«Einen Koran mit Alles, Herr Fehr»

Hier werden Heiri Zuberbühler und Annelies Müller radikalisiert. Ehrewort.

Hier werden Heiri Zuberbühler und Annelies Müller radikalisiert. Ehrewort.

Wäre ich salafistischer Jihadist, ich würde dem Sicherheitsdirektor Mario Fehr ein handgeschriebenes Dankesbriefli schreiben. Niemand machte in den letzten Jahren mehr Werbung für ihre Sache als Fehr mit seinem öffentlichen Aufruf zum Verbot von Koran-Verteilaktionen. Nichts zementiert die Opfer- bzw. die Märtyrerrolle exemplarischer als völlig nutzlose Gesetze zulasten einer Minderheit.

Ich frag mich, wieviele Passanten an der Bahnhofstrasse vor der Pestalozzi-Wiese von den verwirrten Koranverteilern der salafistischen Aktion «Lies!» radikalisiert wurden. Ich stell mir dann immer vor, wie Heiri Zuberbühler oder Annelies Müller einen dieser gefährlichen Korane mitnehmen und ihn zuhause nicht mehr aus der Hand legen können, bis sie ihn gegen eine Kalaschnikow und einen Sprengstoffgürtel tauschen und für den Propheten den Kiosk in Spreitenbach in die Luft sprengen.

Der Aufruf bringt nicht den geringsten Sicherheitszuwachs. Die jungen Menschen werden nicht durch einen Gratis-Koran radikalisiert, sondern in Moscheen, in hermetischen Gruppen, in denen das radikale Gedankengut unter Gruppendruck in psychisch labile Menschen geprägt wird. Diese Gruppen und die sogenannten «Gefährder» sind unseren Behörden und Geheimdiensten bestens bekannt. Die Szene, in der sich muslimische Extremisten und Fanatiker bewegen, dürfte inzwischen die bestüberwachte der Schweiz sein.

Damit drängt sich aber die Frage auf, was denn dieser Aufruf sollte. Natürlich gings um politische Profilierung. Nachdem Mario Fehr in der Flüchtlings-Auseinandersetzung mit seiner Partei vor ein paar Wochen eher weinerlich und divenhaft wirkte, musste eine martialische Geste her. Eine Pressekonferenz, in der Herr Fehr sich wieder als starker Mann profilieren konnte. Die Pressekonferenz kam aus dem Nichts und verpuffte wieder ins Nichts. Eine einzige PR-Aktion für die Person Fehr.

Er sieht sich offenbar als letzte Bastion gegen das Chaos. Mit Schild und Schwert steht er zwischen der Gefahr der «Fremden» und dem dümmlichen Bürger, der nicht die geringste Ahung hat, wie es «da draussen» wirklich aussieht. Der grosse Beschützer und die unmündigen Mündel, die gar nicht wissen, welche Abgründe sich «da draussen» –  auf dem Bahnhofvorplatz von Hinteroberpfupfikon – auftun. Nicht mal die verantwortlichen Beamten und Politiker in den Gemeinden können einschätzen, welche Gefahren wirklich auf ihren öffentlichen Plätzen lauern.

Man fragt sich, ob der Sicherheitsdirektor nicht genug Arbeit hat, dass er sich in die Bewilligungsvergabe der Gemeinden einmischen muss. Aber das ist nebensächlich. Die Frage ist vielmehr, wieviel Vertrauen der Sicherheitsdirektor in unsere Werte hat, wenn er sie von ein paar Spinnern mit Büchern so gefährdet sieht, dass er diese verbieten will.

Je mehr man den Leuten die Illusion von absoluter Sicherheit verkaufen will, um so weniger bleibt von einer freiheitlichen Demokratie übrig.

43 Kommentare zu ««Einen Koran mit Alles, Herr Fehr»»

  • Petra Herzog sagt:

    Es liegt nicht am Koran. Den kann man gratis, auf deutsch im pdf-Format im Internet herunterladen. Die Weisung vom Fehr ging wie bei dem üblich am Thema vorbei.
    Es liegt meines erachtens an den Fanatikern, welche den Koran für deren Ideologie umdeuten und verhunzen. Dadurch werden sämtliche Muslime diffamieren. So findet man deren Steinigung nicht im Koran, sondern in der Bibel, ebenso das Kpoftuch.
    Diese Fanatiker würden sogar den Propheten Mohammed wegen Blashemie steinigen, wenn dieser Wiederauferstehen würde.

    Ich habe kein Problem mit irgendwelchen Religionen, habe jedoch eine Abneigung gegen Missionare jeglicher Religion, da mir diese meine Glaubensfreiheit nehmen wollen.

  • Heinrich Zimmermann sagt:

    Ich fordere schon mal meine Mitmenschen auf, darüber nachzudeneken was denn so religiöse Gruppen wollen. Uns umstimmen zu was? Ist das was bis jetzt war nichts wert? Und was sollen diese sich gegenseitig abwerbenden Gruppen im Zeitalter der Aufkärung, denn uns aufschwatzen? Müssen wir jetzt auch Baerte haben und Frau Kopftuch oder noch mehr? Natuerlich kann man sagen es solle jeder Glauben können was er will, aber wenns um Gruppenaufwiegelungen geht dann ist Spass wohl ganz daneben. Und ich, ja ich finde Religion ein Zeichen wenig Nachdenkens. Ich will hier keinen Islam haben. Kapiert? Und noch was, ein Gratiskoran ist nicht ein kleines Give away, meine Herren Verwalter.

  • Daniel sagt:

    Erschreckend, was Réda El Arb so alles von sich gibt. Man könnte fast meinen, er sei einer der ihren.

  • Bruno Pfeuti sagt:

    Danke, Réda, für Dein beredtes Ausrufezeichen. Generell ist es falsch, Bücher zu verbieten. Die Gedanken sind frei und der mündige Leser kann sich seinen Reim darauf machen. Gilt auch für “Mein Kampf“, las ich bereits zu Beginn der 80er Jahre in einer polnischen KZ-Bibliothek und steht heutzutage quer in der Landschaft.

    • Heinrich Zimmermann sagt:

      Der mündige Mensch…. bitte mal erklaeren was das sein soll. Zeugen Jehovas, Moslems mit Bart, Frauen mit Verhüllung,
      Konvertitinnen,Kinder die den Eltern glauben ? (müssen) Frauen die von Modegeschaeft zu Modegeschaeft hetzen ? Glauben sie dass Wissenschaft so einfach sich unter „mündigen“ Buergern ausbreitet? So wie angeblich der „heilige Geist“. Sie irren.

  • Thomas Mueller sagt:

    Sie haben Recht, es ist absurd zu glauben man könnte durch das lesen eines Buches, dass einen zum ausüben von Gewalt auffordert, radikalisiert werden.
    Deswegen hätten sie sicher auch absolut nichts dagegen, wenn Neonazis auf der Strasse gratis Mein Kampf verteilen würden, gell?

    • Kunze sagt:

      Bravo Herr Mueller! Ihre Worte in Gottes Ohr! Rechtsradikale dürfen Ihren Schrott auch nicht auf der Strasse verteilen!

      • Réda El Arbi sagt:

        Doch, dürfen sie. Sie machen es nicht, weil die Zivilgesellschaft ihnen offen mit Ablehnung begegnet.

  • Oliver Brunner sagt:

    Würden irgendwelche Glatzen „mein Kampf“ verteilen (auch von einem aggressiven Eroberungskrieger geschrieben), Herr El Arbi würde sich nicht mehr einkriegen, und Prügel und was weiss ich aus dem fernen Schaffhausen androhen.

  • Julian Hoegger sagt:

    Diese Lies!-Aktion hat bzw. hatte einen sehr „lebendigen“ Auftritt auf Facebook, auf dem überdeutlich wird, dass es dabei nicht nur um die Verteilung von Büchern geht, sondern um die Verbreitung einer höchst intoleranten, rassistischen, frauenfeindlichen, antidemokratischen und gewaltverherrlichenden Ideologie. Diese Vereinigung war und ist Anlaufstelle für sich radikalisierende Jugendliche, welche die Nähe zu Terrorismus und Jihadismus suchen. Aus den Reihen dieser Vereinigung sind hunderte deutsche Jugendliche nach Syrien gereist. Zu Recht wurde sie in Deutschland als verfassungsfeindlich eingestuft und verboten. Sie ist ein echtes Problem. Herr El Arbi, Sie machen es sich hier zu…

  • Severino sagt:

    Das Problem ist keines der Religionszuhörigkeit, sondern eines von Herkunf und Bildung. Die Leute, die vor sechzig (?) Jahren die Mahmud-Moschee beim Balgrist in Zürich gebaut haben (mit Minarett) sind andere als die, die heute in einem Gebetsraum im Industriegebiet von, beispielsweise, Olten oder Zürich zusammenströmen. Erstere hat man gerne als Nachbarn. Letztere hat man nicht gerne im Land. Obwohl sie derselben Religion angehören. Letztere sind schlicht und ergreifend nicht in der Lage, in einem anderen Land als ihrem Herkunftsland zu leben, ohne unzufrieden zu sein und Unfrieden zu säen. Tut mir leid für diese Leute. Aber ich will sie nicht hier, weil sie sich nicht ändern werden.

  • Severino sagt:

    Eine der unterbeschäftigten Staatsanwältinnen des Kantons Zürich soll sich Mühe geben (wenn sie das kann) und prüfen, ob die Koranverteiler ein Gesetz verletzen. Wenn sie das tun, soll sie Anklage erheben. Ich weiss, ich weiss: Dafür braucht es Geist und Fleiss und Mut (rare Güter). Aber vielleicht gibt es jemanden auf der Staatsanwaltschaft, der dazu in der Lage ist – und zwar ohne dumme Belästigungen durch Polizisten auf der Strasse, sondern mit sauberer, rechtsstaatlicher Abklärung. – PS. Von mir aus können fast alle Muselmanen ins Pfefferland. Aber mir ist der Rechtsstaat so viel wert, dass ich ihn erhalten will. Und das Sicherheitsdirektorengetue ist m.E. nicht sauber rechtsstaatlich.

  • pedro domletschg sagt:

    2011 begann DWR mit der Koranverteilung unter dem Motto «Lies!» in Deutschlands Fussgängerzonen, mittlerweile findet sie in rund einem Dutzend europäischer Länder statt. Im November hat die deutsche Regierung DWR verboten und aufgelöst. Die Begründung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière: Über 140 junge Menschen, die in Deutschland an «Lies!»-Aktionen teilgenommen haben, seien nach Syrien oder in den Irak ausgereist, um sich dort terroristischen Grupierungen anzuschliessen. Aus Landbote.

    • Heinrich Zimmermann sagt:

      Das Abwarten bis dann nachweislich einer zum Jihadismus ausgewandert ist, ist natuerlich schwachsinn. Der Prozess beginnt eben viel frueher. Aber da will man noch absolut nichts wissen und jede Kritik wird als böswillige Unterstellung gesehen, also es passiert nichts. Es gibt da drei Parteien: Die die bünzlig sagen, ich wiss von nichts und will nichts wissen. Dann die die meinen glauben muss man ja was., ohne gehe es nie. Dann die die ihren Glauben durchpressen wollen, egal wie, was jetzt die Moslems praktizieren. Zu welcher Gruppe gehören Sie?

      • Réda El Arbi sagt:

        Ich bin Atheist.

        „Die Moslems“ gibt es nicht.

        Von Jihadisten auf alle Moslems tu schliessen ist so dumm, wie von der damaligen IRA oder der Ulster Defence auf alle Christen zu schliessen.

  • pedro domletschg sagt:

    Während die Stadt Zürich den Koranverteilern der Aktion «Lies!» einen Persilschein ausstellt, verbreiten die Aktivisten Propaganda für die Terroristen des Islamischen Staats (IS). Auf ein Winterthurer Postkonto kann man sogar Spenden für den IS überweisen. Von Kurt Pelda. So bei Valentina Smajli, der Co-Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam. Sie warnt eindringlich. «Lies!» sei eine Einstiegsdroge in einen gewalttätigen Islam: «Sie vertreten eine Ideologie, die sich mit unseren Grundwerten nicht vereinbaren lässt.»

    • Réda El Arbi sagt:

      Natürlich verbreiten sie Propaganda für den IS. Das ist kein Geheimnis.

      Nur ist es in der Schweiz nicht verboten, ein Arschloch zu sein und den IS gut zu finden. Und ehrlich: Die Aktion „Lies!“ hat im Innern radikalisierende Elemente, nicht gegen Aussen. Eine Verbot drückt diese Leute in den Untergrund und bestätigt ihre Weltsicht.

      Hätten diese Typen das Gesetz verletzt, würde das Gesetz greifen. So aber gibt Fehr den Gemeinden ausserhalb seiner Zuständigkeit Anweisungen, um sie über das Gesetz hinaus zu behindern.

      Also: In einer freien Gesellschaft darf man ein Vollidiot sein und die Schlächter des IS gut finden. Man darf eine Meinung haben und die auch öffentlich ässern, selbst wenn sie antidemokratisch ist. In dem Augenblick, in dem man das Gesetz bricht, haben wir Mittel und Wege, zu reagieren. Dazu muss kein Sicherheitsdirektor vor einer Kamera tanzen.

      • pedro domletschg sagt:

        nein, propaganda für den IS ist in der schweiz ganz klar verboten. sie tun das nicht in der öffenlichkeit, da eben strafbar. das argument für die einfachere überwachung greift meiner meinung zu kurz. die legitimation dieser truppe erfolgt eben durch die duldung, das verstärkt die anziehungskraft, deshalb muss man solche sachen ächten. zeichen setzen hilft eben schon. die überwachung kann auch anders erfolgen, z.b. mit online-trojanern. fehr-bashing ist doch billig. diese despektierliche sprache ist links-populistisch.

        • Bruno Kaufmann sagt:

          Besten Dank Herr Domletschg für die Richtigstellung.

          Inwiefern Herr Fehrs Aktion reine Profilierung ist, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls freuts mich, dass jemand den Mut hat die Frage zu stellen, «was geht?» und «was geht nicht?» unter dem Deckmantel von «Religion». Diese Frage wird leider viel zu wenig gestellt, und wenn sie gestellt wird, meistens nur beim Islam. Leider waren die Urheber der Menschenrechte auch nur Menschen. In ihrem wahrhaftig grossartigem Werk ist ihnen ein Fehler unterlaufen: Die Religionsfreiheit. Die Doppelspurigkeit (Meinungs-/Gesinnungsfreiheit deckt die Religionsfreiheit bereits ab) hat dazu geführt das Religionen sich herausnehmen, sich alles zu erlauben.

  • pedro domletschg sagt:

    Das Verteilen von Koranen stellt an sich noch keinen verfassungsschutzrelevanten Vorgang dar. Die „Islam-Infostände“ werden von den Salafisten jedoch zur Anbahnung von Kontakten genutzt, die im weiteren Verlauf zur Radikalisierung der Betroffenen führen können. Mit dieser Aktionsform sollen in Ergänzung zu den Internetauftritten Zielgruppen persönlich angesprochen werden. Quelle: Verfassungsschutz. Ein wesentlicher Anteil von mutmasslichen oder erwiesenen Schweizer Dschihadreisenden hat Bezüge zu «Lies!». Die Bundesanwaltschaft führt aktuell mehrere Strafverfahren gegen Personen, die in Verbindung mit der Kampagne «Lies!» stehen oder standen.
    El Arbi sieht kein Problem, er ist Teil des…

  • Martin Frey sagt:

    Ich glaube, Sie tun M. Fehr unrecht wenn Sie ihm unredliche Motive unterstellen, Herr El Arbi. Man kann über derartige Verteilaktionen zweier Meinung sein. Man kann auch der britischen Ansicht sein, dass jeder sich an öffentlichen Plätzen auf ein Podest stellen kann, und im Namen der Meinungsfreiheit zum Mord an Andersdenkenden aufrufen darf. Man kann so liberal sein. Ob das gut für unsere Gesellschaft ist, steht aber auf einem anderen Blatt.
    Es geht nicht um das Buch, sondern um die Leute, die Sie etwas euphemistisch als Spinner bezeichnen. Es ist nicht die Religion, sondern das, was diese Leute daraus machen. Heiri Zuberbühler mag immun dagegen sein, andere sind es leider nicht.

    • Réda El Arbi sagt:

      Alles ist etwas subtiler.

      Hätten sich die Koranverteiler strafbar gemacht, würde das Gesetz greifen. Haben sie aber nicht. So versucht Fehr – ausserhalb seiner Zuständigkeit – den Gemeinden Tipss zu geben, wie sie mit Situtaionen umgehen sollen, die die Gemeinden durchaus in eigenem Ermessen etscheiden können.

      • Martin Frey sagt:

        So einfach ist das nicht. IS, Kaida und verwandte Organisationen sind verboten, Aktivitäten dafür strafbar. Siehe dazu Bundesgesetz Nr. 122. Gemäss Artikel 2 steht da folgendes:
        „Wer sich auf dem Gebiet der Schweiz an einer nach Artikel 1 verbotenen Gruppierung oder Organisation beteiligt, sie personell oder materiell unterstützt, für sie oder ihre Ziele Propagandaaktionen organisiert, für sie anwirbt oder ihre Aktivitäten auf andere Weise fördert, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.“
        Mir ist klar, dass dies im Einzelfall schwierig zu beweisen ist. Wenn der „Lies“-Organisation dies aber insgesamt zu beweisen ist, kann man deren Aktivitäten verbieten.

        • Réda El Arbi sagt:

          Ja, eben. Es gibt bereits ein Verbot. Wenn sich diese Typen strafbar machen, muss man ihnen nicht mit Bewilligungen auf Gemeindebene das Verteilen von Büchern schwer machen. Und nein, man kann diese Aktion nicht mit der Gruppe, die nicht verboten ist, rechtfertigen.

          Entweder wir halten uns an die Prinzipien der freiheitlichen Demokratie, oder wir machen sie selbst kaputt und brauchen gar keine „Lies!“-Hirnis mehr, die unsere Werte nicht achten. Wir würden sie dann nämlich selbst nicht achten.

    • Sportpapi sagt:

      Kann man mehr oder weniger liberal sein, und das gerade nach Gutdünken und vielleicht persönlicher Betroffenheit? Ist das nicht eine Grundhaltung, und gerade das,was die „Verbieter“ doch eigentlich als Schweizer Werte bewahren wollten?

      • Martin Frey sagt:

        „Kann man mehr oder weniger liberal sein, und das gerade nach Gutdünken und vielleicht persönlicher Betroffenheit?“
        Seltsame Frage, Sportpapi. Selbstverständlich kann man. Auch wenn Liberalismus eine Grundhaltung ist, hat diese immer Grenzen. Grenzenlos wäre anarchisch, wenn schon. Aber die meisten Anarchisten sind ja alles andere als liberal.
        Auch wenn es abgedroschen klingen mag, aber kein Mensch hat Liberalismus wohl besser auf den Punkt gebracht als Voltaire. Worum es hier geht, ist letztendlich aber die Schnittstelle zu Kant.

  • Urban Zuercher sagt:

    Mit dieser Aktion hat Herr Fehr sich Herr Fehr als SP-Regierungsvertreter endgültig disqualifiziert. Das sage ich als „gemässigtes“ bzw. „rechtes“ Parteimitglied (ja ich glaube an die soziale Marktwirtschaft und finde gewisse JUSO Pamphlete als sehr wirklichkeitsfremd, unqualifiziert und teilweise kontraproduktiv.).
    Das ganze war m.E. nur ein populistischer Stunt, um sich von der SP unabhängig zu machen und am rechten und rechtesten Gesellschaftsrand punkten zu können. Soll er doch unabhängig kandidieren, dann haben wir halt eine Legislatur lang nur eine Regierungsrätin. Schade zwar, aber als linke Partei muss man nicht zwingend einen RR haben, der sich Rechtsaussen anbiedert.

  • Hächler Jsabella sagt:

    Solche LIES- und Koran-Verteiler haben in unserer modernen Welt einfach gar nichts verloren. Diese „Mohamedaner“ die Kinderehen zulassen, Tiere mit ihrer Schächterei aufs s’Brutalste quälen und Christen in keinster Weise akzeptieren, sollen ihren Nährboden dort benetzen, wo sie herkommen. Vergessen Sie eines nicht, noch erfreuen sich NICHT alle Schweizer über dieses „Glump“, das sich in unserem schönen Land immer breiter macht und uns Schweizer immer mehr unterwandert.

    • Réda El Arbi sagt:

      Haben Sie mal mit einem Muslim gesprochen? Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Salafisten und einem Sufi? Kennen Sie einen Muslim, der Christen nicht akzeptiert? Persönlich?

      Und wenn Sie eine ganze Religion „Glump“ nennen, sind Sie nicht so weit von denen entfernt, die damals alle Juden für „Glump“ hielten.

      PS: Ich bin nicht Muslim.

      • Severino sagt:

        Es ist nicht klar, ob Frau Hächler eine ganze Religion „Glump“ nennt. Sie sagt „Diese ‚Mohamedaner‘, die…“. Es kann also sein, dass sie nur die Muselmanen meint, die die von ihr als schlecht bezeichneten Eigenschaften haben, es kann aber auch sein, dass sie alle meint. Sie sollte das klarstellen, bitte. – Wenn wir heute (!) und hierzulande (!) gröbere Probleme haben, die angeblich oder wirklich einen religiösen Hintergrund haben, sind es in der Regel weder Hindus noch Juden noch Buddhisten noch Christen noch Pastafaris, sondern Muselmanen. Der Unwille von Frau Hächler ist als zumindest teilweise verständlich.

    • Eli Habegger sagt:

      Kinderehen werden auch in Regionen mit christlichen und hinduistischen Volksgruppen erlaubt – müssen wir diese nun auch alle aus der Schweiz werfen, Frau Hächler? Schächten tun auch Juden – auch alle raus? Kopftücher tragen auch christliche Nonnen – ebenfalls raus? Und müssten nicht alle Religonen aus Nahost verboten werden – also auch das Christentum, das von dort nach Europa kam? Frage über Fragen …

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    mit dem letzten satz bin ich grundsätzlich einverstanden. die krux ist. „beide“ seiten müss(t)en mitmachen. toleranz bedingt nun mal ein gewisses vertrauen. ich persönlich traue den „lies-verteilern“ genau so wenig wie den herren blancho und illi vom izrs. -> herr el arbi. eines älteren blogs zur folge, haben sie hier ebenfalls vorbehalte. solange radikale strömungen im izrs vertreten sind, welche die hiesige demokratie nur dazu nutzen, um eine radikale form des islams hier salonfähig zu machen-, bzw. wir dies zulassen, setzen wir unsere freiheit ebenfalls auf’s spiel.
    es ist also letztlich eine frage des vertrauens. ich vertraue dem izrs in keinster art und weise. tun sie’s?

    • Réda El Arbi sagt:

      Ich halte es für notwendig, diesen Typen klar die Meinung zu sagen. Ich halte es nicht für notwendig, demokratische Freiheiten einzuschränken. Die Koranverteiler sind keine Bedrohung für unsere Werte, dafür ist ihre Weltsicht einfach nicht stark genug.

      Die Frage ist nicht, ob wir dem Gegenüber trauen. Die Frage ist: Haben wir Vertrauen in die Kraft unserer eigenen Prinzipien?

      • Philipp M. Rittermann sagt:

        das ist in der tat eine gute frage, herr el arbi. lassen sie mich eine weile darüber nachdenken.

        • pedro domletschg sagt:

          der anteil der eingewanderten muslimischen bevölkerung wächst ständig, diese wurden nicht hier sozialisiert und deshalb sind unsere prinzipien unwirksam, bitte öffnen sie die augen.

  • geezer sagt:

    ich sag nur: ‚brave new world‘ und ‚1984‘. es kommt schon noch soweit, dass der staat ‚im interesse der bevölkerung‘ (und natürlich zu deren sicherheit) absolut bestimmen wird, was gut ist für die bürger und was nicht. das denken können diese dann beruhigt den politikern und juristen (resp. den chefideologen) überlassen…..:-)

    • Andreas Cahen sagt:

      Wir sind der Staat, also wissen wir doch was das Beste für uns ist?! Ohh.. Dilemma! *ironie*

    • Martin Gebauer sagt:

      Es ist schon soweit! Täglich wird uns via Medien erklärt wie gefährlich dies und das ist. Was wir tun sollen und zu lassen haben. „Warnt!“ eines der Lieblingswörter der einwanfreien und moralisch gefestigten Vordenker und Alleswisser. Ständig warnt uns jemand vor irgendwas. Zucker, z.B. ganz schlimm! Da muss sofort eine Steuer her. Unser Denken und Handeln wird schon lange von den „Warnern“ manipuliert. Natürlich immer für eine bessere, gesündere und friedlichere Welt.

      • geezer sagt:

        ich habe sogar meine gesamte kindheit auf dem velo OHNE HELM verbracht. heute höchstwahrscheinlich ein fall für die kesb..:-)

        es hat schon was: diese ewige warnerei geht schon ziemlich auf den zeiger. wie im blog richtig erwähnt, wird 99,9% der mündigen bürger schlau genug sein, um den salafisten nicht auf den leim zu kriechen. und eine quote von 0,1% idioten wird sowieso nie zu verhindern sein. insofern ist ein grosser teil der ganzen verbieterei doch eher kontraproduktiv.

      • Phil sagt:

        Andreas und Martin fassen meine Meinung in Worte! Eigentlich fehlen nur noch die Experten, die uns dieses Dilemma, sowie unser Denken und Handeln noch erklären und uns Ratschläge geben…

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