So verwandeln Sie Ihre Wohnung in ein Gästehaus

Diese Tipps machen eine gute Gastgeberin oder einen guten Gastgeber noch besser.

Was gibt es Schöneres, als liebe Freunde einzuladen? Inspirationen und Tipps für entspannte Gastgeber finden Sie ab sofort in der neuen Rubrik «Gäste».

Haben Sie Freunde zu Besuch, oder kommt bald die neue Ferienbekanntschaft für ein paar Tage vorbei? Hausgäste machen Freude, setzen einen aber auch etwas unter Druck. Auf jeden Fall gibt es zusätzliche Arbeit und neue Wohnsituationen, gerade ohne extra Gästezimmer mit Bad. Damit ein Ferienbesuch für Gäste und Gastgeber erfolgreich verläuft, braucht es Umdenken, Improvisation – und natürlich herzliche und aufmerksame Gastfreundschaft. (Bild über: These Things)

Das Bett

Das Wichtigste für Hausgäste ist ein netter Schlafplatz. Hat man keine zusätzlichen Betten zur Verfügung, gestaltet man mit Matratzen ein wunderschönes und einladendes Bett. Wenn es tagsüber gut zugedeckt ist und noch ein paar Extrakissen bekommt, wird das Bett zum Sofa.

Ich habe in meinem Wohnleben schon einige Male solche Sofas gebastelt: Dafür habe ich zwei Matratzen aufeinandergetürmt und einen Überzug genäht. Der Überzug passte satt auf die Matratzengrösse und hatte im unteren Teil ein Volant. Ich habe alles mit hübschen Passepoiles genäht, damit es auch «echt gepolstert» aussieht. Dazu kamen zwei Rollen als Armlehnen und drei grosse Kissen – alles aus dem gleichen Stoff. Nun, da wir echte Sofas haben, sind diese Zutaten auf dem Estrich. Bei Besuch holen wir sie runter und verwandeln sie in Gästebetten.

Schön sind auch Matratzen, die bereits einen hübschen Bezug haben, wie dieses Beispiel aus Samt von Urban Outfitters. Natürlich gibt es auch tolle Schlafsofas, diesen werde ich mich übrigens am kommenden Freitag auf Sweet Home widmen.

Die Bettwäsche

Wir kamen gerade von zwei Wochen Ferien in Italien nach Hause. Das Schönste am Heimkommen ist für mich ein frisch (und hübsch) bezogenes Bett. Ich wechsle die Wäsche nie vor der Abreise, sondern erst beim Nachhausekommen. Wenn man dann wieder in sein eigenes Bett schlüpft, bedeutet das – trotz Ferienende – reines Glück.

Ein Stück dieses Glücks können Sie mit einem liebevoll bezogenen Bett auch Ihren Gästen bieten. Egal, ob diese nun auf der Matratze schlafen oder im Gästebett, beziehen Sie es mit schöner Wäsche. Legen Sie die Decke etwas zurück, sodass es einladend wirkt, und geben Sie Ihren Gästen genügend Kissen. Sie möchten ja vielleicht auch gerne lesen vor dem Einschlafen. (Bild und Leinenbettwäsche von I love Linen)  

 

Licht neben dem Bett

Diesen Frühling kam uns unser Neffe aus London mit einem Freund besuchen. Dabei haben wir ein Zimmer als Gästezimmer umgestellt und aus unserem Estrichsofabett zwei Betten gemacht. Natürlich habe ich sie frisch und schön bezogen und ihnen je ein kleines Nachttischchen gegeben. Dabei merkte ich, dass es mit dem Licht nicht richtig klappt. Also bin ich kurz in die Stadt gefahren für ein sogenanntes Express-Billigshopping. Ich weiss, heute sitzt einem stets die Nachhaltigkeit im Nacken. Doch so sehr ich edle, schön gearbeitete Dinge liebe, so mag ich doch auch die schnellen, günstigen Sachen.

Ich habe bei Sostrene Grene am Rennweg innert kürzester Zeit zwei hübsche schwarze Nachttischlämpchen zu  je etwa 30 Franken erstanden – und sie haben heute noch einen Platz in der Wohnung. Günstige Wohnaccessoires sind nicht immer schlecht. Man muss sie meiner Meinung nach einfach ebenso liebevoll einsetzen wie wertvollere Dinge. Die oben abgebildete Schreibtischlampe ist von Maisons du Monde und kostet etwa 25 Franken. 

Frisches Wasser

Das Zweite, was auf keinem Nachttisch fehlen darf, ist Wasser. Man will ja nicht in einem fremden Haus mitten in der Nacht auf die Suche nach Wasserhahn und Glas gehen. Den zwei Homeboys aus England habe ich eine kleine Bierflasche mit Bügelverschluss ausgewaschen, diese jeden Abend mit Wasser gefüllt und mit einem Glas neben das Bett gestellt. Eine elegante Version ist diese Karaffe von H+M Home zu etwa 15 Franken. Wenn man dazu das Becherglas kauft, kann man es auf den Karaffenhals stülpen. Eine wunderschöne und auch günstige Möglichkeit, frisches Wasser neben das Bett zu stellen. 

Die kleinen Dinge

Natürlich können Sie Ihre Gäste auch anderweitig verwöhnen. Ich habe immer Extra-Zahnbürsten bereit und Gästeseifen. Sie können alles in kleinen Körbchen bereitstellen – als kleines Gastgeschenk. Je nach Gast eignen sich dafür ganz unterschiedliche Dinge. Ist es die beste Freundin, eine Familie mit Kindern, ein Bekannter aus einem anderen Land? Denken Sie an ihre oder seine Bedürfnisse und überraschen Sie Ihre Gäste mit Kleinigkeiten, die sie freuen. (Bild über: Jojotastic)

Schönes und Persönliches

Wenn Sie Ihren Gast gut kennen, dann ist es einfach, im Gästezimmer eine kleine Welt zu schaffen, in der er sich wohlfühlt. Legen Sie einige Zeitschriften, interessante Bücher, Kerzen, Pflegeprodukte, Schreibuntensilien, Notizbücher und andere Dinge bereit, die das Gefühl vermitteln, zu Hause zu sein. (Bild über: Pinterest)

Freundlichkeit

Frische Blumen sind für mich das schönste Zeichen von Gastfreundschaft und auch von Freundlichkeit. Diesen kleinen Luxus gönne ich mir und meinen Liebsten, so oft es geht. Die schönsten und auch die günstigsten Blumen finde ich auf dem Markt. Nichts gegen edle Floristensträusse, aber die vom Markt eignen sich für mich eher als Geschenk. Blumen zu Hause sollten meiner Meinung nach zufällig wirken, das ist persönlicher. (Bild über: Decorsavage)

Inspiration

Wenn Sie weit gereiste Gäste erwarten, dann geben Sie ihnen auch eine Karte, die genaue Adresse, wichtige Nummern und Adressen wie Taxi und Notfall und Ideen und Inspirationen für Ausflüge und Shoppingtouren. Auch da ist es natürlich wichtig, sich in den Gast einzufühlen. (Bild über: Modwedding)

Platz im Badezimmer

Wie bereits erwähnt, ist ein Gästezimmer mit separatem Bad alles andere als selbstverständlich. Also teilt man. Im Bad ist es einfacher, wenn Sie den Gästen gleich zu Beginn ein kleines Revier kreieren. Ein solcher Trolley etwa eignet sich dazu sehr gut. Ich habe ein antikes Metallmöbelchen, das tatsächlich einmal als Bademöbel diente – vor langer Zeit, als man sich noch im Zimmer gewaschen hat. Es gibt auch antike Kleinmöbel, die nur dafür da sind, um Tücher aufzuhängen: Sie verhindern Verwechslungen. (Bild über: A Beautiful Mess)

Kleine Helfer

Das enge Zusammenleben ist nicht immer einfach. Meine zwei kleinen Helfer verbessern da so einiges! Der Raumduft ist nicht bloss ein Duft, sondern schluckt schlechte Gerüche – und das nicht nur im Bad. Und die Post-Poo Drops sind echte Retter! Beide Produkte sind von Aesop

Der Hausschlüssel

Vergessen Sie nicht, Ihren Gästen einen Hausschlüssel zu geben. Eventuell müssen Sie vorgängig noch einen nachfertigen lassen, und das geht bei Mietwohnungen über die Verwaltung. Wichtig ist auch, dass Sie den Gästen ihren WLAN-Code geben. (Bild und Schlüsselanhänger über: Etsy)

Freies Frühstück

Das Frühstück ist eine sehr wichtige, aber irgendwie auch eine sehr private Mahlzeit. Überfordern Sie sich und Ihre Gäste nicht mit einem formellen Frühstück am schön gedeckten Tisch. Lassen Sie ihnen einen eigenen Stundenplan und Platz für eigene Gewohnheiten. Ich stelle jeweils eine grosse Schüssel Fruchtsalat bereit, dazu frisches Brot und Frühstücksflocken. Auch türme ich Teller, Tassen, Gläser und Besteck auf den Küchentisch. Den Rest müssen sich die Gäste selbst aus dem Kühlschrank holen. (Bild über: Extra for Avocado)

Voller Kühlschrank

Während eines Besuchs gehört der Kühlschrank meiner Meinung nach allen. Räumen Sie ihn so ein, dass man auch alles gut findet. Sorgen Sie für genügend Getränke und stellen Sie Snacks in Körbchen bereit, im Gästezimmer beziehungsweise neben dem Gästebett. (Bild über: Pinterest)

Credits: 

Blogs und Magazine: A Beautiful Mess, Modwedding, Decorsavage, Jojotastic, These Things
Foodblogs: Extra for Avocado,
Shops und Kollektionen: Etsy, Aesop, I love Linen, Urban Outfitters, Maisons du Monde, H+H Home

18 Kommentare zu «So verwandeln Sie Ihre Wohnung in ein Gästehaus»

  • Karin Stepi sagt:

    Wir sind Schweizer und haben seit vielen Jahren ein sehr offenes Haus und beherbergen oft Gäste, was uns wahnsinnig viel Freude bereitet. Tatsächlich stehen meine Schweizer Verwandten und Freunde dem aber oft kritisch gegenüber: es mache doch viel Arbeit (stimmt:-)) und man sei doch sehr in der Privatsphäre gestört, es sei doch teuer für alle zu kochen etc. , etc.
    Ich glaube, viele haben einfach Hemmungen und sind zu perfektionistisch. Mir ist es zB. völlig egal, wenn meine Gäste mich ungeschminkt im Pyjama sehen (den Gästen auch;-)).
    Ich möchte hier allen Mut machen: öffnet euer Zuhause für Übernachtungsgäste, die Erfahrungen sind einfach wunder- und unbezahlbar!

  • Sandra sagt:

    So verwandeln Sie Ihre Wohnung in ein Gästehotel… :-)

  • Christoph sagt:

    Die Gästematratze ist prima – nur: Wo kann ich die in der gastlosen Zeit aufbewahren? Habe keine Winde (Estrich), und der Keller ist viel zu feucht. Unter mein Bett schieben? Hm …

    • Marina sagt:

      Vielleicht hinter einen Schrank oder auf einen selbstgebauten Mattenwagen wie früher im Turnunterricht? Letzteren könnte man ja auch hinter einen Schrank rollen, wenn er schmal gebaut ist z.B aus einem alten Bücherregal mit ein paar Rollen drunter. Gäbe ja auch ein nettes schlankes Sideboard ab, wenn man es seitlich legt. Eine faltbare Futonmatratze die man in einen Schrank packen kann wär vielleicht auch eine Lösung. Oder wenn es etwas gediegener sein soll: das gute alte Murphybett.

  • Marina sagt:

    Ein Bett in die Küche stellen, wenn man kein Gästezimmer hat ist auch cool. Hab meines selbst gebaut damit es optimal passt, dann noch Vorhänge davor die man in der Nacht zuziehen kann für mehr Gemütlichkeit. Für Leute die spontan übernachten hat man so immer ein Bett frei und muss nicht zu später Stunde etwas herrichten und die Gäste wachen morgens direkt neben der Kaffeemaschine auf.
    Bonus wenn keine Gäste da sind: ein Buch lesen oder ein Glas Wein trinken während eine Armlänge entfernt der Sugo köchelt ist echter Luxus. Das Recycling dann in hübsche Holzboxen unters Bett und schon ist noch ein lästiges Problem gelöst. Wenn keiner zuhause ist und ich mich unbeobachtet fühle, esse ich manchmal sogar auf meiner schicken Liege und fühl mich dann wie ein alter Römer :-)

    • Lichtblau sagt:

      @Marina: Ihre Lösung kommt ausgesprochen sympathisch und gastfreundlich rüber. Nicht zuletzt das mit dem „alten Römer“. Schon meine Mutter baute uns Kindern solche temporären Lager — inkl. kulinarischer Genüsse. Unvergessen.

  • Markus sagt:

    Übernachten bei Freunden in der Schweiz?

    Als Auslandschweizer kann ich bezeugen, dass dies unheimlich schwierig ist. Alle Ausreden sind dazu gut, warum es gerade „im Moment“ nicht geht. Für die meisten ist es einfach nicht vorstellbar, ihren Raum für kurze Zeit mit Anderen zu teilen. Alle meine Bekannten (Schweizer) hier im Ausland pflichten mir bei. Selbst das Übernachten bei engsten Verwandet ist meist unmöglich.

    Daher bin ich schon froh, wenn ich mich „Willkommen“ fühlen darf, alle anderen Faktoren wären nett, sind aber nicht wirklich nötig. Willkommen sein ist die Essenz.

    • filosof sagt:

      Meine Worte, Markus! Ich bin schon in so vielen Ländern gewesen und die Schweiz ist mit Abstand das ungastlichste Land der Welt. Selbst zum Kaffee ist es
      eher bemühend. In Deutschland, Österreich und Ungarn tischt man zum Kaffee gleich mehrere Kuchen zur Auswahl auf, in der Schweiz ist sowas selten.

    • Leonie sagt:

      Nach 60 Jahren als Auslandschweizerin in aller Welt, kann ich hier voll zustimmen. Vielleicht hat es was damit zu tun, das man in der Schweiz meist so nahe wohnt das man am gleichen Tag hin und her reisen kann. Als Kind kann ich mich erinnern wie meine Mutter jeweils von der Ostschweiz mit Leintüchern ins Welschland reiste, weil die Tante die Waschküche nur einmal pro Monat benutzen durfte! Wohl ist es jetzt anders, aber liebe Schweizer, öffnet eure Räume, und eure Herzen, a la Frau Kohler.

    • Zora sagt:

      Schlimm zu hören!! Gäste bringen eine schöne Zäsur in den routinierten Alltag – und alle können mal wieder so richtig lustvoll improvisieren. Nicht zuletzt sind es ja diese persönlichen Gespräche (oft gegen Mitternacht), die dem Leben Reichtum und Wärme geben.

  • lukas sagt:

    mir gefällt die früchteplatte und der sprudelwein :P … hingegen machte ich mit auf dem boden gebliebenen matratzen zu wg-zeiten leicht schimmelige erfahrungen.

  • estrella sagt:

    Danke für die schönen Tipps. Ganz wichtig finde ich für Gäste (oder wenn ich selbst zu Gast bin) Platz für den Koffer und eine Ablage fürs Handy, Buch etc. und die Möglichkeit, ein paar Kleider aufzuhängen.

  • ri kauf sagt:

    Ich handhab es fast so wie Sie es beschreiben, Frau Kohler. Beim Wasser neben dem Bett finde ich eine verschliessbare Flasche nützlicher als ein Glas Wasser, das man allenfalls umwerfen kann. Das letzte Mal als ich 2 Personen zu Gast hatte, ich habe ein Gäste-Bürozimmer mit einem normalen Bett, habe ich eine Matraze von meinem Doppelbett genommen und eingesetzt. Hat alles prima geklappt So musste ich nicht eine zusaätzliche Matratze kaufen. Der Platze bei mir ist überall sehr knapp.

  • Zora sagt:

    Vielen Dank – schönes und wichtiges Thema! Vorgängig auch Tee/Kaffee abfragen, so dass das am Morgen bereitsteht. Und zum Nachttischli: verschiedene Sorten Darvida, einige Früchte auf einem Teller, dazuServiette und Rüstmesser sowie ein paar Schoggistängeli kommen sehr gut an!

  • Natalja K. sagt:

    Ich musste mich erst an diese Gästematratzen gewöhnen, so hübsch sie auch hergerichtet sein mögen… Meine Eltern kommen aus einem anderen Kulturkreis, dort ist es üblich, für Gäste sein eigenes Schlafzimmer zu räumen und selbst auf dem Sofa oder am Boden zu nächtigen – für die Gäste nur das Beste. Gilt dann übrigens auch fürs Essen. Drum war es mir immer sehr wichtig, wenigstens extra Betten im Haus zu haben – liegt mein Besuch auf dem Sofa oder dem Boden, dann hab ich ein schlechtes Gewissen.

  • Etoile Filante sagt:

    Bei ihnen möchte ich gerne gästin sein!

    Bisous vom Meer

  • beat graf sagt:

    Jeder der kein Gästebett hat, hat eine zusätzliche ungebrauchte Matratze irgendwo herumliegen. Das Ganze erinnert mich an ein Hotel mit mindestens 3 Sterne. Nur fehlt beim Frühstück etwas Wurst und Käse. Und jeder hat in einer 3-Zimmerwohnung den notwendigen Platz.

Kommentar

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