten Kuchenteig. Heizen Sie den Backofen auf 200 Grad vor. Braten Sie feingehackte Zwiebeln und Champignons in Butter goldbraun. Schneiden Sie den Teig in Rechtecke, in die kleine Würstchen passen. Bestreichen Sie den Teig mit ein wenig englischem Senf, verteilen die Zwiebel-Champignons-Mischung darüber und viel gehackte Petersilie. Nun geben Sie auf jedes Teigrechteck ein Würstchen oder ein Wurststück. Wienerli sind fein oder kleine Cipolatas. Wickeln Sie die Würstchen ein. Schliessen Sie den Teig, indem Sie die Enden mit ein wenig Wasser bestreichen. Streichen Sie Eigelb auf die Wurströllchen, würzen Sie sie ein wenig mit Meersalz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle und backen Sie sie ca. 30 Minuten, bis der Teig goldbraun und knusprig ist. (Bild über: Warmsnugfat)
sweet home

COTTAGE PIE
Eine deftige Malzeit, die in einer Gratinform gebacken wird und bestimmt dem Bier einen guten Boden gibt. 

Zutaten:
  • 500 g Rindshackfleisch
  • Olivenöl
  • 2 Schalotten
  • 2 Rüebli
  • 1 Stange Sellerie
  • 100 g ausgepuhlte oder tiefgefrorene Erbsen
  • 200 g Champignons
  • 3 EL Tomatenmark
  • 1 Glas Rotwein
  • 1 Glas Bouillon
  • 1 EL Worcestersauce
  • Salz und Pfeffer, Muskatnuss
  • Thymian
  • 1 kg Kartoffeln
  • 1 Glas Milch
  • 50 g Butter
Zubereitung:
Kartoffeln schälen und im Salzwasser (für einen kräftigeren Geschmack in Bouillon) weich kochen. Wasser abgiessen, ein kleines bisschen Kochwasser lassen, die Kartoffeln mit einem «Masher» zerstossen, würzen mit Pfeffer und Muskatnuss. In einer Pfanne Milch erwärmen, Butter darin schmelzen und mit den zerstossen Kartoffeln vermischen. Öl in einer Bratpfanne erhitzen, das Fleisch anbraten, zur Seite stellen, Zwiebeln, Rüebli und Sellerie hacken, Champignons in grosse Stücke schneiden. Das Gemüse ohne die Pilze glasig braten, dann die Champignons zugeben, bis diese zusammenfallen, Tomatenmark beigeben und alles zusammen 2 bis 3 Minuten dünsten, Fleisch beigeben, würzen, Thymian begeben, mit Wein ablöschen, Bouillon beigeben und die Erbsen und alles eine halbe Stunde oder länger köcheln lassen. Eine Gratinform einbuttern, das Fleisch in der Form verteilen, mit dem Kartoffelstock zudecken, auf dem Kartoffelstock Butterflocken verteilen und Käse darüber reiben, im Ofen bei 200 Grad ca. 40 Minuten backen.
sweet home
CHEESE AND PICKLE SANDWICHES
Zm Schluss noch eine feine englische Sandwichidee, vegetarisch und sehr schmackhaft. Sie brauchen dazu Vollkorntoastbrot, Chutney, welches Sie im Delikatessengeschäft bekommen, und Käse. Englischer Cheddar passt da gut, und dieser ist auch in gut sortierten Käsabateilungen zu finden. Betreichen Sie die Brotscheiben mit ein wenig Butter und Chutney. Geben Sie Käsescheiben darauf und bedecken diese wieder mit einer mit Butter und Chutney bestrichenen Brotscheibe. Die Sandwiches diagonal in Dreiecke schneiden und auf Teller türmen. (Bild über: Yumsugar)

21 Kommentare zu «Bier, Fussball und englischer Pub Food»

  • marie sagt:

    ah, britische küche! was habe ich entgegen allen unkenrufen gut gegessen in grossbritannien. mein favorit: cucumber sandwich, schmeckt am besten mit leicht gesalzener butter und dazu a cider.
    ich warte sehr gerne auf einen blog voll mit british pasties und freue mich darauf. :) danke!

  • Mario M. Montecarlo sagt:

    Man merkt immer wieder:Die Autorin hat ein eindeutiges Prä für Gerichte aus angelsächsischen Ländern.Auch ihre Illustrationsfotos bezieht sie überwiegend von denen.

    • adam gretener sagt:

      Lieber Herr Montecarlo, so what? Robert von lamiacucina ist ja auch nicht Italiener. Trotzdem grossartig.

  • Sonny sagt:

    Liebe Frau Kohler! Jeder neue Sweethome-Blog-Beitrag wird von mir mit Interesse gelesen. Die meisten Ideen und Bilder sind toll! Was mich aber immer wieder stört, dass alles England-lastig ist. Rezept-Vorschläge, die allermeisten Bezugsquellen Ihrer Bilder. Wie man lesen kann, ist ihr Mann Engländer ist. Verständlich, dass seine Kultur in Ihre spielt. Sie schreiben aber für eine schweizer Zeitung. Wo bleiben die vielen feinen Rezepte von Swissmilk, BettyBossi oder Frau Wildeisen? Die Möbelinspirationen von Interio, Mobitare und Pfister (ab und zu bei Ihnen zu finden) z.Bsp.? Und dann gibt es bestimmt noch Hunderte „kleine“ Schweizer Händler, die schöne Möbel und Deko-Sachen anbieten. Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin selber auch keine Schweizerin, aber ich vermisse die Swissness in Ihrem Blog. Trotzdem ganz liebe Grüsse

    • adam gretener sagt:

      Ja, dann erklären Sie das Internet zur national befreiten Zone. Ich habe die Schnauze voll von Schweizerfähnchen, gespielter Swissness und dem tumben Schweizertum. Ja was denn, geschmolzener Käse und gebratene Kartoffeln.

      Danke, aber danke nein.

  • ubwlondon sagt:

    Seit 20 Jahren in England, aber eine Tomate habe ich noch nie zum Ploughman serviert bekommen :-) Ein Apfel muss dazu!

    • adam gretener sagt:

      Ergibt irgendwie Sinn, wie bei uns auf Wanderschaft, Tessinerbrötli, Schoggistängeli- oder Reiheli und einen Apfel.

  • adam gretener sagt:

    Mit Bier kann ich durchaus was anfangen, das Essen hier täte mir also durchaus auch schmecken, nur mit dem Fussball, das wird in diesem Leben nichts mehr. Aber egal. Mich lacht der Ploughmans Lunch an. Ich liebe einfach britischen Käse.

  • Ruedi Widmer sagt:

    Cottage pie, ich möchte ganz klar die Cottage pie, bitte. Der Argentinier kennt die (etwas anders gewürzt) übrigens auch und nennt sie pastel de carne – Fleischkuchen. Schmeckt hervorragend. Heißt allerdings: Backofen in Wallung bringen. Und die Bude hier ist schon ohne Backofen wie Backofen – vielleicht warte ich mit meiner pie besser bis zum Spiel am Sonntag (CH) oder Montag (D), bis hier wieder erträglichere Temperaturen Einzug gehalten haben. Bis dahin gibt’s dann halt Salat mit Palmherzen.

    • Irene feldmann sagt:

      :) lustig….

      • Ruedi Widmer sagt:

        Fleischkuchen oder Schweizspiel oder Schlandspiel?
        Der baldigen pie steht hier jedenfalls bald nichts mehr im Wege, „nur“ noch 24°C inhäusig und draußen regnet’s bei 19° – eine Wohltat nach den sengend heißen Tagen der letzten beiden Wochen.
        Ich habe mich jetzt jedenfalls entschieden, ein ganzes Blech Pie/Fleischkuchen (partitioniert in ein argentinisches und ein englisches Feld) zum „Public Viewing“ mit in den Schöneberger Volkspark zu schleppen. Beim Schland-Spiel.
        Hopp Schland!

    • adam gretener sagt:

      Mir ist gerade aufgefallen, dass der Cottage pie ja nichts anderes als eine Bolognese mit Hut ist.

      • Ruedi Widmer sagt:

        So ungefähr, ja. Und wenn Sie auf den Hut statt Käse/Butterflocken „Semmelbrösel“/Butterflocken tun, brauchen Sie von Letzteren SO VIELE,, dass Sie unter Garantie nie wieder in die Badi müssen. Die Semmelbrösel saugen die Butter nämlich regelrecht auf. Aber: Sie mirakeln in Personalunion mit der Butter eine Kruste auf den Hut, dass Sie vor lauter Verzückung nur noch weinen möchten. Probieren Sie die Füllung auch statt mit dem angegebenem Gemüse mit Mais, roter Paprika und „Frühlingszwiebeln“, samt dem Grünen, alles ungefähr in gleichen Mengen, und als Gewürz, nicht zu geizig, comino = „Kreuzkümmel“ und was Chili dazu und richtig großzügig: Knoblauch. Dazu einen leckeren Roten und schon fühlen Sie sich wie en plena Argentina, mittenmang in Argentinien. Bleibt nur die Frage:
        WOLLEN WIR DAS ALLEN ERNSTES WÄHREND DER WM?
        Hopp Schwyz!
        Aber auch:
        Hopp Tüütschland! (Hier seit der letzten WM nur noch „Schland“ genannt…)

        • adam gretener sagt:

          Lieber Ruedi Widmer, mit Füllungen bin ich maximal-kreativ, bzw, was es gerade da hat oder um die Ecke beim Türcken/Kurden mit seinem tollen Gemüse. Manchmal, wenn nicht so viel in greifbarer Nähe ist, wird sowas wie ein Pie auchmal asiatisch, oder moussakemässig griechisch mit Auberginen und wenig Feta. Evtl. kann man den Hut auch einer Bohnenpfanne à la Bud Spencer überstülpfen.

          Alles muss, nichts darf. Sie verstehen schon.

      • Ruedi Widmer sagt:

        PS: Der Mörsertipp war hervorragend. Ich mörsere jetzt in edlem grauem Granit alles, was nicht bei Drei auf dem Baum sitzt. Auch der Hauspapagei ist begeistert und sitzt während meiner Dauermörserei auf dem Mörserrand und beobachtet eulenblickig, ob ich das Ganze auch richtig mache. Comino gibt’s übrigens auch ungemahlen zum kaufen und schmeckt, wen wundert’s, frisch und selbst und liebevoll per Hand gemörsert noch hundertmal besser als das gemahlene Zeugs…

        • adam gretener sagt:

          Oh, das freut mich. Hatte den Tipp nach bestem Wissen und Gewissen abgegeben, war mir aber zuletzt nicht sicher, ob ich überhaupt richtig liege. Jeder hat ja so seinen Groove. Aber passen Sie auf ihren Papagei auf, sonst stürzt er noch in den Bottich.

    • Stephan Menzi sagt:

      Und die Franzosen kennen das als Hachis Parmentier. Aber egal welche Variante, es ist einfach lecker.

  • Gabriela sagt:

    Zum Glück habe ich schon ein Ticket nach London in der Tasche, sonst müsste ich mich darum jetzt glatt kümmern :-).

    Für ein richtiges Cheese and pickle sandwich gibts den Pickle statt Chutney auch in grösseren Coop-Filialen (Bahnhofbrücke z.B.) bei den ausländischen Spezialitäten.

  • Eleanor sagt:

    Ein noch weniger authentisches Rezept für Sausage Rolls habt ihr wohl nicht gefunden? :) Die Füllung sollte aus Schweinsbratwurst oder ähnlich sein (am besten natürlich eine Art englische Wurst), vllt mit etwas Zwiebeln und Kräutern angereichert. Fertig. Sicher nicht Wienerli!! Wurstweggen (das ähnlichste Gericht hierzulande) ist auch nicht das gleiche wie Wienerli im Teig, oder?

  • lieberlecker sagt:

    Bier ist überhaupt nicht meins, aber für einen Cottage (oder Shepards) Pie kann ich mich schon erwärmen. Dazu bräuchte es allerdings wieder ein bisschen herbstlichere Temperaturen. Aber das eilt noch nicht. Ich will noch ein paar Wochen Sommer geniessen.
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.