Kauflust 1: Schweizer Design vom Besten

Diese Woche erhellen wieder Lämpchen und Weihnachtslichter die Stadt, und die grosse Einkaufsparty beginnt. Es gibt aber noch ganz andere Shoppingkonzepte, jenseits von grossen Werbekampagnen und superteuren Ladenmieten, einige davon stellt Sweet Home heute und morgen hier auf dem Blog vor. Den Anfang machen der Salon Privé der renommiertesten Schweizer Modedesignerin Dorothée Vogel und der kleine, feine Pop-up-Shop des jungen Schweizer Designlabels Atelier Pfister.

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SALON PRIVÉ – MODE GANZ PRIVAT: 
Das Modegeschäft, das wohl weiblichste aller Metiers, wird schon sehr lange von Männern und grossen Luxusgüterindustrien beherrscht. Sie bestimmen und lenken das Shoppingverhalten, das Aussehen und die Kleidergrössen der Frauen. Für grosse Modedesignerinnen und Couturefrauen, die – wie einst Coco Chanel, Jeanne Lanvin oder Elsa Schiaparelli – wissen, in welchen Kleidern wir wirklich am schönsten aussehen, ist in diesem überdrehten, lauten Modezirkus wenig Platz. Genau weil Mode zum rasanten, lauten Männerbusiness geworden – und echte Mode für Frauen eigentlich eine sehr private Angelegenheit ist, kam Dorothée Vogel auf die Idee, ihre Kollektionen in einem privaten, relaxten Rahmen zu verkaufen. So ist der Salon Privé entstanden.
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Dorothée Vogel ist ganz klar die bedeutendste Modeschöpferin der Schweiz. Sie entwirft Kleider, in denen wir unabhängig von Kleidergrösse und Alter einfach elegant, attraktiv und modisch wirken. So entsteht jährlich eine raffinierte, flexible Kollektion, die scheint, als wäre sie jeder einzelnen Frau genau auf den Körper geschnitten. Es sind Kleider, die nicht nur an schönen, jungen Models toll aussehen, sondern allen Frauen Eleganz und modisches Flair verleihen. Die Kollektion, hochprofessionell entworfen und konzipiert, besticht mit einer Schnittkunst, die nur ganz wenige Designer wirklich beherrschen. Dorothée Vogel kombiniert sie mit wunderschönen, aussergewöhnlichen, aber alltagstauglichen Stoffen und sehr viel Liebe zum Detail. Anders als bei den Kollektionen vom Laufsteg kann man jedes einzelne Stück in der Farbe wählen, die man möchte.
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Dorothée Vogels privater Salon, der noch bis zum 20. Dezember geöffnet ist, erinnert an einen Ballettsaal. Schon von aussen sieht man durch die Fenster die frischen, hellen, pastellfarbenen Kleider in Reih und Glied hängen und denkt an Ballerinas, die ihre Übungen an der Stange machen. Die Architektur aus den 30er-Jahren (von Alfred und Emil Roth und Marcel Breuer) vermittelt genau das richtige Ambiente für die klar konzipierte, künstlerisch anspruchsvolle, aber sehr funktionale Kollektion. Der Salon ist mit grossen Spiegeln versehen, und rundherum stehen die behangenen Kleiderständer – ganz wie im Ballett eben, bereit für die grosse Probe.
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Mit grossem Talent, Perfektion, Handwerkskunst und künstlerischem Know-how kreiert Dorothée Vogel ihre Kollektionen. Sie schafft den Spagat zwischen Modetrend, Eleganz und Alltagstauglichkeit perfekt. In ihren Kleidern ist man ganz einfach immer gut angezogen, fühlt sich wohl, attraktiv und modisch kompetent. Die Kleider halten auch dem ständigen Wechsel der flatterhaften Trends und der Schnelligkeit des Lebens statt. Die einzelnen Stücke sind gute Investitionen. Ich persönlich habe Jupes, Jacken und Mäntel im Schrank, die schon seit Jahren zu meinen absoluten, viel getragenen Lieblingsstücken gehören.
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Die Farbpalette der neusten Kollektion geht von einem Kreideweiss über Puderrosa zu milchigem Blau und frischem Salbei und Camel, Marine und Schwarz. Wir dürfen also in den rosa Mantel steigen, eine Pirouette vor dem grossen Spiegel drehen und ihn dann trotzdem in Schwarz bestellen!
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Bei Dorothée Vogel erzählen die Stoffe auch immer Geschichten: dieses Mal vom glitzernden Wasser zwischen den Pinienbäumen auf Capri, von vielversprechender Morgenröte und von zarten Netzen, in denen sich Stimmungen auffangen lassen.
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Dorothée Vogel, wie bekommt man Zutritt in Ihren Salon?

Man meldet sich ganz einfach über meine Website für einen Newsletter an und wird so regelmässig informiert, wenn ein Salon eröffnet. Dann kann man sich auf der Website oder telefonisch anmelden, aber man darf natürlich auch spontan vorbeikommen.

Die Kleider kann man ja nicht gerade ab der Stange mitnehmen, wie genau funktioniert Ihr persönliches Verkaufssystem?

Die Kundin kann sich bei mir wie die Einkäuferin einer Boutique fühlen, sie bekommt die ganze Kollektion präsentiert, liest sich die Lieblingsstücke aus, und wenn diese gerade in der passenden Grösse und Farbe da sind, kann sie sie gleich mitnehmen, sonst werden sie produziert. Da die gesamte Kollektion ausschliesslich in der Schweiz produziert wird, bin ich sehr flexibel und kann das gewünschte Modell innerhalb von 10 Tagen ausliefern. Zudem ist es möglich, ein bestimmtes Stück auf den Körper anzupassen und kleine Änderungen vorzunehmen.

Worin liegt die Stärke in der aktuellen Kollektion?

Es ist eine sehr runde Kollektion mit vielen starken Einzelteilen. Eine meine Stärken sind Jacken und Mäntel, davon sind ganz neue Modelle zu finden. Auch stark sind die Graphic-Ethnoprints, für einen coolen Pyjama-Look im Sommer, den man gewiss nicht an jeder Ecke antreffen wird.

Was inspirierte Sie zu dieser Kollektion?

Sie ist eine Weiterführung der vergangenen Kollektion «New Shapes 2013», und ich habe mich in abstrakte, interessante Druckdessins vertieft.
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In der Modewelt, vom Laufsteg bis zu den Riesenketten, setzt man auf sogenannte It-Stücke. Das sind Kleider, Schuhe, oder Taschen, die überall propagiert, in allen Zeitschriften abgebildet, und mit viel Werbung begehrenswert gemacht werden – aber am Schluss nur wenigen zugänglich sind. Man muss die Teile vorbestellen, zu den angesagten Fashionistas dieser Welt gehören, oder – wie zum Beispiel bei den Designerkollektionen von H&M – früh aufstehen. So wird zwar der schnelle Konsum angetrieben, aber die Freude und der Genuss an schönen Kleidern geht dahin. Modekonzepte wie Dorothée Vogels Salon Privé sind Gegenrezepte, eine Art Slow Food für die Mode.
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Natürlich gehört zu einem privaten Modesalon auch eine entsprechende Umkleidekabine. Dorothée Vogel hat ein kleines Zimmer dafür mit einem Sofa, einem Ablagehocker und einigen Paaren von tollen Schuhen ausstaffiert.
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Im Entree wird man von frischen Rosen vom Markt und Diptyques Duft der Feigenbäume empfangen.
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Der weiche Lederjupe ist kreisförmig auf die neue Länge geschnitten, dazu passt eine schlichte, kragenlose Jacke.
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Passend zu Jupes, Hosen, Jacken und Mänteln gibt es im Salon Privé auch noch eine kleine, feine Kaschmirkollektion mit Pullovern, Cardigans, Twinsets und Schals.
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 Die Eröffnung ihres Salons hat Dorothée Vogel in der Galerie Christophe Guyer gefeiert. Die Kleider konnte man an riesengrossen Modefotos, an echten Models und an der Stange begutachten.
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Sweet Homes persönliches Lieblingsoutfit dieser Saison – gleich doppelt!
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Die Kollektion ist vielseitig, ein Mischung aus Tradition und Vorwärtsgehen. So kann man zum Beispiel diese gross geschnittene Jacke zu Shorts, Hosen, Jeans oder knielangen Cloquéröcken tragen.
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Dorothée Vogel, was sind Ihre persönlichen Lieblingsstücke dieser Kollektion?

Die Kollektion ist eine Sammlung von persönlichen Lieblingsteilen.

Welche Weihnachtsgeschenke bekommen Sie gerne?

Ich freue mich vor allem auf den Tannennadelduft, ein eiskaltes Glas prickelnden Champagner, den winterlichen Sternenhimmel und auf «Jingle Bells», gesungen von Dean Martin!

Was verschenken Sie am liebsten zu Weihnachten?

Ab und zu habe ich bereits das Jahr hindurch Blitzideen und kaufe dann das bestimmte Geschenk sofort. Ich verschenke auch gerne inspirierende Bücher, da finde ich jeweils ganz verschiedene, ganz individuell, je nach Persönlichkeit des Empfängers. Bei der Verpackung gebe ich dann alles! Oft bastle ich riesige Papiersäcke aus meinem weissen Schnittmusterpapier, ganz wie Obsttüten, mit dem typisch gefalteten Boden. Diese Tüten bemale ich, und am Schluss bekommen alle grosse Schleifen aus Reststoffen oder meterlange Zapfenlocken aus Weihnachtsbändeli.
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DER KLEINE, FEINE POP-UP-SHOP: 
Schweizer Möbeldesign hat internationales Renommee. Einer der weltbekanntesten Designer ist der Schweizer Alfredo Häberli, der als Kurator die einzigartige Schweizer Designline Atelier Pfister betreut. Die Kollektion, sonst nur in den Möbelhäusern von Pfister zu sehen, zeigt sich für kurze Zeit an bester Zürcher Adresse, in einem, kleinen, feinen Pop-up-Shop an der Rämistrasse. Das ist das erste Mal, dass das Atelier Pfister losgelöst vom Haupthaus einen Auftritt bekommt.
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Für das Design des Pop-up-Shops ist das Studio Achermann, das beste Grafikatelier der Schweiz und eines der renommiertesten weltweit, verantwortlich. Die Räume wurden schneeweiss gestrichen. Podien helfen als Bühne für die Möbel und die Wände, ganz wie in einem echten Atelier, sind vollgeklebt mit Entwurfs- und Produktillustrationen.
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Das grosse Möbelhaus Pfister bietet die tolle Möglichkeit für Schweizer Designer, neues, exklusives, alltagstaugliches Schweizer Design zu produzieren und dieses einem grösseren Publikum zugänglich zu machen. Atelier Pfister ist mittlerweile auch international zum Geheimtipp geworden. Möbel und Accessoires tauchen in Trendmagazinen und als Props in Werbekampagnen auf. Erhältlich bleiben die Designstücke aber vorläufig weiterhin nur in der Schweiz, exklusiv in den vielen Pfister-Filialen. Der Schritt zum Pop-up-Shop in diesem kleinen, feinen Ladenlokal ist eine einmalige Möglichkeit, die Kollektion losgelöst, in einer anderen Umgebung einem neuen Publikum zu präsentieren. Der Shop bleibt bis zu Weihnachten offen. Der Tisch «Meilen» von Stauffacher Benz ist eines der erfolgreichsten Stücke aus der Kollektion, über ihm hängen die Lavin-Leuchten von Jürg Bohner, brandneu in Weiss.
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Im oberen Bereich des kleinen Geschäftes ist eine schöne Betondecke sichtbar, die gemütliche Ecke ist mit dem Sofa Riom und den Kissen von Claudia Caviezel eingerichtet.
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Bekannte Schweizer Designer sowie auch Newcomer bekommen mit Atelier Pfister die Möglichkeit ihre Designideen kommerziell umzusetzen und werden dabei sowohl vom Stardesigner Alfredo Häberli wie auch von Möbelprofis bei Pfister begleitet, vom Entwurf bis zur Produktion.
Hier erscheinen ihre Namen, als superschickes «Graffito» über und im Lavabo des supercoolen Pop-up-Shops.

Morgen stellt Sweet Home die Verleger von Edition Populaire und die Blogger von Mooris vor.

3 Kommentare zu «Kauflust 1: Schweizer Design vom Besten»

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