Wohnblöcke mit Charakter

Es geht doch, Wohnblöcke müssen nicht zwingend traurig, trostlos und eintönig sein. Die Wozoco-Siedlung, die das Architekurstudio MVRDV in den 90er-Jahren in Amsterdam gebaut hat, beweist, dass es auch anders geht.

Architektur: MVRDV

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Da wächst ganz schön was heraus aus diesen holländischen Wohnblöcken aus den 90er-Jahren. Innovative Architektur macht es möglich, dass Wohnen in der Blocksiedlung ganz schön aufregend, persönlich und individuell ist.
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Leicht, beschwingt, farbig und fröhlich zeigt sich die Wozoco-Siedlung in einem Aussenquartier von Amsterdam. Balkone und ganze Räume wachsen aus einem grossen Wohnkomplex heraus. 
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Geplant waren 100 Wohnungen pro Block, die Architekten wollten aber jedem Bewohner viel Licht und Raum bieten und reduzierten die Zahl auf  87 Wohnungen. Da aber der Kunde auf den 100 Wohnungen bestand, wurden diese ganz einfach angesetzt und verleihen dem Gebäude noch mehr Extravaganz.
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Lange bevor Patchworkarchitektur Mode wurde, haben die holländischen Architekten von MVRDV bereits Stile und Elemente geschickt gemischt – und das für ganz einfachen Vorstadt-Wohnungsbau.
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Im Block wohnen und sich fühlen wie im Einfamilienhaus, das machten die Architekten von MVRDV mit ihrer aussergewöhnlichen und spannenden Architektur möglich.

46 Kommentare zu «Wohnblöcke mit Charakter»

  • S.Meier sagt:

    Wie immer ein Wohnblock aussieht, es ist und bleibt ein Wohnsilo. Ich bin aber keine Termite und kann mir nicht vorstellen so zu wohnen.

  • Jutta maier sagt:

    Es mag ja witzige Architektur sein, aber ich fürchte, das Material wird so schnell ermüden, dass die Familien in ein paar Jahrzehnten schon zwangsevakuiert werden müssen. Da sitz ich doch lieber in meiner 400 Jahre alten Wohnung…

  • Hans Kunz sagt:

    Ich finde dieses Gebäude sensationell. Und besonders in einem dieser angehängten Kuben könnte ich mir gut vorstellen zu wohnen. Allgemein würde ich behaupten, dass Niederländische Architektur viel kreativer mit den Anforderungen des dichten Bauens umgeht. Aber wenn ich die Kommentare hier lese, wird mir klar: die Mentalität der meisten Schweizer lässt dies wohl nicht zu. Schade. Es wäre ein Gewinn.

  • Marco sagt:

    Ich denke, dass dieser Artikel zwei kleinere Unterlassungen hat, welche für das Verständnis/Kritik des Projektes noch wichtig wären:

    1. Das sind Alterswohnungen zum Billigtarif, kein „normaler“ Wohnungsbau nach schweizer Standards. Mehr dazu (auf englisch) im Projektbeschrieb der Architekten: http://www.mvrdv.nl/projects/wozoco/

    2. Die angehängten Blöcke werfen zwar Schatten, aber nur auf die fassadendseitige Erschliessung. Die Wohnungen des Haupttraktes sind allesamt auf die andere Seite hin orientiert. In den Grundrissen des Projektes wäre das schön zu erkennen, siehe: http://www.housingprototypes.org/project?File_No=NL011

  • Albert Fiechter sagt:

    Sieht aus wie nach dem Besuch einer Diebesbande: alle Schubladen aufgerissen. Die Hollaender sind in der Architektur etwas experimentierfreudiger wie wir. Experimente koennen aber auch mal danebengehen.

  • Thomas Ingold sagt:

    Auffallen um jeden Preis; mit Charakter hat dies meiner Meinung nach nichts zu tun. Spass-Architektur halt.

  • Kurt Aegeri sagt:

    Vom Ideenansatz her zwar nicht neu aber interessant. Die Ausführung gefällt mir schlicht nicht. Nur weil etwas „Charakter“ hat, ist es nicht automatisch auch gut.

  • malibe sagt:

    Endlich mal wieder ein originelles Beispiel für innovativen Städtebau. Übrigens sehr oft in den Niederlanden, die wissen offenbar, wie den begrenzten Boden zu nutzen – und mit Mut zur Farbe und und Struktur etwas Fröhlichkeit einzubringen. 1/ „Angst: . Hält offenbar seit fast 20 Jahren. 2/ Schatten: Wenn ich in einem Wohnblock mit auskragenden Balkonen lebe, die schön brav und langweilig übereinander angeordnet sind, so habe ich auf meinem Balkon auch einen Schatten. Selbst bei der auskragendsten Variante betrifft der Schatten nur das Stockwerk darunter – und da auch nur zum Teil. 3/ Energieeffizienz: Darüber lässt sich noch am ehesten diskutieren. Aber wenn ein Einfamilienhaus in der Schweiz gezeigt wird, das auf „Stelzen“ steht, damiit darunter eine Freiluftgarage (ndt. Carport) möglich wird, so wird weniger über Energieineffiziens gejammert. Warum also immer originelle Bauten mit kleinlichen Details abschmettern?

  • Haeni sagt:

    Dieses Architekturbüro wurde doch glatt auch für das GASWERKAREAL Bern ausgewählt (neben 2 weiteren). Wem nützt eine solche Luxusarchitektur wohl am meisten??? Richtig, dem Bauträger Losinger Marazzi. Wichtiger ist dort allerdings eine vernünftige ÖV-Anbindung (ist schlecht) und eine Einschränkung von Parkplätzen und nicht zu letzt eine grosse Quote an genossenschaftlichem, erschwinglichem Wohnraum!!!

  • Peter Rüttel sagt:

    Sind diese Bauten erdbebensicher?

  • „Witz komm raus, du bist umzingelt!“ fällt mir da ein. Und ja, er KOMMT raus… In Form herausgezogener, bewohnbarer Schubladen, die Teil einer kleinen IKEA Kommode sein könnten.
    In einem „Witz“ zuhause zu sein, führt kaum zu Verbundenheit mit seiner Wohnstätte. Ich vermisse hier das Grüne, ohne das eine Siedlung zur Wohnfabrik verkommt. Da gibt es viel humanere Beispiele echt guter Siedlungen, wie z.Bsp. das „Altried“ in Schwammendingen.
    „Wohnsiedlungen habe einen denkbar schlechten Ruf.“ Abgesehen, dass das N fehlt, finde diese ersten Worte übrigens völlig daneben! Sie deuten bloss dezent auf den verachtenswerten Sozialstatus der diesbezüglichen Bewohner hin… Als ob EFH per se einen Deut „besser“ wären. Hier wird ein Vorurteil zementiert, das es so gar (noch) nicht gibt. Oder…?

    • Jutta maier sagt:

      Ikea. Das war auch mein erster Gedanke. Und dass die Architekten Männer sein müssen.

      • Nun ja… Männer bauen aber für Frauen. Und dass diese alles hin nehmen ist ja auch etwas bizarr. Drei Viertel aller Einkäufe wird von Frauen getätigt. Wer also hat die wahre Macht, unsere Produkte zu regulieren…? Genau!

  • Déjà-vu sagt:

    Mir gefällt es ganz gut. Die wohnseitige Fassade ist mit fröhlich farbigen Balkonen ‚bestückt‘ und lässt eine offene Kommunikation mit den Nachbarn zu – ganz dem Wesen vieler Holländer. Die ‚hängenden‘ Elemente sind auf der Zugangsseite, womit das mit dem Schattenwurf nicht weiter dramatisch ist. Isolation ist sicherlich auch in Holland ein Thema und wurde bestimmt berücksichtigt. Insgesamt aber hebt sich diese Siedlung wohltuend von manch ödem Block ab.

    • Adam Gretener sagt:

      Danke Déjà-vu, sehe ich ganz genau so. Ist eben mutiger als den Block aus den 60ern einfach dich zu isolieren und doppelt so teuer zu vermieten wie zuvor.

      • marusca sagt:

        „Den Block aus den 60-er Jahren“. Ha, ha, machen Sie Witze oder sind Sie blind? Kann es tatsächlich sein, dass Sie all die Quartiere, bestückt mit tristgrauen, gesichtslosen, die Landschaft aufs Perfideste verschandelnden Einheitskisten, die landauf landab seit Jahren hingeklotzt werden und mit geringstem Aufwand die Ärsche und Wänste von Immobilienhaien, GU’s und Architekten immer fetter machen noch nie wahrgenommen haben? Da sind die Wohnsiedlungen aus den Sechzigern geradezu ein Augenschmaus dagegen.

        • Adam Gretener sagt:

          Na ja, ich bin in solchen Arbeiterwohnung aufgezogen worden. Können Sie mir noch lang und breit angeblich erklären wollen. Wissen Sie, ich habe beide Baustile von innen erlebt.

          • marusca sagt:

            Ich kann mir nicht vorstellen, dass es heute, in diesen scheusslichen – wenn vielleicht auch vermeintlich komfortableren – Behausungen besser sein soll. Nur weil sie über eine Kochinsel verfügen (in der meist doch nicht wirklich gekocht wird), das Wohnvolumen grösser ist als anno dazumal, über ein billiges weissgekacheltes oder mausgraues Standartbad mit zwei Waschschüsseln verfügt, die aussehen wie Kotzkübel aus einem Lazarett des ersten Weltkriegs und die Bodenbeläge ebenso standartmässig grauschwarz gefliest sind, heisst das noch lange nicht dass man sich einer besseren Wohnqualität erfreuen darf. Und während sich in den Sechzigern ein normaler Arbeiter oder Angestellter eine Wohnung noch leisten konnten, ist dies heute nur noch Besserverdienenden möglich.

  • Heidi Arn sagt:

    Mir gefällt weder das Erscheinungsbild noch die Vorstellung darin zu wohnen, doch es ist immer wieder spannend verschiedene Lösungen anzuschauen.

  • Filo Sof sagt:

    Meine Güte – ich könnte da nicht wohnen. Hab immer die Meldungen von abgerissenen und in die Tiefe sausenden Balkonen im Hinterkopf. Und hier baut man ganze Balkon-Wohneinheiten. Ein ungutes Gefühl: hält das? Und die darunter liegenden Wohnungen fristen ein Schattendasein. Aber zum Anschauen ist diese aussergewähnliche Architektur interessant.

  • Monisa sagt:

    Sehr lebendig. Gerne hätte ich gewusst, wie ’s innen aussieht. Schade, dass keine Fotos vom Innern der Wohnungen gezeigt werden.

    • spoter sagt:

      @ Monisa. Krichen Sie in eine Holzkiste mit Löcher und Sie machen die Erfahrung

      • Roger sagt:

        @spoter, haben Sie die Wohnungen gesehen? Glaube nicht. Also lassen Sie die blöden Komentare.
        Warscheinlich sind die Wohnungen schöner als die Blöcke aus den 60er

  • marusca sagt:

    Da fühlen sich sicher alle wohl in diesen überhängenden Kisten.

    • spoter sagt:

      @marusca Sich wohlfühlen oder nichtist nicht die Frage Man muss wohnen ob man will oder nicht

      • marusca sagt:

        Alles verstanden Mr. spoter. Trotzdem: dass das Wohnen nirgends mehr möglich sein soll ausser in einem solchen Karnickelverschlag ist schwer zu glauben.

  • Walter Bossert sagt:

    Ein Energietechnischer Blödsinn, im Winter grosse Abkühlflächen , im Sommer das Gegenteil. Originell?Im Legoalter erlernt!

    • Adam Gretener sagt:

      Guten Morgen. Kommt immer auf die lokalen Wetterbedingungen an. Die Niederlanden haben weder im Sommer noch im Winter extreme Temperaturen. Da muss man nicht alles rauskitzeln.

      • ferdi sagt:

        und wieso gefrieren die Grachten? Energieaufwand wird fast verdoppelt. Egal wie kalt es wird, Faktor 2 bleibt Faktor 2.
        Alle REDEN immer von Energiesparen…

        • spoter sagt:

          Hallo ferdi Geredet und getan ist immer 2erlei. Ich kann mir auch nicht vorstellen,dass es am Boden warm ist. Weil 50%
          der Wärme nach unten versickert

      • Tom Meier sagt:

        @Adam Gretener: Im Winter ist es sehr kalt in den Niederlanden. Heizen ist ein Problem bei solchen Gebäuden.

      • Peter sagt:

        Die Niederländer haben vor allem unglaublich günstige Gaspreise so dass im Winter munter geheizt wird.
        Dessen ungeachtet: Schön ist das ja alles auch nicht…

    • Nathalie sagt:

      Das ist gerade mal 1 (Ein) Gebäude. Kann man das nicht als witzig ansehen, etwas weniger ernst sein und etwas mehr Akzeptanz zeigen? Dies stellt kein Prototyp dar der Millionenfach wiederholt werden soll. Ein Gebäude ist auf den Ort, dessen Nutzung und Bewohner abgestimmt. Die Holländer sind zum Glück ein bisschen offener für neue Ansichten. .-)

      • C.H. Wolf sagt:

        Korrekt. Wer häufiger mal aus Ballenberg rauskommt ist unter Umständen die grössere Experimentierfreudigkeit vor allem der Nordländer aufgefallen. Und ja, experimentieren heisst auch Wagnisse eingehen, Fehler begehen. Aber müssen die Schweizer wirklich alle in diesen Copy-Paste-Häusern wohnen, oder wenn sie mehr Geld haben dem „J.R. Ewing meets Christoph Blocher“ Landhausstil frönen? Grässlich.

      • Tobias Lienhard sagt:

        ja, Nathalie, finde ich auch.

        • Jutta maier sagt:

          Sicher ist das Gebäude witzig. Aber dafür Millionen an Euros zu investieren, ist ein Witz, den man sich sparen kann. Man muss ja nicht alles mögen, nur weil es modern ist. Mir zum Beispiel gefällt viel Grünes und runde Formen; ich würde sehr gerne in einem Hundertwasserhaus leben. Das vorgestellte Gebäude hat nichts davon, also spricht es mich auch nicht an, und der Grössenwahn dieser Architekten wird dazu führen, dass diese Wohnsiedlung in vermutlich 50 Jahren wegen Materialermüdung schon wieder abgerissen werden muss. Das ist der Witz, über den ich nicht lachen kann.

    • cosh sagt:

      Ihr seit doch immer verklemmt ich finde es schön. Ich bin oft in Holland die haben wenigstens interessante bauten wo man bischen abgupfern kann. Und nicht das was wir hier haben alles seht gleich aus und so richtig verklemmt und man möchte nie was neues versuchen.

      Und dan komt ihr so möchte gern ökos wo wider ans verbrauch denkt.

      Seit mal offen für neus.

      • Jutta maier sagt:

        Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Über Orthografie schon. Leisten Sie sich doch bitte erst mal einen Duden, ehe Sie das nächste mal nach Holland reisen.

        • hans greveling sagt:

          Und Sie Frau Jutta Maier. Bleiben Sie ruhig in Ihr 400 Jahren altes Haus sitzen dann wird Ihnen niks passieren! Aber lassen Sie die anderen denn auch machen was Sie machen möchten. A propos; ich bin Niederländer und lebe in der Schweiz. Deswegen ist mein Schriftdeutsch nicht 100 %.

        • Adam Gretener sagt:

          Jutta Meier: In NL wird ein Duden aber nicht viel nützen.

  • Irene feldmann sagt:

    Als Büros absolut vorstellbar, als Wohnungen?? Nie und nimmer…..

    • Apropos Büro, diese Wohnblöcke erinnern mich irgendwie an Büroschränke mit ausgefahrenen Schubladen.
      Fehlen nur noch die Hängeregister.
      Nicht nach meinem Geschmack – Scheusslich !

  • Adam Gretener sagt:

    Sieht witzig aus und unkonventionell. Aber ob ich mich hängend über 40 Meter wohl fühlen würde ist eine ganz andere Frage. Was mir aber gut gefällt ist, dass der Boden unter der Wohnfläche nicht verloren ist, sondern genutzt werden kann.

  • Lina More sagt:

    Die Bauten mögen leicht und originell wirken, aber diese „schwebenden“ Vorbauten werfen doch unnötig viel Schatten auf die anderen Gebäudeteile und Fenster.

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