Grosse Ideen mit kleinem Budget

Es gibt sie, die ganz normalen Wohnungen und Häuser, die mit kleinem Budget, grossen Ideen und viel Eigeninitiative zu kleinen Wohnwundern werden. Simone Weibel wohnt mit ihrer Familie in einem solchen Haus. Es ist klein und unscheinbar und steht mitten in einem Zürcher Wohnquartier. Hinter der Haustüre aber tritt man in eine sehr persönliche, mit viel Liebe zum Detail eingerichtete Familienwohnung, in der man sich eher wie in Paris oder London fühlt. Es ist eine erfrischende, urbane Mischung von Mustern und Farben, Gefundenem, Geerbtem und Selbstgestaltetem.

 Fotos: Rita Palanikumar

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Die gelernte Modedesignerin Simone Weibel hat Wohnberatung und Einrichten zu ihrem Beruf gemacht. Sie bietet mit ihrer Firma Zuckerwerk Maison genau das an, was viele suchen, nämlich praktische, einfach umsetzbare Wohnideen. Sie hilft ganz normale Dreizimmer-Mietwohnungen so einzurichten, dass man dort auch bei Platzmangel und Kinderzuwachs gerne wohnen bleibt, was gerade in Zeiten von Wohnungsknappheit ein grosses Bedürfnis ist. Simone Weibel berät bei grossen und kleinen Wohnproblemen, bietet Farb- und Einkaufsberatung an, richtet aber auch ganze Wohnungen und Häuser ein. Die Mutter von zwei Kindern weiss, was es braucht, um auch bei beschränktem Raum, Platz zu schaffen. Das hat sie auch in ihrem eigenen Haus umgesetzt.

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Die Familie hatte das Glück, dass sie das Haus, in dem sie zur Miete wohnte, kaufen konnte. Das Reihenhaus ist schmal und hoch und hat einen klassischen Hinterhof, einen Garten also, der sich abgeschlossen hinter dem Haus befindet. Da waren einige Wohn-Knacknüsse zu lösen, die Simone Weibel und ihr Mann Adrian, ein Landschaftsarchitekt, mit viel Elan angingen. Sie brachen Mauern durch, rissen Spannteppiche raus und befreiten schöne, alte Holzböden.Im Erdgeschoss, das sich zum Garten öffnet, entstand ein Wohn-Ess-Raum mit einer offenen Küche. Hier ist ein altes, riesiges Sofa das zentrale Möbelstück. Simone Weibel hat es mit allerlei Kissen, Matratzen und Rollen zum gemütlichen Kuschelparadies gestaltet. Für noch mehr Wohnlichkeit sorgen alte Bilder, ein antikes Chinamöbel und kleine Beistellsessel.

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Genauso wichtig wie das grosse Sofa ist der lange, alte Holztisch mit den antiken Stühlen drumherum. Ganz nach dem Motto «schön und praktisch» hat Simone Weibel Früchte und Blumenvase in einem Silbertablett arrangiert. So stehen nicht verschiedene Dinge auf dem Tisch, sondern alles in einem. Das sieht nicht nur toll aus, sondern kann auch einfach umplatziert werden.

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Der Kachelofen, der zum Haus gehört, wird immer noch eingesetzt und strahlt nicht nur Wärme, sondern auch viel Wohnlichkeit und Authentizität aus. Die Küche ist schlicht, praktisch und hell und verbindet stilmässig die alte Architektur mit der neuen urbanen Einrichtung.

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Eine praktische, grosse Arbeitsfläche aus Holz zieht sich durch die ganze Küche und dient auch schon mal als Bank für den Sohn. Die Wandflächen wurden mit Extraregalen versehen, so entstand mehr Staufläche und Platz für Schönes.

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Mitten im Fotoshooting gibt es eine kleine Kaffeepause mit Schwarzwäldertorte. Das wurde natürlich gleich mitfotografiert. Simone und ihre Tochter erklären, dass die Torte ausnahmsweise gekauft ist, sonst aber immer selbstgebacken wird. Sie macht sich auf jeden Fall gut auf dem hübschen Tortenständer. Das pastellfarbene Geschirr und die Tortenplatte sind aus Simones Wohnboutique Zuckerwerk. Das Geschäft Zuckerwerk, in dem sie Wohnaccessoires, Stoffe und Wohntextilien, kleine Möbel, Partyartikel und Spielsachen anbietet, ist eigentlich als Webshop entstanden. Das jetzige Ladenlokal brauchte Simone Weibel als Lager und für einen Nähkurs. Da aber immer mehr Leute vorbeikamen und die hübschen Dinge kaufen wollten, ist daraus der Laden Zuckerwerk entstanden.

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Ihr Mann, ein Landschaftsarchitekt, war zuerst nicht besonders begeistert von dem geschlossenen Garten, der sich wie bei den klassischen, englischen Reihenhäusern hinter dem Haus befindet. Aber bald sah auch er den Vorteil eines solchen Stadtgartens. Er bietet nämlich viel Privatsphäre und einen sicheren Spielplatz für die Kinder. Selbstverständlich hat er ihn in ein kleines, stilvolles, urbanes Gartenparadies verwandelt. Die Pflastersteine wirken wie in einem Altstadtgarten, geben wenig Arbeit und vermeiden allzu viel Schmutz beim Rein- und Rausgehen. Pflanzen und Blumen wachsen in abgegrenzten Bereichen und Töpfen und überall sind gemütliche Sitzplätze und Spielmöglichkeiten geschaffen worden.

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Hier sieht man das hohe, schmale Reihenhaus vom Garten aus. Die Gartenetage führt in die Küche und in den Wohnraum, im ersten Stock befinden sich Arbeits- und Kinderzimmer und zuoberst das Elternschlafzimmer. Bild rechts: Die abgrenzende Mauer im Garten wurde dekorativ mit schwarz-weissen Streifen bemalt.

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Gartenwände sind auch eine Art Wohnwand. So wurde die Mauer wohnlich mit Bildern behängt. Davor wirkt die farbige Rutschbahn noch fröhlicher.

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Im ersten Stock befindet sich Simone Weibels Atelier und das Arbeitszimmer der Familie. «Dieses wird nun richtig eingerichtet», erklärt die Interiordesignerin. Aber wir fotografieren trotzdem, denn wir finden die Details charmant und die Tatsache, dass eine Wohnung im steten Wandel ist, auch. Denn nur Showräume sind immer fixfertig und perfekt eingerichtet, und darin will ja niemand wohnen.

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Vor der zarthellblau gestrichenen Wand, stehen der Nähtisch und ein kleines, hellblaues Rollmöbel mit den Nähutensilien.

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Dieser Raum wird bald das Zimmer der Tochter. «Das Zimmer ist noch nicht ganz fertig, da fehlen noch Leisten, welche die Tapete von dem gestrichenen Wandteil abgrenzen, und die Lampenschirmchen», erklärt Simone. Die Mischung von dem grossen, alten Holzbett, den fröhlichen Kissen und der schwarzweissen Designers-Guild-Tapete ist aber sehr gelungen und vermittelt Fröhlichkeit und  Wohnlichkeit.

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Das Kinderzimmer hat einen neuen Look bekommen. Es passte sich dem Alter der Kinder an und wurde ein wenig «erwachsener». Nun ist es ganz in sanftem Hellgrün gestrichen. Zuvor war die Decke weiss und das Bett leichter und bunter.

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Das Einbaubett bietet nun zwei Schlafplätze. Vorher war unten ein Spieltisch installiert. Hübsche Details sind die Lampenschirmchen am Kronleuchter und weisse Holzmöbel, die im Hellgrün des Raumes frisch und freundlich wirken.

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Simone und ihre Kinder müssen stillhalten für das Sweet-Home-Familienfoto. Adrian, der Familienvater, ist zum Zeitpunkt des Fotoshootings bei der Arbeit.

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Das Kätzchen Minou hält auf jeden Fall ruhig, denn es findet es supergemütlich auf dem grossen Kissen im Kinderzimmer.

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Im zweiten Stockwerk, auf der gleichen Etage wie das Kinderzimmer, befinden sich auch ein Ankleideraum und das Badezimmer. Prunkstück des Ankleideraums ist die schwarz lackierte, antike Kommode.

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Im Ankleideraum bietet ein praktischer, grosser Schrank Platz für die Kleider. Auf einer dekorativen Kleiderstange hängen Simones schönste Stücke.

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Überall im Haus sind liebevolle Details zu entdecken. Sogar das Sicherungsschränkchen wurde von Simone veredelt.

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Bild links: Hier wird der enge Treppenaufgang zum Elternschlafzimmer im Dachgeschoss ersichtlich, der zwischen Bad und Kinderzimmer hinaufführt. Bild rechts: Eine Superidee: Über dem Lavabo, wo sonst Spiegelschränke oder einfache Spiegel montiert sind, hat Simone Weibel einen marokkanischen Spiegel platziert. Dieser verleiht dem Familienbad ein wenig orientalische Hammam-Stimmung.

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Das kleine, steile Treppchen führt hinauf ins Schlafzimmer der Eltern. Dieses ist weiss gestrichen und strahlt hell und freundlich.

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Der Raum wurde ziemlich leer gelassen. Um den Treppenaufgang herum wurde eine Gitterbrüstung installiert. Durch die Dachschräge sind praktische Stauräume und Schränke entstanden.

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Das wunderschöne alte Bett hat Simone Weibel von ihren Eltern geerbt. Das antike Holzbett wirkt im weissen, hellen Raum sehr stilvoll. Die Interiordesignerin spielt gerne mit dem Kontrast von verschiedenen Stilelementen. So hängt über dem Bett auch kokett ein Kitschbild aus dem vergangenen Jahrhundert, dafür sind die Nachttischchen wiederum modern.

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Die Heizkörper sind geschickt verdeckt und die Aussicht aus dem Dachfenster zeigt die ganze Stadt.

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Hier wird nochmals der wunderschöne Kontrast zwischen dem gemütlichen, alten Holzbett und dem hellen, frischen Raum ersichtlich. Der Boden ist in einem leichten, hellen Grauton gestrichen, so entsteht mehr Tiefenwirkung, gleichzeitig wird das strahlende Weiss der Wände etwas beruhigt.

Simone Weibels Websites: Zuckerwerk Maison Zuckerwerk-Laden

 

24 Kommentare zu «Grosse Ideen mit kleinem Budget»

  • Jasmin Walder sagt:

    Sehr sehr schöne Ideen.
    Ich persönlich würde jedoch die antiken Möbel mit modernen Bildern mixen. Dann wirkt es nicht ganz so verstaubt.
    Sonst aber absolut TOP. Chapeau.

  • Ina Müller sagt:

    Liebe Simone Weibel, wunderschöne Einrichtung und Ideen! Ich möchte unbedingt auch so einen schönen Sicherungskasten! Finde ich den bei Ihnen im Laden? Ich fand keinen im Webshop!
    Herzliche Grüsse,

    Ina

  • Veronica sagt:

    Sehr schön eingerichtet. Die Wandfarben sind gut fotografiert worden und zeigen ihren Effekte.
    Wirklich klein ist dieses Haus nicht, mit 4 Wohnlagen, aber die gezeigte Treppe ist wirklich schmal.

    Frage über den Pflastersteine im Garten: bringt dass nicht viel Arbeit wegen den vielen Unkrautrisse und Algenanschlag, was Schlüpfrigkeitsbekämpfung verlangt?

    • weibel sagt:

      liebe veronika,
      die steine wurden 3 wochen lang von meinem mann eigenhändig eingehauen. das „unkraut“ lassen wir weitgehend bestehen, weil es aus unserer sicht zum charm beiträgt. rutschig ist der boden gar nicht.
      grüsse simone

  • nicolezh sagt:

    Ihr Schlafzimmer ist ein Traum, vielen Dank für die inspirierende Reportage!

  • Adam Gretener sagt:

    Was mir noch gerade auffiel, weil mir das alles so gefallen hat. Der Junior durfte seine Wunschfrisur für das Shooting umsetzen. Tolle Mama, auch wenn sie es wohl als zu kurz ansah, mutmasslich natürlich.

  • Gitti sagt:

    wunderschön!!

  • Adam Gretener sagt:

    http://dl.dropbox.com/u/7325352/IMAG0015.jpg

    Bild ist eher bescheiden, ich weiss. Holzgriffe inbegriffen, Wurzelstock exkl, auf Wunsch.

  • julia sagt:

    Adam, Deine Drahtkörbe würden mich auch interessieren. Hast Du ein Bild ? Würdest Du 2-3 Stk. verkaufen ?

    Die Wohnung ist zucker. Zum wohlfühlen.

  • kk sagt:

    trés sympa!

  • Chris sagt:

    So spannend, das gleiche Kitschbild im Schlafzimmer „der Hochzeitstraum“, habe ich von meinen Grosseltern aus der ehem. DDR geerbt, das hing dort auch über deren Bett…

  • Melanie sagt:

    Toll Simone! Ich hoffe es lassen sich viele Leute inspirieren :-)

  • Moritz Berger sagt:

    eine Frage am Rande, wenn die Heizkörper so “ geschickt “ verdeckt sind… wo kann da noch Wärme herauskommen?

  • lisa sagt:

    like :)

  • Rima sagt:

    oh, ich finde diese einrichtung auch total toll! es hat schöne ideen. z.b. die bezeichnung des elektr.kastens. gehe grad mal noch auf die www. s.w.!

  • maya sagt:

    …. eine wundervolles haus und wunderschön umgesetzt!

  • Jesse James sagt:

    Sehr schöne, stylische Wohnung, gefällt mir sehr gut. War gerade auf der Website von Simone Weibel. Bin erstaunt über die sehr moderaten Preise, toll!

    • Adam Gretener sagt:

      Zu den Preisen kann ich nichts sagen. Aber der Treppenaufgang zum Elternschlafzimmer mit der Semi-Glastüre, da würde ich manchmal gerne ein Vermögen dafür ausgeben. Je länger ich mir die Bilder anschaue, desto mehr gefallen sie mir. Kleine, unaufdringliche Details, einfache Dinge mit liebe aufgepimpt. Besonders neidisch bin ich auf die Rutschbahn und den Kachelofen. Dafür hätte ich noch Drahkörbe aus den 30ern abzugeben, habe zu viele davon. Würde wunderbar in den Garten passen, für das Unkraut.

  • maja sagt:

    ach jetzt habe ich fast das Sweethome nicht mehr gefunden, dachte schon es wäre gestrichen worden. Wäre schade gewesen.

  • Adam Gretener sagt:

    Gefällt mir gut. Nicht so überladen und verspielt wie ich es von einer oder einem Interieurdesigner erwartet hätte. Sehr schön.

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