Gemeinsam leben an zwei Orten

Das Architektenpaar Judith Raeber und Stefan Zwicky lebt seit fast 20 Jahren zusammen. Dabei haben beide ihre Wohnung behalten.

Fotos: Rita Palanikumar für Sweet Home

Als die beiden Architekten Judith Raeber und Stefan Zwicky vor bald zwanzig Jahren ein Paar wurden, behielten sie erst mal ihre Wohnungen. Das ist so geblieben. Ihr Haupt-Zuhause ist Judiths grosse, gemütliche Altbauwohnung in Luzern, in der sie auch ihr Studio hat. Stefans Zweizimmerwohnung in Zürich ist Pied-à-terre und Rückzugsort. Beide sind unterschiedlich, bestechen aber mit einer gemeinsamen grossen Liebe zu Design. 

Design und Architektur bestimmen bei beiden auch den Beruf. Stefan Zwicky hat ein Innenarchitekturstudium an der Kunstgewerbeschule Zürich absolviert unter der Leitung von Willy Guhl. Danach arbeitete er einige Jahre bei Trix und Robert Haussmann, bevor er Mitte der Achtzigerjahre sein eigenes Architekturbüro gründete. Judith Raeber arbeitet als selbstständige Architektin, schreibt über Architektur und Design (unter anderem für die Zeitschrift «Das Ideale Heim»), stylt, richtet ein und macht Pressearbeit – zurzeit für die von Stefan ins Leben gerufene, grosse Schweizer Designmesse «Neue Räume», welche am kommenden Donnerstag beginnt. 

Judith und ich begegneten uns immer wieder beruflich. Jedes Mal nahmen wir uns vor, endlich mal richtig abzumachen und uns auszutauschen, denn wir entdeckten viele Gemeinsamkeiten. Doch irgendwie kamen uns unsere Terminpläne dazwischen, und es brauchte tatsächlich eine Homestory für Sweet Home für ein längeres Treffen. Auch hier stand wieder einiges im Weg, denn ich konnte aus privaten Gründen nicht mit zum Fotoshooting. So reiste ich erst letzte Woche nach Luzern.

An diesem grauen Oktobertag folgte ich den Anweisungen von Judith und spazierte vom Bahnhof durch Strassen mit fantastischen, aussergewöhnlichen und zum Teil märchenhaften Häusern. Auch der Musegghof, so heisst das Haus aus dem späten 19. Jahrhundert, in dem das Paar hauptsächlich wohnt, ist ein solches Gebäude. Es hat seinen Namen und seine Allüre, weil es eigentlich als Pension geplant und gebaut wurde. Eine Pension wurde es aber nie, sondern ein besonderes Wohnhaus. Mit der goldenen Schrift darüber wirkt der Eingang fast wie ein Buchtitel und führt über ein grossartiges Treppenhaus in die Wohnung von Judith und Stefan.

«Meine Möbel sind langsam,

Stück für Stück, zu mir gekommen.

Jedes hat eine eigene Geschichte.» 

Judith Raeber

Bücher sind auch das Erste, was man in der Wohnung erblickt. Es sind Judiths Bücher, die von Stefan sind in seiner Wohnung. Judith hat Regale an die Wände des grosszügigen Entrees montiert und diese vollbepackt mit ihren vielen Büchern. Vom Entree aus gelangt man in die einzelnen Räume. Jede Tür öffnet ein Wohnkapitel. Das dramatischste ist das Wohnzimmer. Es ist schlichtweg eine Wucht und umarmt einen mit seinem stattlichen, warmen Holztäfer. Dieses galt im 19. Jahrhundert als Inbegriff eleganter schweizerischer Gemütlichkeit. Judith holte es auf ihre ganz persönliche Art in die Gegenwart. So liess sie die kleinen Wandreste, die als Mauerwerk geblieben sind, in einem freundlich leuchtenden Grasgrün streichen. Eingerichtet hat die Wohnung Judith, und zwar mit neuen und alten, bekannten und entdeckten Designstücken, die alle besondere Fundstücke sind. 

So sehen die beiden schwarzen Ledersofas aus wie von Corbusier, sind aber Fundstücke und dänisches Design. Sie hat sie vis-à-vis positioniert. Neben dem grösseren Sofa steht der berühmte Hocker von Breuer als Beistelltisch. Er ist mit einem Kerzenleuchter gekrönt. Der Couchtisch ist ein Design von Stefan, ebenso der Hocker, der vor dem tannengrünen, eindrucksvollen Kachelofen steht. In dieser gemütlichen Ecke sitzt das Paar gerne zusammen, liest, plaudert und geniesst die Behaglichkeit. Die eingebauten Regale geben Zeitschriften ein Zuhause, zudem formschönen Vasen, Fotos, Bildern und allerlei Hübschem. 

Auf dem Täferabschluss hat Judith eine Serie gerahmter Bergfotos, die sie selbst gemacht hat, aufgestellt. In der Ecke steht das kleine Pult von Marcel Breuer. Es war ein Geschenk zur Geburt ihres Sohnes. Judith hat aus einer früheren Beziehung zwei erwachsene Kinder. Der Stuhl ist von Hans Wegner. Neben dem Wohnzimmer befindet sich das Schlafzimmer, welches frisch und hell, mit Wänden in einem Sandton, durch die offene Tür herausleuchtet.

Die Einrichtungsidee, welche die beiden im Schlafzimmer umgesetzt haben, ist genial. Man gelangt nämlich auch durchs Entree ins Schlafzimmer. Tritt man von dort ein, sieht man zuerst nur die Wand eines weissen Spindschranks. «Dieser war schon immer mein Kleiderschrank», stellt ihn Judith vor. Sie liess ihn weiss lackieren und mit passenden Metalltablaren versehen. Er ist aber nicht nur Schrank, sondern auch Kopfteil des Bettes. Auf der Rückseite bekam er eine weiss lackierte Holzwand und zwei angebaute Nachttischchen. Dazwischen steht das Bett. So sieht man beim Eintritt vom Entree nicht gleich das Bett, und es ist auf eine elegant einfache Art eine Ankleide entstanden. 

Das Bett ist bezogen mit fantastischer Leinenwäsche von «The Linen Company». Judith schwärmt vom Schlafen in reinem Leinen. Vor dem Bett liegt ein Sisalläufer von Ikea, an der Wand steht der Safari Chair von Carl Hansen, ein Geschenk eines guten Freundes zu ihrem 50. Geburtstag, und am Fenster ein kleiner Boudoirtisch mit einem schwarzen Stuhl, den Stefan für Thonet entworfen hat. Er ist aus der gleichen Serie wie der, welcher in der Ankleide steht.  

Sozusagen als Pufferzone zwischen dem Schlaf- und dem Gästezimmer befindet sich das Klavierzimmer. Hier spielt Judith, wenn Sie Zeit und Musse hat. Klavierspielen hat sie bereits sehr früh gelernt. Ihre beiden Tanten, die auch in diesem Haus wohnten, waren Klavierlehrerinnen. Eine hat ihr dann den Flügel vererbt. Das Haus hat eine grosse Familiengeschichte für Judith. Einst, nämlich nach dem gescheiterten Versuch der Pension, kaufte es ihr Urgrossvater. Der Musegghof blieb über die Zeit in verwandtschaftlichem Besitz, und Judith hat viele schöne Erinnerungen an Besuche und an die Klavierstunden. Sie selbst wuchs in einem Nachbarhaus auf, welches ihr Vater, der ebenfalls Architekt war, gebaut hat. 

Das Bild des Gästezimmers, das auch als Fernsehzimmer und kleines Homeoffice dient, ist Judiths Lieblingsbild der Homestory. «Können wir nicht mit diesem Foto beginnen statt mit der «Gruft»? So nennt sie das dramatisch-gemütliche Wohnzimmer ironisch. Das überrascht nicht, zeigt dieses Bild doch treffend den persönlichen Einrichtungsstil der Architektin: Sie schafft Gemütlichkeit mit gradlinigem, formstarken Design. Überall gestaltet sie Orte, die wirklich zum Wohnen genutzt werden. Dabei stellt sie gerne quer, grenzt Bereiche ab und kreiert neue Räume. Die Homestory, die auch immer eine Art Fotoroman ist, beginnt trotzdem mit dem grandiosen Wohnzimmer, denn in dieses führt man Gäste zuerst – und Sie, liebe Leserinnen und Leser, sind ja auch eine Art Gäste. 

Die Geschichte hätte natürlich auch mit dem Entree beginnen können, denn hier versammeln sich die vielen Geschichten, die Judith liest und gelesen hat, auf schwebenden Wandregalen. Die Einrichtungsexpertin nimmt mit dieser Idee der Bibliothek jegliche Schwere. Die Bücher tanzen fast durch den Gang und begrüssen wie freundliche Mitbewohner die Eintretenden. So holt Judith Raeber das Entree, welches in der Tradition der Erbauerzeit so grosszügig angelegt wurde, um dem gesellschaftlichen Leben beim Eintritt in eine Wohnung genügend Platz zu geben, auf überraschende Art ins moderne Alltagsleben. 

Die Wohnung liest sich tatsächlich wie ein Roman. Oder ein Kurzgeschichten-Band. Denn auch mit dem Esszimmer, dem Arbeitszimmer oder der Küche könnte man in einzigartige Wohngeschichten führen. Alle Räume werden rege bewohnt und bieten immer mehr als eine Möglichkeit dafür. So haben im grün gestrichenen Esszimmer viele Gäste Platz. Man kann es sich aber auch in der Ecke hinter dem Ofen gemütlich machen und in der grossen Kochbuchsammlung schmökern oder sich an einen kleinen Arbeitstisch setzen. Der Rollschrank ist das erste Möbel von Judiths Wohnleben. Sie hat ihn sich von ihren Eltern zum 20. Geburtstag gewünscht – und bekommen. Darin verstaut sie Teller, Schalen, grosse Suppenschüsseln und Tassen. 

«Es sind oft die alltäglichen, mit Liebe

ausgesuchten Gegenstände, die einer Wohnung Charme,

Charakter und Persönlichkeit verleihen.» 

Judith Raeber

Die Wohnung hat noch einen zweiten Teil, in den man durch kleine Durchgänge neben dem Bad ins Esszimmer und ins Studio gelangt. Im grossen Studio arbeitet die Architektin, Journalistin und Stylistin. «Die Wohnung ist auch mein Arbeitsplatz und eine Art Showroom», erklärt Judith Raeber. «Die Kunden kommen gerne und sehen gleich, wie unsere Art von Wohnen und Einrichten aussehen kann. Zudem wohnen wir auch mit vielen Möbelstücken, die Stefan entworfen hat.» Das Studio hat grosse Arbeitstische und rundum schlichte weisse Ikea-Regale. Die Regale, die bei den Tischen stehen, sind für Arbeitsunterlagen gedacht, und das Regal an der Längswand gegenüber der Fensterreihe ist voller Architektur-, Kunst- und Designbücher. Das Paar hat ein ausserordentlich grosses Netzwerk in der Design- und Architekturszene. Jeder hat seine eigenen Projekte, und einige davon betreuen sie gemeinsam.

Bei meinem Besuch lief gerade alles auf Hochtouren für die Schweizer Designmesse «Neue Räume», die dieses Jahr das 10-Jahr- Jubiläum feiert. Nationale und internationale Aussteller präsentieren in den ABB-Hallen in Oerlikon Möbel, Design und Neuigkeiten im Wohnbereich. Dazu gibt es Sonderschauen. Eine davon mit dem Motto «Glamour» hat Judith gestaltet. «Neue Räume» ist keine Verkaufsmesse für Händler, sondern richtet sich direkt ans Publikum. Die Messe bietet eine Plattform für gutes Design und einen Ort, an dem sich alle, die sich für schönes Wohnen, Design und Architektur interessieren, treffen und austauschen können. Wer an bestimmten Objekten interessiert ist, wird von den Herstellern mit den entsprechenden beratenden Händlern zusammengeführt. So unterstützt die Messe auch den Schweizer Möbelhandel.

«Ich bin bin glücklich,

dass ich bei meiner Arbeit das machen

kann, was ich liebe.»

Judith Raeber

Eine andere Passion von Judith ist das Kochen und Geniessen. In der Küche duftet nicht nur beim Fotoshooting, sondern auch bei meinem Besuch ein grosses, selbst gebackenes Brot. «Ich habe die Hefe dafür selber angesetzt und kultiviert, nach einem Rezept vom Schweizer Kochbuchautor Claudio del Principe», erzählt sie. «Dafür braucht es etwas, das in der Nähe des Hauses gewachsen ist. Ich habe einen Apfel aus dem Garten gewählt.»

Die Küche ist das Einzige, was beim Einzug in die Wohnung geändert wurde. Nach Judiths Plänen entstand aus dem ehemaligen Badezimmer und der Küche eine grosse Wohnküche. Das Bad und die Toilette befinden sich im Mittelteil der Wohnung, neben der Küche. Dort hat es auch einen Lichtschacht, der eingebaut wurde, weil das Haus ja eine Pension werden sollte. Nun bringt er charmant Licht ins Bad. 

Natürlich befindet sich auch in der Küche ein Regal voller Bücher. Dafür dient ein tiefes Regal, welches zugleich Fenstersims ist – eine Kreation aus Judiths Planung. Der Esstisch aus massiver Eiche ist von Stefan Zwicky. Auf den mikadoartig gestellten drei Beinen mit rechteckigen Durchmessern sitzt eine runde Platte. Am Tisch haben bis zu sechs Leute Platz. So sitzen bei kleineren Einladungen die Gäste gerne auch in der wirklich wohnlichen Küche. 

Vom Wohnzimmer aus gelangt man auf einen grossen Balkon, der eine fantastische Aussicht auf die Stadt und den See bietet. Auch sieht man in den reizvollen Garten, der meiner Meinung nach eher ein kleiner Park ist. Doch Judith ist mehr auf dem Balkon und arbeitet hier gerne an schönen Tagen. Design und Wohnlichkeit verbinden sich auch im Aussenbereich. Eine clevere Idee sind die weissen Vorhänge, welche sich über die Glasseitenwände ziehen lassen und alles eleganter machen.

Der Anfang ist auch der Schluss des ersten «Bandes» von Judiths und Stefans besonderer Wohngeschichte. Der Musegghof, der keine Pension wurde, bietet nun ein Zuhause für Design, Architektur, Arbeit, Kochen, Gäste und gemütliches Wohnen zu zweit und manchmal alleine. 

Der zweite Band führt in die wunderschöne Stadtwohnung an der Zürcher Dreikönigsstrasse. Stefan Zwicky wollte sie nie aufgeben. Er hat sie gefunden, kurz bevor er Judith kennen lernte, und sich halt irgendwie in beide verliebt. Gebaut wurde das Haus, in der die Wohnung sich befindet, 1939 vom Architekten Otto Salvisberg.  Der grosse Hauptraum der Wohnung hat eine tiefe Fensterwand. Die Fenster gehen nicht ganz bis zum Boden und werden von einem weissen Keramiksims aufgefangen. Stefan hat den Raum mit einer Wohnecke, einem grossen Esstisch und einer Bücherwand eingerichtet. Als ich Stefan genauer nach den verschiedenen Möbeln befragte, bekam ich viele spannende Geschichten zu hören, die auch die Geschichte von Stefans unmittelbarer Präsenz in der Schweizer Designszene erzählen. Der Ess.Tee.Tisch von Jürg Bally, der vor dem Sofa steht, ist nämlich wirklich von Jürg Bally.

«Nein nein, nicht von Horgen Glarus,

das kam erst viel später!»

Stefan Zwicky

Ich war schon stolz, dass ich eines der Möbel kannte. Doch Stefan kannte Jürg und erzählte mir, dass Jürg Bally seine Möbel selbst produzieren liess, um sie danach in seinem Geschäft zu verkaufen. «Nach seinem Tod interessierten sich dann einige Leute für die Entwürfe von Jürg Bally», klärte mich Stefan auf. Erst nach grossem Hin und Her und einer gewissen Zeit meldete sich Horgen Glarus und übernahm die Produktion des genialen Tisches, der sich vom Esstisch zum Teetisch verstellen lässt und einer der wichtigen Schweizer Designklassiker ist. 

Stefans Sofa ist von Cassina und sein erstes richtiges Sofa, das er sich eines Tages leistete. Zuvor hatte er einfach gar keins! Den langen weissen Esstisch hat Stefan einmal als Prototyp für Röthlisberger entworfen und realisiert. Ein sehr feiner Massivholzrahmen hält eine weisse Kunstharzplatte. «Diese wird von den drei Leuchten darüber so frisch erhellt, dass der Tisch kein weisses Tischtuch mehr braucht», erklärt Stefan seine Idee. Um den Tisch stehen wunderschöne Stühle von Joseph Frank mit Jonc-Geflecht. So nennt man nämlich das klassische Wiener-Rohrgeflecht richtig.

Das grosse Nashornbild – eine Fotografie vom Schweizer Fotografen Balthasar Burkhard – hat eine andere spannende Geschichte. Burkhard fotografierte nämlich Tiere für ein Kinderbuch wie im Studio vor alten Blachen. Einige Fotos liess er später gross mit Siebdruck auf ebensolche Blachen drucken, erzählte mir Stefan. «Doch die verkauften sich nicht so gut und blieben ewig im Studio von Lars Müller liegen, der Balthasar Burkhards Buch verlegt hat. Eines Tages einigten wir uns auf einen Preis, und nun schmückt das Nashorn meine Wohnung.»

Wunderbar grosszügig und elegant verbindet sich das Wohnzimmer zum Entree mit Glastüren. Da stehen zwei ganz unterschiedliche Stühle: Der elegant-filigrane Saffa-Stuhl von Hans Eichenberger und der LC2 von Corbusier. Letzterer hat Stefan Zwicky zu seinem berühmt gewordenen Betonmodell inspiriert. Es heisst «grand confort sans confort, dommage a Corbu». Entstanden ist es in seiner Zeit bei Trix und Robert Haussmann. Damals beschäftigte er sich mit illusionistischer Gestaltung und setzte sich mit der Entfremdung von Materialien auseinander. Er nahm damit an einem Wettbewerb des Kunstmuseums Bern teil. Sein Entwurf wurde angenommen, und Stefan hat sein ganzes Erspartes zusammengekratzt, um sich den LC2 kaufen zu können, um dessen Proportionen zu studieren. «Das ist immer noch dieser Sessel, der da steht», erzählt der Designer. 

Stefan Zwicky arbeitet in unterschiedlichen Bereichen – etwas, das für ihn in der Ausbildung wie auch später im Studio von Trix und Robert Haussmann selbstverständlich geworden ist. So entwirft er Möbel und Objekte, ist als Architekt tätig, macht Innenausbauten, verfasst als Autor Designbücher und ist sowohl im privaten Bereich tätig wie auch in der Gastronomie, in Hotels und Geschäftsräumen. Seine Vielseitigkeit führte ihn auch zur Idee der Designmesse «Neue Räume».  

Die Innenausstattung der Wohnung reflektiert Elemente der Fassade wider. So hat das Wohnzimmer ein elegantes, langgezogenes Cheminée aus Keramik. Ähnlich wie Elemente des Sockels der Hausfassade zeigt es horizontale Keramikplatten. Das Bild über dem Cheminée ist von Kaschka Knapkiewicz, einer mit Stefan und Judith befreundeten Architektin. Es zeigt das Hotel Stella Maris in Punta Chiappa bei Camogli und ist mit Neocolorfarben gemalt.  

Eine ähnliche Farbigkeit wie das Bild zeigt ein edler, tiefer Schrank mit farbigen Glasschiebetüren. «Hohe Schränke erdrücken oft Räume. Ist ein Schrank hingegen tiefer, wirkt er auf einmal elegant und lässt Raum nach oben, den man als Ablage nutzen kann», erklärt Stefan den Schrank, den er kreiert hat. Darüber hat er ein Bild gehängt von Dani Huber, einem Studienkollegen. Es zeigt den Schwarzwald. 

«Einrichten ist Privatsache,

es gibt kein Rezept dafür. »

Stefan Zwicky

In beiden Wohnungen, in der grossen bürgerlichen in Luzern wie auch in der schicken kleinen Stadtwohnung in Zürich, sind Elemente zu finden, die sich wiederholen: Ideen, wie etwa Bücher mithilfe von Wandregalen leichter wirken zu lassen, oder formschönen Stühlen, wie hier einem Modell von Eames, Raum und Wirkung zu geben. Auch dieses Bild von Design und Design hat ein Pendant aus der gleichen Serie im Klavierzimmer in Luzern. So sind die beiden Reiche zwar unterschiedlich, aber doch miteinander verbunden.  

Stefan Zwicky und Judith Raeber auf dem Netz: 

Stefan Zwicky
Judith Raeber
Neue Räume

Instagram: 
@judithraeber
@neueraeume

6 Kommentare zu «Gemeinsam leben an zwei Orten»

  • Carmen sagt:

    Das ist wieder einmal ein wundervoller Beitrag! Die schwebende Bibliothek gefällt mir ausgezeichnet. Die ‚Gruft‘ ist urgemütlich und die grüne Wandfarbe bildet mit dem Ofen einen schönen Kontrast zur Holzvertäfelung. Ein herzliches Bravo an die Einrichterin.

  • eg sagt:

    wunderschöne Wohnungen, vielen Dank!
    Die die schwebenden Bücherregale bei Judith Raeber sind toll. Wo kann man sie finden?

  • Claudia sagt:

    Schön wieder eine Homestorie zu lesen, ich liebe sie! Gefallen mir gut die beiden Wohnungen, schön gemütlich und viele Klassiker!

  • Marlise sagt:

    gerne und mit wonne gelesen und geschaut. danke für das zeigen, ein augenschmaus!

  • Christina S. sagt:

    Was für wunderschöne Räume – nicht nur sehr geschmackvoll, sondern wirklich wohnlich eingerichtet!

  • ma brügger sagt:

    Wow, danke für diese aussergewöhnliche geschichte. da geht mir doch ein licht auf über die infos zu ess.tee.tisch, den ich vor langer zeit für ein butterbrot gekauft und gleichentags für ein kleines vermögen weitergab… auch spannend die meinung über die beiden glasschiebetür schränke im schlafzimmer, das werde ich mal in meiner wohnung testen. das wiedersehen mit „grand comfort…“, die entdeckung der „lesestation“ via den link zu stefan zwicky… grosse klasse, herzlichen dank!

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.