Grosse und kleine Festessen

Was kochen Sie an Weihnachten? Bei uns geht ohne Truthahn nichts, und am Heiligabend gibt es traditionell jedes Jahr Pastetli. Jede Familie hat ihre eigenen Traditionen und Lieblingsgerichte. Die Weihnachtszeit ist vor allem auch eine Zeit des Geniessens und zum Feiern gehört gutes Essen. Wer noch nicht genau weiss, was er zu Weihnachten kochen möchte und nach neuen, anderen Ideen sucht, findet hier Rezepte für aufwändigere oder schnelle Festtagsmenus.
jaonandshawnda

Klassiker mit exotischem Twist: Truthahn mit Orangen und Zimt 

Truthahn mit noch mehr Weihnachtsgeschmack ist dieses Jahr stark im Trend. (Bild über:Jason and Shawnda)

Zutaten für 4-6 Personen
  • 1 Truthahn, ca. 6 kg
  • ca. 750 g – 1 kg Füllung (siehe Rezept Füllung)
  • 200 g Butter
  • die Rinde von 1 Orange
  • die Rinde von 1 Mandaraine
  • 100 g gehackte, gedörrte Preiselbeeren
  • Thymian
  • Zimt, Salz und Pfeffer
Zubereitung:

Mixen Sie die Butter mit der geraffelten Rinde, den Preiselbeeren, dem Thymian, Salz, Pfeffer und Zimt in einer Küchenmaschine. Halbieren Sie die Butter, lösen Sie die Haut mit den Fingern und streichen Sie die Butter unter die Haut. Ein Viertel der Butter streichen Sie auf die Haut, den Rest stecken Sie in die Füllung. Stopfen Sie den Truthahn mit der Füllung und nähen Sie die Öffnung zusammen. Streichen Sie den Truthahn grosszügig mit Butter ein und schieben Sie ihn in einer Pfanne auf einen Rost im auf 220 Grad vorgeheizten Backofen. Reduzieren Sie die Hitze auf 160 Grad. Nach den ersten 20 Minuten bestreichen Sie den Truthahn regelmässig alle 15 Minuten mit Butter. Bedecken Sie ihn mit einer Alufolie. Braten Sie den Truthahn ca. 15-20 Minuten per 450 Gramm. Die letzten 30 Minuten backen Sie den Vogel ohne Alufolie.

Zutaten Füllung:
  • 2 Schalotten
  • 500 g Wurstfleisch von Bratwürsten oder Salsiccia
  • 500 g Marroni, gefroren,
  • die Rinde von 1 Orange und 1 Mandarine
  • das Fruchtfleisch der Orange und Mandarine, filetiert
  • 100 g Cranerries
  • frische Kräuter wie Estragon, Petersilie, Schnittlauch, Thymian
  • 50 g, in Bouillon aufgeweichtes Brot
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer und Zimt

Zubereitung der Füllung:

Schmelzen Sie die Butter in einer Pfanne und kochen Sie die Marroni mit der Butter und 1 Esslöffel Zitronensaft. Abkühlen lassen. Die Schalotte rüsten und in der Küchenmaschine grob zerhacken, die Marroni und die Cranberries beigeben und nochmals ein wenig zerkleinern. Die Kräuter hacken und daruntermischen, das Wurstfleisch beigeben, das Brot ausdrücken und daruntermischen, das Ei dazugeben, würzen und am Schluss die Orangen- und Mandarinenstücke daruntermischen. Den Truthahn mit der Füllung füllen, übrige Füllung kann separat in einer Bratform bei 180 Grad ca. 40 Minuten gebacken werden.

Zutaten für die Bratensauce:
  • Truthahnsaft
  • 3 EL Mehl
  • 5 dl Bouillon
  • Salz und Pfeffer
Zubereitung der Bratensauce:

Giessen Sie den Saft des Truthahns ab, entfernen sie überschüssiges Fett und kochen Sie die Flüssigkeit in einer Pfanne mit 3 Esslöffeln Mehl. Geben Sie die Bouillon bei und kochen Sie die Bratensauce ca. 10 Minuten bis sie schön cremig ist. Nach Geschmack würzen. Am besten servieren Sie die Sauce in kleinen Kännchen und verteilen diese auf dem Tisch.

Dazu passt: Klassische Beilagen zu einem Truthahndinner sind Rosenkohl, Rüebli, Süsskartoffeln, geröstete Kartoffeln, Preiselbeersauce.

slvks

Rustikal und unkompliziert: Pot Pie mit Rindfleisch 

Das Prinzip ist einfach: Sie kochen ein Rindfleischgoulasch, belegen es mit einem Teig und schieben es in den Backofen. Ein Festessen das Sie einfach am Vortag vorbereiten können. (Bild: What Katie Ate)

Zutaten für 6 Pesonen:
  • 1,5 kg Rindsvoressen
  • 1 kg Rüebli
  • Olivenöl
  • 3 EL Mehl
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Stange Sellerie
  • 3 Knoblauchzehen
  • 8 Datteln, entkernt
  • 8 gedörrte Aprikosen
  • 5 dl Bouillon
  • 2 dl Rotwein
  • Salz, Pfeffer, eine gute Prise Zimt, eine kleine Prise Nelkenpulver
  • Thymian, Petersilie
  • 1 ausgerollter Blätterteig, Butter zum bestreichen
  • 1 Eigelb
Zubereitung:

Wenden Sie die Fleischstücke im Mehl und braten Sie diese in einer Gusseisenpfanne rundum an, bis sie goldbraun sind. Dann aus der Pfanne nehmen, salzen und pfeffern. Zwiebeln in grosse Stücke schneiden, Sellerie hacken, Knoblauch fein hacken. Braten Sie die Zwiebeln an, geben Sie den Sellerie dazu und am Schluss den Knoblauch. Wenn der Knoblauch zu duften beginnt, das Fleisch zurück in Pfanne geben. Die Datteln und die Aprikosen in Stücke schneiden, beigeben, danach den Wein und dann die Bouillon dazugiessen. Würzen. Thymian beigeben. Das Voressen ca. 1,5 Stunden kochen, Rüebli rüsten und in grosse Stücke schneiden, beigeben, nochmals eine Stunde weichkochen. Die Fleischstücke und die Rüebli herausnehmen. Die Sauce in einer Küchenmaschine pürieren, absieben, Fleisch und Rüebli beigeben. Den Blätterteig über die Pfanne geben, andrücken, mit Butter bestreichen, mit Eigelb bestreichen, im auf 200 Grad vorgeheizten Backofen ca. 30 Minuten backen, bis der Teig goldgelb und knusprig ist.

Dazu passt: Ein frischer, knackiger Wintersalat ist ein perfekter Kontrast zum rustikalen Pot Pie wie zum Beipiel Chicorée mit Orangen und Granatapfelkernen.

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Unkompliziert und festlich: Riesenpastetli 

Blätterteigpastetchen mit Kalbfleischfüllung gehören zu meiner Weihnacht. Das geht auch in gross. Wie der Rindfleisch-Pot-Pie, wird auch hier zuerst das Fleisch gekocht und dann im Backofen  mit Teig überbacken. (Bild über: Kitchen Delight)

Zutaten für 4-6 Personen:

  • 800 g Kalbfleisch, in Würfel geschnitten
  • 500 g Pouletbrust, in Würfel geschnitten
  • 700 g Champignons, in Scheiben geschnitten
  • 2 Schalotten
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 dl Weisswein
  • 2 Esslöffel Mehl
  • 4 dl Bouillon
  • Estragon, Schnittlauch und Peterslie
  • Salz und Pfeffer
  • 3 dl Rahm
  • Olivenöl
  • 1 ausgerollter Blätterteig.
  • 1 Eigelb
Zubereitung:

Wenden Sie die Fleischwürfel im Mehl und braten Sie diese portionenweise in Olivenöl an, zur Seite legen: Im gleichen Fett die Schalotten andünsten, den gehackten Knoblauch beigeben, sobald dieser zu duften beginnt, die Champignons beigeben. Wenn die Champignons gar sind, das Fleisch zurück in die Pfanne geben, erhitzen, Kräuter beigeben, das Mehl daruntermischen, mit Wein ablöschen, Bouillon beigeben, zur Hälfte einkochen lassen, dann Rahm beigeben, würzen. Fleisch in Gratinform geben. Den Blätterteig über die Form legen, andrücken, mit Eigelb bestreichen. Im auf 180 Grad vorgeheizten Backofen ca. 3o Minuten backen, bis der Teig goldgelb und knusprig ist.

Dazu passt: Servieren Sie am besten verschiedene Gemüsesorten wie Broccoli, Zucchetti, Rüebli, Bohnen, Erbsen…

skb las

Exotisch und anders: Indisches Butterpoulet 

Wieso nicht an Weihnachten weltoffen feiern und ein feines, klassisch-indisches Gericht servieren? (Bild: From Away)

Zutaten:
  • 1 kg Pouletbrüstchen, in Würfel geschnitten
  • 8 Knoblauchzehen, gehackt
  • 2 KL Ingwerpaste
  • 2 EL Korianderpulverr
  • 2 KL Cayennepfeffer
  • Salz
  • Pflanzenöl
  • 1 KL Kümmelsamen
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 2 dl Wasser
  • 50 g Cashewnüsse
  • 3 Tomaten, in kleine Würfel geschnitten
  • 1/2 grüner Peperoncino, gehackt
  • 50 g Butter
  • 1 KL Zucker
  • 1 dl Rahm
  • 1 KL Garam Masala
  • 1 Handvoll gehackte Petersilie
Zubereitung:

Mischen Sie 1 Kaffeelöffel Ingwerpaste, 1 Esslöffel Korianderpulver, 1 Kaffeelöffel Cayennepfeffer, die Hälftes des Knoblauchs und ein wenig Salz. Wenden Sie die Pouletwürfel in der Gewürzmischung. Erhitzen Sie das Pflanzenöl und braten Sie das marinierte Poulet darin an, alles zur Seite legen. Nun geben Sie die Kümmelsamen, die Zwiebeln, den Knoblauch und den Ingwer dazu. Das Wasser dazugiessen, aufkochen und dann das Korianderpulver, die Tomaten und den Peperoncino beigeben. Bei mittlerer Hitze ca. 30 Minuten lang kochen, pürieren, die Butter beigeben. Das Poulet und den Rahm beigeben und noch einige Minuten lang kochen, den Garam Masala dazugeben und die gehackte Petersilie. Mit Reis servieren.

Dazu passt: Nanbrot

cyprus cake

Das neue Dessert: Kuchen aus Zypern 

Zu einem guten Weihnachtsessen gehört ein feines Dessert. Versuchen Sie diesen zypriotischen Kuchen und servieren Sie ihn mit griechischem Joghurt oder Frozen Joghurt. (Bild: Kitchenist)

Zutaten:
  • 125 g Mehl
  • 125 g feiner Griess
  • 55 g gemahlene Mandeln
  • 2 Kaffeelöffel Backpulver
  • 125 g Butter
  • 230 g Zucker
  • 250 g Joghurt
  • die Schale von 1 Zitrone
  • 1 EL Zitronensaft
  • 3 Eier
Zutaten für den Sirup:
  • 60 g Zucker
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 1 dl Wasser
Zubereitung:

Backofen auf 180 Grad vorheizen, eine Backform  ca. 20 cm/20 cm ausbuttern und mit Mehl bestäuben. Mehl, Griess, Backpulver und Mandeln mischen, zur Seite stellen. Mit einem Mixer Butter und Zucker vermischen, so dass eine Creme entsteht, Joghurt beigeben, Zitronensaft, Zitronenschale und Eigelb. Nun geben Sie die Mehlmischung portionenweise bei und vermischen alles gut. Das Eiweiss steif schlagen und unter die Teigmischung falten. Im auf 180 Grad vorgeheizten  Backofen ca. 30-40 Minuten backen. Sobald der Kuchen fertig gebacken ist, alle Sirupzutaten mischen und aufkochen. Die Kuchenoberfläche mit einer Gabel einstechen und den heissen Sirup über den warmen Kuchen verteilen. Vor dem Servieren den Kuchen abkühlen lassen.

Dazu passt: feines griechisches Joghurt, gemischt mit Honig und Orangensaft oder ein halbgefrorenes Joghurt.

Keine Kommentare zu «Grosse und kleine Festessen»

  • Allhas sagt:

    Nette, britische Ideen. Nach mehreren Truthähnen würde ich eher einen 4-Kilo-Tierchen empfehlen, mit den Resten lassen sich aber bestens leckere Sandwiches machen. Mit den Beilagen (als Ergänzung sind Kastanien und Kartoffelstock mit Sellerie/Rüebli zu erwähnen) kommen auch die Veggies bestens über die Runden. Und wer sucht, der findet auch CH-Truten.

  • Leonie sagt:

    Ähm….seit wann haben Orangen „Rinden“?

  • Pat Geering sagt:

    Die Rezepte klingen super, und wem’s nicht passt, der darf gerne an einer Stange Sellerie knabbern während ich mir einen saftigen Truthahnschenkel reinziehe.
    – @Paula, Nell & Lukas: nicht immer nur das negative in allem sehen, vieleicht die Dinge mal einfach so nehmen und geniesen wie sie kommen. Denn was nützt all das Sellerie geknabbere, wenn man sich aufregt und deshalb einen Infarkt riskiert … da lebt man auch nicht gesünder ;-)

  • Hans sagt:

    Ich war ja ein guter Hobbykoch dem die Kinder sagten: „Papa kannst du nicht immer kochen“. Vierköpfige Familie mit Angehörigen, dann Scheidung, Familie und teiilweise Angehörige weg. Ich kann doch keinen schönen Braten oder eine Gans oder Trute mehr kochen. Das macht mich traurig, Alle haben das ja dann genossen, auch wenn ich meinen Kollegen ein „Billigessen“ gefüllter Schweinebauch gemacht habe, die Zwei haben rund ein Kilo Schweinebauch incl. Schwarte „weggeputzt“.
    Schade, die Zeit ist vorbei, auch wenn sie schön war.

    • Balthasar sagt:

      habe das gleiche Problem….. fuer sich alleine kochen geht irgendwie nicht….. wer macht schon ein Sauerbraten fuer eine Person…. na ja…

  • Lukas sagt:

    Und allen, welche sich für den Truthahn entscheiden, empfehle ich noch folgendes Kassensturzvideo über die Truthahnhaltung in Deutschland:
    http://www.kassensturz.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/12/13/Themen/Konsum/Trutenfleisch-Profit-auf-Kosten-der-Tiere
    … und hoffe dass sie sich danach für einen Schweizer Truthahn entscheiden.

  • yvonne sagt:

    das tönt sehr nach englischer weihnachtszeit! ausser das wir das curry eher am 24. dezember essen, nachdem wir von der pubtour zurück sind! am 25. turkey und dann ein pie am 26. dezember. und zwischendurch ein flake, damit wir auch wirklich rund werden :) fabulous!

  • Andrea sagt:

    Wie schön, dass es für Vegetarier ein Brot zu essen gibt an Weihnachten!

  • Nell Andris sagt:

    Das Fest der Liebe mit Tierkadavern feiern ist nicht zeitgemäss, einen grösseren Widerstpruch gibt es kaum!
    Die einziege friedvolle, ökologische und gesunde Ernährung ist vegan, mit pflanzlichen Zutaten lassen sich leckere Speisen zaubern – ich würde ich über solche Rezepte freuen!

  • Paula Bokus sagt:

    Muss es denn wirklich immer Fleisch sein?

  • Ruth sagt:

    Mmmhhh… sehr schöne Rezepte mit dabei. Diese Ideen haben mich gerettet. Ich hatte auf nichts Appetit, schon gar nicht auf unsere traditionellen jährlich wiederkehrenden Familienessen. Bin schon auf dem Weg, um die fehlenden Zutaten noch einzukaufen. Herzlichen Dank dafür.

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