10 gute Gründe zum Faulenzen

Das Nichtstun hat wunderbare Seiten – und inspiriert zu neuen Ideen. Entdecken Sie die süssesten Facetten des Chillens.

Die lange Zuhausezeit hat alles ein bisschen heruntergefahren. So haben wir auch gelernt, dass das Nichtstun wunderbare Seiten hat. Es bringt uns Ruhe, entführt zurück in die Kindheit, als die Zeit unendlich war, und lässt uns Momente besser auskosten. Gerade jetzt, da alles wieder öffnet und die Welt sich wieder schneller zu bewegen beginnt, lohnt es sich, diese Ruhe zu bewahren. Denn die Zukunft erhält aus jenen Momenten heraus mehr Form und wird durch sie begreifbarer. Daheim lässt sich das Faulenzen besonders schön umsetzen und hilft uns, auf einfachste Art Energie zu tanken. (Bild über: The Socialite Family)

1 — Weil Nachmittage so wunderbar endlos werden

In einer Geschichte von F. Scott Fitzgerald habe ich einmal gelesen, dass die wahre Geisterstunde nicht etwa Mitternacht ist, sondern drei Uhr. Drei Uhr in der Nacht, aber auch drei Uhr nachmittags. Es stimmt! Haben Sie schon mal gelauscht, wie die Welt klingt, um drei Uhr nachmittags? Sie steht tatsächlich still. Für mich ist diese Nachmittagsstunde verbunden mit Sommer, dem fernen Geräusch einer Säge aus einer Werkstatt, einem Hund, der irgendwo ein bisschen bellt, dem Duft von tiefgrünem Gras, dem Flimmern des Lichts und dem Nicht-so-genau-Wissen, wo man eigentlich ist und weshalb alles so ist, wie es ist.  (Bild über: Leanne Ford

Damit zaubern Sie endlosen Sommer und Gartenstimmung ins Haus:

  • Ein langer Holztisch und antike Gartenstühle drumherum
  • Ein grosser Teppich, der dies alles zu einer Insel einfasst
  • Ein Blumenstrauss, der auf der Wiese oder im Garten gepflückt wurde, und der ganz entspannt aus der Giesskanne guckt
  • Ein Vitrinenschrank, in dem man Schönes auch sehen kann
  • Naturfarben, die eine sanfte Stimmung schaffen

 

2 — Weil man bequeme Wohnstile entdeckt 

Chillen ist das «coole» Wort für Faulenzen. Dass man dafür auch die Möbel braucht, die dies ermöglichen, entdeckt man, wenn die Wohnung das Chillen nicht so einfach zulässt. Am Allereinfachsten geht das natürlich mit Sitzmöbeln, die tief genug sind, dass man darauf liegen kann. Ich helfe gerade meinem Bruder, ein Sofa zu finden, das genügend Tiefe hat. Es ist leider nicht so einfach hierzulande. Die meisten Sofas, vor allem solche mit klassischen Formen, haben eine viel zu geringe Sitztiefe. So müssen wir wahrscheinlich auf eine moderne Sitzgruppe ausweichen oder ein Sofa aus England bestellen, denn dort ist die Auswahl einfach fantastisch gross. Aber eben – nicht gerade um die Ecke. Wer aber auf die Schnelle eine Chill-out-Ecke möchte, schafft das auch mit simplen Bodenmöbeln wie diesen hier von Urban Outfitters

Noch mehr Wohnideen, die Chillen möglich machen: 

  • Legen Sie viele Teppiche aus
  • Entscheiden Sie sich für Bodenkissen
  • Bodenkissen und Poufs, die mit Kelimteppichen bezogen sind, verleihen orientalisches Wohngefühl. Sie finden sie bei Orientteppichhändlern
  • Richten Sie eine Chill-out-Ecke nicht nur im Wohnzimmer, sondern auch in einem anderen Raum ein
  • Entdecken Sie bei Claudia und Op Desax, wie schön das auf dem Balkon aussehen kann 

 

3 — Weil länger liegen bleiben einfach wunderbar ist 

Am Morgen nicht gleich aus dem Bett springen, sondern das Kissen hochstellen, nach dem Kaffee oder Tee zu greifen und ein Buch aufklappen: Das ist ein Luxus, der nichts kostet. Dass dabei die Zeit stillsteht und man trotzdem alles schafft, was man an einem langen, freien sonnigen Tag vorhat, sind die schönen Nebeneffekte eines solchen Tagesanfangs. (Bild über: Mister Design

So wird das Liegenbleiben noch schöner: 

  • Achten Sie darauf, dass Sie grosse Rückenkissen haben
  • Investieren Sie in ein Betttablett, damit Sie beim Liegenbleiben frühstücken können
  • Beistelltischchen schaffen Platz für Bücher, Leuchten und frische Blumen

4 — Weil man sich von der Sonne küssen lassen kann

Blinzeln, sich von Sonnenstrahlen wärmen lassen, die Zeit vergessen – klingt doch wie Ferien im Paradies. Das kann man auch daheim erleben. Gerade jetzt, da wir von schönstem Wetter verwöhnt werden, lohnt es sich, die Wohnung so herzurichten, dass sie Siestas, faule Stunden und Lichtspiele zulässt. Dieses wunderschöne, sonnendurchflutete Zimmer befindet sich im holländischen Strandhotel Zoomers, das von HK Living eingerichtet ist. 

Und so spielen Sie mit Sonnenlicht im Raum:

  • Montieren Sie «Venetian Blinds»  – verstellbare Jalousien, die das Licht streifenartig filtern
  • Discokugeln, die das Licht wie Blütenblätter tanzen lassen
  • Spiegel, die manchmal Regenbogenfarben hinzaubern

 

5 — Weil man mit den Pfingstrosen flirten kann

Natürlich braucht es ein bisschen Zeit und Arbeit, bis Pfingstrosen und Rosen so prächtig im Garten blühen wie hier beim Interiordesigner Toby Alleyne-Gee. Aber ein schöner Garten ist auch ein wunderbarer Ort zum Entspannen. Der Pfingstrose wird Heilkraft zugeschrieben. Sie soll sogar geholfen haben, einen Göttersohn zum Leben zurückzurufen, und gehört jetzt, in der Gegenwart, zu den beliebtesten Blumengattungen. Ihre Saison ist kurz, ihre Blüten sind betörend schön und sie verbreitet einen herrlichen Duft. Es lohnt sich, die Pfingstrose anzupflanzen, denn sie trägt viel dazu bei, einem Garten üppige Blütenpracht zu schenken. Richten Sie sich den Garten so ein, dass Sie ihn geniessen können und dass Sie darin auch Zeit mit Nichtstun verbringen können. Dieser fantastische Garten gehört übrigens nicht zu einer grossen Villa, sondern ist der kleine, aber liebevoll gestaltete Stadtgarten einer Zürcher Zweizimmerwohnung. Lassen Sie sich auf dem wunderschönen Instagram-Account von Toby Alleyne Gee und seinem Interiordesignstudio Phoebus Interiors zu noch mehr schönen Garten- und Wohnideen inspirieren. (Bild: Toby Alleyne-Gee)

Und damit bietet ein Garten Ruhepunkte:

  • Ein schöner Ort mit Tisch und Stühlen, an dem man stundenlang mit Freunden zusammensitzen kann
  • Schattenplätze, die mit Bäumen, Sonnenschirmen oder Pergolas entstehen
  • Biotope, Insektenhotels und Blumen, die Schmetterlinge anziehen
  • Schönheit, weil diese immer zum Glück beiträgt

6 — Weil man Zeit zum Bummeln hat

Durch die Strassen, das Quartier oder den Wald, Feldern entlang oder durch kleine Gässchen: Bummeln ist die «faule» Art von Spazieren. Es erlaubt das Trödeln, das Herumstehen und das Schwatzen mit anderen. Es lädt ein, in ein Strassencafé zu sitzen und den Passanten nachzuschauen, ein Buch auf einer Bank zu lesen oder in den Himmel zu gucken. Auch durch den Markt zu bummeln, ist eine entspannte Art dieser Kunst. Wer weiss, was man entdeckt. Vielleicht kommt man sogar mit einer kulinarischen Beute nach Hause und beginnt etwas Feines zu kochen oder zu backen. (Bild über: Sophie de nux on Instagram )

7 — Weil Kunstpausen entstehen

Kreative Tätigkeiten helfen, die Gedanken anders zu lenken. Dabei muss das Schaffen nicht zu einem Ziel beziehungsweise zu einem Werk führen. Einfach wieder mal mit Farben, Pinseln oder Stiften zu spielen, zu kritzeln oder zu versuchen, die schönen Pfingstrosen nachzumalen – Kunstpausen im Alltag helfen, Dinge anders zu sehen, genauer hinzuschauen und den Horizont zu öffnen. (Bild über: Pauline Chardin on Instagram

8 — Weil man so wunderbar abtaucht 

Einfach so ins Blaue hinein oder in den Lieblingssessel – und sich in einer Geschichte verlieren: Zeit haben bedeutet auch, ganz gemütlich zwischen den Seiten eines Buches Abenteuer zu erleben, Neues zu entdecken, Erkenntnisse zu finden oder ganz einfach eine stille und spannende Art von Unterhaltung zu erleben. Damit dieses Verreisen mit Büchern noch mehr Freude macht, stellen Sie sich einen hübschen, bequemen Sessel an einen Lieblingsort in der Wohnung. Stecken Sie Bücher nicht bloss ins Regal, sondern stellen Sie Stapel bereit mit Büchern, die Sie unbedingt mal oder wieder mal lesen möchten. Sorgen Sie für gutes und angenehmes Leselicht. Die wunderschöne blaue Farbe an der Wand heisst Vardo und ist von Farrow and Ball.

9 — Weil Kaffee und Kuchen dazugehören

Krönen Sie das Nichtstun mit ausgedehnten und gemütlichen Pausen. Wann haben Sie das letzte Mal einen Kuchen gebacken? Oder eine grosse Tasse Tee mitten am Nachmittag getrunken? Faulenzen bedeutet auch, sich zu verwöhnen und sich Zeit zu lassen für den langsamen Genuss von Dingen, die man liebt. (Bild über: Pastry Affair)

10 — Weil es zu Neuem anregt

Wer nun denkt, dass Nichtstun zu nichts führt, irrt sich. Faulenzen ist eine Art, neue Energie zu tanken. Es ist auch so, als sei man an einer Kreuzung und stünde nun vor der Wahl des Weges: Soll man einen neuen Weg wählen, oder soll man bewusster den gleichen Weg weitergehen? Nichtstun regt an, macht Lust auf Aktivität, so ähnlich, wie man lange Ferien geniesst, sich aber dann auch irgendwann mal wieder richtig freut, in den Alltag zurückzukehren. (Bild über: Reath Interior Design

Credits: 

Blogs und Magazine: Pastry Affair, The Socialite Family
Interiordesign: Reath Design, Phoebus Interiors Zurich
Farben: Farrow and Ball
Instagram: Pauline Chardin , Sophie de nux, Phoebus Interiors Zurich, Leanne Ford 
Shops und Kollektionen: Mister Design, HK Living, Urban Outfitters
Hotels und Ferienorte: Strandhotel Zoomers 

8 Kommentare zu «10 gute Gründe zum Faulenzen»

  • Marlis Frederiksen sagt:

    Heide Hermann
    Zur Not gedeiht eine Pfingstrose sehr gut in einem Topf. Als wir im Herbst eine Wurzel in einen Topf setzten weil ich nicht gerade wusste wo im Garten ich sie haben wollte, wuchs sie sehr gut im Fruehling und hat gerade jetzt eine wunderbare rote Bluete.

  • Magnolie sagt:

    Die Pfingstrose steht nicht im Topf, sondern dahinter in der Erde!! Bitte Bild genau ansehen.

  • ma brügger sagt:

    ich würde ja sofort das sofa von josef frank, liljevalchs, empfehlen. war leider nicht meine budgetkategorie. so habe ich mir das sofa stockholm2017 von ikea zugelegt. auch nicht schlecht, aber irgendwann werde ich mir trotzdem den josef frank klassiker zulegen…

  • Jane Doe sagt:

    Liebe Frau Kohler,
    Ich habe ein englisches Lifestyle Magazin abonniert und sehe dort regelmässig die Werbungen für die wunderschönen englischen Sofas! Wissen Sie, welcher Hersteller ein solche Prachtstücke auch in die Schweiz liefert?
    Herzliche Grüsse

  • Beatrice sagt:

    Wie immer bin ich vollkommen angetan von allem was Sie in Sweet Home zusammenstellen, sammeln und schreiben, eine Wohltat und Oase für die Seele.Endlich einmal ein ganz herzliches Dankeschön für Ihre wunderbare und inspirierende Arbeit!Ich freue mich immer, wenn ich entdecke, dass Sie etwas Neues aufgeschaltet haben.

  • Karoline sagt:

    Ich liebe es, morgens im Bett ihren Blog zu lesen! Macht mir sehr viel Freude. Und die Idee mit der Pfingstrose mal nicht als Strauß sondern im Topf setze ich um.
    Vielen Dank!

    • Heidi Hermann sagt:

      Pfingstrosen gedeihen und blühen nicht richtig in Töpfen, schon gar nicht in einem so kleinen wie auf dem Bild. Die Blume über dem Topf auf dem Bild ist eine Rose vom Strauch nebendran (und die Bätter stimmen auch nicht). Pfingstrosen sind ausdauernde krautige Pflanzen oder Halbsträucher, Tiefwurzler, die rund 1 m hoch (die Halbsträucher auch höher) und mindestens so viel im Durchmesser werden. Sie blühen erst nach einigen Jahren, wenn sie gross und kräftig genug sind. Im Garten an einem sonnigen Plätzchen wo sie in Ruhe gelassen werden, sind sie allerdings spektakuläre und völlig unkomplizierte und robuste Pflanzen.

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