Kreativprojekte für lange Tage

Ob Patchwork, Teppichkunst oder Strandtasche: Diese zehn schönen Selbermachideen vertreiben die Sommer-Langeweile.

Patchwork mit den Stoffen des Lebens

Die grossen Sommerferien geben viel Zeit zum Entspannen, um alles langsamer anzugehen und für Kreativität. Wer nach einem richtig tollen Projekt sucht, der versucht es mit Patchwork. Damit können Sie die Stoffe Ihres Lebens in einem einzigen Werk vereinen. Ähnlich wie in einem Fotoalbum. Diese Decke habe ich vor vielen Jahren genäht. Damals kam mein Mann in mein Leben – und blieb. Ich war glücklich, entspannt und das Schnipseln und Zusammennähen der vielen Stoffe, die ich über die Jahre angesammelt habe, war für mich eine Art «Nestchenbauen». Handarbeiten haben das so an sich: Mit ihnen wachsen neue Dinge – nicht nur zwischen den Händen, sondern auch in Gedanken. 

Patchwork ist eine uralte Technik, bei der verschiedene Stoffplätzchen zu einem neuen Ganzen zusammengesetzt werden. Und so gehts: Stellen Sie Stoffe aus Resten oder alten Kleidern zusammen und machen Sie ein grobes Konzept. Meinem Patchwork gab ich einen Raster mit schwarzweiss gestreiften Stoffquadraten, die ich abwechslungsweise positiv und negativ eingesetzt habe. Dazwischen setzte ich die farbigen Stoffe ein. Diese zeigen eher kühlere Farben, die ich damals liebte und die sich mit dem Schwarzweiss gut verstehen. Am einfachsten ist es, Quadrate zu schneiden und zusammenzunähen. Nähen Sie zuerst Streifen und fügen Sie diese dann zu grösseren Streifen oder Quadraten zusammen. Am Schluss werden diese dann zu einem Ganzen zusammengenäht. Wichtig ist das regelmässige Glattdämpfen der Nähte, sodass alles perfekt zusammenpasst. (Bild: MKN)

Die Patchwork-Technik bietet sich nicht nur für Decken an. So habe ich etwa einen Patchworkvorhang im Wohnzimmer (zu sehen auf Instagram). Mit dem obigen Quadrate-Patchwork beziehe ich vielleicht einmal einen kleinen Sessel. Es ist immer gut, Pläne zu haben! Denken Sie also weiter als nur bis zur Quiltdecke. Planen Sie Ihr persönliches Patchwork-Werk auch als Kissen, Vorhang, Polster oder Tasche.

Vorhänge, die keine Stange brauchen

Diese Vorhänge sind bei uns zum flexiblen Haushaltsgut geworden. Ich habe sie mal für ein Zeitschriftenprojekt genäht. Das System ist verblüffend einfach: Nähen Sie auf die Breite des Fensters einen Vorhang. Schön ist es natürlich, eine dekorative Bordüre für den Abschluss zu kreieren. Ich habe das mit einem Stoffband und kleinen Pompon-Posamenten gemacht. Am oberen Ende des Vorhangs nähen Sie einen festen Saumabschluss und stanzen dann an beiden Seitenkanten eine Öse ein. (Bild: MKN)

Die Seitensäume bekommen in regelmässigen Abständen kleine Schlingen. So kann man den Vorhang ganz einfach an zwei Nägeln aufhängen. Wenn man ihn hochziehen möchte, dann tut man das Schlinge für Schlinge, wobei diese ebenfalls an den Nagel kommen. Der Vorhang lässt sich so auf einfachste Art montieren und man kann seine Höhe unterschiedlich einstellen. Wir haben die Vorhänge auch mal mit in die Ferien genommen, um in einem vorhanglosen Ferienhaus für den Schatten und die Lichtfilterung zu sorgen, die wir gerne haben. (Bilder: MKN)

Naturstudien

Nicht jedes Kreativprojekt braucht Talent für textile Handarbeiten. Der Sommer ist die beste Jahreszeit, um sich mit Pinsel und Farbe oder mit Stift und Notizbuch in die Natur aufzumachen und diese als Kunst einzufangen. Ob Sie das nun mit einem Aquarell, Ölbild, Gedicht oder Roman umsetzen, liegt ganz bei Ihnen. (Bild über: The Future Kept)

Druckreif

Die Schätze der Natur inspirieren nicht nur zum Malen oder Fabulieren, sondern auch für die Verewigung auf Stoff. Sammeln Sie schöne Blätter und nutzen Sie diese als Druckstempel. Sie können Blätter mit Textilfarbe einrollen und sie danach auf einen gewaschenen Stoff drucken. Auch das machen Sie am besten mit einer Rolle – natürlich mit einer anderen, sauberen. Zwischen das mit Farbe versehene Blatt und die Rolle legen Sie am besten ein Papier, damit alles schön sauber bleibt. Die trockene Textilfarbe wird am Schluss mit Bügeln ohne Dampf auf der Rückseite fixiert. (Bild über: Escola de Pintura

Sticken Sie doch mal!

Sticken ist eine kokette Handarbeit, die eigentlich nur zur Dekoration gedacht ist. Im Gegensatz zum Nähen und Stricken, wodurch Kleidungstücke oder Dinge für das Haus entstehen, ist Sticken näher an der Kunst. So wurde es früher auch von Damen aus gutem Haus gepflegt. Während Besuchen sassen sie dann meist auf ihren Sofas und Sesseln mit einer aufwändigen Stickarbeit. Sticken wurde auch genutzt, um Wäsche zu veredeln und mit Monogrammen zu versehen. Meine Grossmutter hat Weissnäherin gelernt und ging in jungen Jahren zu reichen Familien auf die Stör, um die Aussteuer der Töchter des Hauses zu nähen und zu besticken. An meiner allerersten Arbeitsstelle nach der Schule arbeitete ich als Textildesignerin in einer Leinenweberei. Dort gab es noch eine Stickerin, die einmal genau dafür angestellt wurde, Wäsche zu personifizieren – von Hand, wohlverstanden. Bei meinem Eintritt aber arbeitete sie dann in der Musterweberei, denn die Zeiten dieser Dienstleistungen waren vorbei. 

Am besten beginnen Sie damit, Übungsplätzchen wie im Bild oben zu sticken. So können Sie verschiedene Stiche, Motive, Zahlen und Buchstaben lernen. Am Schluss können Sie das kleine Übungswerk rahmen und an die Wand hängen. Vielleicht inspiriert es Sie dazu, Ihre Sachen mit Monogrammen zu versehen oder sich an eine Tapisserie zu machen. (Bild über: Fresh Farmhouse)

Wunderknäuel und Perlenstrickerei

Als Kind hat mich meine Mutter oft mit «Wunderknäueln» beschenkt. Dabei hat sie in einen Wollknäuel kleine Geschenke eingewickelt, die dann nach und nach beim Stricken herausfielen und überraschten. So ähnlich geht Perlenstrickerei. Allerdings brauchen Sie dafür eher dünnes Strickgarn und Perlen mit grösseren Löchern. Fädeln Sie nach Lust und Laune oder nach System Perlen auf und verstricken Sie dann das Garn so, dass Sie die Perlen auf der Vorderseite mit einstricken. Am besten verwenden Sie dafür Glasperlen. Auf keinen Fall geht es mit Holz oder Dekoperlen, da diese weder farbecht noch waschecht sind. Auch waschen Sie solche Perlenstrickereien am besten sorgfältig von Hand. (Bild über: Tricot Tectree

Tipp: Schenken Sie einem Kind einen Wunderknäuel, um bei ihm die Freude am Stricken zu wecken. 

Teppichkunst

Man kann praktisch alle Textilien bemalen. Versuchen Sie es mit einem Teppich! Wählen Sie dafür die passende Textilfarbe, kleben Sie mit Klebeband Musterflächen aus und tupfen Sie die Textilfarbe mit einem Stupfpinsel auf. (Bild über: Painted Furniture Ideas

Falten, färben, freuen

Beim Färben von Textilien machen sogenannte Reservierungstechniken Freude. Denn damit entstehen wunderbare Muster. Am einfachsten geht es mit Abbinden und Falten. Damit können Sie sich zum Beispiel hübsche kleine Handtücher aus weissem Baumwollstoff kreieren. (Bild über: Françoise et moi

Schnipseln und kleben

Als der Künstler Henri Matisse durch eine Krankheit ans Bett gefesselt war, begann er, Collagen zu machen. Er schnipselte Formen aus bunten Papieren aus und klebte Sie auf Papier. Diese Collagen sind heute noch weltberühmt, modern und unvergesslich. Auch wenn Sie nun nicht gerade ein solch grossartiger Künstler werden: Collagen zu kreieren, passt perfekt zu einem langen Ferientag. Sie vermitteln Lebensfreude und das Resultat ist eigentlich immer schön. (Bild über: Friday Nights Saturday Mornings)

Rucksack oder Strandtasche?

Ist diese Tasche nicht grossartig? Da hat ein ganzer Strandtag drin Platz und man kann sie erst noch auf dem Rücken tragen. Nähen Sie sich aus festen Baumwollstoffen persönliche Taschen, statt einfach bloss welche im nächsten Geschäft zu ergattern. Sie haben bestimmt ganz besondere Freude daran. (Bild über: Moving Tahiti)

Credits: 

Blogs, DIY Blogsund Magazine: Moving Tahiti, Friday Nights Saturday Mornings, Painted Furniture Ideas,Tricot Tectree, Fresh Farmhouse, Escola de Pintura 
Shops und Kollektionen: The Future Kept

5 Kommentare zu «Kreativprojekte für lange Tage»

  • WildeHenne sagt:

    Die Patchworkdecke ist soooo schön! Ich bin hin und weg!

  • Astrid Meier sagt:

    Die Patchworkdecke ist hinreissend! Gratuliere!

  • Karin Müller sagt:

    Liebe Frau Kohler Nizamuddin

    Noch nicht lange habe ich ihren Blog entdeckt, bin nun jeweils so begeistert von ihren Beiträgen, dass ich mich auf jeden neuen Artikel freue und auch begonnen habe die älteren Beiträge nach zu lesen.
    Besonders möchte ich mich für den Bericht über das Hotel Amour in Nizza bedanken. Er erschien genau zu der Zeit, als ich auf der Suche nach einer Unterkunft war, um zwei Tage allein in Nizza zu verbringen.
    Ich habe nun gerade zwei Nachte in dem überaus charmanten und hübschen Hotel verbracht, welches genau so war, wie sie es beschrieben hatten.

  • C. Schmid sagt:

    So schön Ihre Vorschläge, inspirierend und geschmackvoll. Echt Klasse!

  • Bufi sagt:

    Tolle Ideen! Handarbeiten sind extrem entspannend. Mein Hobby sind Granny Squares häkeln. Es gibt eine Fülle von Formen und Farben von ganz einfach für Anfänger bis abspruchsvoll. Die kleinen Plätzchen häkle ich dann zusammen für Decken und Kissen. In unserer Familie bekommt jedes Baby von mir eine solche Decke zur Geburt.

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